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Berufsbild · Finanzen, Recht & Steuern

Steuerberater: Ausbildung, Gehalt & Karriere 2026

Steuerberater beraten Mandanten bei steuerlichen Fragen, erstellen Jahresabschlüsse und vertreten gegenüber Finanzbehörden. Der Weg führt über ein anspruchsvolles Examen – belohnt durch krisensichere Beschäftigung, hohes Einkommenspotenzial in eigener Kanzlei und wachsende Nachfrage trotz Digitalisierung. Der vollständige Ratgeber 2026.

48.000 –
250.000 € Jahresgehalt / Umsatz
~ 100.000
zugelassene StB in DE (BStBK 2025)
CIE
RIASEC-Idealprofil
DATEV
Marktführer Software DE
DIN 33430 zertifiziert
25+ Jahre Beratungspraxis
Gehaltsdaten 2025 / 2026
RIASEC-Eignungsprofil enthalten
Aktualisiert: Januar 2026

Was macht ein Steuerberater?

Steuerberater sind staatlich zugelassene Fachleute für Steuerrecht, Rechnungslegung und betriebswirtschaftliche Beratung. Sie helfen Privatpersonen, Unternehmen und Körperschaften dabei, Steuern gesetzeskonform zu minimieren, Jahresabschlüsse korrekt zu erstellen und gegenüber Finanzbehörden rechtssicher aufzutreten. Entgegen dem Klischee ist Steuerberatung kein reiner Zahlenberuf – wer dauerhaft erfolgreich sein will, braucht Mandantenorientierung, strategisches Denken und die Fähigkeit, komplexes Steuerrecht verständlich zu erklären.

Der Steuerberaterberuf ist staatlich geregelt und durch das Steuerberatungsgesetz (StBerG) geschützt: Nur wer das Steuerberaterexamen bestanden und sich bei der zuständigen Steuerberaterkammer hat bestellen lassen, darf die Bezeichnung „Steuerberater" führen. Diese regulierte Markteintrittsbarriere schützt den Berufsstand vor Überversorgung – und ist ein wesentlicher Grund für die strukturell stabilen Gehälter und Honorare.

Digitalisierung verändert den Beruf grundlegend: Buchführung, Belegerfassung und Standardauswertungen werden zunehmend automatisiert (DATEV, Cloud-Buchhaltung, KI-gestützte Belegverarbeitung). Das verschiebt den Schwerpunkt von der Routinetätigkeit zur strategischen Beratung – Steuergestaltung, Unternehmensnachfolge, internationale Steuerplanung, Finanzierungsoptimierung. Für Steuerberater die diesen Wandel aktiv gestalten, entstehen neue Einkommenspotenziale. Für diejenigen, die weiter nur Steuererklärungen abarbeiten, steigt der Kostendruck.

Steuererklärungen & -optimierung
Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer – alle Steuerarten für Privatpersonen und Unternehmen erstellen, prüfen und optimieren. Legale Gestaltungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Jahresabschluss & Buchführung
Jahresabschlüsse (Bilanz + GuV) nach HGB und IFRS erstellen, Buchführung prüfen und überwachen, Mandanten beim Übergang zur digitalen Buchhaltung begleiten.
Finanzamt & Rechtsbehelf
Mandanten gegenüber Finanzbehörden vertreten: Einsprüche einlegen, Betriebsprüfungen begleiten, vor Finanzgerichten auftreten (mit Befugnis). Steuerbescheide prüfen und anfechten.
Lohnbuchhaltung & Personalsteuer
Monatliche Lohnabrechnungen für Mandanten-Mitarbeiter erstellen, Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und Reisekostenabrechnung korrekt abwickeln und melden.
Unternehmensberatung & Gestaltung
Steuerlich optimale Rechtsform für Neugründungen wählen, Unternehmensumstrukturierungen begleiten, Nachfolgeregelungen planen und internationale Steuerplanung für wachsende Unternehmen.
Mandantenbetreuung & Akquise
Langfristige Mandantenbeziehungen aufbauen und pflegen, als Vertrauensberater in allen wirtschaftlichen Fragen ansprechbar sein, neue Mandanten über Empfehlungsnetzwerk gewinnen.

Typischer Arbeitstag – Steuerberater in mittelständischer Kanzlei (März, Steuerhochsaison)

07:30
Fristen-Check & Posteingang
Welche Steuererklärungen haben heute Abgabefrist? Finanzamt-Post sichten, ELSTER-Nachrichten prüfen, Mandantenanfragen priorisieren.
08:30
Jahresabschluss-Erstellung
GmbH-Jahresabschluss in DATEV fertigstellen: Bilanzkorrekturen, Anhang formulieren, Bericht an Gesellschafter vorbereiten. Zeitintensivste Arbeit der Hochsaison.
11:00
Mandantengespräch: Betriebsprüfung
Vorbereitung auf Außenprüfung: Unterlagen zusammenstellen, Mandant über Ablauf informieren, kritische Prüfungspunkte vorab besprechen und Strategie abstimmen.
13:30
Einkommensteuererklärungen
Serienarbeit: 4–6 Einkommensteuererklärungen bearbeiten, prüfen, optimieren, elektronisch übermitteln. In der Hochsaison (Feb–Mai) täglich. Daneben: Mitarbeiter-Fragen beantworten.
15:30
Umsatzsteuervoranmeldungen
Monatliche UStVA für Dauermandanten: Plausibilitätsprüfung der Buchungen, Korrekturposten, fristgerechte Übermittlung via ELSTER. Pflichtaufgabe ohne Aufschub.
17:00
Fortbildung & Recherche
Steuerrecht ändert sich ständig: BMF-Schreiben lesen, Fachliteratur (NWB, DStR), Fortbildungswebinar absolvieren. 15 Stunden Pflichtfortbildung pro Jahr nach § 15 FAO.

Ausbildungsweg: Der Weg zur Zulassung als Steuerberater

Der Weg zum zugelassenen Steuerberater ist geregelt, aber flexibler als beim Rechtsanwalt: Neben dem akademischen Weg gibt es einen praxisorientierten Weg über die Steuerfachwirte-Prüfung. Was alle Wege gemeinsam haben: Das Steuerberaterexamen ist die anspruchsvollste Berufsprüfung im deutschen Wirtschaftsleben.

1
Fachstudium oder Ausbildung + Praxis
Akademischer Weg: 3–5 Jahre Studium (Steuerrecht, BWL, Wirtschaftsrecht) · Alternativ: Ausbildung zum Steuerfachwirt + 10 Jahre Berufspraxis
Akademischer Weg: Bachelor oder Master in Steuerrecht, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsrecht. Inhaltlich optimal: Steuerrecht, Handelsrecht, Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung. Praxisweg: Ausbildung zum Steuerfachangestellten (3 Jahre) → Steuerfachwirt-Prüfung → 10 Jahre einschlägige Berufspraxis. Dieser Weg ist länger, aber ohne Hochschulzugang zugänglich. Beide Wege sind gleichwertig zugelassen zum Steuerberaterexamen.
2
Berufspraktische Tätigkeit
Mindest 3 Jahre in steuerberatender Tätigkeit vor Examenszulassung
Nach dem Studium sind mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in einem steuerberatenden Beruf (Steuerberatungskanzlei, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Finanzbehörde oder Steuerabteilung eines Unternehmens) Pflichtvoraussetzung für die Examenszulassung. Diese Praxisphase ist keine Zeitverschwendung – sie ist die Grundlage für das Examen, weil Falllösungen ohne Berufserfahrung kaum realistisch gelingen.
3
Steuerberaterexamen (3-teilig)
Schriftlich: 3 Tage à 6 Stunden · Mündlich nach bestandenem Schriftteil · Bestehensquote: ca. 50 %
Das Steuerberaterexamen ist die anspruchsvollste kaufmännische Berufsprüfung Deutschlands. Schriftliche Prüfung (3 Klausurtage): Ertragsteuerrecht, Umsatzsteuerrecht und Verfahrensrecht + Buchführung/Bilanzwesen. Bestehensquote schriftlich: ca. 45–55 % je Jahrgang. Wer schriftlich besteht, folgt eine mündliche Prüfung (ca. 60 % Bestehensquote). Insgesamt schaffen nur ca. 35–40 % aller Prüfungsteilnehmer das Examen im ersten Anlauf. Wiederholungen sind möglich – max. 3 Versuche innerhalb von 6 Jahren.
4
Bestellung durch die Steuerberaterkammer
Antrag nach bestandenem Examen · Kammerbeitritt Pflicht · Berufshaftpflichtversicherung
Nach bestandenem Examen: Antrag auf Bestellung als Steuerberater bei der zuständigen Steuerberaterkammer des Bundeslandes. Voraussetzungen: bestandenes Examen, keine Vorstrafen, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung. Die Kammermitgliedschaft ist Pflicht und umfasst Fortbildungsverpflichtung und berufsrechtliche Bindungen.

Kanzlei, Inhouse oder Selbständig: Wo arbeiten Steuerberater?

Steuerberater haben mehr Arbeitskontexte als oft angenommen – und die Unterschiede in Gehalt, Arbeitskultur und Entwicklungsmöglichkeiten sind erheblich:

Steuerberatungskanzlei
Klassisch · Mandantenvielfalt
Breite Mandantenstruktur: KMU, Freiberufler, Privatpersonen
Hochsaison (Feb–Mai) mit erheblichem Überstundendruck
Klarer Karrierepfad: Assistent → Berufsträger → Partner
Große Kanzleien (KPMG, Deloitte, EY Tax): höchste Gehälter, internationale Mandate, hoher Leistungsdruck
Mittelständische Kanzleien: familienfreundlicher, breiter gefächert, direkterer Mandantenkontakt
Gehalt angestellt: 48.000–120.000 € · Partner: 150.000–300.000 €+
Inhouse / Konzern-Steuerabteilung
Stabil · Fokussiert · Strategisch
Nur ein „Mandant": das eigene Unternehmen – tiefes Branchenverständnis
Strategische Steuerplanung, M&A-Steuerfragen, internationale Strukturen
Bessere Work-Life-Balance als Kanzlei – keine externe Hochsaison
Enger Kontakt zu CFO und Management – strategische Sichtbarkeit
Bonuszahlungen und Betriebliche Altersvorsorge oft besser als Kanzlei
Gehalt: 65.000–130.000 € · Head of Tax DAX: 150.000–250.000 €
Eigene Kanzlei (Selbständig)
Unternehmerisch · Höchstes Potenzial
Vollständige unternehmerische Freiheit bei Mandantenauswahl und Spezialisierung
Kanzlei-Umsatz direkt vom eigenen Mandantenstamm abhängig
Hohe Anfangsinvestition: Software (DATEV), Büro, Mitarbeiter, Marketing
Kanzleiübernahme oft günstiger als Neugründung – aktiver Markt durch Rentenabgänge
Kanzlei als Vermögenswert – Verkauf bei Renteneintritt möglich
Umsatz: 80.000–400.000 €+ je Mandantenstamm und Spezialisierung

Digitalisierung: Wie KI und DATEV das Berufsbild verändern

Kein Berufsfeld im Finanz- und Steuerbereich wird durch Digitalisierung so stark verändert wie die Steuerberatung. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell – und wer davon profitiert:

Digitale Transformation in der Steuerberatung 2026

Steuerberater die Digitalisierung als Bedrohung sehen, werden unter Druck geraten. Steuerberater die sie als Hebel nutzen, können mehr Mandanten betreuen, bessere Beratungsleistungen erbringen und höhere Honorare rechtfertigen.

Marktführer
DATEV eG
Softwaregenossenschaft für Steuerberater – dominiert den deutschen Markt mit über 40.000 Kanzleikunden. DATEV Unternehmen online: Mandanten buchen selbst, Steuerberater prüft und verarbeitet. Pflicht-Know-how für jede Kanzlei.
Automatisierung
Belegverarbeitung & OCR
KI-gestützte Belegerfassung erkennt Rechnungen automatisch, ordnet Buchungskonten zu und reduziert manuelle Eingaben um 60–80 %. Tools: DATEV Belege online, sevDesk, Lexoffice, Candis. Standardbuchhaltung wird weitgehend automatisiert.
E-Verwaltung
ELSTER & BZSt online
Elektronische Steuererklärungen, Voranmeldungen und Bescheide via ELSTER (Elektronische Steuererklärung). Papier verschwindet zunehmend. E-Rechnung (EN 16931) ab 2025 für B2B-Umsätze Pflicht.
KI & Beratung
Legal Tech & Tax AI
KI-Tools für Steuerrecherche (DATEV Leo, Harvey für Recht und Steuern), automatische Prüfung von Steuerbescheiden, Warnungen bei Abweichungen. Was KI nicht ersetzt: Gestaltungsberatung, Mandantengespräch, ethische Abwägung.

Gehalt als Steuerberater 2026

Das Gehalt als Steuerberater variiert erheblich nach Kontext (Kanzlei, Inhouse, Selbständig), Unternehmensgröße und Spezialisierung. Der größte Hebel: die eigene Kanzlei mit hochwertigem Mandantenstamm.

48.000 €
Berufseinsteiger nach Examen
Kleine / mittlere Kanzlei
80.000 €
Senior Steuerberater
Kanzlei, 5+ Jahre nach Examen
140.000 €
Partner Big Four (Fixum)
+ Gewinnbeteiligung
250.000 €+
Eigene Kanzlei (Umsatz)
Spezialisiert, etabliert
Rolle / KontextErfahrungJahresgehalt / UmsatzBesonderheit
Assistent / StB in Ausbildungvor Examen40.000 – 55.000 €Kanzlei, Lernphase
Steuerberater (angestellt, Kanzlei)0–5 J. nach Examen55.000 – 80.000 €Mittelständische Kanzlei
Steuerberater (Big Four)0–5 J. nach Examen70.000 – 100.000 €KPMG, EY, Deloitte, PwC
Inhouse (DAX-Konzern)5–10 J.90.000 – 140.000 €Head of Tax-Position
Partner (Kanzlei)10+ J.150.000 – 350.000 €inkl. Gewinnbeteiligung
Eigene Kanzleivariabel80.000 – 500.000 € Kanzleiumsatz je Mandantenstamm

Quellen: Kienbaum Tax Vergütungsstudie 2025, DATEV Kanzleierfolgsreport 2025, Lohn- und Gehaltserhebung BStBK. Kanzleiübernahmen: Praxis-Kaufpreise liegen typisch beim 0,8–1,2-fachen des Jahresumsatzes. Ein aktiver Nachfolge-Markt entsteht durch die Rentenabgänge der Babyboomer-Steuerberatergeneration.

Welche Persönlichkeit passt zum Steuerberater?

Steuerberatung wird oft als reiner Zahlenberuf wahrgenommen – aber die langfristig erfolgreichen Steuerberater sind Mandantenberater, die zufällig auch Zahlen gut können. Das RIASEC-Profil spiegelt diese Doppelnatur.

RIASEC-Eignungsprofil: Steuerberater

Das Idealprofil ist CIE – Conventional, Investigative, Enterprising. Präzision und Systemtreue für Rechtsanwendung (C), analytische Tiefe für komplexe Steuersachverhalte (I) und unternehmerischer Antrieb für Mandantenakquise und Kanzleiführung (E).

C
Conventional
Sehr hohe Passung
I
Investigative
Komplexe Sachverhalte
E
Enterprising
Kanzlei & Akquise
S
Social
Mandantenbeziehung
R
Realistic
Wenig relevant
A
Artistic
Wenig relevant
Der C-Typ (Conventional) ist der Kern: Steuerrecht ist ein Regelwerk – präzise, komplex und ohne Toleranz für Fehler. Wer Genauigkeit als lästige Pedanterie empfindet, wird dauerhaft leiden. Falsch gebuchte Posten, verspätete Abgaben, übersehene Fristen – das kostet Mandanten Geld und den Steuerberater den Mandanten. Der I-Typ (Investigative) ist entscheidend für Qualität: Komplexe Steuersachverhalte durchdringen, neue Urteile und BMF-Schreiben analysieren, Gestaltungsalternativen erkennen. Steuerrecht ändert sich jährlich – wer nicht analytisch neugierig bleibt, veraltet. Der E-Typ (Enterprising) macht den Unterschied zwischen guten Angestellten und erfolgreichen Kanzleiinhabern: Mandanten gewinnen, Honorare verhandeln, Mitarbeiter führen, Kanzlei strategisch weiterentwickeln. Ohne E-Anteil bleibt man zeitlebens angestellt. Wichtige Nuance: Reine C-I-Typen werden ausgezeichnete Fachleute – aber selten erfolgreiche Kanzleiinhaber. Wer langfristig eine eigene Kanzlei aufbauen will, braucht den E-Anteil.
Eigenen RIASEC-Code ermitteln

Karrierestufen in der Steuerberatung

Stufe 1
Assistent / StB-Bewerber
0 – 3 J. (vor Examen)
40 – 55 T €
Berufspraktische Tätigkeit als Examensvoraussetzung. Routinetätigkeiten, erste eigene Mandate, intensive Examens-Vorbereitung parallel zur Arbeit.
Stufe 2
Steuerberater (angestellt)
0 – 7 J. nach Examen
55 – 90 T €
Eigene Mandatsverantwortung, Spezialisierung aufbauen, erste Mitarbeiterführung. Entscheidung: Kanzlei oder Inhouse-Track.
Stufe 3
Senior / Prokurist
5 – 12 J. nach Examen
80 – 130 T €
Großmandatenbetreuung, Teamleitung, Spezialisierungs-Expertise vermarkten. Erste Gespräche über Partnerschaft oder Kanzleiübernahme.
Stufe 4
Partner / Kanzleiinhaber
10+ J.
150 T – 500 T € Umsatz
Vollständige unternehmerische Verantwortung. Kanzlei als Vermögenswert aufbauen. Mandantenakquise als Kernaufgabe. Mitarbeiter entwickeln.

Spezialisierungen in der Steuerberatung

Generalisten haben im Kleinunternehmen-Segment ihre Berechtigung – aber die höchsten Honorare werden in Spezialisierungen erzielt:

Internationales Steuerrecht
Verrechnungspreise, Betriebsstättenfragen, BEPS, globale Mindeststeuer (Pillar Two). Höchste Honorare, DAX-Mandanten.
Unternehmensnachfolge
Erbschaftsteueroptimierung, Schenkungen, Familienstiftungen, Übergabe-Gestaltung. Massiver Markt durch Babyboomer-Unternehmensabgaben bis 2035.
Immobilien- & Bauträgersteuer
GrESt-Optimierung, gewerblicher Grundstückshandel, Immobilienfonds. Sehr komplexes Feld mit treuer Mandantschaft.
Umsatzsteuer (VAT)
EU-weite Umsatzsteuer, OSS-Verfahren, Vorsteuerabzug bei komplexen Sachverhalten. Durch E-Commerce wachsendes Feld.
Steuerliche Strukturberatung M&A
Unternehmenskauf und -verkauf steuerlich optimieren: Share vs. Asset Deal, Umwandlungen, Holding-Strukturen.
Digital-Kanzlei / Tech-Steuerrecht
Krypto-Assets, NFTs, Stock Options, SaaS-Unternehmen. Wachstumsfeld für junge StBs mit Tech-Affinität.

Vorteile & Nachteile – eine ehrliche Einschätzung

Vorteile
Krisensichere Beschäftigung – Steuern gibt es in jeder Konjunkturlage
Hohes Einkommenspotenzial in eigener Kanzlei
Regulierter Markt schützt vor Überangebot
Kanzlei als aufbaubarer Vermögenswert (Verkauf bei Rente)
Breite Mandantenstruktur = echte unternehmerische Einblicke
Aktiver Nachfolge-Markt: Kanzleikauf günstiger als Neugründung
Internationale Möglichkeiten durch EU-Steuerharmonisierung
Nachteile
Langer Ausbildungsweg: 6–8 Jahre bis zur Zulassung
Steuerberaterexamen mit ~50 % Bestehensquote sehr anspruchsvoll
Hochsaison Februar–Mai mit extremem Überstundendruck
Steuerrecht ändert sich jährlich – Pflichtfortbildung dauerhaft
DATEV-Abhängigkeit: hohe Softwarekosten für Kanzleien
Digitalisierungsdruck: Routinetätigkeiten werden automatisiert
Berufshaftpflicht und Haftungsrisiken bei Fehlern

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Häufige Fragen zum Beruf Steuerberater

Das Steuerberaterexamen gilt als eine der anspruchsvollsten Berufsprüfungen im deutschen Wirtschaftsleben – vergleichbar mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen in der Prüfungsintensität. Die Statistik: Bundesweit schaffen nur ca. 35–45 % aller Teilnehmer das Examen im ersten Versuch. Die schriftliche Prüfung (3 Klausurtage à 6 Stunden) hat eine Durchfallquote von ca. 50 %, die mündliche Prüfung eine von ca. 40 %. Wer durchfällt, kann bis zu dreimal innerhalb von sechs Jahren erneut antreten. Die Vorbereitung dauert typischerweise 12–18 Monate intensivem Lernen neben der Berufstätigkeit – meistens mit Vorbereitungskursen bei Anbietern wie Knoll oder PwC Academy. Was hilft: strukturiertes Lernen, Klausursimulationen und ein Netzwerk von Prüfungskandidaten.
Ja – und das ist eine der attraktivsten Besonderheiten des Steuerberaterberufs. Der Weg ohne Studium: (1) Ausbildung zum Steuerfachangestellten (3 Jahre), (2) mehrjährige Berufspraxis, (3) Steuerfachwirt-Prüfung und danach 10 Jahre einschlägige Tätigkeit – erst dann ist die Zulassung zum Steuerberaterexamen ohne Hochschulabschluss möglich. Dieser Weg ist deutlich länger als der akademische Weg (Studium + 3 Jahre Praxis), bietet aber Menschen ohne Abitur eine echte Perspektive zum zugelassenen Steuerberater. In der Praxis kommen die meisten Steuerberater heute über den akademischen Weg – aber ausgebildete Steuerfachangestellte mit Steuerfachwirt sind in Kanzleien besonders wertvolle Mitarbeiter, auch ohne Steuerberater-Zulassung.
Die höchsten Einstiegsgehälter bieten die Big Four (KPMG, Deloitte, EY, PwC Tax) sowie die Top-10-Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften wie Flick Gocke Schaumburg, Gleiss Lutz Steuerabteilung oder Linklaters Tax. Einstiegsgehälter nach Examen: 70.000–100.000 € bei den Big Four vs. 48.000–65.000 € in mittelständischen Kanzleien. Der Unterschied: Big Four verlangen mehr Stunden (50–60h/Woche normal) und sehr anspruchsvolle Mandate. Mittelständische Kanzleien zahlen weniger, bieten aber breitere Mandatenstruktur, mehr Eigenverantwortung und bessere Work-Life-Balance. Für Karriereziel eigene Kanzlei: der Mittelstands-Track ist oft sinnvoller, weil er mehr Mandanten-Kontakt und unternehmerisches Denken fördert.
Nein – aber KI verändert den Beruf grundlegend. Was automatisiert wird oder bereits ist: Belegerfassung und -kategorisierung (OCR + KI: bis zu 80 % Zeitersparnis), Standardbuchungen und Kontenabstimmung, einfache Steuererklärungen für unkomplizierte Sachverhalte, Plausibilitätsprüfungen. Was KI nicht kann: komplexe Steuergestaltung mit juristischem Urteilsvermögen, Mandantengespräche mit Vertrauensaufbau, ethische Abwägungen zwischen legaler Steueroptimierung und gesellschaftlicher Verantwortung, Verhandlungen mit Finanzbehörden, Betriebsprüfungsbegleitung. Die Konsequenz: Steuerberater, die vor allem Routine-Compliance abarbeiten, geraten unter Druck. Diejenigen, die auf strategische Beratung setzen und Digitalisierung als Effizienz-Werkzeug nutzen, gewinnen Zeit für wertschöpfendere Tätigkeiten und können mehr Mandanten besser betreuen.
Steuerberater-Honorare sind in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt – das schützt Mandanten vor überhöhten Rechnungen und gibt Steuerberatern eine Untergrenze. Für Privatpersonen: Eine einfache Einkommensteuererklärung kostet typischerweise 300–800 €, komplexe Sachverhalte (Vermietung, Auslandseinkünfte, Kapitalanlagen) 800–2.500 €. Für Unternehmen: Monatliche Buchführung + Jahresabschluss + Steuererklärungen kosten je nach Umsatz und Komplexität 3.000–30.000 € jährlich. Zahler: grundsätzlich der Mandant selbst. Ausnahme: Arbeitgeber die Steuerberatungskosten für entsandte Mitarbeiter übernehmen. Steuerberatungskosten für den Beruf sind steuerlich absetzbar (als Werbungskosten oder Betriebsausgaben) – was die Netto-Belastung für den Mandanten reduziert.
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Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom · Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Headhunter (Bohlken Consulting)
Jan Bohlken hat in seiner Headhunting-Praxis regelmäßig Steuerberater-Positionen besetzt – von Kanzlei-Assoziates bis zu Head-of-Tax-Rollen in DAX-Konzernen. Was ihn dabei immer wieder beschäftigt: Wie viele Steuerfachleute ausgezeichnete Techniker sind, aber unterschätzen wie entscheidend Mandantenkommunikation und unternehmerisches Denken für den langfristigen Erfolg sind. Das Profiling Institut ist DIN 33430 zertifiziert und an 7 Standorten bundesweit tätig.
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