Lehramt studieren: Lehramtsstudium, Schulformen & Fächerwahl im Überblick

Du spielst mit dem Gedanken, Lehrerin oder Lehrer zu werden und fragst dich, welche Schulform, Fächerkombination und Studienstruktur zu dir passt? Hier erhältst du eine strukturierte Orientierung im Studienfeld Lehramt.

Diese Seite ergänzt den Überblick über Studiengänge & Studienfelder sowie Inhalte zur Studienwahl, zur Hochschulwahl, zum dualen Studium, zu Studium ohne NC und zu typischen Fehlern bei der Studienwahl. Wenn du noch sehr grundsätzlich suchst, helfen „Was soll ich studieren?“ und der kostenlose Studienwahltest.

Warum Lehramt studieren – und was das wirklich bedeutet

Lehrerin oder Lehrer zu werden, heißt mehr, als „gut erklären können“ oder „Kinder zu mögen“. Ein Lehramtsstudium verbindet Fachwissenschaft, Pädagogik, Didaktik und Praxisphasen – und bereitet dich auf einen Beruf vor, in dem du täglich mit jungen Menschen, Kollegien, Eltern und einem sich wandelnden Schulsystem zu tun hast.

Viele starten ins Lehramt, weil sie „noch nichts anderes gefunden haben“ oder weil sie ein Schulfach mochten. Spätestens im Referendariat zeigt sich dann, ob dieser Beruf wirklich zur eigenen Persönlichkeit, Belastbarkeit und zu den eigenen Werten passt. Diese Seite soll dir helfen, das Feld Lehramt realistisch und differenziert zu betrachten – bevor du dich entscheidest.

Wenn du noch sehr unsicher bist, ob Schule wirklich dein langfristiges Arbeitsumfeld ist, lohnt es sich, auch Alternativen wie Soziales & Pädagogik, Naturwissenschaften, Medien & Kommunikation oder Gesundheit & Medizin mitzudenken.

Schulformen im Lehramt: Grundschule, Sekundarstufe, Gymnasium, Berufskolleg, Sonderpädagogik

Lehramtsstudiengänge werden in der Regel nach Schulformen bzw. Bildungsgängen unterschieden. Je nach Bundesland heißen sie etwas anders, die Grundlogik ist ähnlich:

  • Grundschule: Arbeit mit Kindern in den Klassen 1–4; breiter Fächerkanon, Schwerpunkt auf grundlegende Kompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, soziales Lernen).
  • Sekundarstufe I / Haupt-, Real-, Gesamtschule: Arbeit mit Jugendlichen, häufig auch mit heterogenen Lernvoraussetzungen, Fokus auf Allgemeinbildung und Übergänge in Ausbildung.
  • Gymnasium / Sekundarstufe II: stärker fachwissenschaftlich ausgerichtet, Vorbereitung auf das Abitur, vertiefte Inhalte.
  • Berufskolleg/berufliche Schulen: Kombination aus beruflichen Schwerpunkten und allgemeinbildenden Fächern, z. B. Wirtschaft, Technik, Gestaltung.
  • Sonderpädagogik / Lehramt für Förderpädagogik: Schwerpunkt auf Schüler:innen mit besonderem Förderbedarf (z. B. Lernen, Sprache, Verhalten, körperliche oder geistige Entwicklung).

Welche Schulform zu dir passt, hängt unter anderem davon ab, ob du lieber mit jüngeren Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen arbeitest – und ob du dich stärker als Fachperson oder als allgemeine Bezugsperson für Lern- und Entwicklungsprozesse siehst. Diese Fragen sind ein typisches Thema für eine Studienberatung.

Fächerwahl im Lehramt: Kombinationen und Schnittstellen zu anderen Studienfeldern

In den meisten Lehramtsstudiengängen wählst du ein oder zwei Unterrichtsfächer (je nach Schulform zusätzlich Lernbereiche). Deine Fächerwahl bestimmt nicht nur dein Studium, sondern auch deine langfristigen Einsatzmöglichkeiten.

Typische Kombinationen reichen von Deutsch/Englisch über Mathe/Physik bis hin zu Biologie/Chemie oder Geschichte/Sozialwissenschaften. Dabei entstehen Schnittstellen zu anderen Studienfeldern:

  • MINT-Fächer: Verbindung zu Naturwissenschaften und Technik & Informatik.
  • Sprachen & Gesellschaft: Anknüpfung an geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer.
  • Sport, Kunst, Musik: Nähe zu Sport, künstlerischen Studiengängen und Eignungsprüfungen.

Es kann sinnvoll sein, bei der Fächerwahl neben Interesse und Stärken auch die Bedarfslage zu beachten – etwa in MINT-Fächern oder bestimmten Förderschwerpunkten. Eine ausgewogene Entscheidung zwischen Herzensfach und „Arbeitsmarktbrille“ ist hier wichtig. Mehr dazu findest du in den Tipps zur Studienwahl und in der Studienberatung.

Studienaufbau im Lehramt: Fachwissenschaft, Didaktik, Pädagogik & Praxis

Ein Lehramtsstudium besteht nicht nur aus deinen Fächern, sondern typischerweise aus vier Bausteinen:

  • Fachwissenschaft: vertiefte Inhalte deiner Unterrichtsfächer (z. B. Literaturwissenschaft, Analysis, Mechanik).
  • Fachdidaktik: wie du Inhalte für Schülerinnen und Schüler aufbereitest, Methoden und Medien sinnvoll einsetzt.
  • Bildungswissenschaften: Pädagogik, Psychologie, Schulrecht, Diagnostik.
  • Praxisphasen: Schulpraktika, Praxissemester, Unterrichtsversuche – später Referendariat.

Je nach Bundesland, Hochschule und Schulform sieht der genaue Zuschnitt unterschiedlich aus. Ein Blick in Modulhandbücher und Erfahrungsberichte lohnt sich – zusätzlich zur Reflexion deiner Eignung und Motivation, etwa mithilfe von „Was soll ich studieren?“, dem Studienwahltest und einer Studienberatung.

NC, Eignungsprüfungen & Zugang zum Lehramtsstudium

Viele Lehramtsstudiengänge sind zulassungsbeschränkt (NC), insbesondere in beliebten Fächern und an gefragten Standorten. Zusätzlich gibt es in bestimmten Fächern Eignungsprüfungen (z. B. Kunst, Musik, Sport).

Typische Einflussfaktoren:

  • dein Abischnitt und ggf. Wartesemester
  • die gewählten Fächer (Mangel- vs. Überschussfächer)
  • Schulform und Bundesland
  • besondere Verfahren (z. B. Eignungstests, Aufnahmeprüfungen)

Wenn du nicht sicher bist, ob dein Schnitt für deine Wunschkombination reicht, lohnt ein Blick auf Alternativen und einen Plan B – z. B. andere Standorte, Schulformen, verwandte Studiengänge in Soziales & Pädagogik oder Strategien rund um Studium ohne NC. Eine individuelle Einschätzung und Bewerbungsstrategie kannst du in der Studienberatung entwickeln.

Berufsperspektiven im Lehramt: Chancen & Realität

Auf die Frage „Brauchen wir Lehrkräfte?“ lautet die Antwort meist: Ja – aber nicht überall gleich. In manchen Fächern und Schulformen besteht Lehrermangel, in anderen herrscht stärkerer Wettbewerb um Stellen.

Wichtige Faktoren für deine Perspektiven:

  • Fächerkombination (insbesondere MINT, Sonderpädagogik, bestimmte Fremdsprachen)
  • Schulform und Region (Stadt vs. ländlicher Raum)
  • deine Bereitschaft zur Mobilität
  • deine persönliche Belastbarkeit im Schulalltag

Viele Lehramtsabsolvent:innen finden langfristig einen Platz im Schulsystem, andere wechseln später in Bildungsarbeit, Weiterbildung, Schulverwaltung, Verlage oder andere pädagogische Kontexten. Wenn du dir unsicher bist, ob du langfristig an Schulen arbeiten möchtest – oder wenn du nach einem Studienabbruch neu starten willst – ist eine Studienberatung besonders sinnvoll.

Häufige Fehler bei der Entscheidung für oder gegen ein Lehramtsstudium

In der Studienberatung tauchen im Zusammenhang mit Lehramt immer wieder ähnliche Muster auf:

  • „Ich weiß nicht, was ich sonst studieren soll, also mache ich Lehramt“ – ohne echte Berufsvorstellung.
  • Lehramt als „sichere Bank“, ohne sich mit Belastungen, Verantwortung und Systemfragen auseinanderzusetzen.
  • Verwechslung von „Schule aus Schülersicht“ mit dem Berufsalltag von Lehrkräften.
  • Unterschätzung pädagogischer und psychologischer Anforderungen, insbesondere in herausfordernden Schulformen.

Mehr zu typischen Denkfallen findest du auf Fehler bei der Studienwahl. Wenn du bereits einen Studienabbruch hinter dir hast und über einen Wechsel ins Lehramt nachdenkst, ist es besonders wichtig, diese Punkte bewusst zu reflektieren – am besten mit Unterstützung in der Studienberatung.

Wie du herausfindest, ob Lehramt wirklich zu dir passt

Eine systematische Vorgehensweise kann dir helfen, aus einem vagen „Vielleicht Lehramt“ eine fundierte Entscheidung zu machen:

  1. Selbstklärung: Mit dem Studienwahltest und „Was soll ich studieren?“ prüfen, ob deine Stärken, Werte und Ziele mit dem Lehrerberuf zusammenpassen.
  2. Studienfelder vergleichen: Lehramt im Kontext anderer Felder wie Soziales & Pädagogik, Naturwissenschaften oder Medien & Kommunikation betrachten.
  3. Studienform & Standort wählen: Mit Hochschulwahl und Hochschullandschaft in Deutschland klären, welche Hochschulen und Bundesländer zu dir passen.

Wenn du danach weiterhin unsicher bist oder zwischen mehreren Schulformen, Fächerkombinationen oder Alternativen schwankst, kann eine persönliche Studienberatung helfen, Klarheit zu gewinnen. Weitere generelle Antworten rund um die Studienentscheidung findest du im Studienwahl FAQ.

FAQ: Häufige Fragen zum Lehramtsstudium

Im Folgenden beantworten wir typische Fragen rund um Lehramtsstudiengänge. Weitere allgemeine Fragen zur Studienwahl findest du im Studienwahl FAQ.

Welcher Lehramtsstudiengang passt zu mir: Grundschule, Sekundarstufe, Gymnasium oder Berufskolleg?

Wenn du gerne mit jüngeren Kindern arbeitest, Geduld bei grundlegenden Lernprozessen hast und viele Fächer unterrichten möchtest, ist Grundschullehramt oft passend. Wenn du lieber mit Jugendlichen arbeitest und Fachinhalte vertieft vermitteln möchtest, kommt Lehramt für Sekundarstufe oder Gymnasium in Frage. Berufskolleg kann spannend sein, wenn dich berufliche Schwerpunkte (z. B. Wirtschaft, Technik) interessieren.

Eine gute Entscheidung entsteht meist durch eine Kombination aus Praxiserfahrungen (z. B. Schulpraktika, Nachhilfe), Selbstreflexion mit dem Studienwahltest und einer Studienberatung, in der dein Profil gezielt mit den Schulformen abgeglichen wird.

Was ist der Unterschied zwischen Lehramt und einem fachwissenschaftlichen Studium mit späterem Quereinstieg?

Ein Lehramtsstudium führt strukturiert über Studium und Referendariat in den Schuldienst und enthält neben Fachwissenschaft immer auch Didaktik, Pädagogik und Schulpraxis. Ein fachwissenschaftliches Studium fokussiert auf das Fach selbst und eröffnet andere Berufsfelder; ein späterer Quereinstieg ist nicht überall möglich und oft mit Unsicherheiten verbunden.

Wenn Schule dein klares Ziel ist, bist du mit Lehramt meist besser aufgestellt. Wenn du noch viele Alternativen offenhalten möchtest, kann ein fachwissenschaftliches Studium sinnvoll sein – sollte aber im Rahmen einer Studienberatung gut durchdacht werden.

Wie stark beeinflussen NC und Fächerkombination meine Chancen im Lehramtsstudium?

In beliebten Fächern und Schulformen können NC-Grenzen hoch sein, während Mangelfächer und bestimmte Schulformen leichter zugänglich sind. Deine Fächerkombination beeinflusst daher sowohl den Zugang zum Studium als auch deine späteren Berufschancen.

Es lohnt sich, mehrere Optionen und Standorte zu prüfen und Strategien rund um Studium ohne NC mitzudenken. Eine individuelle Einschätzung und Planung lässt sich am besten in der Studienberatung erarbeiten.

Ist ein Lehramtsstudium sinnvoll, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich Lehrerin oder Lehrer werden will?

Ein gewisses Maß an Unsicherheit ist normal – niemand kann den Berufsalltag vollständig vorhersehen. Wenn du aber hauptsächlich Lehramt wählst, weil du „nichts Besseres weißt“, ist Vorsicht geboten.

In diesem Fall ist es sinnvoll, Alternativen wie Soziales & Pädagogik oder fachwissenschaftliche Studiengänge mitzudenken und deine Motivation mithilfe des Studienwahltests, der Tipps zur Studienwahl und einer Studienberatung genauer zu beleuchten.

Wie sind die Berufschancen im Lehramt – gibt es wirklich Lehrermangel?

In vielen Regionen und Fächern – insbesondere in MINT, Sonderpädagogik und bestimmten beruflichen Fachrichtungen – ist der Bedarf an Lehrkräften hoch. In anderen Kombinationen kann der Markt deutlich angespannter sein.

Statt sich auf Schlagzeilen zu verlassen, solltest du Informationen zu deinen Wunschfächern und Regionen recherchieren und in einer Studienberatung besprechen. Dort lassen sich auch Alternativen in verwandten Feldern wie Soziales & Pädagogik oder Medien & Kommunikation einbeziehen.

Gibt es duale oder alternative Wege ins Lehramt?

Klassische duale Studiengänge sind im Lehramt noch selten. Alternative Wege wie Seiteneinstieg oder berufsbegleitende Programme sind stark von Bundesland, Fach und Bedarf abhängig und bringen oft zusätzliche Belastungen und Unsicherheiten mit sich.

Wenn du über diese Wege nachdenkst, solltest du dich sehr genau informieren und deine Optionen im Rahmen einer Studienberatung prüfen, statt dich auf unvollständige Informationen aus dem Umfeld zu verlassen.

Wann ist eine Studienberatung bei der Wahl eines Lehramtsstudiums besonders sinnvoll?

Eine Studienberatung ist besonders hilfreich, wenn du zwischen mehreren Schulformen oder Fächerkombinationen schwankst, wenn du unsicher bist, ob du die Anforderungen im Studium und später im Referendariat tragen kannst, oder wenn du nach einem Studienabbruch neu in Richtung Lehramt starten willst.

In der Beratung werden deine Stärken, Interessen, Belastungsgrenzen und beruflichen Ziele strukturiert mit möglichen Studienwegen abgeglichen – so triffst du eine bewusste Entscheidung für oder gegen Lehramt, statt dich „hineinzurutschen“.

Fazit: Lehramt bewusst wählen – nicht nur aus Gewohnheit Schule

Lehrerin oder Lehrer zu werden, ist ein wichtiger, sinnvoller und anspruchsvoller Beruf. Ein Lehramtsstudium passt dann gut zu dir, wenn du Freude an deinem Fach, an pädagogischer Arbeit und an langfristiger Beziehungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen hast – und bereit bist, dich auf die Realität des Schulsystems einzulassen.

Nutze diese Unterseite, den Überblick über Studiengänge & Studienfelder, die Tipps zur Studienwahl, das Studienwahl FAQ und – wenn du dir fundierte Unterstützung wünschst – die Studienberatung des PROFILing Instituts. So wird aus der Idee „Vielleicht Lehramt“ eine Studienentscheidung, die langfristig wirklich zu dir passt.

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