Abi und dann? Abi was nun? Lehre oder Studium?
Auf dieser Seite finden Sie ein paar wertvolle Entscheidungshilfen für die so schwere Frage "Abi und dann?". Sollten Ihnen diese Ausführungen bei Ihrer Entscheidung nicht abschließend weiterhelfen, dann finden Sie auf unseren Seiten ausführliche Informtionen zu unseren Beratungsangeboten der professionellen Berufsberatung oder Studienberatung. Unser Institut ist Ihnen behilflich bei der Studienwahl bzw. Berufswahl.
Die Frage "Abi und dann?" stellen sich jährlich mehrere Tausend Abiturienten. Etwa 60 % aller Abiturienten eines Jahrgangs nehmen unmittelbar nach Ihrem Abschluß ein Studium auf. Weitere 36 % beginnen eine Berufsausbildung/Lehre, Sonderausbildungsgänge der Wirtschaft, Berufsakademie, Ausbildung im öffentlichen Dienst.
Von denjenigen, die sich nach dem Abitur gegen ein Studium entscheiden, nimmt ein Teil nach der Berufsausbildung oder nach einigen Jahren Berufspraxis doch noch ein Studium auf, so dass ingesamt über 80% eines Abiturjahrgangs irgendwann mal ein Studium beginnen. Die Entscheidung Studium oder erst einmal Lehre muss gründlich abgewogen werden. Zur Vorbereitung dieser nicht ganz leichten Entscheidung sollten Sie sich folgende Überlegungen anstellen:
- Bin ich eher für eine theoretische oder für eine praktische Ausbildung geeignet?
- Möchte ich eine schnelle Ausbildung in Kürze eigenes Geld verdienen und möglichst früh finanziell unabhängig sein?
- Oder bin ich bereit, auch eine längere Ausbildung mit unsicherem Ausgang zu durchlaufen, die mich noch eine Reihe von Jahren finanziell abhängig macht und bei der ich unter Umständen erst in sechs oder sieben Jahren Geld verdiene?
- Welchen Stellwert hat für mich der berufliche Aufstieg mit all seinen Vor und Nachteilen (lange Arbeitszeiten, hohe Verantwortung, Stress, weniger Freizeit als andere)?
- Was bedeuten für mich akademische Titel?
- Wie stelle ich mir meine weitere Lebensplanung (z B Partnerschaft Familie) vor?
Hier finden Sie Argumente Pro und Contra Ausbildung/Studium:
Abi und dann? Entscheidung pro Lehre / Ausbildung:
Das Studium ist deutlich länger als eine berufliche Ausbildung und dauert zwischen knapp vier Jahren (Fachhochschulstudium) und fünf bis sieben Jahren (Universitäts- studium. Ausnahme: Man absolviert einen dreijährigen universitären Bachelor- studiengang oder einen dreieinhalbjährigen FH-Bachelorstudiengang und belässt es dabei. Daraus folgt, dass man frühestens Mitte zwanzig, häufig erst Ende zwanzig in den Beruf eintritt.
- Nicht alle Studienfächer bieten eine Garantie, später eine gut bezahlte leitende Tätigkeit zu finden.
- Das Risiko, nach vier bis sieben Jahren ohne Examen dazustehen, ist groß. Jedes Jahr verlassen etwa 70.000 Studierende die Hochschulen ohne Studienabschluss oder brechen das Studium (aus verschiedenen Motiven) ab.
- Eine betriebliche Ausbildung kann als Vorbereitung oder zur Orientierung für ein anschließendes Studium hilfreich sein.
- Eine Berufsausbildung verspricht eine frühere finanzielle Unabhängigkeit.
- Die Chancen eines unmittelbaren Übergangs von der Ausbildung in den Beruf können günstiger als beim Übergang vom Studium in den Beruf sein.
- Eine berufliche Ausbildung unmittelbar nach dem Schulabschluss kommt all denen entgegen, die sich weniger für theoretisch-wissenschaftliche als vielmehr für praktisch-organisatorische Tätigkeiten interessieren oder geeignet fühlen.
Wenn Sie sich für eine Ausbildung entscheiden sollten, dann klären Sie folgende Fragen für sich:
- Welche Berufe/Ausbildungsgänge kommen für mich in Frage? Hierbei sollten Sie nicht nur die so genannten "Traumberufe" in Erwägung ziehen, sondern auch realistische Alternativen. Dabei sollten Sie sich folgende Detailfragen beantworten:
- Welche Institution ist für die Überwachung der jeweiligen Ausbildung zuständig und kann mich entsprechend beraten (z.B. Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Landwirtschaftskammer oder auch Schulbehörden)?
- Wo ist die geplante Ausbildung möglich?
- Wie viele Ausbildungsplätze stehen dort zur Verfügung, und wie hoch ist erfahrungsgemäß die Anzahl der Bewerbungen?
- Welche Bewerbungstermine muss ich beachten?
- Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl und wie kann ich mich darauf vorbereiten?
- Wie ist die Ausbildung gegliedert und aufgebaut? Ist eine Verkürzung möglich?
- Besteht die Möglichkeit zum Erwerb von Zusatzqualifikationen oder Teile der Ausbildung im Ausland zu absolvieren?
- Wie hoch ist die während der Ausbildung gezahlte Vergütung und welche Förderungsmöglichkeiten bestehen?
- Wie sind die Berufs- und Aufstiegsmöglichkeiten?
- Habe ich Chancen, mich später selbstständig zu machen?
Quelle: www.studienwahl.de
Abi und dann? Entscheidung pro Studium:
- Bestimmte berufliche Ziele lassen sich nur über ein Studium erreichen.
- Für gehobene berufliche Positionen wird vielfach ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt.Hochschulabsolventen haben bessere Aufstiegsmöglichkeiten.
- Der Trend zur Höherqualifizierung hält an und Akademiker/innen unterliegen in der Regel einem deutlich geringeren Arbeitslosigkeitsrisiko als Angehörige anderer Qualifikationsgruppen. Für immer mehr berufliche Tätigkeiten, die früher von Nichtakademikern ausgeübt wurden, wird mittlerweile oder in absehbarer Zukunft ein Hochschulstudium erwartet.
- Ein Studium bietet eher die Möglichkeit, wissenschaftliche Interessen zu befriedigen und intellektuelle Fähigkeiten für ein breites Berufsspektrum zu entwickeln.
- In Bachelor-Studiengängen kann bereits nach drei Jahren ein Hochschulabschluss erworben werden - also in fast der gleichen Zeit, die für eine betriebliche Ausbildung benötigt wird.
- Durch die lange Ausbildung erwirbt man hohe Allgemeinbildung und vielfältige berufliche Qualifikationen.
- Akademiker brauchen (zumindest statistisch) Arbeitslosigkeit sehr viel weniger zu fürchten als Nichtakademiker.
- Akademiker verdienen durchschnittlich etwa 30 bis 50 Prozent mehr als Nichtakademiker.
- Akademische Titel, zum Beispiel ein Diplom oder der Doktortitel, haben im gesellschaftlichen Ansehen immer noch einen hohen Stellenwert.
- Das Studium bietet die Möglichkeit, die Ausbildung frei von einer Reihe von Zwängen selbst zu gestalten.
Bei der Beantwortung der Frage "Abi und dann?" helfen Ihre Eltern und Freunde sicherlich weiter sowie auch eine professionelle Studienberatung und Berufsberatung.
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