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Work-Life-Balance
KOLUMNE von Jan Bohlken in der Rheinischen Post in der Rubrik „Beruf und Karriere“ am 11. November 2007.Termindruck, steigende Arbeitsdichte oder Angst um den Job: Für immer mehr Menschen ist der Arbeitsalltag mit Stress vollgepackt. Wer nicht rechtzeitig die Notbremse zieht, gefährdet seine Gesundheit. In vielen deutschen Unternehmen indes gilt immer noch: Anerkennung erarbeitet man sich weniger über Leistung als durch Präsenz im Büro. In keinem anderen Land ist diese Mentalität so ausgeprägt. Die Hälfte der deutschen Führungskräfte arbeitet 60 bis 70 Stunden pro Woche, hat eine Unternehmensberatung gerade herausgefunden. Und nicht nur in den Vorstandsetagen sieht es so aus. Arbeitszeit und -dichte der Deutschen steigen kontinuierlich.
Das hat Folgen. Darunter, dass der Job immer mehr Zeit beansprucht, leidet das Privatleben. Und wer unzufrieden mit seinem Leben ist, erbringt weniger Leistung im Job. In immer mehr Personalabteilungen wird das Problem erkannt. Das Schlagwort lautet „Work-Life-Balance“, Berufs- und Privatleben sollen so in ein ausgeglichenes Verhältnis gebracht werden. Davon profitieren beide Seiten. Nicht nur, weil zufriedene Mitarbeiter besser arbeiten und ihrem Arbeitgeber damit bessere Ergebnisse bringen. Sondern auch, weil gute Work-Life-Balance-Programm im Kampf um die besten Köpfe zu echten Wettbewerbsvorteilen für Arbeitgeber werden. In dem Maße, wie qualifizierte Arbeitnehmer sich ihren Arbeitsplatz quasi aussuchen können, schauen sie vermehrt auf vermeintlich weiche Faktoren, wie ein positives Umfeld und variable Arbeitszeitmodelle. Damit die Lust am Beruf nicht irgendwann zur Last wird.
- Jan Bohlken, Inhaber des Profiling Instituts Düsseldorf -
14.12.2007 09:29 Alter: 3 Jahre



