Bergbautechnologe/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere
Der deutsche Steinkohlebergbau ist Geschichte – der Beruf nicht. Bergbautechnologinnen und -technologen arbeiten heute in Salz- und Kalibergwerken, im Rohstoffabbau und vor allem in der Tiefbohrtechnik. Und dort liegt seine Zukunft: Geothermie und Untergrundspeicher für Wasserstoff.
Kurzüberblick: Bergbautechnologe/in
Bergbautechnologinnen und -technologen gewinnen Rohstoffe und erschließen den Untergrund: Sie fahren und sichern Grubenbaue, bedienen Gewinnungs- und Fördermaschinen, halten sie instand und überwachen die Sicherheit. Die Ausbildung gliedert sich in Tiefbautechnik und Tiefbohrtechnik.
Bergbautechnologe/in: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 4.821 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).
Alle Eckdaten
| Beruf | Bergbautechnologe/in |
|---|---|
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre, bei guten Leistungen verkürzbar |
| Ausbildungsvergütung | Industrietarif, im Bergbau traditionell hoch |
| Medianentgelt im Beruf | 4.821 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 4.067 bis 5.679 €), Bundesagentur für Arbeit |
| Zugang | Meist Hauptschul- oder Realschulabschluss |
| Abschluss und Prüfung | Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle |
| Lernorte | Bergwerk, Bohrunternehmen oder Speicherbetrieb plus Berufsschule |
| RIASEC-Interessencode | RIC |
| KI-Risiko | 50 Prozent automatisierbar, Platz 156 von 478 |
| Neue Ausbildungsverträge 2025 | 69 (BIBB) |
| Zukunftsscore | Note C+, 54 von 100 |
Aufgaben & Arbeitsalltag
Der Alltag unterscheidet sich je nach Fachrichtung grundlegend: unter Tage in Grubenbauen mit Gewinnungsmaschinen – oder auf dem Bohrplatz an großem Gerät, oft im Freien und im Schichtbetrieb. Gemeinsam ist beiden die hohe Bedeutung von Sicherheitsvorschriften.
Grubenbaue auffahren
Vortrieb herstellen, Ausbau setzen und Standsicherheit sichern.
Rohstoffe gewinnen
Gewinnungsmaschinen bedienen, Förderung steuern und Material abtransportieren.
Bohrungen niederbringen
Bohrgerät bedienen, Gestänge führen und Spülung überwachen.
Anlagen instand halten
Maschinen warten, Störungen beheben und Verschleißteile tauschen.
Sicherheit überwachen
Wetterführung, Gasmessung, Standsicherheit und Fluchtwege prüfen.
Dokumentieren
Bohrfortschritt, Schichten und Betriebsdaten erfassen und melden.
Warum die Tiefbohrtechnik gerade wichtig wird
Während die klassische Kohlegewinnung ausläuft, gewinnt die Tiefbohrtechnik an Bedeutung: Tiefe Geothermie für die Wärmeversorgung, Untergrundspeicher für Erdgas und künftig Wasserstoff sowie die Erkundung des Untergrunds. Wer diese Fachrichtung wählt, steht auf einem wachsenden Feld.
Zwei sehr verschiedene Fachrichtungen
Die Tiefbautechnik arbeitet unter Tage an der Rohstoffgewinnung. Die Tiefbohrtechnik bringt Bohrungen nieder – für Rohstoffe, Geothermie, Speicher und Erkundung. Der Alltag unterscheidet sich fundamental.
Geothermie und Wasserstoffspeicher
Der Umbau der Energieversorgung braucht tiefe Bohrungen: zur Wärmegewinnung und zur Speicherung. Salzkavernen, wie sie der Bergbau kennt, gelten als aussichtsreiche Speicher für Wasserstoff.
Sicherheit hat höchsten Rang
Bergbau unterliegt eigenem Recht mit strengen Vorschriften zu Wetterführung, Gasmessung und Standsicherheit. Diese Kultur prägt die Ausbildung von Beginn an.
Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird
Geologie
Gesteine, Lagerstätten, Schichtenfolge und Gebirgsverhalten.
Gewinnungstechnik
Vortrieb, Gewinnung, Ausbau und Förderung.
Bohrtechnik
Bohrverfahren, Gestänge, Spülung und Bohrlochstabilität.
Maschinen und Hydraulik
Antriebe, Steuerungen, Wartung und Fehlersuche.
Wetter und Gase
Bewetterung, Gasmessung, Grenzwerte und Notfallverhalten.
Ausbau und Standsicherheit
Sicherungsmittel, Konvergenz und Überwachung.
Vermessung und Dokumentation
Rissführung, Bohrprofile und Betriebsdaten.
Bergrecht und Sicherheit
Vorschriften, Freigaben, Fluchtwege und Rettung.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf verlangt technisches Verständnis, höchste Sicherheitsdisziplin und Belastbarkeit. Wer unter besonderen Bedingungen arbeiten kann, findet einen sehr gut vergüteten Spezialberuf. Ob Sie diese Anforderungen mitbringen, ist keine Frage des Zutrauens, sondern der Diagnostik. Eine professionelle Berufsberatung liefert dazu eine belastbare Einschätzung.
Formale Voraussetzungen
- Meist Hauptschul- oder Realschulabschluss
- Gute Kenntnisse in Physik und Mathematik
- Gesundheitliche Eignung für Arbeiten unter Tage
- Keine Platzangst
- Körperliche Belastbarkeit
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
Persönliche Eigenschaften
- Sicherheitsdisziplin – Vorschriften sind hier lebenswichtig
- Technisches Verständnis für Maschinen
- Aufmerksamkeit für Veränderungen im Gebirge
- Zuverlässigkeit im Team
- Belastbarkeit bei Schicht und Enge
- Sorgfalt bei Dokumentation
RIASEC-Profil: RIC – Realistic · Investigative · Conventional
Der Beruf verbindet praktische Arbeit an Maschinen und Gebirge (R) mit geologischem und technischem Verständnis (I) sowie streng vorschriftsgebundener Ausführung nach Bergrecht (C).
Das I ist besonders in der Tiefbohrtechnik gefragt – Schichten und Messwerte wollen gedeutet werden. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.
Untertage oder Bohrplatz?
Zwei sehr verschiedene Welten in einem Beruf. Der Berufswahltest hilft bei der Einordnung.
Passt der Beruf zu deinen Interessen?
Beantworte acht Aussagen ehrlich. Der Check gleicht deine Antworten mit dem Interessenprofil des Berufs (RIC) ab und zeigt dir, ob er passt – und welche Berufe sonst in Frage kommen.
1. Ich schraube, baue oder repariere gern Dinge mit meinen Händen.
2. Ich will verstehen, warum etwas funktioniert, und tüftle gern an kniffligen Problemen.
3. Ich gestalte gern etwas Eigenes – Texte, Bilder, Musik oder Design.
4. Ich helfe, erkläre oder betreue gern andere Menschen.
5. Ich überzeuge gern andere, verhandle und übernehme die Führung.
6. Ich arbeite gern genau und geordnet – mit Zahlen, Listen und klaren Abläufen.
7. Lärm, Staub, Gerüche oder Schmutz bei der Arbeit stören mich nicht.
8. Schicht- oder Nachtarbeit kann ich mir für diesen Beruf gut vorstellen.
Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt
Die Vergütung folgt Industrietarifen und liegt im Bergbau traditionell hoch – als Ausgleich für die besonderen Arbeitsbedingungen.
Vergütung und Rahmenbedingungen
Die Wahl der Fachrichtung ist die wichtigste Entscheidung. Die Tiefbohrtechnik ist wegen Geothermie und Untergrundspeichern das zukunftsstärkere Feld; die Tiefbautechnik hängt am verbleibenden Rohstoffabbau. Fragen Sie im Bewerbungsgespräch gezielt danach.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung hängen die Aussichten stark von der Fachrichtung ab. In der Tiefbohrtechnik sind sie sehr gut, weil Geothermie und Speicherprojekte wachsen. Aufstiegswege sind der Industriemeister, der Techniker sowie ein Studium im Bereich Geotechnik oder Rohstoffe.
Ausbildungsablauf: Von der Geologie zur Anlagenverantwortung
Die dreijährige Ausbildung führt von Geologie und Maschinentechnik über Sicherheitsvorschriften bis zur eigenständigen Arbeit in der gewählten Fachrichtung.
Grundlagen
Geologie, Werkstoffe, Maschinenkunde, Bergrecht und Arbeitssicherheit.
Technik
Gewinnungs- oder Bohrtechnik, Hydraulik, Wartung und Fehlersuche.
Etwa nach der Hälfte
Praktische und schriftliche Aufgaben über die bisherigen Inhalte.
Fachrichtung
Vertiefung in Tiefbautechnik oder Tiefbohrtechnik; Sicherheit und Dokumentation.
Abschlussprüfung
Praktische Aufgaben sowie schriftliche Teile.
Wann ist deine Prüfung? Für die schriftliche Zwischen- und Abschlussprüfung gelten bei den meisten IHK-Berufen bundesweit feste Termine. Alle Termine bis Winter 2027/28 stehen in unserer Übersicht IHK-Prüfungstermine 2026/2027.
Karrierewege: Meister, Geothermie, Studium
Die Tiefbohrtechnik öffnet Türen weit über den klassischen Bergbau hinaus – überall dort, wo der Untergrund erschlossen wird. Welcher Entwicklungsweg wirtschaftlich und persönlich trägt, sollte nicht dem Zufall überlassen bleiben. Eine Berufsberatung hilft, die Entscheidung fundiert vorzubereiten.
Industriemeister
Der klassische Aufstiegsweg.
- Industriemeister/in Bergbau
- Schicht- und Betriebsführung
- Sicherheitsverantwortung
- Ausbildungsberechtigung
Bohrtechnik vertiefen
Das Zukunftsfeld.
- Tiefe Geothermie
- Untergrundspeicher und Kavernen
- Erkundungsbohrungen
- Richtbohrtechnik
Technik und Sicherheit
Körperlich entlastende Wege.
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in
- Markscheidewesen und Vermessung
- Arbeitssicherheit
- Betriebsüberwachung
Studium
Mit Meister auch ohne Abitur möglich.
- B.Eng. Rohstoffingenieurwesen
- Geotechnik
- Tiefbohrtechnik
- Energie- und Rohstoffwirtschaft
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Ein gut vergüteter Spezialberuf mit einem klaren Zukunftsfeld – und Arbeitsbedingungen, die man kennen sollte.
Was für den Beruf spricht
- Traditionell hohe Vergütung im Bergbau
- Tiefbohrtechnik als Zukunftsfeld
- Geothermie und Wasserstoffspeicher wachsen
- Sehr geringe Bewerberkonkurrenz
- Breite Ausbildung aus Geologie und Technik
- Klare Aufstiegswege bis zum Meister
Was Sie wissen sollten
- Arbeit unter Tage in der Tiefbautechnik
- Schichtarbeit ist die Regel
- Klassischer Bergbau ist stark rückläufig
- Körperlich fordernd, Staub und Lärm
- Sehr wenige Ausbildungsstandorte
- Bei Bohrtechnik häufig Montage
Bergbautechnologe vs. Brunnenbauer vs. Spezialtiefbauer
Drei Berufe, die den Untergrund erschließen – mit unterschiedlichem Ziel.
Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Bei diesem Beruf ist die Wahl der Fachrichtung entscheidend. Die Tiefbautechnik hängt am verbleibenden Rohstoffabbau, der rücklaufig ist. Die Tiefbohrtechnik dagegen steht vor einem Wachstumsfeld: tiefe Geothermie für die Wärmeversorgung und Untergrundspeicher, künftig auch für Wasserstoff. Wer diesen Beruf wählt, sollte gezielt nach Betrieben mit Bohrtechnik suchen.“

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat
Einstellungstest Bergbautechnologe/in: Was im Auswahlverfahren geprüft wird
In Handwerk und Industrie prüft der Einstellungstest vor allem, ob die Grundlagen für die Berufsschule sitzen: Rechnen mit Einheiten und Formeln, technisches Verständnis und räumliches Denken. Größere Industriebetriebe testen oft online, kleinere Betriebe setzen eher auf ein Probearbeiten.
Typische Schwerpunkte im Einstellungstest für Bergbautechnologe/in – redaktionelle Einschätzung nach Berufsfeld. Verbindlich ist, was der Betrieb in der Einladung mitteilt.
Diese Testteile sollten Sie üben
- Rechnen – Typisch für diesen Beruf: Maßeinheiten, Umrechnungen, Dreisatz und Formeln. Meist ohne Taschenrechner und mit knapper Zeit.
- Technisches Verständnis und räumliches Denken – Zahnräder, Hebel, Stromkreise und Figurenaufgaben – mit eigenem Trainer für Matrizen, Würfelaufgaben und Zahnräder.
- Logik – Zahlenreihen und Buchstabenreihen, Analogien und Schlussfolgerungen – der Testteil, der einem Intelligenztest am nächsten kommt.
- Konzentration und Merkfähigkeit – Zeichen zählen, Daten abgleichen, Listen merken – einfache Aufgaben in großer Zahl, bei denen Tempo und Sorgfalt zählen.
Typischer Zugang: Meist Hauptschul- oder Realschulabschluss. Die Aufgaben orientieren sich meist am Stoff bis zur 9. oder 10. Klasse – wer Bruchrechnung, Dreisatz und Prozent sicher beherrscht, ist gut aufgestellt.
Angebot und Nachfrage waren 2025 annähernd ausgeglichen: 3 unbesetzte Plätze, 3 unversorgte Bewerber ohne Alternative. Bei gefragten Betrieben entscheidet der Test mit über die Einladung zum Gespräch. (Quelle: BIBB, Erhebung zum 30.09.2025)
Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist RIC – vor allem praktisch-technisch und forschend-analytisch. Genau solche Interessen fragen viele Betriebe im Persönlichkeits- und Interessenteil des Einstellungstests ab. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.
Einstellungstest Bergbautechnologe/in kostenlos üben
Trainer mit über 160 Aufgaben aus allen Testteilen, voreingestellt auf das passende Berufsfeld. Ohne Anmeldung, mit Lösungsweg zu jeder Aufgabe.
Zukunftsaussichten Bergbautechnologe/in: Wie robust ist der Beruf?
Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.
Der Beruf liegt im unteren Mittelfeld. Ein Teil der Aufgaben ist standardisiert und damit grundsätzlich automatisierbar, der fachliche Kern bleibt jedoch an Menschen gebunden. Realistisch verschiebt sich die Arbeit, statt zu verschwinden: weniger Routine, mehr Prüfen, Entscheiden und Ausnahmefälle. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt leicht unter dem Niveau von 2019.
Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Für diesen Beruf liegen 65 % der Gewichtung als Daten vor, der Rest wurde herausgerechnet. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.
Bergbautechnologe/in: wie viele durchhalten, wie viele bestehen und wer die Ausbildung macht
Die drei Fragen, die Eltern und Schüler am häufigsten stellen – beantwortet mit den amtlichen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Mit welchem Schulabschluss Azubis wirklich starten
- Ohne oder mit Erstem Schulabschluss (Hauptschule): 20 %
- Mittlerer Schulabschluss: 60 %
- Abitur oder Fachhochschulreife: 20 %
Der häufigste Abschluss der neuen Azubis ist der Mittlere Schulabschluss (60 %). Mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss beginnen 20 % – der Beruf ist für sie also erreichbar. Diese Zahlen zeigen, mit welchem Abschluss Betriebe tatsächlich einstellen – nicht, was die Ausbildungsordnung verlangt.
Damit du nicht zu den 17 % gehörst
Ein großer Teil der Vertragslösungen passiert früh, oft schon in der Probezeit – meist, weil Beruf oder Betrieb nicht passen. Prüfe vorher, ob dieser Beruf zu deinen Interessen und Stärken passt: kostenlos im Berufswahltest oder persönlich in unserer Berufsberatung.
Quelle. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024; Werte für „Bergbautechnologe/-technologin“. Vertragslösungsquote nach dem Schichtenmodell des BIBB; Prüfungserfolg als Erfolgsquote II (Anteil der Prüfungsteilnehmenden mit bestandener Abschlussprüfung); Schulabschluss und Frauenanteil bezogen auf die neu abgeschlossenen Verträge. Schnitt aller Berufe: eigene Berechnung, gewichtet nach Neuverträgen.
Bergbautechnologe/in – FAQ
Zwei: Tiefbautechnik und Tiefbohrtechnik. Die Tiefbautechnik arbeitet unter Tage an der Rohstoffgewinnung – Vortrieb, Ausbau, Gewinnung und Förderung. Die Tiefbohrtechnik bringt Bohrungen nieder, für Rohstoffe, Geothermie, Untergrundspeicher und Erkundung. Der Alltag unterscheidet sich fundamental.
Ja, wenn auch anders als früher. Die Steinkohlegewinnung ist beendet, doch Salz und Kali werden weiter abgebaut, ebenso Steine und Erden. Hinzu kommen Nachsorge und Wasserhaltung in stillgelegten Bergwerken. Das eigentliche Wachstumsfeld liegt jedoch in der Tiefbohrtechnik.
Weil der Umbau der Energieversorgung tiefe Bohrungen braucht. Die tiefe Geothermie soll Wärme für Fernwärmenetze liefern; Untergrundspeicher nehmen Erdgas auf und gelten als aussichtsreiche Option für Wasserstoff. Salzkavernen, wie sie der Bergbau kennt, spielen dabei eine wichtige Rolle.
Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Handwerk gelten häufig Innungstarife, die darüber liegen; die Unterschiede zwischen Gewerken und Regionen sind allerdings erheblich.
In der Regel im Schichtbetrieb. Untertagebetriebe und Bohranlagen laufen häufig rund um die Uhr, weil Stillstand teuer ist und Bohrungen nicht unterbrochen werden sollen. Dafür gibt es Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge, die einen spürbaren Teil des Einkommens ausmachen. In der Tiefbohrtechnik kommen Montageeinsätze hinzu.
An sehr wenigen Standorten. Ausgebildet wird vor allem in Salz- und Kalibergwerken, bei Unternehmen der Steine-und-Erden-Industrie sowie bei Bohr- und Speicherunternehmen. Rechnen Sie mit überregionaler Suche und gegebenenfalls einem Umzug – dafür ist die Bewerberkonkurrenz sehr gering.
Der Bergbau unterliegt eigenem Recht mit sehr strengen Vorschriften. Geregelt sind unter anderem Bewetterung, Gasmessung, Standsicherheit und Fluchtwege. Diese Sicherheitskultur prägt die Ausbildung von Beginn an. Wer Vorschriften als lästig empfindet, ist hier fehl am Platz – sie sind im Bergbau Überlebensregeln.
Meist genügt ein Hauptschulabschluss, viele Betriebe bevorzugen die mittlere Reife. Wichtig sind Kenntnisse in Physik und Mathematik, technisches Verständnis sowie die gesundheitliche Eignung für Arbeiten unter Tage. Platzangst schließt die Fachrichtung Tiefbautechnik praktisch aus.
Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen
Ein gut vergüteter Spezialberuf, dessen Zukunft an der Fachrichtung hängt. Ob das Profil passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik. An sieben Standorten oder online.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- Ausbildungsverordnung Bergbautechnologe/Bergbautechnologin nach dem Berufsbildungsgesetz mit den Fachrichtungen Tiefbautechnik und Tiefbohrtechnik; dreijährige duale Ausbildung.
- Strukturwandel: Ende der deutschen Steinkohlegewinnung; fortbestehender Abbau von Salz, Kali sowie Steinen und Erden; Nachsorge und Wasserhaltung in stillgelegten Bergwerken.
- Zukunftsfeld Tiefbohrtechnik: tiefe Geothermie für die Wärmeversorgung sowie Untergrundspeicher für Erdgas und perspektivisch Wasserstoff, insbesondere in Salzkavernen.
- Bergrecht: eigenständiges Regelwerk mit Vorschriften zu Bewetterung, Gasmessung, Standsicherheit und Fluchtwegen.
- § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.