Duales Handwerk · ZulassungspflichtigTarifvergütung 1.610 € im 3. Lehrjahr

Stuckateur/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere

Stuckateure verbinden energetische Sanierung mit gestalterischem Handwerk: Wärmedämmung, Putz, Trockenbau und Stuckrestaurierung in einem Beruf. Die Tarifvergütung gehört zu den höchsten überhaupt – 1.610 Euro im dritten Lehrjahr. Wir zeigen Aufgaben, Vergütung, die Neuordnung ab August 2026 und die Karrierewege.

Neuordnung
Der Ausbildungsberuf Stuckateur/in wurde neu geordnet: Ab dem 1. August 2026 gilt eine modernisierte Ausbildungsordnung – mit neuer Struktur, gemeinsamem Grundjahr und mehr Durchlässigkeit zwischen den Bauberufen. Alle modernisierten Ausbildungsberufe 2025/26 im Überblick →
3 Jahre
Duale Ausbildung im Ausbaugewerbe
1.122–1.610 €
Tarifvergütung ab 01.04.2026
Anlage A
Zulassungspflichtig, Meisterpflicht
RCA
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Stuckateur/in

Stuckateurinnen und Stuckateure verputzen Wände und Decken, bringen Wärmedämmverbundsysteme an, bauen Trockenbaukonstruktionen und stellen Stuckelemente her oder restaurieren sie. Der Beruf verbindet damit energetische Gebäudesanierung, Innenausbau und gestaltendes Handwerk – eine ungewöhnlich breite Kombination. Er gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A.

Stuckateur/in: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Der Beruf steht 2025 unter Beobachtung der Bundesagentur für Arbeit. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 3.473 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

BerufStuckateur/in
Ausbildungsdauer3 Jahre, Stufenausbildung möglich
AusbildungsvergütungTariflich 1.122 / 1.351 / 1.610 € ab 01.04.2026
Medianentgelt im Beruf3.473 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 3.060 bis 3.936 €), Bundesagentur für Arbeit
ZugangFormal keiner, praktisch Hauptschulabschluss
Abschluss und PrüfungGesellenprüfung vor der Handwerkskammer
LernorteStuckateurbetrieb, überbetriebliche Ausbildungsstätte, Berufsschule
RechtsgrundlageAusbildungsverordnung nach BBiG, neu geordnet ab 01.08.2026
RIASEC-InteressencodeRCA
KI-Risiko29 Prozent automatisierbar, Platz 361 von 478
Fachkräftelagelaut Bundesagentur für Arbeit unter Beobachtung (2025)
Neue Ausbildungsverträge 2025450 (BIBB)
ZukunftsscoreNote B+, 68 von 100
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Der Alltag wechselt zwischen großflächiger Arbeit und Detailarbeit: An einem Tag wird eine Fassade gedämmt, am nächsten ein Gesims restauriert. Viel wird über Kopf gearbeitet, mit Material, das schwer ist und abbindet – Tempo und Sorgfalt müssen zusammenpassen.

01

Putz auftragen und gestalten

Innen- und Außenputz maschinell oder von Hand auftragen, abziehen, filzen und strukturieren – die Oberfläche ist das sichtbare Ergebnis.

02

Wärmedämmung anbringen

Wärmedämmverbundsysteme montieren, armieren und beschichten – der wichtigste Beitrag des Berufs zur energetischen Sanierung.

03

Trockenbau ausführen

Ständerwerk stellen, Beplankungen anbringen, abgehängte Decken bauen und Anschlüsse ausbilden.

04

Stuck herstellen und restaurieren

Profile ziehen, Formen abnehmen, Zierelemente gießen und historischen Stuck ergänzen oder wiederherstellen.

05

Untergründe beurteilen

Tragfähigkeit, Feuchte und Ebenheit prüfen, Vorbehandlung festlegen und Schäden beurteilen.

06

Akustik und Brandschutz umsetzen

Schallschutzkonstruktionen und brandschutztechnische Bekleidungen fachgerecht ausführen und dokumentieren.

Tarif & Neuordnung

Bautarif, Meisterpflicht und eine neue Ausbildungsordnung

Stuckateure profitieren von der Tarifstruktur der Bauwirtschaft: Die Ausbildungsvergütung liegt seit dem 1. April 2026 bundeseinheitlich bei 1.122, 1.351 und 1.610 Euro. Als Handwerk der Anlage A gilt zudem die Meisterpflicht. Zum 1. August 2026 wird auch dieser Beruf im Rahmen der Neuordnung der Bauberufe neu geregelt.

Energetische Sanierung als Kerngeschäft

Wärmedämmverbundsysteme sind ein zentrales Arbeitsfeld. Die Sanierung des Gebäudebestands ist eine Daueraufgabe – das sichert die Auftragslage langfristig.

Restaurierung als Nische

Historischer Stuck erfordert besondere Kenntnisse. Wer sich in Restaurierung und Denkmalpflege spezialisiert, arbeitet in einer knappen und gut vergüteten Nische.

Neuordnung ab August 2026

Gestreckte Abschlussprüfung mit 40 Prozent Gewichtung von Teil 1, Anrechnungsmodell für zweijährige Berufe und Lehrpläne mit stärkerem Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung verbindet Putztechnik, Bauphysik, Trockenbau und Gestaltung. Diese Breite unterscheidet den Beruf von allen anderen Ausbauhandwerken.
01

Putz- und Mörteltechnik

Kalk-, Zement-, Gips- und Lehmputze, Bindemittel, Auftragsverfahren und Oberflächengestaltung.

02

Bauphysik

Wärme-, Feuchte- und Schallschutz, Taupunkt und Diffusion – die Grundlage jeder Dämmmaßnahme.

03

Wärmedämmverbundsysteme

Dämmstoffe, Befestigung, Armierung, Beschichtung und Detailausbildung an Anschlüssen.

04

Trockenbau

Ständerkonstruktionen, Beplankung, abgehängte Decken, Anschlüsse und Fugenausbildung.

05

Stucktechnik

Profile ziehen, Formenbau, Guss und Ergänzung historischer Elemente.

06

Schall- und Brandschutz

Konstruktionsprinzipien, Materialauswahl und normgerechte Ausführung mit Nachweis.

07

Untergrundbeurteilung

Tragfähigkeit, Feuchte, Altputze und Sanierungsbedarf beurteilen und Vorbehandlung festlegen.

08

Arbeitssicherheit

Gerüstnutzung, Absturzsicherung, Umgang mit Stäuben und Bindemitteln, persönliche Schutzausrüstung.

Selbstcheck

Passt dieser Beruf zu dir?

Der Beruf verlangt körperliche Belastbarkeit und gestalterisches Gespür zugleich. Wer nur dämmen will, findet den Stuckanteil mühsam; wer nur gestalten will, unterschätzt die großflächige Arbeit. Die Kombination macht den Reiz aus. Wer unsicher ist, ob das eigene Profil zu diesen Anforderungen passt, gewinnt in einer individuellen Berufsberatung Klarheit – auf Basis diagnostischer Verfahren statt subjektiver Einschätzung.

Formale Voraussetzungen

  • Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
  • In der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss
  • Solide Mathematikkenntnisse für Flächen und Mengen
  • Handwerkliches Geschick und Sinn für Oberflächen
  • Körperliche Eignung für Überkopfarbeit und schweres Material
  • Schwindelfreiheit für Gerüstarbeiten

Persönliche Eigenschaften

  • Körperliche Belastbarkeit – viel Arbeit über Kopf
  • Gefühl für Oberflächen und Proportionen
  • Zügiges, aber sorgfältiges Arbeiten – Material bindet ab
  • Sorgfalt bei Dämmung und Anschlüssen
  • Teamfähigkeit auf der Baustelle
  • Interesse an historischer Bausubstanz für die Restaurierung
R
C
A

RIASEC-Profil: RCA – Realistic · Conventional · Artistic

Der Beruf verbindet körperlich-handwerkliches Arbeiten (R) mit normgebundener bauphysikalischer Ausführung (C) und gestalterischem Anspruch bei Oberflächen und Stuck (A).

Das A ist bei diesem Beruf ungewöhnlich stark für ein Bauhandwerk: Eine Putzoberfläche und ein gezogenes Profil sind Gestaltungsleistungen. Wer dafür kein Gefühl hat, bleibt beim Dämmen stehen. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.

Ausbau mit Gestaltung – welcher Weg?

Stuckateur, Fliesenleger oder Maler: drei Ausbauberufe mit unterschiedlicher Vergütung und Gestaltungstiefe. Der Berufswahltest hilft weiter.

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Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Stuckateure profitieren von der Tarifstruktur der Bauwirtschaft – die Ausbildungsvergütung liegt deutlich über der vieler anderer Ausbauberufe und ist seit April 2026 bundesweit einheitlich.

Tarifvergütung ab 01.04.2026

Ausbildungsjahr
Tarifvergütung
Gesetzliches Minimum 2026
Differenz
1. Ausbildungsjahr
1.122,00 €
724 €
+ 398 €
2. Ausbildungsjahr
1.351,00 €
854 €
+ 497 €
3. Ausbildungsjahr
1.610,00 €
977 €
+ 633 €
Nicht tarifgebunden
mindestens 80 % des Tarifs
nach § 17 BBiG
Schutzregel beachten

Die Werte gelten für tarifgebundene Betriebe, Stand 1. April 2026. Wichtig: Fällt das Ausbildungsverhältnis in den Geltungsbereich eines Tarifvertrags, ohne dass der Betrieb daran gebunden ist, darf er die tarifliche Vergütung um höchstens 20 Prozent unterschreiten – er muss also mindestens 80 Prozent zahlen.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung liegt das Gehalt im oberen Bereich der Ausbauberufe. Besonders gefragt sind Fachkräfte für Wärmedämmverbundsysteme, Schall- und Brandschutz sowie Stuckrestaurierung. Der Weg über Vorarbeiter und Polier ist tariflich geregelt; den größten Sprung bringt der Meisterbrief, der zugleich Voraussetzung für einen eigenen Betrieb ist.

Einstieg
oberes Ausbauniveau
Tarifabhängig
Spezialisiert
deutlich höher
Dämmung, Brandschutz, Restaurierung
Meister
oberes Segment
Betriebsleitung oder eigener Betrieb
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Putz, Dämmung, Stuck

Die dreijährige Ausbildung verbindet Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte. Mit der Neuordnung ab August 2026 zählt Teil 1 der Abschlussprüfung mit 40 Prozent zur Endnote.

1. Jahr

Grundlagen und Putztechnik

Baustoffe, Mörtel, Untergrundbeurteilung, erste Putzflächen und Arbeitssicherheit auf dem Gerüst.

2. Jahr

Dämmung und Trockenbau

Wärmedämmverbundsysteme, Ständerkonstruktionen, abgehängte Decken, Bauphysik.

Prüfungsteil 1

Im 2. Ausbildungsjahr

Mit der Neuordnung ab August 2026 fließt dieser Teil bereits mit 40 Prozent in die Abschlussnote ein.

3. Jahr

Stuck und Sonderleistungen

Profile ziehen, Formenbau, Restaurierungstechniken, Schall- und Brandschutz, eigenständige Ausführung.

Abschluss

Gesellenprüfung

Praktische Prüfungsstücke einschließlich Stuckarbeit, schriftliche Teile und Fachgespräch.

Perspektiven

Karrierewege: Meister, Restaurator, Energieberatung

Der Beruf bietet zwei sehr unterschiedliche Spezialisierungsrichtungen: die energetische Sanierung mit Anschluss an Energieberatung und die Restaurierung historischer Bausubstanz. Beide sind knapp besetzt. Welche dieser Richtungen die richtige ist, lässt sich früh klären: Eine Berufsberatung ordnet Neigungen, Stärken und Lebensplanung zu einem tragfähigen Weg.

Meisterprüfung

Voraussetzung für einen eigenen Betrieb und der größte Gehaltssprung.

  • Stuckateurmeister/in
  • Aufstiegs-BAföG als Förderweg
  • Ausbildereignung (AEVO)
  • Betriebswirt des Handwerks

Fachlich spezialisieren

Zwei starke Richtungen mit sehr unterschiedlichem Profil.

  • Wärmedämmverbundsysteme
  • Schall- und Brandschutz
  • Stuckrestaurierung und Denkmalpflege
  • Lehmbau und ökologische Putze

Verantwortung übernehmen

Auf der Baustelle führt der Weg über Vorarbeit und Kalkulation.

  • Vorarbeiter/in oder Polier/in
  • Aufmaß und Kalkulation
  • Bauleitung
  • Restaurator/in im Handwerk

Beratung und Studium

Der Beruf ist eine gute Grundlage für Energieberatung und Bautechnik.

  • Gebäudeenergieberater/in
  • Staatlich geprüfte/r Techniker/in Bautechnik
  • B.Eng. Bauingenieurwesen
  • Bauphysik und Sanierung
Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Stuckateur ist einer der vielseitigsten Bauberufe: energetisch relevant, gestalterisch anspruchsvoll und tariflich sehr gut vergütet. Die Belastung liegt in der Überkopfarbeit und im Materialgewicht.

Was für den Beruf spricht

  • Sehr hohe Tarifvergütung – 1.610 € im dritten Lehrjahr
  • Seit April 2026 bundesweit einheitliche Vergütung
  • Ungewöhnlich breites Berufsbild von Dämmung bis Stuck
  • Energetische Sanierung sichert die Auftragslage langfristig
  • Restaurierung als anspruchsvolle und knappe Nische
  • Meisterpflicht schützt den Markt

Was Sie wissen sollten

  • Viel Überkopfarbeit – hohe Belastung für Schultern und Nacken
  • Schweres Material und Arbeiten auf Gerüsten
  • Zeitdruck durch abbindende Baustoffe
  • Staubbelastung erfordert konsequenten Atemschutz
  • Saisonale Schwankungen bei Fassadenarbeiten
  • Nicht alle Betriebe sind tarifgebunden
Abgrenzung

Stuckateur vs. Maler vs. Trockenbaumonteur

Drei Ausbauberufe mit Überschneidungen – und deutlich unterschiedlicher Breite und Vergütung.

Kriterium
Stuckateur
Maler und Lackierer
Trockenbaumonteur
Berufsbild
Putz, Dämmung, Stuck, Trockenbau
Beschichtung und Gestaltung
Trockenbaukonstruktionen
Tarifvergütung
sehr hoch
mittel
hoch
Gestaltungsanteil
hoch
sehr hoch
gering
Energetischer Bezug
sehr hoch
mittel
mittel
Überkopfarbeit
sehr viel
viel
viel
Meisterpflicht
ja
ja
nein
RIASEC-Profil
RCA
RAC
RCE
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Stuckateur ist der Bauberuf mit der größten inhaltlichen Breite: Sie dämmen Fassaden, bauen Trockenbaukonstruktionen und ziehen Stuckprofile – alles in einem Beruf. Dazu die Tarifvergütung der Bauwirtschaft mit 1.610 Euro im dritten Lehrjahr. Wer sich in energetischer Sanierung spezialisiert, hat zudem einen naheliegenden Weg zur Gebäudeenergieberatung – das ist eine körperlich entlastende Perspektive.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

„Bei diesem Beruf achte ich besonders auf die Schulter- und Nackenbelastung. Überkopfarbeit ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wer das gut verträgt, findet einen sehr befriedigenden Beruf mit sichtbarem Ergebnis. Wer bereits in der Jugend Rücken- oder Schulterprobleme hat, sollte ehrlich prüfen, ob ein anderer Ausbauberuf besser passt – oder früh Richtung Meister und Bauleitung planen.“

Zukunftsprofil

Zukunftsaussichten Stuckateur/in: Wie robust ist der Beruf?

Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.

B+Zukunftsscore 68 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko29 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 361 von 478 Berufen · geringe Automatisierbarkeit
FachkräftelageUnter BeobachtungBA-Engpassanalyse 2025 · Berufe für Stuckateurarbeiten (Fachkräfte) · 2,8 Arbeitsuchende je gemeldete Stelle · Vakanzzeit 138 Tage
Neue Ausbildungsverträge 2025450BIBB, Stichtag 30. September · gegenüber 2024 +7,9 % · gegenüber 2019 -0,7 %
Ausbildungsmarkt138unbesetzte Ausbildungsplätze 2025 · dazu 15 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber · Stellenüberhang 29,9 % der Nachfrage

Dieser Beruf gehört zu den robusteren im Vergleich. Der Kern der Arbeit besteht aus Tätigkeiten, die sich schlecht in Regeln fassen lassen: Handarbeit am Objekt, Arbeit an und mit Menschen oder Entscheidungen unter wechselnden Bedingungen. Software übernimmt hier vor allem Dokumentation und Planung, nicht die Tätigkeit selbst. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Berufsgruppe „Berufe für Stuckateurarbeiten“ 2025 nicht als Engpassberuf, aber unter Beobachtung – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 2,8 Arbeitsuchende. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt leicht unter dem Niveau von 2019.

Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.

Häufige Fragen

Stuckateur/in – FAQ

Die Vergütung folgt der Tarifstruktur der Bauwirtschaft und beträgt seit dem 1. April 2026 bundeseinheitlich 1.122 € im ersten, 1.351 € im zweiten und 1.610 € im dritten Ausbildungsjahr. Damit zählt sie zu den höchsten aller Ausbildungsberufe. Nicht tarifgebundene Betriebe müssen mindestens 80 Prozent der tariflichen Vergütung zahlen, wenn das Ausbildungsverhältnis in den Geltungsbereich des Tarifvertrags fällt.

Zum 1. August 2026 treten neue Ausbildungsordnungen für die Berufe der Bauwirtschaft in Kraft: 16 dreijährige und drei zweijährige Berufe. Die wichtigsten Änderungen sind die gestreckte Abschlussprüfung in den dreijährigen Berufen – Teil 1 im zweiten Ausbildungsjahr fließt bereits mit 40 Prozent in die Abschlussnote ein –, ein Anrechnungsmodell für den Übergang von zweijährigen in dreijährige Ausbildungen sowie modernisierte Lehrpläne mit stärkerer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Arbeitsschutz und Digitalisierung.

Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Sie darf nie unterschritten werden. Nicht tarifgebundene Betriebe dürfen eine einschlägige Tarifvergütung um höchstens 20 Prozent unterschreiten – sie müssen also mindestens 80 Prozent zahlen.

Deutlich mehr, als der Name vermuten lässt. Der Beruf umfasst Innen- und Außenputz, Wärmedämmverbundsysteme, Trockenbau, Schall- und Brandschutz sowie Stuckherstellung und -restaurierung. Der Dämmungsanteil ist heute größer als der Stuckanteil – der Beruf ist einer der wichtigsten Träger der energetischen Gebäudesanierung.

Das hängt stark vom Betrieb ab. In der Breite dominieren Putz, Dämmung und Trockenbau; Stuckarbeiten und Restaurierung sind eine Spezialisierung, die vor allem Betriebe mit Schwerpunkt Altbausanierung und Denkmalpflege ausführen. Wer daran interessiert ist, sollte bei der Betriebswahl gezielt nach Restaurierungsprojekten fragen – die Nische ist knapp besetzt und gut vergütet.

Erheblich. Deckenputz, abgehängte Decken und Fassadenarbeiten auf dem Gerüst bedeuten dauerhafte Belastung für Schultern, Nacken und Rücken. Hinzu kommt schweres Material und Zeitdruck durch abbindende Baustoffe. Hebehilfen, Arbeitsrotation und konsequenter Atemschutz gegen Staub sind deshalb Berufsvorsorge, kein Komfort.

Sehr gute. Die Sanierung des Gebäudebestands ist eine langfristige Aufgabe, und Wärmedämmverbundsysteme sind ein Kernarbeitsfeld des Berufs. Wer sich hier spezialisiert, kann später zur Gebäudeenergieberatung weitergehen – eine fachlich anschlussfähige und körperlich deutlich entlastende Perspektive, die mit dem Meisterbrief besonders gut zugänglich ist.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und verbindet Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich; auch eine Stufenausbildung ist vorgesehen. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, die neben Putz- und Dämmarbeiten auch eine Stuckarbeit umfasst.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

Stuckateur verbindet energetische Sanierung mit gestaltendem Handwerk – bei hoher körperlicher Belastung und sehr guter Tarifvergütung. Ob das Profil passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Stuckateur nach dem Berufsbildungsgesetz; Neuordnung der Bauberufe mit Inkrafttreten zum 01.08.2026 (gestreckte Abschlussprüfung, Teil 1 mit 40 Prozent Gewichtung).
  • Tarifverträge der Bauwirtschaft: Ausbildungsvergütungen 1.122 / 1.351 / 1.610 € ab 01.04.2026, bundesweit einheitlich.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €) und zur 80-Prozent-Regel bei nicht tarifgebundenen Betrieben.
  • Handwerksordnung, Anlage A: Zulassungspflicht und Meisterpflicht für das Stuckateurhandwerk.
  • Handwerkskammern: Übersichten zu Ausbildungsvergütungen, Stand 2026.
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.
  • Hinweis: Die Tarifwerte gelten für tarifgebundene Betriebe. Angaben zum Einstiegsgehalt sind Orientierungswerte.