Fachkräftemangel 2026: Statistik & Top-Engpassberufe (KOFA-Daten) | Profiling Institut
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Marktanalyse · Aktualisiert Mai 2026

Fachkräftemangel 2026: Statistik & Top-Engpassberufe nach KOFA-Daten

369.516 Stellen konnten 2025 rechnerisch nicht besetzt werden. Diese Marktanalyse zeigt, wo die Lücke am größten ist, wie sie sich gegenüber 2022–2024 entwickelt hat und welche strukturellen Treiber wirken. Alle Zahlen aus dem aktuellen IW-KOFA-Jahresbericht 2026.

Datenbasis: KOFA Kompakt 3/2026 (Tiedemann / Kunath / Risius, März 2026) · IW-Report Nov 2025 · VDI Ingenieurmonitor Q3 2025

369.516
Unbesetzte Stellen 2025
−24,1 %
Rückgang Lücke ggü. 2024
1 von 3
Offene Stellen unbesetzt
46.000+
Lücke im Gesundheitswesen

Wo der Mangel 2026 wirklich liegt: Daten statt Schlagzeilen

Das IW-Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) hat im März 2026 den Jahresrückblick 2025 veröffentlicht. Die Kernbotschaft ist nuanciert: Die Gesamtlücke ist gesunken – aber nicht wegen struktureller Verbesserungen, sondern wegen konjunktureller Abkühlung. In Pflege, Erziehung und Infrastrukturberufen hat der Mangel sogar zugenommen.

Diese Seite liefert die statistische Lagekarte: Welche Berufsfelder haben die größte Lücke? Wo wächst sie, wo schrumpft sie? Konkrete Detail-Profile der einzelnen Berufe – Tätigkeiten, Gehälter, Anforderungen, RIASEC-Eignung – finden Sie verlinkt im jeweiligen Ranking-Eintrag sowie zentral in unserem Berufsbilder-Cluster.

1
Platz

Gesundheits- & Krankenpflege

Kritisch

Das Gesundheitswesen ist 2024 erstmals als größte Engpassbranche identifiziert worden: Über 46.000 Stellen blieben unbesetzt. Krankenpflege ist der strukturelle Kern – Nachfrage steigt demografisch, Ausbildungsplätze reichen nicht aus.

Engpassintensität 97 / 100
46.000+ unbesetzte Stellen (2024) Steigende Lücke 2025 Treiber: Demografie & Babyboomer-Rente
2
Platz

Altenpflege & Betreuungsberufe

Kritisch

Nachwuchsprobleme und steigende Lebenserwartung verschärfen den Engpass 2025 weiter. Die Lücke in Altenpflegeberufen ist laut KOFA 2026 gegenüber dem Vorjahr gestiegen – einer der wenigen Bereiche, die trotz konjunktureller Abkühlung weiter wachsen.

Engpassintensität93 / 100
+ Steigende Lücke 2025 Treiber: Demografischer Wandel
3
Platz

Kinderbetreuung & Erziehung

Stabil hoch

IW-Prognose: 2026 fehlen rund 22.941 Erzieherinnen und Erzieher bundesweit – trotz eines Zuwachses von 152.000 neuen Fachkräften seit 2021. Der Bedarf wächst schneller als das Angebot. Der Mangel bremst indirekt die Erwerbsbeteiligung von Eltern.

Engpassintensität88 / 100
22.941 fehlende FK (IW-Prognose 2026) Treiber: Kita-Ausbau, steigende Betreuungsquote
4
Platz

Sozialarbeit & Sozialpädagogik

Hoch

Historisch die Berufsgruppe mit der größten absoluten Fachkräftelücke (IW 2022: 20.600 nicht besetzbare Stellen). Die strukturellen Nachfragefelder – Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Suchtberatung – sind weiterhin chronisch unterversorgt.

Engpassintensität85 / 100
Fokus: Jugendhilfe, Schulsozialarbeit Treiber: Gesellschaftlicher Wandel
5
Platz

Physiotherapie & Therapieberufe

Steigende Lücke

Therapieberufe zählen laut KOFA 2026 zu den wenigen Bereichen, in denen der Fachkräftemangel 2025 zugenommen hat. Historisch waren 86 % der Physiotherapie-Stellen Engpassstellen. Die Alterung der Bevölkerung treibt die Nachfrage weiter an.

Engpassintensität86 / 100
86 % Engpassquote (Physiotherapie) Steigende Lücke 2025
6
Platz

Ingenieurberufe (Bau, Maschinenbau, Elektro)

Strukturell hoch

Der VDI Ingenieurmonitor meldete im dritten Quartal 2025 rund 99.470 offene Stellen in Ingenieurberufen. Besonders gefragt: Bauingenieure für Infrastrukturprojekte, Maschinenbauingenieure und Spezialisten für Robotik und Luft- & Raumfahrttechnik.

Engpassintensität82 / 100
~100.000 offene Stellen (VDI Q3 2025) Treiber: Sondervermögen Infrastruktur
7
Platz

Elektro- & Bauelektrik

Energiewende

Die Energiewende und das Sondervermögen Infrastruktur & Klimaneutralität sind starke Treiber für Elektroberufe. KOFA 2026: In Berufen, die für den Ausbau öffentlicher Infrastruktur relevant sind, ist die Fachkräftelücke 2025 weiter gestiegen.

Engpassintensität80 / 100
Steigende Lücke 2025 Treiber: Wärmepumpen, PV, Ladeinfrastruktur
8
Platz

IT & Digitalisierungsberufe

Neu Top 10

IW-Prognose: Bis 2026 fehlen etwa 106.000 qualifizierte Arbeitskräfte in Digitalisierungsberufen (Elektrotechniker, Mechatroniker, Informatiker). KI-Expertise und Cloud-Architekturen sind zusätzliche Nachfragefelder, für die kaum passend ausgebildete Fachkräfte verfügbar sind.

Engpassintensität78 / 100
~106.000 fehlend (IW-Prognose 2026) Treiber: KI, Cloud, Cybersecurity
9
Platz

Straßen-, Tief- & Infrastrukturbau

Neu 2025

Neu in den Top 10: Die Fachkräftelücke für Erdbewegungsmaschinen-Führer stieg 2025 um 38 %, für Straßen- und Asphaltbau sowie Schweiß- und Verbindungstechnik ebenfalls. KOFA 2026 wertet dies als ersten Vorboten des Sondervermögens Infrastruktur.

Engpassintensität72 / 100
+38 % Lücke Erdbewegung 2025 Treiber: Sondervermögen Infrastruktur & Klima
10
Platz

Lehrkräfte & Bildungspersonal

Langfristig kritisch

Die Kultusministerkonferenz (KMK) prognostiziert bis 2035 einen Fehlbedarf von bis zu 68.000 Lehrkräften. Das IW rechnet mit noch höheren Zahlen, wenn Zuwanderungseffekte und MINT-Spezialisierungen einbezogen werden. Besonders kritisch: Grundschulen und Sonderpädagogik.

Engpassintensität68 / 100
68.000 fehlend bis 2035 (KMK) Treiber: Demografie, MINT-Mangel

Trendanalyse: Wo die Lücke wächst – und wo sie sinkt

Zwei gegenläufige Trends prägen 2026: Konjunkturell bedingte Entspannung in der Industrie, strukturell verschärfter Mangel in Pflege, Erziehung und Infrastruktur.

Fachkräftelücke Deutschland gesamt (unbesetzte Stellen, Tsd.)

600 400 200 538 2022 530 2023 487 2024 370 2025 Unbesetzte Stellen (Tsd.) 2025 (vorläufig, KOFA 3/2026)
Berufsgruppe
Trend 2025
Haupttreiber
Perspektive
Gesundheits- & Krankenpflege
↑ Steigend
Demografie
Kritisch bis 2035
Altenpflege
↑ Steigend
Alterung
Sehr kritisch
Kinderbetreuung
→ Stabil hoch
Kita-Ausbau
22.941 FK fehlend
Sozialarbeit
→ Stabil hoch
Gesellschaft
Chronischer Engpass
Ingenieurberufe
→ Konjunkturell
Infrastruktur
~100.000 offen
Elektro / Bauelektrik
↑ Steigend
Energiewende
Strukturell wachsend
IT & Digitalisierung
→ Hoch
KI, Cloud
~106.000 bis 2026
Infrastrukturbau
↑ Neu steigend
Sondervermögen
+38 % (2025)
Verarbeitendes Gewerbe
↓ Sinkend
Konjunktur
Temporäre Entspannung

Warum bleibt der Fachkräftemangel 2026 so akut?

Die sinkende Gesamtlücke verschleiert strukturelle Probleme. Drei Ursachenkomplexe sind für die Persistenz des Mangels verantwortlich.

Demografischer Wandel

Die Babyboomer-Generation tritt in den Ruhestand. Pro Jahr verlassen mehr qualifizierte Kräfte den Arbeitsmarkt als nachrücken. Besonders kritisch: Pflege, Handwerk und Bildung.

Qualifikations-Gap

Digitalisierung und Energiewende verändern Berufsbilder schneller als Ausbildungs- und Weiterbildungssysteme reagieren können. Besonders betroffen: IT, Elektro und MINT-Berufe.

Regionales Mismatch

Freie Stellen und Arbeitssuchende passen regional und fachlich oft nicht zusammen. Ländliche Regionen und strukturschwache Gebiete sind besonders betroffen.

Lösungsansätze 2026: Was Politik und Unternehmen tun können

Wirksame Gegenmaßnahmen erfordern sowohl strukturelle als auch individuelle Ansätze auf verschiedenen Ebenen.

1

Systematische Nachqualifizierung

Gezielte Weiterbildung von Ungelernten und Quereinsteigerinnen in Engpassberufe – besonders in Pflege, IT und Handwerk. Kürzere, modularisierte Ausbildungswege sind entscheidend.

2

Beschleunigter Zuzug von Fachkräften

Entbürokratisierung der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz greift – aber die Umsetzungsgeschwindigkeit muss erhöht werden.

3

Aktivrente und flexibler Renteneintritt

Das Bundeskabinett hat im Oktober 2025 Pläne für eine Aktivrente beschlossen. IW-Experten sehen das Potenzial als begrenzt – aber als einen von mehreren Bausteinen sinnvoll.

4

Kita-Ausbau als Erwerbspartizipationsmaßnahme

Mehr Betreuungsplätze erhöhen die Erwerbsbeteiligung von Eltern – insbesondere von Müttern. Paradox: Der Kita-Mangel verschärft seinerseits den Fachkräftemangel in anderen Branchen.

5

Individuelle Karriereplanung in Mangelberufe

Für Einzelpersonen bieten Engpassberufe sichere Beschäftigung, steigende Gehälter und Verhandlungsmacht. Eine professionelle Potenzialanalyse hilft, die persönlich passende Richtung zu finden.

Berufsbilder zu den Engpassberufen 2026

Diese Marktanalyse zeigt, wo der Mangel am größten ist. Was die einzelnen Berufe konkret bedeuten – Tätigkeiten, Anforderungen, RIASEC-Eignungsprofil, Gehaltsbänder und realistische Karrierewege – finden Sie in unseren Detailprofilen im Berufsbilder-Cluster. Aktuell 60+ Berufsbilder mit Gehaltsdaten 2026.

Hub-Übersicht Alle Berufsbilder im Cluster 60+ Berufsprofile mit Gehaltsdaten 2026, RIASEC-Eignungscode und Zukunftsaussichten – aus 25 Jahren Headhunting-Praxis.

Hinweis zur Differenzierung: Für Pflege-, Erziehungs- und Therapieberufe (Plätze 1–5, 10) sind aktuell noch keine Detailprofile im Cluster verfügbar. Die Berufsberatung begleitet Karriereentscheidungen in diesen Engpassfeldern individuell.

Methodik & Datenbasis

Die Ranking-Reihenfolge basiert auf einer Synthese aus: (1) KOFA Kompakt 3/2026 „Jahresrückblick 2025“ (Tiedemann/Kunath/Risius, IW Köln, März 2026) – Fachkräftelücke als Differenz gemeldeter offener Stellen und passend qualifizierter Arbeitsloser; (2) IW-Report Nr. 55, November 2025 – erstmals branchenspezifische Fachkräftenlücken; (3) IW-Prognose Statista 2023 für 2026-Projektionen nach Berufsgruppen; (4) VDI Ingenieurmonitor Q3/2025 für Ingenieurberufe; (5) KMK-Lehrerbedarfsprognose 2024–2035. Die Engpassintensität (0–100) ist ein normierter Composite-Score aus absoluter Lückengröße, Engpassquote (nicht besetzte Stellen / offene Stellen) und Trendrichtung 2025 vs. 2024. Konjunkturelle Schwankungen werden durch Trendgewichtung relativiert.

Welcher Beruf passt zu Ihnen – und zu 2026?

Unsere DIN-33430-zertifizierten Karriereberater analysieren Ihre Stärken und zeigen Ihnen, welche Engpassberufe wirklich zu Ihnen passen.

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Jan Bohlken, Gründer Profiling Institut

Jan Bohlken

Diplom-Sozioökonom · Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · DIN 33430-zertifiziert · Mitglied nfb, DGfK, dvb

Jan Bohlken verfügt über 25+ Jahre Erfahrung in Headhunting, Executive Search (Bohlken Consulting) und psychologischer Eignungsdiagnostik. Das von ihm gegründete Profiling Institut ist DIN 33430-zertifiziert und berät an sieben Standorten in Deutschland.

Tiedemann, J. / Kunath, G. / Risius, P. (2026): KOFA Kompakt 3/2026: Jahresrückblick 2025 – Schwacher Arbeitsmarkt, erste Impulse durch Sondervermögen? Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln, 25. März 2026. → IW Köln

Quispe, V. / Kunath, G. / Köhne-Finster, S. / Werner, D. (2025): In diesen Branchen ist der Fachkräftemangel am größten. IW-Report, 8. November 2025. → IW Köln

IW Köln (2023): Prognose zu fehlenden Fachkräften der größten Engpassberufe in Deutschland im Jahr 2026. Via Statista.

VDI Verein Deutscher Ingenieure (2025): VDI Ingenieurmonitor Q3/2025. Düsseldorf.

Kultusministerkonferenz (2024): Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland 2024–2035. Berlin.

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