Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten zur Weiterbildung. Hat man einen Wunsch nach Veränderung und Verbesserung aus wirtschaftlicher Sicht, kann ein berufsbegleitendes Studium in Frage kommen. Was genau ist das eigentlich? Was für Möglichkeiten gibt es, berufsbegleitend zu studieren? Was kostet es? Lohnt sich ein berufsbegleitendes Studium?

Berufsbegleitendes Studium – Was und für wen?

Zunächst soll geklärt werden, was genau ein berufsbegleitendes Studium überhaupt ist und für wen es geeignet ist. Ein berufsbegleitendes Studium kann im Prinzip jeder beginnen, der bereits im Beruf steht und den Wunsch hat, sich weiterzubilden und einen akademischen Abschluss zu erlangen. Nicht wichtig ist dabei, ob man bereits eine Ausbildung oder ein Studium absolviert hat, um den jetzigen Beruf auszuüben. Oft ist es aber so, dass das Abitur oder Fachabitur eine Voraussetzung ist, um ein berufsbegleitendes Studium zu beginnen. Es gibt aber auch berufsbegleitende Studiengänge, die für Studieninteressierte ohne Abitur offen sind, wenn sie über entsprechende Berufserfahrung verfügen. Genau wie bei regulären Studiengängen ist es außerdem auch hier so, dass einige der Studiengänge zulassungsbeschränkt sind.

Manche berufsbegleitenden Studiengänge setzen voraus, dass die Vorbildung zum gewünschten Studiengang passt. Das ist vor allem sozialen und Gesundheitsbereich der Fall. Dabei werden nicht alle Studiengänge auch berufsbegleitend angeboten. Besonders gut vertreten sind gesundheitliche, soziale, juristische, technische und vor allem wirtschaftliche Studiengänge.

Interessenten für ein berufsbegleitendes Studium möchten oder können meist kein Vollzeitstudium an einer Hochschule absolvieren, sei es aus zeitlichen und/oder finanziellen Gründen. Auch wenn diese Form des Studiums neben dem Beruf absolviert wird, muss einem klar sein, dass trotzdem eine große zeitliche und auch finanzielle Herausforderung auf einen zukommen wird. Die zeitliche Belastung kann nur ausgehalten werden, wenn eine gute Selbstorganisation vorhanden ist und ein fester Wille. Ohne Zielstrebigkeit kann es schnell dazu kommen, dass erst die Studienleistungen schlechter werden und dann der Studienabbruch folgt. Denn gerade in der Prüfungsphase bedeutet ein berufsbegleitendes Studium eine enorme zeitliche Belastung, die neben dem Vollzeitberuf und der eventuellen Familie noch bewältigt werden muss.

Die Kosten für ein berufsbegleitendes Studium sind dabei sehr unterschiedlich. Sie sind abhängig davon, ob die gewählte Hochschule staatlich oder privat ist, aber auch von der Art des Studienangebots. An staatlichen Hochschulen gibt es prinzipiell keine Studiengebühren, aber es wird dennoch ein Semesterbeitrag fällig. An privaten Hochschulen hingegen muss man mit monatlichen Studiengebühren rechnen, die unterschiedlich hoch sein können.

Möglichkeiten berufsbegleitend zu studieren

Hat man sich für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, stellt sich nun die Frage, welches Modell der Umsetzung am besten für einen geeignet ist. Es gibt nämlich mehr als eine Möglichkeit berufsbegleitend zu studieren. Im Allgemeinen kann zwischen einem Präsenz- und Fernstudium unterschieden werden. Bei dem Präsenzstudium handelt es sich um ein Studium, für welches man in einem regelmäßigen Rhythmus zu der jeweiligen Hochschule fahren muss, um vor Ort Seminare und Vorlesungen zu besuchen. Die gewählte Hochschule sollte deshalb nicht zu weit vom Wohnort entfernt liegen. Bei einem Fernstudium muss man dagegen nicht zu bestimmten Terminen an einem bestimmten Ort sein. Deshalb kann man sich die Zeit oft freier einteilen. Außerdem ist dies ein Vorteil für Studieninteressierte, die ländlich leben und keine passende Hochschule für ein Präsenzstudium in der Nähe haben. Aber bei beiden Arten gibt es noch weitere Unterschiede, die nachfolgend vorgestellt werden.

Das Abendstudium

Das Abendstudium ist ein berufsbegleitendes Präsenzstudium. Oft finden die Lehrveranstaltungen an mehreren Abenden in der Woche statt, meist ab 18 Uhr. Oft ist es aber so, dass es auch am Wochenende tagsüber weitere Lehrveranstaltungen gibt. Dadurch entsteht dann häufig eine Mischung aus Abend- und Wochenendstudium. Da das Abendstudium mit einer hohen Präsenzzeit verbunden ist, ist der zeitliche Aufwand für das Selbststudium häufig eher gering. Dafür kann man sich aber auch die Zeit, die man in das Studium investiert, zum Großteil nicht frei einteilen.

Das Wochenendstudium

Auch das Wochenendstudium ist ein berufsbegleitendes Präsenzstudium, was dem Abendstudium sehr ähnelt. Die Lehrveranstaltungen finden meist am Wochenende statt. Es gibt jedoch unterschiedliche Modelle, bei denen die Lehrveranstaltungen schon am Freitag beginnen. Es gibt auch Mischformen mit dem Abendstudium, wie oben schon beschrieben. Ebenfalls möglich sind Modelle, die eine Mischung aus Wochenend- und Blockstudium bzw. Onlinestudium darstellen. Bei der Wahl des Studiengangs sollte also genau auf die Verteilung der Lehrveranstaltungen geachtet werden. Anders als beim Abendstudium ist es beim Wochenendstudium so, dass die Lehrveranstaltungen nicht jede Woche, sondern ein- oder ein paarmal im Monat stattfinden.

Das Blockstudium

Auch diese Form des berufsbegleitenden Studiums ist ein Präsenzstudium. Hier finden die Lehrveranstaltungen meist 2 bis 4 Mal pro Semester im Block statt. Das heißt, dass sie eine ganze Woche lang ganztätig stattfinden. Dafür gibt es keine bzw. kaum Lehrveranstaltungen an Abenden oder Wochenenden. Um diese Form des berufsbegleitenden Studiums umsetzen zu können, ist die Unterstützung des Arbeitgebers bzw. die Verfügbarkeit über genügend Urlaubstage entscheidend. Denn in den Wochen, in denen Blockunterricht stattfindet, kann man nicht arbeiten gehen.

Das Teilzeitstudium

Diese Möglichkeit ist ebenfalls ein Präsenzstudium. Ein Teilzeitstudium wird an vielen staatlichen Hochschulen angeboten. Bei dieser Variante verlängert sich die Studiendauer um das doppelte, im Vergleich zur regulären Dauer. Das bedeutet, dass auch nur noch die Hälfte der Lehrveranstaltungen pro Semester besucht werden muss. Ein Nachteil ist allerdings, dass die normalen Lehrveranstaltungen der Vollzeitstudierenden belegt werden müssen, die häufig unter der Woche und tagsüber stattfinden. Deshalb kommt diese Form des berufsbegleitenden Studiums nur für diejenigen in Frage, die ihre Arbeitszeiten flexibel um die Studienzeiten herum legen können.

Klassisches Fernstudium

Beim klassischen Fernstudium hat man keine klassischen Präsenzzeiten an Hochschulen und auch keine klassischen Lehrveranstaltungen. Die Lernunterlagen werden nach dem Einschreiben an der Fernhochschule per Post verschickt. Das Studium wird also schwerpunktmäßig als Selbststudium zuhause absolviert. Das hat den Vorteil, dass man sich selber einteilen kann, wann man welchen Lerninhalt behandelt bzw. wann man überhaupt etwas für das Studium macht. Manche Fernstudiengänge kombinieren das Selbststudium allerdings noch mit zum Teil freiwilligen Präsenzveranstaltungen. Die Klausuren werden dann am Ende des Semesters in der Regel im Studienzentrum der Fernhochschule geschrieben.

Das Online-Studium

Diese Form zählt auch zum Fernstudium. Wie das klassische Fernstudium auch, besteht das Online-Studium auch zum Großteil aus dem Selbststudium. Der Unterschied zum klassischen Fernstudium ist aber, dass auf die gedruckten Unterlagen verzichtet wird. Stattdessen stehen auf dem Online-Campus alle nötigen Materialien zur Verfügung. Neben diesen Materialien gibt es häufig noch Web-Seminare bzw. Web-Vorlesungen, Lern-Videos und aufgezeichnete Vorlesungen. Oft sind aber auch Präsenzstudienzeiten vorgesehen, vor allem gegen Ende des Semesters. Diese finden im Studienzentrum statt, wo auch die Klausuren geschrieben werden.

Das Blended Learning

Diese Form des berufsbegleitenden Studiums ist eine Mischung aus Präsenz- und Fernstudium. Es gibt dabei Präsenzveranstaltungen an einer Hochschule, die durch E-Learning-Module ergänzt werden. Durch Videos und online zur Verfügung gestellte Lernunterlagen werden die Lehrveranstaltungen vor- und nachbereitet. Welcher Teil dabei überwiegt, ist je nach Hochschule und Studiengang unterschiedlich.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren. Jede dieser Möglichkeiten ist allerdings mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden und zum Teil auch mit einer finanziellen Belastung. Daher sollte vorher abgeklärt werden, inwiefern das Vorhaben vom Arbeitgeber unterstütz wird und auch, wie man sich die Zeiteinteilung für das Selbst- und ggf. Präsenzstudium vorstellt. Ohne einen starken Willen und Zielstrebigkeit, ist ein berufsbegleitendes Studium nur schwer umzusetzen. Dabei lohnt sich diese Weiterbildung, denn sie macht sich auf dem Lebenslauf sehr gut, wodurch sich neue Jobchancen und Perspektiven ergeben, nicht zuletzt durch die erlangte akademische Qualifikation.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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