Duale Ausbildung · 2 Jahre · HWKEinstieg ins Malerhandwerk mit Anschluss

Bauten- und Objektbeschichter/in: Ausbildung und Karriere

Wände streichen, Untergründe vorbereiten, Flächen beschichten – Bauten- und Objektbeschichterinnen und -beschichter arbeiten dort, wo Oberflächen geschützt und gestaltet werden. Zwei Jahre Ausbildung, ein vollwertiger Abschluss – und ein klarer Weg zum Maler und Lackierer.

2 Jahre
Zweijähriger Abschluss
Anschluss
Maler und Lackierer
Handwerk
Baustelle statt Werkstatt
RCA
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Bauten- und Objektbeschichter/in

Bauten- und Objektbeschichterinnen und -beschichter beschichten Flächen an Bauwerken: Sie richten die Baustelle ein, prüfen und bereiten Untergründe vor, spachteln und grundieren, tragen Anstriche und Beschichtungen auf, bringen Tapeten und Beläge an und führen einfache Instandsetzungen aus.

Ausbildungsdauer2 Jahre, Anschluss zum Maler und Lackierer möglich
LernortMalerbetrieb plus Berufsschule
RechtsgrundlageAusbildungsverordnung nach BBiG, Handwerksordnung
AbschlussGesellenprüfung Teil 1 nach zwei Jahren
VergütungBaugewerblicher Tarif, vergleichsweise gut
EinsatzorteMalerbetriebe, Bauunternehmen, Objektsanierung, Industrieanstrich
ZugangMeist Hauptschulabschluss
PerspektiveMaler und Lackierer, Vorarbeiter
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Gearbeitet wird auf wechselnden Baustellen – im Neubau, in der Sanierung, an Fassaden und in Innenräumen. Der Beruf ist körperlich fordernd: viel Stehen, Arbeiten über Kopf und auf Gerüsten.

01

Baustelle einrichten

Flächen abdecken, Gerüste nutzen und Arbeitsschutz sicherstellen.

02

Untergründe prüfen

Tragfähigkeit, Feuchte und Haftung beurteilen und Mängel melden.

03

Vorbereiten

Reinigen, Schleifen, Spachteln, Ausbessern und Grundieren.

04

Beschichten

Anstriche und Beschichtungen rollen, streichen und spritzen.

05

Beläge anbringen

Tapeten, Dämmplatten und Beläge ansetzen und verkleben.

06

Nacharbeiten

Flächen prüfen, ausbessern und die Baustelle räumen.

Stufenausbildung

Zwei Jahre – und dann weiter zum Maler und Lackierer

Der Beruf ist als erster Teil einer Stufenausbildung angelegt: Nach zwei Jahren steht ein vollwertiger Abschluss; wer weitermacht, absolviert das dritte Jahr zum Maler und Lackierer – die Zeit wird vollständig angerechnet.

Der Untergrund entscheidet

Eine Beschichtung hält nur so gut wie der Untergrund darunter. Prüfen, reinigen, spachteln und grundieren machen deshalb einen großen Teil der Arbeit aus – auch wenn man das Ergebnis später nicht sieht.

Baugewerblicher Tarif

Anders als in vielen zweijährigen Berufen ist die Vergütung hier vergleichsweise gut, weil im Baugewerbe tarifliche Regelungen greifen. Fragen Sie nach der Tarifbindung des Betriebs.

Guter Weg bei schwächerem Zeugnis

Der Zugang ist offen, meist genügt der Hauptschulabschluss. Wer im Betrieb überzeugt, setzt das dritte Jahr an – ein realistischer Weg zum vollen Gesellenbrief.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den zwei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung vermittelt Untergrundbeurteilung, Beschichtungstechnik und Baustellenpraxis in kompakter Form.
01

Untergrundkunde

Putz, Beton, Holz, Metall, Gipskarton und ihre Eigenschaften.

02

Beschichtungsstoffe

Dispersionen, Lacke, Grundierungen, Bindemittel und Verarbeitung.

03

Vorbereitungstechnik

Reinigen, Schleifen, Spachteln, Ausbessern und Grundieren.

04

Auftragsverfahren

Streichen, Rollen, Spritzen und Werkzeugpflege.

05

Tapezier- und Klebetechnik

Tapeten, Beläge, Klebstoffe und Ansatzfolge.

06

Farb- und Gestaltungslehre

Farbwirkung, Mischung und einfache Gestaltungstechniken.

07

Baustelle und Gerüst

Einrichtung, Absturzsicherung, Leitern und Gerüstnutzung.

08

Sicherheit und Umwelt

Gefahrstoffe, Absaugung, Entsorgung und Arbeitsschutz.

Selbstcheck

Passt der Beruf zu mir?

Der Beruf verlangt Sorgfalt, körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit. Wer praktisch arbeiten will, findet einen soliden Einstieg. Ob Ihr Interessen- und Fähigkeitsprofil tatsächlich zu diesen Anforderungen passt, lässt sich in einer Berufsberatung objektiv klären – mit validierten Testverfahren statt mit Bauchgefühl.

Formale Voraussetzungen

  • Meist Hauptschulabschluss ausreichend
  • Handwerkliches Geschick
  • Schwindelfreiheit für Gerüstarbeiten
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Normales Farbsehen
  • Keine Allergien gegen Lösemittel

Persönliche Eigenschaften

  • Sorgfalt bei der Untergrundvorbereitung
  • Körperliche Ausdauer bei Überkopfarbeit
  • Sauberkeit auf der Baustelle
  • Zuverlässigkeit bei Terminen
  • Teamfähigkeit in der Kolonne
  • Bereitschaft zur Weiterqualifikation
R
C
A

RIASEC-Profil: RCA – Realistic · Conventional · Artistic

Der Beruf verbindet körperlich-handwerkliche Arbeit am Bau (R) mit norm- und verarbeitungsgebundener Ausführung (C) sowie einem Bezug zu Farbe und Oberflächenwirkung (A).

Nach der Aufstockung zum Maler und Lackierer wächst das A deutlich. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest.

Einstieg ins Malerhandwerk?

Zwei Jahre mit klarem Anschluss. Der Berufswahltest hilft weiter.

Berufswahltest starten →
Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Die Vergütung folgt dem baugewerblichen Tarif und liegt im Vergleich zweijähriger Berufe gut.

Vergütung und Rahmenbedingungen

Merkmal
Ausgestaltung
Hinweis
Bedeutung
Baugewerblicher Tarif
Maler- und Lackiererhandwerk
in tarifgebundenen Betrieben
deutlich über Minimum
Anschluss
drittes Jahr zum Gesellen
volle Anrechnung
zentrale Perspektive
Zugang
meist Hauptschulabschluss
offener Einstieg
guter Startpunkt
Gesetzliches Minimum 2026
724 / 854 €
nach § 17 BBiG
wird überschritten

Klären Sie vor Vertragsschluss, ob der Betrieb den Maler und Lackierer ausbildet und die Fortsetzung im dritten Jahr zusagt. Ohne diesen Anschluss bleiben Vergütung und Aufstiegschancen deutlich begrenzt.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Mit dem zweijährigen Abschluss sind Sie auf der Baustelle einsetzbar. Deutlich besser stehen Sie nach dem dritten Jahr zum Gesellen – dort öffnen sich Gestaltung, Sanierung und der Meisterweg.

Nach 2 Jahren
baugewerblicher Tarif
In der Ausführung
Nach dem 3. Jahr
höher
Als Maler und Lackierer
Vorarbeiter oder Meister
oberes Segment
Mit Kolonnenverantwortung
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Zwei Jahre bis zum Abschluss

Die zweijährige Ausbildung führt von Untergrundkunde und Vorbereitung bis zur eigenständigen Beschichtung.

1. Jahr

Grundlagen

Untergründe, Werkzeuge, Vorbereitung und Arbeitssicherheit.

Praxis

Erste Flächen

Spachteln, Grundieren und Streichen unter Anleitung.

2. Jahr

Beschichtung und Belag

Auftragsverfahren, Tapezieren, Farbgestaltung und Gerüst.

Abschluss

Gesellenprüfung Teil 1

Praktische Aufgaben sowie schriftliche Teile.

Optional

Drittes Jahr

Fortsetzung zum Maler und Lackierer.

Perspektiven

Karrierewege: Geselle, Vorarbeiter, Meister

Der entscheidende Schritt ist das dritte Ausbildungsjahr – danach steht der ganze Handwerksweg offen. Welcher dieser Wege zu Ihnen passt, hängt von Interessen, Belastbarkeit und Lebensplanung ab – und genau das ist Gegenstand einer Berufsberatung.

Maler und Lackierer werden

Der entscheidende Schritt.

  • Drittes Ausbildungsjahr
  • Voller Gesellenbrief
  • Gestaltung und Sanierung
  • Grundlage für den Meister

Fachlich spezialisieren

Gefragte Vertiefungen.

  • Fassaden und Wärmedämmung
  • Industrie- und Korrosionsschutz
  • Bodenbeschichtungen
  • Trockenbau und Innenausbau

Führung auf der Baustelle

Der praktische Weg.

  • Vorarbeiter/in
  • Kolonnenführung
  • Aufmaß und Materialdisposition
  • Einweisung neuer Kolleginnen

Meister und Fortbildung

Nach dem Gesellenbrief.

  • Maler- und Lackierermeister/in
  • Ausbildungsberechtigung
  • Techniker/in Farbtechnik
  • Betriebswirt/in im Handwerk
Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Ein solider Einstieg ins Handwerk mit gutem Tarif – als Endpunkt jedoch begrenzt.

Was für den Beruf spricht

  • Baugewerblicher Tarif schon im zweijährigen Beruf
  • Zugang meist mit Hauptschulabschluss
  • Volle Anrechnung auf den Gesellenbrief
  • Sichtbares Arbeitsergebnis
  • Abwechslung durch wechselnde Baustellen
  • Handwerk mit stabiler Nachfrage

Was Sie wissen sollten

  • Körperlich fordernd, viel Überkopfarbeit
  • Arbeiten auf Gerüsten und in Höhe
  • Witterungsabhängigkeit bei Außenarbeiten
  • Umgang mit Lösemitteln und Staub
  • Begrenzte Aufgaben ohne drittes Jahr
  • Fahrzeiten zu wechselnden Baustellen
Abgrenzung

Bauten- und Objektbeschichter vs. Maler und Lackierer vs. Stuckateur

Drei Ausbauberufe im Vergleich.

Kriterium
Bauten- und Objektbeschichter/in
Maler/in und Lackierer/in
Stuckateur/in
Dauer
2 Jahre
3 Jahre
3 Jahre
Gestaltungsanteil
gering
hoch
hoch
Aufgabenbreite
schmal
breit
breit
Kundenkontakt
gering
hoch
hoch
Anschluss
Maler und Lackierer
Meister
Meister
Meisterpflicht für Betrieb
entfällt
ja
ja
RIASEC-Profil
RCA
RCA
RCA
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Wirtschaftlich ist dieser zweijährige Beruf attraktiver als viele andere, weil im Baugewerbe tarifliche Regelungen greifen. Entscheidend bleibt aber der Anschluss: Klären Sie vor Vertragsschluss, ob der Betrieb das dritte Jahr zum Maler und Lackierer zusagt. Ohne den vollen Gesellenbrief bleiben Ihre Möglichkeiten deutlich begrenzt.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

„Ein Grundsatz, den man in diesem Beruf schnell lernt: Eine Beschichtung hält nur so gut wie der Untergrund darunter. Prüfen, reinigen, spachteln, grundieren – das macht einen großen Teil der Arbeit aus, obwohl man es am Ende nicht sieht. Wer diese unsichtbare Sorgfalt ernst nimmt, wird im Betrieb schnell geschätzt.“

Häufige Fragen

Bauten- und Objektbeschichter/in – FAQ

Ja – und das ist ausdrücklich vorgesehen. Der Beruf ist der erste Teil einer Stufenausbildung: Nach zwei Jahren legen Sie die Gesellenprüfung Teil 1 ab. Wer das dritte Jahr anschließt, erwirbt den vollen Gesellenbrief als Maler und Lackierer. Voraussetzung ist, dass der Betrieb diesen Beruf ausbildet.

Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Handwerk gelten häufig Innungstarife, die darüber liegen; die Unterschiede zwischen Gewerken und Regionen sind allerdings erheblich.

Weil davon die Haftung und Haltbarkeit abhängt. Ein Anstrich auf einem sandenden, feuchten oder fettigen Untergrund blättert ab – unabhängig von der Qualität der Farbe. Deshalb wird der Untergrund geprüft, gereinigt, ausgebessert und grundiert. Diese Arbeit ist später unsichtbar, entscheidet aber über das Ergebnis.

Spürbar – besonders bei Arbeiten im Freien. Viele Beschichtungen und Abdichtungen dürfen nur bei bestimmten Temperaturen und Luftfeuchtewerten ausgeführt werden; Frost, Regen und starke Sonne verzögern Arbeiten oder machen sie unmöglich. Betriebe planen deshalb Innenarbeiten für die kalte Jahreszeit ein. Rechnen Sie dennoch mit einem ausgeprägten Jahresrhythmus.

Fordernd. Gearbeitet wird überwiegend im Stehen, oft über Kopf und auf Leitern und Gerüsten – das belastet Schultern, Nacken und Rücken. Hinzu kommen das Tragen von Material und der Umgang mit Staub und Lösemitteln. Schwindelfreiheit ist Voraussetzung, ebenso gute Grundkondition.

Ein Voranstrich, der den Untergrund für die Beschichtung vorbereitet. Je nach Fall bindet sie sandende Flächen ab, reduziert ein zu starkes Saugvermögen oder verbessert die Haftung auf glatten Untergründen. Ohne passende Grundierung zieht die Farbe ungleichmäßig ein oder hält nicht – das Ergebnis wird fleckig oder blättert ab.

Die Aufgabenbreite. Der zweijährige Beruf konzentriert sich auf Untergrundvorbereitung und Beschichtung. Der dreijährige Maler und Lackierer umfasst zusätzlich Gestaltung, Farbberatung, Sanierungstechniken und Kundenkontakt – und führt zum vollen Gesellenbrief, der Voraussetzung für den Meister ist.

Auf wechselnden Baustellen: im Neubau und vor allem in der Sanierung, in Wohnungen, Bürogebäuden, Schulen und an Fassaden. Arbeitgeber sind Malerbetriebe, Bauunternehmen und Objektdienstleister; manche Betriebe sind auf Industrieanstrich oder Bodenbeschichtungen spezialisiert.

Meist genügt ein Hauptschulabschluss – der Beruf ist als zugänglicher Einstieg angelegt. Wichtiger als Noten sind handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und Schwindelfreiheit. Voraussetzung sind zudem normales Farbsehen und keine Allergien gegen Lösemittel.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

Ein solider Einstieg ins Handwerk mit klarem Anschluss. Ob das Profil passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Ausbildungsverordnung Bauten- und Objektbeschichter/in nach dem Berufsbildungsgesetz; zweijährige duale Ausbildung als erster Teil einer Stufenausbildung.
  • Anschluss: Fortsetzung im dritten Ausbildungsjahr zum Maler und Lackierer mit vollständiger Anrechnung der bisherigen Ausbildungszeit.
  • Fachlicher Kern: Beurteilung und Vorbereitung des Untergrunds als Voraussetzung für Haftung und Haltbarkeit der Beschichtung.
  • Tarifsituation: baugewerbliche Tarifverträge des Maler- und Lackiererhandwerks mit Vergütungen oberhalb der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 € für die ersten beiden Jahre).
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.