Duale Ausbildung · 3 JahreNeu seit 2023 · VR, AR und 3D

Gestalter/in für immersive Medien: Ausbildung und Karriere

Virtuelle Trainings für Chirurgen, begehbare Gebäude vor dem ersten Spatenstich, Museumsführungen mit der AR-Brille: Gestalterinnen und Gestalter für immersive Medien bauen digitale Welten, in die man eintreten kann – der jüngste Ausbildungsberuf der Medienbranche.

3 Jahre
Duale Ausbildung
Seit 2023
Jüngster Medienberuf
VR & AR
Virtuelle und erweiterte Realität
AIE
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Gestalter/in für immersive Medien

Gestalterinnen und Gestalter für immersive Medien entwickeln interaktive dreidimensionale Anwendungen: Sie konzipieren Anwendungsfälle, modellieren und texturieren 3D-Objekte, bauen Szenen in einer Game Engine auf, gestalten Interaktion und Navigation, optimieren die Leistung und testen die Anwendung mit Nutzern.

Gestalter/in für immersive Medien: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf 2025 nicht als Engpassberuf. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 3.415 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

BerufGestalter/in für immersive Medien
Ausbildungsdauer3 Jahre, bei guten Leistungen verkürzbar
AusbildungsvergütungJe nach Branche, oft Medien- oder IT-Tarif
Medianentgelt im Beruf3.415 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 2.813 bis 4.192 €), Bundesagentur für Arbeit
ZugangMeist mittlerer Schulabschluss oder Abitur
Abschluss und PrüfungAbschlussprüfung vor der IHK
LernorteMedien-, Software- oder Industriebetrieb plus Berufsschule
RIASEC-InteressencodeAIE
KI-Risiko67 Prozent automatisierbar, Platz 79 von 478
Fachkräftelagelaut Bundesagentur für Arbeit kein Engpassberuf (2025)
Neue Ausbildungsverträge 202524 (BIBB)
ZukunftsscoreNote D, 31 von 100
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Die Arbeit findet fast vollständig am Rechner statt, wechselt aber zwischen sehr verschiedenen Modi: gestalterisch beim Modellieren, technisch beim Optimieren, kommunikativ beim Testen mit Nutzern.

01

Konzepte entwickeln

Anwendungsfall klären, Storyboard und Interaktion entwerfen.

02

3D-Modelle bauen

Objekte modellieren, UV-Mapping und Texturen erstellen.

03

Szenen aufbauen

Umgebungen in der Game Engine zusammensetzen und beleuchten.

04

Interaktion gestalten

Steuerung, Navigation und Nutzerführung umsetzen.

05

Leistung optimieren

Polygonzahl, Texturgröße und Bildrate ausbalancieren.

06

Testen und anpassen

Anwendung mit Nutzern erproben, Motion Sickness vermeiden.

Neuer Beruf

Warum es diesen Beruf erst seit 2023 gibt

Lange wurden immersive Anwendungen von Quereinsteigern gebaut – Mediengestaltern, Informatikern, Game-Designern. Mit wachsendem Einsatz in Industrie, Medizin und Bildung entstand Bedarf an einer eigenen Qualifikation, die Gestaltung und Technik von Anfang an verbindet.

Mehr als Spiele

Der größte Markt liegt nicht in der Unterhaltung, sondern in Training und Simulation: Wartungsschulungen an teuren Anlagen, medizinische Übungen ohne Risiko, Sicherheitstrainings für Gefahrensituationen. Dazu kommen Architektur, Museen und Produktpräsentation.

Die Engine ist das Werkzeug

Gearbeitet wird überwiegend mit Game Engines wie Unity oder Unreal. Sie liefern Physik, Licht und Interaktion – die gestalterische Leistung liegt darin, daraus eine Anwendung zu bauen, die verständlich und angenehm zu benutzen ist.

Motion Sickness als Kernproblem

Schlecht gebaute VR-Anwendungen machen Übelkeit. Bildrate, Bewegungsführung und Bezugspunkte entscheiden darüber – ein Grund, warum technische Optimierung in diesem Beruf zur Gestaltung gehört und nicht davon zu trennen ist.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung verbindet Gestaltung, 3D-Technik und Programmierlogik.
01

Gestaltungsgrundlagen

Komposition, Farbe, Typografie und Wahrnehmung.

02

3D-Modellierung

Polygonmodellierung, UV-Mapping und Topologie.

03

Texturen und Material

Shader, PBR-Materialien und Beleuchtung.

04

Game Engines

Szenenaufbau, Physik, Licht und Build-Prozesse.

05

Interaktionsdesign

Steuerung, Nutzerführung und Barrierefreiheit.

06

Programmierlogik

Skripte, Ereignisse und Datenanbindung.

07

Hardware

Headsets, Tracking, Eingabegeräte und Grenzen.

08

Projektarbeit

Anforderungen klären, Tests, Dokumentation und Übergabe.

Selbstcheck

Passt dieser Beruf zu dir?

Der Beruf verlangt gestalterisches Auge, technisches Verständnis und Ausdauer beim Feilen. Ob Ihr Interessen- und Fähigkeitsprofil tatsächlich zu diesen Anforderungen passt, lässt sich in einer Berufsberatung objektiv klären – mit validierten Testverfahren statt mit Bauchgefühl.

Formale Voraussetzungen

  • Meist mittlerer Schulabschluss oder Abitur
  • Gute Noten in Mathematik hilfreich
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Interesse an Gestaltung und Technik
  • Englischkenntnisse für Software und Dokumentation
  • Mappe oder erste Arbeiten oft erwünscht

Persönliche Eigenschaften

  • Räumliches Denken in drei Dimensionen
  • Geduld beim Optimieren und Testen
  • Auge für Details und Proportionen
  • Bereitschaft, sich in neue Software einzuarbeiten
  • Empathie für Nutzer und ihre Orientierung
  • Teamfähigkeit in Projekten
A
I
E

RIASEC-Profil: AIE – Artistic · Investigative · Enterprising

Der Beruf verbindet gestalterische Arbeit an Form, Farbe und Raum (A) mit analytischem Vorgehen bei Technik und Optimierung (I) sowie projekthaftem, kundenorientiertem Arbeiten (E).

Wer stärker programmieren möchte, sollte den Fachinformatiker prüfen. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.

Digitale Welten bauen?

Gestaltung und Technik in einem jungen Beruf. Der Berufswahltest hilft weiter.

Berufswahltest für Schüler starten →
Kurzcheck · 8 Fragen · unter 1 Minute

Passt der Beruf zu deinen Interessen?

Beantworte acht Aussagen ehrlich. Der Check gleicht deine Antworten mit dem Interessenprofil des Berufs (AIE) ab und zeigt dir, ob er passt – und welche Berufe sonst in Frage kommen.

1. Ich schraube, baue oder repariere gern Dinge mit meinen Händen.

2. Ich will verstehen, warum etwas funktioniert, und tüftle gern an kniffligen Problemen.

3. Ich gestalte gern etwas Eigenes – Texte, Bilder, Musik oder Design.

4. Ich helfe, erkläre oder betreue gern andere Menschen.

5. Ich überzeuge gern andere, verhandle und übernehme die Führung.

6. Ich arbeite gern genau und geordnet – mit Zahlen, Listen und klaren Abläufen.

7. Einen Großteil des Tages am Schreibtisch und am Bildschirm zu verbringen, ist für mich in Ordnung.

8. Eine eher niedrige Ausbildungsvergütung nehme ich in Kauf, wenn mir der Beruf gefällt.

Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Die Vergütung hängt stark von der Branche ab: Industriebetriebe zahlen deutlich besser als kleine Agenturen.

Vergütung und Profil nach Einsatzfeld

Einsatzfeld
Schwerpunkt
Vergütungsniveau
Hinweis
Industrie und Simulation
Training, Wartung, Planung
gut bis sehr gut
oft Industrietarif
Agentur
Kundenprojekte, Marketing
mittel
große Bandbreite
Kultur und Bildung
Museen, Lernanwendungen
mittel
oft projektfinanziert
Gesetzliches Minimum 2026
–
724 / 854 / 977 €
nach § 17 BBiG

Fragen Sie, welche Projekte der Betrieb tatsächlich umsetzt und ob Sie den vollen Ablauf von Konzept bis Test durchlaufen. Weil der Beruf jung ist, bilden manche Betriebe nur einen Ausschnitt ab – etwa reine Modellierung ohne Interaktionsgestaltung.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind die Aussichten gut, weil ausgebildete Fachkräfte noch selten sind. Wege führen in die Spezialisierung, in die Projektleitung oder ins Studium.

Einstieg
je nach Branche
In Produktion und Umsetzung
Mit Spezialisierung
höher
3D, Interaktion oder Technik
Projektleitung oder Studium
oberes Segment
Konzeption und Verantwortung
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Vom Modell zur begehbaren Anwendung

Die dreijährige Ausbildung beginnt bei Gestaltung und 3D und führt zu vollständigen interaktiven Anwendungen.

1. Jahr

Grundlagen

Gestaltung, 3D-Modellierung, Texturen und Software.

2. Jahr

Engine und Interaktion

Szenenaufbau, Steuerung, Licht und erste Projekte.

Teil 1 der Prüfung

Etwa nach der Hälfte

Praktische Aufgabe, zählt zur Abschlussnote.

3. Jahr

Projekte

Vollständige Anwendungen, Optimierung und Nutzertests.

Teil 2 der Prüfung

Am Ende

Betrieblicher Auftrag mit Dokumentation und Fachgespräch.

Wann ist deine Prüfung? Für die schriftliche Zwischen- und Abschlussprüfung gelten bei den meisten IHK-Berufen bundesweit feste Termine. Alle Termine bis Winter 2027/28 stehen in unserer Übersicht IHK-Prüfungstermine 2026/2027.

Perspektiven

Karrierewege: Spezialisieren, leiten, studieren

Weil der Beruf jung ist, sind die Wege offen – und die Konkurrenz noch gering. Welcher dieser Wege zu Ihnen passt, hängt von Interessen, Belastbarkeit und Lebensplanung ab – und genau das ist Gegenstand einer Berufsberatung.

Fachlich spezialisieren

Der schnellste Hebel.

  • 3D-Artist und Modellierung
  • Technical Artist
  • Interaktions- und UX-Design
  • Echtzeit-Optimierung

Branchen wählen

Sehr unterschiedliche Welten.

  • Industrielle Simulation
  • Medizinisches Training
  • Architektur und Immobilien
  • Museum und Bildung

Verantwortung übernehmen

Mit Projekterfahrung.

  • Projektleitung
  • Kundenberatung
  • Qualitätssicherung
  • Teamkoordination

Studium anschließen

Mit Fachhochschulreife oder Meister.

  • B.A. Game Design
  • Medieninformatik
  • Digital Reality
  • Mediendesign
Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Ein Zukunftsberuf mit großem Spielraum – und mit den Unsicherheiten eines jungen Feldes.

Was für den Beruf spricht

  • Sehr junger Beruf mit wenig Konkurrenz
  • Verbindung von Gestaltung und Technik
  • Wachsende Nachfrage aus Industrie und Medizin
  • Sichtbare, vorzeigbare Ergebnisse
  • Gute Anschlussmöglichkeiten ins Studium
  • Arbeit mit aktueller Technologie

Was Sie wissen sollten

  • Wenige Ausbildungsbetriebe, Suche kann dauern
  • Fast ausschließlich Bildschirmarbeit
  • Technologie verändert sich schnell
  • Projektdruck und Terminarbeit
  • Vergütung in Agenturen oft bescheiden
  • Berufsbild noch wenig bekannt bei Arbeitgebern
Abgrenzung

Immersive Medien vs. Mediengestalter vs. Fachinformatiker

Drei digitale Berufe mit unterschiedlichem Schwerpunkt.

Kriterium
Gestalter/in immersive Medien
Mediengestalter/in Digital und Print
Fachinformatiker/in
Dauer
3 Jahre
3 Jahre
3 Jahre
Dimension
3D und Raum
2D
nicht gestalterisch
Gestaltungsanteil
hoch
sehr hoch
gering
Technikanteil
hoch
mittel
sehr hoch
Programmierung
Skriptlogik
kaum
Kern
Verbreitung
sehr gering
sehr hoch
sehr hoch
RIASEC-Profil
AIE
AIE
ICR
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Bei einem Beruf, den es erst seit 2023 gibt, ist die Betriebswahl entscheidender als sonst. Es gibt noch wenige Ausbildungsplätze, und die Qualität schwankt stark. Dafür ist die Ausgangslage nach dem Abschluss ungewöhnlich gut: Unternehmen suchen genau diese Kombination und finden sie kaum.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat

Einstellungstest

Einstellungstest Gestalter/in für immersive Medien: Was im Auswahlverfahren geprüft wird

Technische Ausbildungsbetriebe wollen im Einstellungstest wissen, ob Rechnen, Logik und das Verständnis für Technik für die Ausbildung reichen. Rechtschreibung spielt eine kleinere Rolle, Mathematik und Physik eine große.

RechnenhochSprachegeringLogikmittelKonzentrationmittelAllgemeinwissengeringTechnikhochPersönlichkeitgering

Typische Schwerpunkte im Einstellungstest für Gestalter/in für immersive Medien – redaktionelle Einschätzung nach Berufsfeld. Verbindlich ist, was der Betrieb in der Einladung mitteilt.

Diese Testteile sollten Sie üben

  • Rechnen – Typisch für diesen Beruf: Maßeinheiten, Umrechnungen, Dreisatz und Formeln. Meist ohne Taschenrechner und mit knapper Zeit.
  • Technisches Verständnis und räumliches Denken – Zahnräder, Hebel, Stromkreise und Figurenaufgaben – mit eigenem Trainer für Matrizen, Würfelaufgaben und Zahnräder.
  • Logik – Zahlenreihen und Buchstabenreihen, Analogien und Schlussfolgerungen – der Testteil, der einem Intelligenztest am nächsten kommt.
  • Konzentration und Merkfähigkeit – Zeichen zählen, Daten abgleichen, Listen merken – einfache Aufgaben in großer Zahl, bei denen Tempo und Sorgfalt zählen.

Typischer Zugang: Meist mittlerer Schulabschluss oder Abitur. Die Aufgaben liegen dann häufig auf Oberstufenniveau, besonders in Mathematik und Logik.

Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist AIE – vor allem kreativ-gestaltend und forschend-analytisch. Genau solche Interessen fragen viele Betriebe im Persönlichkeits- und Interessenteil des Einstellungstests ab. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.

Einstellungstest Gestalter/in für immersive Medien kostenlos üben

Trainer mit über 160 Aufgaben aus allen Testteilen, voreingestellt auf das passende Berufsfeld. Ohne Anmeldung, mit Lösungsweg zu jeder Aufgabe.

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Zukunftsprofil

Zukunftsaussichten Gestalter/in für immersive Medien: Wie robust ist der Beruf?

Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.

DZukunftsscore 31 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko67 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 79 von 478 Berufen · hohe Automatisierbarkeit
FachkräftelageKein EngpassberufBA-Engpassanalyse 2025 · Berufe Digital-, Printmediengestaltung (Fachkräfte) · 22,2 Arbeitsuchende je gemeldete Stelle · Vakanzzeit 61 Tage
Neue Ausbildungsverträge 202524BIBB, Stichtag 30. September · gegenüber 2024 -27,3 %

Der Beruf gehört zu den stärker automatisierbaren im Vergleich. Viele Arbeitsschritte sind standardisiert, wiederkehrend und gut dokumentierbar – genau die Eigenschaften, die Software und Maschinen brauchen. Das ist kein Grund, den Beruf auszuschließen, aber ein Grund, die Weiterbildungswege von Anfang an mitzudenken. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Als Engpassberuf ist die Berufsgruppe „Berufe Digital-, Printmediengestaltung“ 2025 nicht ausgewiesen – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 22,2 Arbeitsuchende.

Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Für diesen Beruf liegen 80 % der Gewichtung als Daten vor, der Rest wurde herausgerechnet. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.

Ausbildung in Zahlen

Gestalter/in für immersive Medien: wie viele durchhalten, wie viele bestehen und wer die Ausbildung macht

Die drei Fragen, die Eltern und Schüler am häufigsten stellen – beantwortet mit den amtlichen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Vorzeitig gelöste Verträge14 %Von 100 begonnenen Ausbildungsverträgen werden rund 14 vor dem Ende gelöst · Schnitt aller Berufe 29 %. Nicht jede Lösung ist ein Abbruch – viele wechseln nur den Betrieb oder den Beruf.
Frauenanteil27 %der neuen Azubis 2024 sind Frauen · 33 neue Verträge · Schnitt aller Berufe 36 %

Mit welchem Schulabschluss Azubis wirklich starten

  • Mittlerer Schulabschluss: 27 %
  • Abitur oder Fachhochschulreife: 73 %

Die meisten neuen Azubis bringen Abitur oder Fachhochschulreife mit (73 %). Mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss beginnen nur 0 % – ohne höheren Abschluss wird es schwer. Diese Zahlen zeigen, mit welchem Abschluss Betriebe tatsächlich einstellen – nicht, was die Ausbildungsordnung verlangt.

Damit du nicht zu den 14 % gehörst

Ein großer Teil der Vertragslösungen passiert früh, oft schon in der Probezeit – meist, weil Beruf oder Betrieb nicht passen. Prüfe vorher, ob dieser Beruf zu deinen Interessen und Stärken passt: kostenlos im Berufswahltest oder persönlich in unserer Berufsberatung.

Berufswahltest starten →

Quelle. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024; Werte für „Gestalter/-in für immersive Medien“. Vertragslösungsquote nach dem Schichtenmodell des BIBB; Prüfungserfolg als Erfolgsquote II (Anteil der Prüfungsteilnehmenden mit bestandener Abschlussprüfung); Schulabschluss und Frauenanteil bezogen auf die neu abgeschlossenen Verträge. Schnitt aller Berufe: eigene Berechnung, gewichtet nach Neuverträgen.

Häufige Fragen

Gestalter/in für immersive Medien – FAQ

Er entwickelt interaktive dreidimensionale Anwendungen für VR und AR: Anwendungsfälle und Interaktion konzipieren, 3D-Objekte modellieren und texturieren, Szenen in einer Game Engine aufbauen und beleuchten, Steuerung und Nutzerführung gestalten, die Leistung optimieren sowie die Anwendung mit Nutzern testen und anpassen.

Auch, aber der größere Markt liegt woanders. Die meisten Anwendungen entstehen für Training und Simulation: Wartungsschulungen an teuren Maschinen, medizinische Übungen, Sicherheitstrainings. Dazu kommen Architektur, Museen und Produktpräsentation. Die Werkzeuge sind dieselben wie in der Spieleentwicklung, die Ziele sind andere.

Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Handwerk gelten häufig Innungstarife, die darüber liegen; die Unterschiede zwischen Gewerken und Regionen sind allerdings erheblich.

Nicht als Softwareentwickler, aber Sie brauchen Skriptlogik. In Game Engines werden Interaktionen über Ereignisse und kleine Skripte gesteuert – oft auch visuell ohne klassischen Code. Wer tiefer in Softwareentwicklung möchte, ist beim Fachinformatiker besser aufgehoben; wer gestalten und dabei technisch denken will, hier.

Sie bezeichnet Übelkeit in virtuellen Umgebungen und entsteht, wenn Auge und Gleichgewichtssinn widersprüchliche Signale erhalten – etwa bei zu niedriger Bildrate oder unnatürlicher Fortbewegung. Sie zu vermeiden ist eine Kernaufgabe des Berufs: Bildrate halten, Bewegung behutsam führen, feste Bezugspunkte einbauen. Deshalb gehört technische Optimierung untrennbar zur Gestaltung.

Es ist die größte Hürde. Weil der Beruf erst 2023 eingeführt wurde, bilden bislang wenige Betriebe aus – teils Agenturen, teils Industrieunternehmen mit eigener Simulationsabteilung. Eine Bewerbungsmappe mit eigenen Arbeiten hilft erheblich, auch wenn sie nur aus Lernprojekten besteht. Rechnen Sie mit überregionaler Suche.

Ungewöhnlich gut. Unternehmen bauen VR- und AR-Anwendungen zunehmend selbst auf, finden aber kaum Fachkräfte, die Gestaltung und Echtzeittechnik zugleich beherrschen. Bisher wurde diese Lücke von Quereinsteigern gefüllt. Als einer der ersten regulär Ausgebildeten treffen Sie auf einen Markt mit mehr Nachfrage als Angebot.

Ja, und es ist ein häufiger Weg. Mit Fachhochschulreife stehen Studiengänge wie Game Design, Medieninformatik oder Digital Reality offen. Auch ohne Abitur ist ein Studium möglich, etwa über Berufserfahrung und Eignungsprüfung. Die Ausbildung ist dabei ein starker Vorteil, weil Sie mit Praxiserfahrung statt nur mit Theorie starten.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

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Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Ausbildungsverordnung Gestalter/in für immersive Medien (2023) als dreijähriger dualer Beruf mit gestreckter Abschlussprüfung vor der IHK.
  • Game Engines als zentrale Werkzeuge für Echtzeitanwendungen in VR und AR.
  • Immersive Anwendungen in Industrie und Medizin: Wartungstraining, Sicherheitsschulung und Simulation als Haupteinsatzfelder.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.