
Glossar.
ADS/ADHS
ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) sind neurobiologische Entwicklungsstörungen, die vor allem durch Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und bei ADHS zusätzlich durch Hyperaktivität gekennzeichnet sind. Beide Syndrome manifestieren sich häufig in der Kindheit, können jedoch bis ins Erwachsenenalter persistieren und erhebliche Auswirkungen auf schulische, berufliche und soziale Funktionen haben. ADS wird oft als Unterform von ADHS ohne ausgeprägte Hyperaktivität betrachtet.
Die Störungen werden als multifaktorielle Erkrankungen verstanden, bei denen genetische, neurobiologische und Umweltfaktoren interagieren. Dazu zählen veränderte Dopamin- und Noradrenalin-Stoffwechselwege im Gehirn, Unterschiede in der Aktivität bestimmter Hirnareale (präfrontaler Kortex, Basalganglien) sowie psychosoziale Einflüsse wie Erziehungsstil oder Stressfaktoren in der frühen Kindheit.