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Personalarbeit in Deutschland - Interview in der WZ
Deutsche Unternehmen gelten bei der Personalarbeit als international rückständig. Jan Bohlkens Profiling-Insitut will das ändern. Das Gespräch führte Sven Prange.Die gute Personal-Entscheidung
Herr Bohlken, glaubt man wissenschaftlichen Untersuchungen, sind deutsche Unternehmen in Sachen Personalplanung unterentwickelt. Vor allem das Fehlen objektiver Einstellungsverfahren wird bemängelt. Zu Recht? Bohlken: Das ist zum Teil historisch bedingt. Eignungstests sind so ein Beispiel. Im Ausland werden sie angewandt. In Deutschland stammen sie aus den Rekrutierungsverfahren der Reichswehr. Da geht man damit vorsichtiger um. Also gibt‘s das Einstellungsgespräch als einziges Kriterium für eine Personalentscheidung? Bohlken: Es gibt große UnternehÂmen, die arbeiten mit AssessÂment-Centern. Aber im Vergleich zu anderen Ländern ist es nicht viel. Gerade mittelständische Unternehmen kennen nur das Einstellungsinterview. Das hat zur Folge, dass letztlich oft die Bauchentscheidung bei der Auswahl von Mitarbeitern überwiegt. Und sie empfehlen Alternativen? Bohlken: Wir sorgen vor allem für eine Objektivierung der Auswahl. Zum Beispiel ist es erwiesen, dass erfolgreiche Führungskräfte überdurchschnittlich intelligent sind und über eine hohe Kommunikationskompetenz verfügen. Das testen wir gezielt. Wie genau? Bohlken: Ideal sind Eignungstests, kombiniert mit Gesprächen und Intelligenztests. Wir überprüfen die verschiedenen persönlichen Facetten eines Kandidaten. Was wir auch nicht bis ins letzte können, ist die Überprüfung von Soft-Skills. Das wird über Assessment Center und dortige Spielsituationen aufgefangen. Wir sind eine ausgelagerte Personalabteilung für Spezialfälle. Die aber ja auch nicht die komplette Wirklichkeit abdecken... Bohlken: Wir analysieren auch das Umfeld in dem Unternehmen, in dem Kandidaten eingesetzt werden sollen. Denn es nützt nichts, die besten Kandidaten auszuwählen, wenn die danach in eine Situation kommen, in der Arbeiten oder die Übernahme von Führungsaufgaben aufgrund der herrschenden Strukturen gar nicht möglich sind. Apropos Strukturen. Der Großteil Ihrer Kunden sind inhabergeführte Mittelständler. Denen sagt man einen ausgeprägten patriarchalischen Führungsstil nach. Lassen die sich überhaupt beraten? Bohlken: Der Hilfebedarf ist erkannt, wird aber nicht immer angenommen. Die meisten unserer Kunden haben zwischen 70 und 200 Mitarbeiter. In vielen dieser Betriebe gibt es eingefahrene Strukturen, die immer auch auf den Inhaber ausgerichtet sind. Da ist es oft eine große Herausforderung, mit seinen Ratschlägen Gehör zu finden. Aber meistens lässt sich das dann durch sehr lange, intensive Gespräche klären. Wobei Sie tief in die Strukturen eines Unternehmens eingreifen. Bohlken: Gerade bei Unternehmen so um die 100 Mitarbeiter gibt es eine Lohnbuchhaltung und das soll dann die Personalabteilung sein — so etwas reicht heute aber nicht mehr. Personalarbeit ist eine strategische Aufgabe, so etwas muss auch professionell entÂwickelt und umgesetzt werden. Das wird meistens auch erkannt. Zudem viele inhabergeführte Unternehmen vor einem GeneratioÂnenwechsel stehen. Bohlken: Das ist ein wachsender Markt. Wir haben zunehmend Aufträge aus dem Bereich der Nachfolgeregelung. In vielen Fällen ist der eigene Nachwuchs des Inhabers nicht die beste Lösung. Dann muss Ersatz her, der natürÂlich gut ausgewählt sein will. Zur Person Jan Bohlken ist Inhaber von Bohlken Consulting auf Gut Mydlinghoven in Hubbelrath. Der Diplom-Sozioökonom hat lange in der Personalarbeit gearbeitet und sich vor fünf Jahren selbstständig gemacht. Anfang dieses Jahres hat Bohlken das Profiling-Institut, Institut gegründet. Dort bietet er zusammen mit einem Psychologen zum einen die gezielte PersonalausÂwahl für Unternehmen an. Zum anderen werden aber auch Schüler und Studenten mit Blick auf eine künftige, für sie geeignete, BerufsÂwahl beraten. Düsseldorfer Profiling Institut, Gut Mydlinghoven 4, Tel. 0211/28 03 220 www.profiling-institut.de Download PDF »»» Download Pressebericht als PDF (460 KB)14.08.2007 09:10 Alter: 3 Jahre



