Top 10 Ausbildungsberufe Frauen 2025 | Profiling Institut

Aktualisiert: April 2026  ·  Quelle: BIBB Tabelle 68, Stichtag 30.09.2025  ·  Alle Rankings  ·  ▶ Zur Berufsberatung

Top 10 Ausbildungsberufe Frauen 2025

Welche Ausbildungsberufe wählen junge Frauen am häufigsten – und welche Zukunft bieten sie wirklich?

475.950 neue Ausbildungs­verträge 2025 gesamt (–2,1 %, BIBB)
36,5 % Anteil weiblicher Auszubildender an allen Neuverträgen 2025
17.800 Neuverträge beim Spitzenreiter Kauffrau im Einzelhandel
Top 3 Berufe liegen alle im Gesundheits- oder Handelsbereich
Übersicht aller Ausbildungsberufe: Auf unserer Hub-Seite Ausbildungsberufe finden Sie eine filterbare Übersicht nach Berufsfeld, RIASEC-Typ und Geschlechter-Top-Listen.
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Jedes Jahr veröffentlicht das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Rangliste der am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe – aufgeschlüsselt nach Geschlecht. 2025 wurden insgesamt 475.950 neue Ausbildungsverträge erfasst (–2,1 % ggü. Vorjahr); davon entfielen 36,5 % auf weibliche Auszubildende. Die Rangliste der Frauen zeigt dabei ein vertrautes Bild: Gesundheits-, Handels- und Büroberufe dominieren seit Jahren – und die berufliche Segregation nach Geschlecht bleibt trotz leichter Öffnungstendenzen eines der strukturellen Merkmale des deutschen Ausbildungsmarkts.

Unser Ranking zeigt, wo junge Frauen ausbilden, was die Berufe bieten – und welche Trends 2025 auffallen.

Datenbasis: BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Stichtag 30.09.2025 (Tabelle 68 – Frauen). Erfasst werden duale Ausbildungsberufe nach BBiG/HwO. Plätze 1–3 mit exakten Vertragszahlen aus der BIBB-Pressemitteilung (Feb. 2026); Plätze 4–10 auf Basis bestätigter Rangpositionen aus Tabelle 68. Vergütungsangaben: Durchschnittswerte gemäß BIBB-Vergütungserhebung 2025; variieren je Betrieb, Region und Ausbildungsjahr. Vollständige Tabelle: bibb.de/de/211126.php

Top 10 Ausbildungsberufe bei Frauen 2025

Datenbasis: BIBB Tabelle 68 (Frauen), Stichtag 30.09.2025 · Duale Ausbildungsberufe nach BBiG/HwO · Vergütungen: BIBB-Vergütungserhebung 2025

1
Kauffrau im Einzelhandel
Seit Jahren die Nummer 1 unter den Ausbildungsberufen junger Frauen. Kaufleute im Einzelhandel beraten Kunden, pflegen die Warenpräsentation, steuern Warenwirtschaft und übernehmen Kassenverantwortung. Der Beruf wandelt sich durch den E-Commerce fundamental: Multichannel-Kompetenz, digitale Beratungstools und datenbasierte Sortimentssteuerung sind heute Teil des Berufsbildes. Nach der Ausbildung stehen Wege in Richtung Filialleiterin, Einkauf oder Handelsfachwirtin offen. Aufstieg zum Handelsfachwirt (IHK) oder Bachelorstudium möglich.
Handel / Kaufmännisch 📅 3 Jahre ⇧ ~650–820 €/Monat ✓ 17.800 Neuverträge
2
Medizinische Fachangestellte ★ Stabiler Wachstumskurs
Medizinische Fachangestellte (MFA) sind das organisatorische Rückgrat von Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren: Terminverwaltung, Patientenbetreuung, Blutabnahmen, EKG, Praxisorganisation und Abrechnung. Durch den demografischen Wandel, den Ärztemangel im ländlichen Raum und die zunehmende Verlagerung von Behandlungen in ambulante Settings ist die Nachfrage nach MFA strukturell hoch. Gleichzeitig verzeichnet der Beruf den stärksten Zuwachs bei Männern aller Gesundheitsberufe – ein Zeichen zunehmender Öffnung.
Gesundheit / Medizin 📅 3 Jahre ⇧ ~700–870 €/Monat ✓ 15.600 Neuverträge Fachkräftemangel
3
Kauffrau für Büromanagement
Eine der vielseitigsten Ausbildungen überhaupt: Kaufleute für Büromanagement organisieren Büroabläufe, koordinieren Termine, bearbeiten Korrespondenz, unterstützen die Personalverwaltung und übernehmen kaufmännische Aufgaben in nahezu allen Branchen. Die Ausbildung öffnet Türen zu Unternehmen jeder Größenordnung – von der Kanzlei über die Behörde bis zum Konzern. Als einer der wenigen Berufe in beiden Top-10-Listen (Männer und Frauen) steht das Büromanagement für geschlechtsneutrale Karrierechancen.
Kaufmännisch / Verwaltung 📅 3 Jahre ⇧ ~700–860 €/Monat ✓ 14.900 Neuverträge
4
Zahnmedizinische Fachangestellte ↑ +1 Platz
ZFA assistieren beim Zahn- und Kieferbehandlungen, sterilisieren Instrumente, führen Röntgenaufnahmen durch und übernehmen Praxisorganisation und Abrechnung nach BEMA/GOZ. Die Ausbildung führt in ein krisensicheres Berufsfeld: Zahnarztpraxen sind flächendeckend und konjunkturunabhängig. Durch alternde Bevölkerung wächst die Zahl der Behandlungsfälle langfristig. Weiterbildung zur Dentalhygienikerin oder Praxismanagerin möglich.
Gesundheit / Zahnarzt 📅 3 Jahre ⇧ ~680–850 €/Monat ✓ ca. 11.200 Neuverträge Krisensicher
5
Verkäuferin
Die zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin ermöglicht einen schnellen Berufseinstieg mit direktem Kundenkontakt. Schwerpunkte: Warenpräsentation, Kundenberatung, Kassenführung und Warenlogistik. Wer nach dem Abschluss weitermachen möchte, kann die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel verkürzt absolvieren. Attraktiv für alle, die schnell eigenes Geld verdienen und dabei kommunikative Stärken einsetzen wollen.
Handel 📅 2 Jahre ⇧ ~620–760 €/Monat ✓ ca. 9.800 Neuverträge
6
Friseurin ⚠ Unter Druck
Frisurenberatung, Haarschnitte, Färbetechniken, Kosmetikbehandlungen und Haarpflege stehen im Mittelpunkt. Friseurinnen arbeiten im direkten Kundenkontakt mit hohem Kreativanteil. Der Beruf hat jedoch strukturelle Schwächen: Die Ausbildungsvergütung gehört zu den niedrigsten aller Berufe (ca. 550–700 €/Monat), was zunehmend zu Nachwuchsmangel führt. Wer den Meisterbrief anstrebt, eröffnet sich den Weg in die Selbstständigkeit. Tariflohnerhöhungen der letzten Jahre haben die Situation leicht verbessert.
Handwerk / Körperpflege 📅 3 Jahre ⇧ ~550–700 €/Monat ✓ ca. 8.200 Neuverträge
7
Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement ↑ +2 Plätze
Aufsteigerin im Ranking: Kaufleute im Groß- und Außenhandel beschaffen, lagern und vertreiben Waren im B2B-Bereich – national und international. Schwerpunkte: Einkauf, Logistik, Auftragsabwicklung und internationale Geschäftskommunikation. Besonders für alle interessant, die Handel mit internationaler Perspektive verbinden möchten. Exportorientierung der deutschen Wirtschaft macht diesen Beruf langfristig stabil; englische Sprachkenntnisse sind Pflicht und Chance zugleich.
Handel / International 📅 3 Jahre ⇧ ~750–900 €/Monat ✓ ca. 6.400 Neuverträge
8
Hotelfachfrau
Hotelfachfrauen koordinieren alle Bereiche des Hotelbetriebs: Empfang, Reservierung, Housekeeping, Veranstaltungsorganisation und Gästebetreuung. Der Beruf bietet hohe internationale Mobilität – Qualifikationen sind weltweit anerkannt. Nach der Pandemie hat sich der Tourismusmarkt stabilisiert; Personalmangel sorgt für verbesserte Einstiegsgehälter und Aufstiegschancen. Wer Fremdsprachen spricht und Freude am Gastgebersein hat, findet hier ein breites Karrierespektrum.
Tourismus / Hotellerie 📅 3 Jahre ⇧ ~650–800 €/Monat ✓ ca. 5.400 Neuverträge
9
Sozialassistentin ★ Stark wachsend
Sozialassistentinnen unterstützen sozialpädagogische Fachkräfte in Kitas, Schulen, Behinderteneinrichtungen und Altenpflege. Der Beruf ist eine wichtige Sprungbrettstelle in die Soziale Arbeit: Viele Sozialassistentinnen steigen anschließend in die Ausbildung zur Erzieherin um. Durch den massiven Ausbau der Kita-Kapazitäten und die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung wächst die Nachfrage stark. Fachkräftemangel sichert langfristig ausgezeichnete Jobaussichten.
Soziales / Pädagogik 📅 2 Jahre (schulisch) ⇧ ~600–750 €/Monat ✓ ca. 5.100 Neuverträge Fachkräftemangel
10
Industriekauffrau ↓ –1 Platz
Industriekaufleute sind in der gesamten Wertschöpfungskette von Industrieunternehmen tätig: Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Personalwirtschaft, Controlling und Finanzierung. Die Ausbildung gehört zu den bestbezahlten kaufmännischen Berufen und bietet nach dem Abschluss sehr gute Einstiegspositionen. Wer später studieren möchte: Viele Industriekaufleute nutzen die Ausbildung als Sprungbrett in ein BWL- oder Wirtschaftsingenieurstudium.
Industrie / Kaufmännisch 📅 3 Jahre ⇧ ~800–980 €/Monat ✓ ca. 4.800 Neuverträge

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Anzahl der Neuabschlüsse – Frauen (Tabelle 68), Stichtag 30.09.2025. Plätze 1–3 mit exakten Vertragszahlen aus der BIBB-Pressemitteilung (Feb. 2026); Plätze 4–10 auf Basis bestätigter Rangpositionen. Vergütungen: BIBB-Vergütungserhebung 2025. Vollständige Tabelle: bibb.de/de/211126.php

Entscheidungshilfe: Beliebt ≠ passend

Die Beliebtheit eines Ausbildungsberufs sagt nichts darüber aus, ob er zu dir persönlich passt. Gerade für junge Frauen lohnt es sich, die eigene Berufswahl kritisch zu hinterfragen – jenseits von gesellschaftlichen Erwartungen und vermeintlich „typischen" Frauenberufen. Bevor du dich für einen der Top-10-Berufe entscheidest, lohnt es sich, diese Fragen zu klären:

  • Menschen oder Zahlen? MFA, ZFA, Sozialassistentin und Hotelfachfrau erfordern hohe Empathie und Kommunikationsstärke. Industriekauffrau, Kauffrau für Büromanagement und Groß- und Außenhandel erfordern mehr analytisches und strukturiertes Denken.
  • Warum nicht Technik? Nur 5 % der Fachinformatiker und 10 % der Elektronikerinnen sind weiblich – obwohl beide Berufe deutlich höhere Ausbildungsvergütungen und Einstiegsgehälter bieten. Wer technisches Interesse hat, sollte diese Option aktiv prüfen.
  • Gehalt heute oder Karriere morgen? Industriekauffrau und Kauffrau für Groß- und Außenhandel bieten die höchsten Ausbildungsvergütungen. Im Gesundheitsbereich (MFA, ZFA) sind Vergütungen moderat, Jobsicherheit aber außergewöhnlich hoch.
  • Selbstständigkeit oder Angestelltenverhältnis? Friseurin und MFA eröffnen die Option auf eigene Praxis oder Salon. Kaufmännische Berufe führen eher in Unternehmenskarrieren. Die Sozialassistentin ist Sprungbrett in soziale Berufe oder Studium Soziale Arbeit.
  • Regional oder mobil? Hotelfachfrau, Kauffrau für Außenhandel und Industriekauffrau eröffnen internationale Karrierewege. Arztpraxis-Berufe (MFA, ZFA) sind flächendeckend verfügbar – auch in strukturschwachen Regionen.

Unser kostenloser Berufswahltest für Erwachsene gibt eine erste Orientierung auf Basis wissenschaftlicher RIASEC-Interessentypen (Holland-Code).

Fazit: Gesundheit und Handel dominieren – die Öffnung in Technik beginnt

Die Top 10 der Ausbildungsberufe bei Frauen 2025 zeigt ein stabiles Bild: Gesundheits- und Handelsberufe führen die Rangliste an, kaufmännische Berufe sind breit vertreten. Gleichzeitig beginnt die Öffnung: Fachinformatikerin, Elektronikerin und andere technische Berufe gewinnen unter jungen Frauen deutlich an Attraktivität. Der stärkste Indikator dafür ist die Fachinformatikerin mit +18 Rangplätzen im Jahresvergleich. Entscheidend ist nicht, welcher Beruf gerade beliebt ist – sondern welcher zu den eigenen Stärken, Interessen und Lebensplänen passt.

Jan Bohlken, Profiling Institut
Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom · Geschäftsführer Profiling Institut · DIN 33430 · Mitglied: nfb, DGfK, dvb
Jan Bohlken ist Gründer und Geschäftsführer des Profiling Instituts mit über 25 Jahren Erfahrung in der Berufs- und Studienberatung sowie im Executive Search. Das Institut ist nach DIN 33430 zertifiziert und betreibt sieben Standorte in Deutschland. Alle Rankings auf dieser Seite basieren auf amtlichen Statistiken des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und werden zeitnah nach Veröffentlichung der Quelldaten aktualisiert.

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr · Quelle: BIBB, Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2025; BIBB-Vergütungserhebung 2025; BIBB Tabelle 68 (Frauen), Stichtag 30.09.2025.