Fachkräftemangel 2024: Die Berufe mit den größten Lücken

Der Fachkräftemangel bleibt auch 2024 eines der zentralen Herausforderungen für Deutschland. Besonders betroffen: Gesundheits- und Sozialberufe, Elektro- und Handwerksberufe sowie spezialisierte technische Tätigkeiten. Unsere Analyse zeigt, wo die größten Engpässe bestehen, warum die Lücken trotz schwächerer Konjunktur weiter wachsen und welche Maßnahmen jetzt wirklich helfen.

Fachkräftemangel 2024: In diesen Berufen ist die Lücke am größten

Aktualisiert: · Basis: IW-Pressemitteilung & Kurzbericht vom 17.10.2024

Trotz schwacher Konjunktur bleibt der Fachkräftemangel hoch. Besonders betroffen sind Gesundheits- und Sozialberufe sowie Elektro- und Handwerksberufe. Unsere Zusammenfassung bündelt die wichtigsten Fakten, ordnet Zahlen ein und zeigt, welche Maßnahmen jetzt wirken.

Kernaussage: Bundesweit fehlen rechnerisch über 530.000 qualifizierte Arbeitskräfte; zwischen Juli 2023 und Juni 2024 blieben 4 von 10 offenen Stellen unbesetzt.

Top-Engpassfelder 2024 (Auswahl)

#1

Kinderbetreuung & Erziehung

Größte Lücke: zuletzt blieben über 21.000 Stellen unbesetzt; fehlende Plätze U3 verschärfen das Problem.

Folgen: reduzierte Erwerbstätigkeit von Eltern; Bedarf an Ausbildung & Fachkräftezuwanderung.

#2

Sozialarbeit & Sozialpädagogik

Über 18.000 fehlende Fachkräfte; rund 74 % der Stellen rechnerisch nicht besetzbar.

Einsatzfelder: Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Übergänge in Ausbildung & Arbeit.

#3–5

Pflege & Therapie (Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Physiotherapie)

Sehr angespannt; bei Physiotherapie zuletzt rund 86 % unbesetzbare Stellen.

Demografie treibt Bedarf langfristig nach oben.

#6

Bauelektrik

Mehr als 18.000 fehlende Fachkräfte mit Berufsausbildung; Verzögerungen bei Bauprojekten.

Energiewende & Wohnungsbau sorgen für anhaltenden Bedarf.

#7

Elektrische Betriebstechnik

Knapp 14.000 Fachkräfte fehlen; hoher Praxis- und Automatisierungsbezug.

Relevanz für Industrie 4.0 & Instandhaltung.

#8

Maschinenbau- & Betriebstechnik

Über 12.500 fehlende Fachkräfte, trotz abgekühlter Auftragslage.

Schnittstelle zu Produktion, Qualität & Instandhaltung.

#9

Verkauf

Breite Engpässe von Filiale bis Fachhandel; Alltagswirkung spürbar.

Verfügbarkeit bestimmt Service- und Öffnungszeiten.

#10

Kraftfahrzeugtechnik

Wartezeiten bei Inspektion & Reparatur steigen; E-Mobilität erhöht Qualifikationsdruck.

Bedarf an Weiterbildung (Hochvolttechnik) & Nachwuchs.

Warum die Lücke groß bleibt

  • Konjunktur dämpft – Mangel bleibt: Offene Stellen gingen bis Mitte 2024 leicht zurück, Arbeitslosigkeit stieg – dennoch bleibt der Engpass hoch.
  • Strukturelle Treiber: Demografie, Digitalisierung, Energiewende und unzureichende Ausbildungskapazitäten.
  • Matching-Probleme: Qualifikationspassung fehlt; hohe Stellenüberhangsquoten in Sozial- und Pflegeberufen.
Hinweis zur Methodik: Die IW-Fachkräftedatenbank vergleicht bereinigte offene Stellen mit registrierten Arbeitslosen je Beruf (qualifikatorische Passung) und leitet daraus Fachkräftelücken und Stellenüberhangsquoten ab.

Quelle: IW Köln

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