Der Anteil der integrierten Gesamtschulen hat sich von 2006/2007 bis 2016/2017 von 1,9 Prozent auf 6,1 Prozent erhöht. Das stellt einen deutlichen Zuwachs dar. Auch die Wechsel auf integrierte Gesamtschulen haben zugenommen. Aber was genau ist eine integrierte Gesamtschule? Was macht sie aus?

 

Aktuelle Zahlen

Aus der Broschüre „Schulen auf einen Blick 2018“ des Statistischen Bundesamts (Destatis) geht hervor, dass sich der Anteil der integrierten Gesamtschulen in den letzten 10 Jahren annähernd verdreifacht hat. Auch der Anteil der Schüler*innen an integrierten Gesamtschulen ist erkennbar angestiegen. 2006/2007 waren es noch 8,7 Prozent. 2016/2017 besuchen 18,3 Prozent der Schüler*innen eine integrierte Gesamtschule. Dieser Anstieg konnte nach Angaben des Statistischen Bundesamts in allen Bundesländern, außer Bayern und Brandenburg festgestellt werden. Besonders angestiegen sei der Anteil in Bremen und Schleswig-Holstein mit jeweils 51 Prozent, wie auch im Saarland mit 43 Prozent. Als Grund wird die Umstrukturierung der Haupt- und Realschulen in integrierte Gesamtschulen oder Schulen mit mehreren Bildungsgängen genannt. Aber auch die Wechsel auf integrierte Gesamtschulen nahmen den Angaben der Broschüre nach zu. Insgesamt wechselten 2016/2017 15,6 Prozent der Schüler*innen von der Grundschule in die 5. Klasse einer integrierten Gesamtschule. Die Spitzenwerte erzielten Bremen mit 72, 4 Prozent der Grundschüler, die in die 5. Klasse einer integrierten Gesamtschule wechseln, Schleswig-Holstein mit 57,1 Prozent, das Saarland mit 54,6 Prozent und Hamburg mit 42,4 Prozent. Aber was macht die integrierte Gesamtschule so beliebt?

 

Integrierte Gesamtschule – Was ist das?

In einer integrierten Gesamtschule werden alle Schüler*innen gemeinsam unterrichtet. Dabei ist egal, ob sie einen Hauptschul- oder Realschulabschluss machen wollen oder das Abitur. Ziel ist es, dass die Kinder gemeinsam lernen und sich so die Gesellschaftsgruppen nicht schon in der Schule verfestigen und fremd werden. Nach der 9. Klasse wird hier der Hauptschulabschluss erworben. Danach gibt es das erste mal eine Versetzung. Wer entsprechende Leistungen hat, wird in die 10. Klasse versetzt. Am Ende der 10. Klasse wird der Realschulabschluss erworben. Möchte man das Abitur machen und hat entsprechende Leistungen, wird nach der 10. Klasse die gymnasiale Oberstufe besucht. Bietet die integrierte Gesamtschule diese nicht an, ist ein Wechsel auf ein Gymnasium oder eine andere Gesamtschule mit Oberstufe nötig.

Ab der 7. Klasse werden die Kinder entsprechend ihres Leistungsvermögens in Erweiterungs- und Grundkurse bzw. Förderungskurse eingeteilt. Die Entscheidung wird mit Einverständnis der Eltern gefällt. Dies passiert zunächst in Mathematik und Englisch. Ab der 8. Klasse werden dann Deutsch und Französisch auf den zwei Niveaus unterrichtet und ab der 9. Klasse dann Physik und Chemie. Welche Kurse besucht wurden steht auf dem Zeugnis. Statt bei schlechten Leistungen zu widerholen, wird auf einen leichteren Kurs umgestellt. Vor allem ab der 10. Klasse gibt es dann noch sogenannte Ergänzungsstunden. Diese sollen den Übergang in die gymnasiale Oberstufe erleichtern.

 

 

Integrierte Gesamtschule – Vor- und Nachteile

Das Konzept der integrierten Gesamtschule ist nicht unumstritten. Es bietet sowohl Vor-, als auch Nachteile. Ziel der integrierten Gesamtschule ist es, dass durch das gemeinsam unterrichtet werden die Sozialkompetenzen ausgebaut werden. Die leistungsstarken Schüler*innen können und sollen den leistungsschwächeren helfen, wodurch das Gesamtniveau verbessert werden soll und auch der Klassenzusammenhalt gestärkt werden soll. So kann auch der Zusammenhalt der sozialen Gruppen gestärkt werden, denn häufig haben die Kinder ganz unterschiedliche familiäre Hintergründe. So haben Kinder aus sozialschwachen Familien eventuell auch bessere Aufstiegschancen.

Als Nachteil wird von Gegnern dieser Schulform häufig angeführt, dass einige Kinder über- und andere unterfordert sein würden durch das gemeinsame Lernen. Das Konzept würde demnach weder den Leistungsstarken noch den Leistungsschwachen etwas bringen, sondern den gegenteiligen Effekt habe. Häufig wird auch angeführt, dass Bundesländer mit einem dreigliedrigen Schulsystem in den PISA-Studien besser abgeschnitten haben, als die Bundesländer, die auf ein Gesamtschulsystem setzen. Ob diese Ergebnisse aber wirklich daraus resultieren, ist nicht klar.

Ob die integrierte Gesamtschule für einen in Frage kommt oder nicht, muss abschließend jeder selber abwägen. Weder die Befürworter, noch die Kritiker haben sich bisher durchgesetzt. Beobachtet man aber die aktuellen Trends, scheint die integrierte Gesamtschule beliebter denn je zu sein.

 

Hier finden Sie die Broschüre vom Statistischen Bundesamt (Destatis):

Schulen auf einen Blick 2018

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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