Gesundheits- und Pflegeberufe: Alle Ausbildungen im Überblick
Rund 30 anerkannte Gesundheits- und Pflegeberufe in Deutschland – von Medizinischer Fachangestellter (mit 16.680 Verträgen seit 2025 wieder F-Spitzenberuf) über die generalistische Pflegefachfrau/-mann bis hin zu spezialisierten Therapie- und Laborberufen. Wichtig: Die meisten Gesundheitsausbildungen sind schulisch (nicht dual) – mit eigenen Regeln, Schulgeld-Modellen und Tarifsystemen. Gemeinsames RIASEC-Profil: SCI. Krisensicher, systemrelevant und mit massivem Fachkräftemangel.
Was eint Gesundheits- und Pflegeberufe?
Gesundheits- und Pflegeberufe arbeiten direkt am und mit dem Menschen – durch medizinische Assistenz, Pflege, Therapie, Diagnostik oder Versorgung mit Hilfsmitteln. Sie sind systemrelevant, krisensicher und mit einem strukturellen Fachkräftemangel konfrontiert: Allein in der Pflege fehlen bis 2030 über 500.000 Fachkräfte. Wer hier eine Ausbildung absolviert, hat praktisch eine Job-Garantie.
Die Top-3 nach BIBB-Rangliste 2025 sind Medizinische Fachangestellte (16.680 Verträge, F-Platz 1), Zahnmedizinische Fachangestellte (16.206, F-Platz 2) und Pflegefachfrau/-mann (~13.000). Achten Sie auf einen wichtigen Unterschied: Während MFA, ZFA und die Pflegefachausbildung duale BBiG-Ausbildungen mit Vergütung sind, sind die meisten Therapie-, Laborassistenz- und Notfallberufe schulische Ausbildungen nach den Berufsgesetzen des Bundes – teilweise mit Schulgeld, teilweise vergütet.
Gemeinsame Kernkompetenzen
Empathie, Belastbarkeit, Hygiene-Bewusstsein, schnelle Auffassungsgabe, Sorgfalt bei Dokumentation, Teamfähigkeit, körperliche Fitness, gute Kommunikation mit Patienten und Angehörigen.
Pflegereform & Akademisierung
Seit 2020 ist die Pflegeausbildung generalistisch (Pflegeberufegesetz) – aus den drei alten Berufen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger wurde die Pflegefachfrau/-mann. Hebammen sind seit 2020 reines Studium. Auch Pflege selbst wird zunehmend akademisiert.
Tariflandschaft
Mehrere Tarifsysteme nebeneinander: TVöD-P (öff. Pflege), TVöD-K (Krankenhäuser), AVR-Caritas und AVR-Diakonie, Pflegekommission-Mindestentgelte (Privat-Pflege). Tarifgebundene Stellen zahlen deutlich besser als nicht-tarifgebundene.
Die ~28 Gesundheits- und Pflegeberufe in Deutschland
Sechs Untergruppen strukturieren das Feld. Berufe mit „Übersicht"-Badge haben eigene Detail-Subpage mit RIASEC, Gehalt und Karriere. Berufe mit „Geplant"-Badge folgen in den kommenden Wochen.
Medizinische Fachangestellte & Assistenz
4 BerufeMedizinische/r Fachangestellte/r (MFA)
Einer der populärsten Ausbildungsberufe in Deutschland mit ~14.500 Neuabschlüssen pro Jahr — und einer der ganz wenigen, in denen Frauen den überwiegenden Anteil stellen (~95%). Aufgaben: Patientenempfang, Terminkoordination, Blutabnahme, EKG, Wundversorgung, Hygiene, Praxisorganisation und Abrechnung. Hohe Nachfrage durch Hausarzt- und Facharzt-Praxen, MVZ sowie Kliniken. Karrierepfade führen über Praxismanagerin, MFA-Fortbildungen (z.B. Onkologie, Wund-, Hygiene-, Endoskopie-MFA) oder das Studium Medizinpädagogik.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 950–1.050 €/Monat (TVAöD bei Kliniken)
- Einstieg: 28.000–36.000 €/Jahr
- Senior nach 5 J.: 36.000–46.000 €/Jahr (Praxismanagerin 48.000+)
- Top-Arbeitgeber: Hausarztpraxen, Facharztpraxen, MVZ, Helios Kliniken, Asklepios, Charité
Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (ZFA)
Klassischer Gesundheitsberuf mit hoher Nachfrage — Zahnarztpraxen suchen permanent Personal. Aufgaben: Assistenz bei zahnärztlichen Behandlungen, Anfertigung von Röntgenaufnahmen, Prophylaxe, Patientenbetreuung, Abrechnung mit Kassen und privat (GOZ). Aufstiegsmöglichkeiten als Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP), Dental-Hygienikerin (DH) oder Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (ZMV) — DH-Spezialisten verdienen bis zu 60.000 €/Jahr. Mit Hochschulreife und passendem NC auch Zahnmedizin-Studium möglich.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 920–1.020 €/Monat
- Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
- Senior nach 5 J.: 34.000–48.000 €/Jahr (DH 50.000–62.000)
- Top-Arbeitgeber: Zahnarztpraxen, Zahnklinik-MVZ, Implantologie-Spezialpraxen, kfo-Kliniken
Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TFA)
Ähnliche Tätigkeit wie MFA, aber mit Vierbeinern als Patienten: Assistenz bei tierärztlichen Untersuchungen, OP-Vorbereitung, Pflege stationärer Tiere, Empfang von Tierhaltern, Anfertigung von Röntgenaufnahmen, Laboruntersuchungen, Praxismanagement. Stark wachsender Markt durch Heimtier-Boom und steigende Ausgaben für Veterinärmedizin. Klassische Karrierepfade als Praxismanagerin in Tierklinik oder Spezialisierung auf Reproduktionsmedizin, Onkologie oder Ernährungsberatung. Mit Hochschulreife auch Veterinärmedizin-Studium möglich.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SRC (Social · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 750–900 €/Monat
- Einstieg: 24.000–30.000 €/Jahr
- Senior nach 5 J.: 30.000–40.000 €/Jahr (Klinik-Praxismanagerin 42.000+)
- Top-Arbeitgeber: Tierarztpraxen, Tierkliniken, AniCura, Evidensia, Universitätskliniken Vet-Med
Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA)
Kaufmännischer Apotheken-Beruf: Warenwirtschaft, Bestellung und Lagerung von Arzneimitteln, Kundenberatung im Freiwahl-Bereich (OTC, Kosmetik, Tee), Rezeptabrechnung mit den Krankenkassen, Buchhaltung. Klare Abgrenzung zur PTA: PKA hat keine pharmazeutische Tätigkeit (kein Arzneimittel-Verkauf in Verschreibungspflicht, keine Rezeptur). Sehr gefragt durch wachsende Apothekenstruktur (Versandapotheken, Kette). Klassische Karriere als Filialleitung, Versandapotheke-Mitarbeiterin oder Großhandel-Spezialistin.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: CSR (Conventional · Social · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 800–950 €/Monat
- Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
- Senior nach 5 J.: 32.000–42.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Apotheken (Filialverbünde, Versand wie DocMorris, Shop Apotheke), Sanacorp, Phoenix
Pflege & Pflegehilfe
5 BerufePflegefachmann/-frau
Seit 2020 generalistischer Pflegeberuf (Pflegeberufereformgesetz) — hat die früheren drei Berufe Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege abgelöst. Im 3. Ausbildungsjahr Schwerpunktwahl: Akut-Pflege, Langzeit-Pflege (Senior), oder pädiatrische Pflege (Kind). Akute Nachfrage durch demografischen Wandel — Pflegekräfte werden überall händeringend gesucht, Pflegeberufekammer-Status seit 2024 für Berufstand. Karriere als Stationsleitung, Pflegeexperte, im Pflegestudium oder mit Heilkundeübertragung.
- Dauer: 3 Jahre dual (generalistisch)
- RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 1.190–1.260 €/Monat (TVAöD)
- Einstieg: 36.000–46.000 €/Jahr (+ Schichtzulagen)
- Stationsleitung: 52.000–68.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Charité, Helios, Asklepios, Sana, Vivantes, Diakonie, AWO, Caritas
Pflegefachassistent/in (Altenpflegehilfe)
Reform-Hinweis: Mit dem Pflegekompetenzgesetz ab 01.01.2027 wird die bislang landesrechtlich geregelte Ausbildung Altenpflegehilfe / Krankenpflegehilfe bundesweit zur generalistischen Pflegefachassistenz vereinheitlicht — 18 Monate, mit angemessener Ausbildungsvergütung. Aufgaben: Grundpflege (Körperpflege, Mobilisation), Hilfe bei Mahlzeiten, einfache Behandlungspflege, Dokumentation. Bietet idealen Einstieg in den Pflegeberuf mit Möglichkeit zur Aufstockung zur 3-jährigen Pflegefachperson.
- Dauer: 1,5 Jahre (ab 2027 bundeseinheitlich) bzw. 1–2 Jahre
- RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.200 €/Monat (ab 2027 bundeseinheitlich)
- Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
- Aufstieg: Aufstockung zur 3-jährigen Pflegefachperson
- Top-Arbeitgeber: Senioreneinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Diakonie, AWO, Caritas
Krankenpflegehelfer/in
Reform-Hinweis: Die landesrechtlich geregelte Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflegehilfe wird zum 01.01.2027 durch die bundesweit generalistische Pflegefachassistenz abgelöst (Pflegekompetenzgesetz). Bestehende Ausbildungen können bis 31.12.2029 abgeschlossen werden. Aufgaben: Mitwirkung bei Körperpflege, Vitalzeichen-Kontrolle, einfache Verbandwechsel, Lagerung, Mobilisation, Hygienemaßnahmen. Vor allem in Krankenhäusern und Rehakliniken eingesetzt. Brücke zur 3-jährigen Pflegefachperson-Ausbildung.
- Dauer: 1–2 Jahre (Landesrecht); ab 2027 bundeseinheitlich Pflegefachassistent
- RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.150 €/Monat (TVAöD-Pflege)
- Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
- Aufstieg: Aufstockung zur 3-jährigen Pflegefachperson
- Top-Arbeitgeber: Charité, Helios, Asklepios, kommunale Kliniken, Rehakliniken
Heilerziehungspfleger/in
Spezialisierter Pflege- und Sozialberuf für Menschen mit geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung aller Altersstufen. Aufgaben: pädagogische und pflegerische Begleitung, Förderung der Eigenständigkeit, Unterstützung bei schulischer oder beruflicher Eingliederung. Tätig in Werkstätten für behinderte Menschen, Wohnheimen, Tagesstätten, Schulen. Sehr gefragt durch Inklusions-Politik (UN-Behindertenrechtskonvention). Akute Personalnot wie in der Pflege. Karrierepfade als Wohnbereichsleitung, Einrichtungsleitung oder mit Studium Heilpädagogik / Soziale Arbeit.
- Dauer: 3 Jahre Fachschule (oft mit Praktikum)
- RIASEC: SAC (Social · Artistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 0–1.200 €/Monat (variiert: schulisch oft unvergütet, dual bei Trägern vergütet)
- Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr (TVöD-SuE)
- Senior nach 5 J.: 44.000–58.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Lebenshilfe, Bethel, Diakonie, AWO, Caritas, Werkstätten für behinderte Menschen
Heilerziehungspflegehelfer/in
Einjährige landesrechtlich geregelte Ausbildung als Einstiegsqualifikation für die Heilerziehungspflege. Aufgaben: Unterstützung bei der Begleitung von Menschen mit Behinderung im Alltag — Körperpflege, Mahlzeiten, Freizeitgestaltung, einfache pädagogische Förderung. Sehr gefragt durch akuten Personalmangel im Behindertenhilfe-Sektor. Ideal als Sprungbrett zur 3-jährigen Heilerziehungspfleger-Ausbildung mit deutlich höherer Vergütung und Verantwortung. Auch als Quereinstieg in den Sozialberuf bewährt.
- Dauer: 1 Jahr Fachschule
- RIASEC: SAC (Social · Artistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 0–900 €/Monat (häufig schulisch unvergütet)
- Einstieg: 26.000–32.000 €/Jahr
- Aufstieg: Aufstockung zur 3-jährigen Heilerziehungspflege
- Top-Arbeitgeber: Lebenshilfe, Diakonie, AWO, Caritas, Werkstätten, Wohngruppen, Tagesstätten
Rettung & Notfall
2 BerufeNotfallsanitäter/in
Höchste Qualifikationsstufe im nichtärztlichen Rettungsdienst seit 2014 (Notfallsanitätergesetz NotSanG): selbstständige Durchführung von erweiterten Maßnahmen wie i.v.-Zugang, Medikamentengabe, Defibrillation. Ablösung des früheren Rettungsassistenten. Sehr verantwortungsvoller, körperlich und mental fordernder Beruf mit Schichtdienst und 24h-Bereitschaft. Karrierepfade als Lehrkraft im Rettungsdienst, Wachenleiter, mit Studium auch zum Rettungswesen-Bachelor oder zur Pflegefachperson.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SRI (Social · Realistic · Investigative)
- Vergütung 1. LJ: 1.190–1.260 €/Monat (TVAöD)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr (+ Schicht-/Notfallzulagen)
- Wachenleitung/Senior: 50.000–65.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: DRK, Johanniter, Malteser, ASB, Berufsfeuerwehren, kommunale Rettungsdienste
Rettungssanitäter/in
Erste Qualifikationsstufe im Rettungsdienst (520 Stunden Lehrgang) — unter dem 3-jährigen Notfallsanitäter angesiedelt. Aufgaben: Krankentransport, Patientenbetreuung, Assistenz bei Notarzteinsätzen, Bedienung medizinischer Geräte (EKG, Sauerstoff). Ideal als Berufseinstieg in den Rettungsdienst oder berufsbegleitend neben Studium (häufig bei Medizinstudierenden). Klassischer Karrierepfad als Aufstockung zur 3-jährigen Notfallsanitäter-Ausbildung mit deutlich höherer Verantwortung und Vergütung.
- Dauer: 520 Std. (~3 Monate Vollzeit)
- RIASEC: SRI (Social · Realistic · Investigative)
- Vergütung: Lehrgangskosten ~2.000–3.500 €; Festanstellung nach Lehrgang
- Einstieg: 28.000–36.000 €/Jahr (+ Zulagen)
- Aufstieg: Aufstockung zum 3-jährigen Notfallsanitäter
- Top-Arbeitgeber: DRK, Johanniter, Malteser, ASB, kommunale Rettungsdienste, private Krankentransporte
Therapie & Rehabilitation
6 BerufePhysiotherapeut/in
Beliebter Therapieberuf mit ~15.000 Neuabschlüssen pro Jahr: Behandlung von Bewegungsstörungen, Schmerzen, Funktionsstörungen mit physikalischen Mitteln — Krankengymnastik, manuelle Therapie, Massagen, Lymphdrainage, Bewegungsbäder. Seit 2023 mit Ausbildungsvergütung und ohne Schulgeld (Gesundheitsberufe-Modernisierungsgesetz). Sehr Selbstständigkeit-freundlich — viele eröffnen eigene Praxis. Karrierepfade als Praxisinhaber, Sportphysiotherapeut bei Profivereinen oder mit Bachelor Physiotherapie / Sektoraler Heilpraktiker.
- Dauer: 3 Jahre Berufsfachschule (seit 2023 mit Vergütung)
- RIASEC: SIR (Social · Investigative · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.250 €/Monat (seit 2023 verpflichtend)
- Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr
- Senior/Praxisinhaber: 40.000–60.000 €/Jahr (eigene Praxis deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Physio-Praxen (selbstständig), Rehakliniken (Median, MEDIAN), Krankenhäuser, Profisport-Vereine
Ergotherapeut/in
Therapieberuf für Menschen mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit: Wiedererlernen alltäglicher Tätigkeiten nach Schlaganfall, Unfällen oder bei psychischen Erkrankungen, Förderung von Kindern mit Entwicklungsstörungen (z.B. ADHS, Autismus), Behandlung in der Geriatrie. Methoden: gezielte Übungen, Hilfsmittelanpassung, kognitives Training, Sensorische Integration. Seit 2023 mit verbindlicher Ausbildungsvergütung und ohne Schulgeld. Karriere als Ergo-Praxisinhaber oder mit Bachelor / Master Ergotherapie.
- Dauer: 3 Jahre Berufsfachschule (seit 2023 mit Vergütung)
- RIASEC: SAI (Social · Artistic · Investigative)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.250 €/Monat
- Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr
- Senior/Praxisinhaber: 40.000–58.000 €/Jahr (eigene Praxis deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Ergo-Praxen, Rehakliniken, psychiatrische Kliniken, Frühförderzentren, Schulen
Logopäde/-pädin
Therapieberuf für Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen aller Altersstufen: Sprachentwicklungsverzögerung bei Kindern, Stottern, Stimmstörungen, Aphasie nach Schlaganfall, Schluckstörungen (Dysphagie). Methoden: Artikulationstraining, Atem- und Entspannungsübungen, Sprachverständnistrainings, oft Game-based Learning. Seit 2023 mit Ausbildungsvergütung. Sehr Selbstständigkeit-freundlich — eigene Praxis nach Berufserfahrung üblich. Auch akademisch als Bachelor/Master Logopädie / Sprachtherapie möglich.
- Dauer: 3 Jahre Berufsfachschule (seit 2023 mit Vergütung)
- RIASEC: SAI (Social · Artistic · Investigative)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.250 €/Monat
- Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr
- Senior/Praxisinhaber: 40.000–58.000 €/Jahr (eigene Praxis deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Logopädie-Praxen, neurologische Rehakliniken, Sprachheilkindergärten, Sonderschulen
Diätassistent/in
Therapieberuf an der Schnittstelle Medizin und Ernährung: Beratung und Therapie von Patienten mit ernährungsbedingten Erkrankungen (Diabetes, Adipositas, Niereninsuffizienz, Allergien, Mangelernährung), Erstellung individueller Ernährungspläne, Schulungen in Kliniken und Praxen. Wachstumsmarkt durch Volkskrankheiten (Adipositas, Typ-2-Diabetes) und Präventionsgesetz. Seit 2023 mit Ausbildungsvergütung. Karriere als selbstständige Ernährungsberaterin (auch Franchise möglich) oder Bachelor Ernährungswissenschaften / Ökotrophologie.
- Dauer: 3 Jahre Berufsfachschule (seit 2023 mit Vergütung)
- RIASEC: SIC (Social · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.250 €/Monat
- Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr
- Senior/Selbstständigkeit: 38.000–55.000 €/Jahr (Berater 60.000+)
- Top-Arbeitgeber: Akutkliniken, Reha-Kliniken, Diabetesschwerpunkt-Kliniken, Ernährungsberatungen
Masseur und med. Bademeister/in
Klassischer Heilhilfsberuf für Massagen und physikalische Therapie: klassische Massage, Reflexzonenmassage, Bindegewebsmassage, manuelle Lymphdrainage, Hydrotherapie (Bäder, Güsse), Elektrotherapie. Häufig als Sprungbrett zur Physiotherapie-Ausbildung (Anrechnung möglich) oder Spezialisierung in Wellness- und Gesundheitshotels. Seit 2023 mit Ausbildungsvergütung. Sehr Selbstständigkeit-freundlich — eigene Massage-Praxis weit verbreitet. Wachstumsmarkt durch Wellness-Trend und Burnout-Prävention.
- Dauer: 2,5 Jahre Berufsfachschule (seit 2023 mit Vergütung)
- RIASEC: SRC (Social · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 900–1.150 €/Monat
- Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
- Senior/Selbstständigkeit: 32.000–48.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Massage-Praxen, Rehakliniken, Kurkliniken, Wellnesshotels, eigene Praxis
Podologe/-pädin
Medizinische Fußspezialisten: Behandlung von Fußproblemen bei Diabetes mellitus (diabetisches Fußsyndrom), Pflege von Risiko-Patienten, Behandlung von Nagelproblemen (eingewachsene Nägel, Nagelpilz), Druckentlastung, Orthonyxie. Klare Abgrenzung zur Fußpflegerin (kosmetisch) — Podologie ist medizinische Heilbehandlung. Sehr Selbstständigkeit-freundlich — viele eröffnen eigene Praxen. Wachstumsmarkt durch Diabetes-Volkskrankheit und alternde Bevölkerung. Seit 2023 mit Ausbildungsvergütung.
- Dauer: 2 Jahre Berufsfachschule (seit 2023 mit Vergütung)
- RIASEC: SRC (Social · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 950–1.150 €/Monat
- Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
- Senior/Selbstständigkeit: 32.000–46.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Podologie-Praxen (selbstständig), Diabetes-Schwerpunkt-Praxen, Sanitätshäuser
Medizinisch-Technisch & Labor
6 BerufeMTL – Medizinische/r Technologe/Technologin Laboratoriumsanalytik (vormals MTLA)
Reform-Hinweis: Seit 01.01.2023 umbenannt durch das Gesetz zur Reform der technischen Assistenzberufe in der Medizin — bis dahin MTLA (Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in). Aufgaben: Laboranalysen von Blut, Gewebe, Urin und Mikroorganismen für Diagnostik, Früherkennung und Therapiekontrolle. Schwerpunkte: Klinische Chemie, Hämatologie, Mikrobiologie, Histologie, Immunhämatologie. Sehr gefragt durch Labor-Großstrukturen und Personalisierte Medizin. Seit 2023 erstmals mit Ausbildungsvergütung — Schulgeld abgeschafft.
- Dauer: 3 Jahre schulische Ausbildung mit Vergütung
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.200–1.260 €/Monat (TVAöD)
- Einstieg: 36.000–46.000 €/Jahr
- Senior nach 5 J.: 44.000–58.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Synlab, Sonic Healthcare, Laborarztpraxen, Universitätskliniken, Pharma (Roche, Bayer)
MTR – Medizinische/r Technologe/Technologin Radiologie (vormals MTRA)
Reform-Hinweis: Seit 01.01.2023 umbenannt — bis dahin MTRA (Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in). Aufgaben: Durchführung diagnostischer Bildgebung (Röntgen, CT, MRT, Mammographie, Nuklearmedizin), Strahlentherapie bei Tumorpatienten, technische Qualitätssicherung. Sehr gefragt durch Bildgebungs-Boom und Radiologie-Praxen. Hohe Verantwortung im Strahlenschutz. Seit 2023 erstmals mit Ausbildungsvergütung. Karriere als leitende MTR oder mit Bachelor Medizinische Strahlenwissenschaften / Health Sciences.
- Dauer: 3 Jahre schulische Ausbildung mit Vergütung
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.200–1.260 €/Monat (TVAöD)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr (+ Strahlenschutz-Zulage)
- Senior nach 5 J.: 46.000–60.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Radiologie-Praxen, Universitätskliniken, Helios, Asklepios, Strahlentherapie-Zentren
MTF – Medizinische/r Technologe/Technologin Funktionsdiagnostik (vormals MTAF)
Reform-Hinweis: Seit 01.01.2023 umbenannt — bis dahin MTAF (Medizinisch-technische/r Assistent/in Funktionsdiagnostik). Aufgaben: Diagnostik in Neurologie (EEG, ENG), Audiologie (Hörprüfungen), Kardiologie (EKG, Ergometrie, Echokardiographie), Pneumologie (Lungenfunktionsprüfung). Sehr selten — nur ~200 Neuabschlüsse pro Jahr. Hohe Bedeutung durch Volkskrankheiten (Herz-Kreislauf, Schwerhörigkeit). Seit 2023 erstmals mit Ausbildungsvergütung. Karriere als leitende MTF in Schwerpunktkliniken.
- Dauer: 3 Jahre schulische Ausbildung mit Vergütung
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.200–1.260 €/Monat (TVAöD)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr
- Senior nach 5 J.: 46.000–58.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Universitätskliniken, Kardiologie-/HNO-/Neurologie-Schwerpunktpraxen, Reha-Kliniken
PTA – Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
Apotheken-Fachkraft mit pharmazeutischer Qualifikation (im Gegensatz zur kaufmännischen PKA): Beratung und Verkauf rezeptpflichtiger und rezeptfreier Arzneimittel unter Aufsicht des Apothekers, Rezeptur und Defektur (Anfertigung individueller Arzneimittel), Laboruntersuchungen, Prüfung von Arzneimitteln. Sehr gefragt durch Apotheken-Personalmangel. Karrierepfade als Filialleitung, in der Pharma-Industrie (Forschung, Produktion, Vertrieb) oder mit Pharmazie-Studium (Approbation).
- Dauer: 2,5 Jahre Berufsfachschule + 6 Monate Praktikum
- RIASEC: ICR (Investigative · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: Schulisch oft unvergütet; Praktikum mit Vergütung
- Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr (Apotheken-Tarif)
- Senior nach 5 J.: 36.000–48.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Apotheken (Filialverbund, Versand), Pharma-Industrie (Bayer, Roche, BASF Care)
OTA – Operationstechnische/r Assistent/in
Spezialisierte OP-Fachkraft seit 2022 bundesweit einheitlich geregelt (OTAAPrV): Vorbereitung des OP-Saals, Bereitstellung der Instrumente, Springer- und Instrumentier-Dienst, Patientenbetreuung vor/nach der Narkose, Hygiene und Sterilgut-Aufbereitung. Sehr gefragt durch akuten Fachkräftemangel im OP-Bereich (Konkurrenzberuf zur examinierten Pflegekraft). Bundesweit einheitliche Ausbildung mit Vergütung. Hohe Verantwortung mit Schicht- und Bereitschaftsdienst. Karriere als OP-Koordination oder Bereichsleitung.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 1.200–1.260 €/Monat (TVAöD-Pflege)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr (+ OP-Zulagen)
- Senior nach 5 J.: 46.000–60.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Universitätskliniken, Helios, Asklepios, Sana, Schön Klinik, kommunale Krankenhäuser
ATA – Anästhesietechnische/r Assistent/in
Spezialisierte Narkose-Fachkraft seit 2022 bundesweit einheitlich geregelt (ATAAPrV): Vorbereitung und Überwachung der Anästhesie, Bedienung der Narkosegeräte und Monitoring, Assistenz des Anästhesisten vor, während und nach der OP, Aufwachraum-Betreuung. Sehr gefragt durch wachsende OP-Zahlen und Personalengpässe im Anästhesie-Bereich. Sehr hohe Verantwortung mit Schicht- und Notfalldienst. Bundesweit einheitliche Ausbildung mit Vergütung. Karriere als ATA-Koordination oder Bereichsleitung Anästhesiologie.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SIR (Social · Investigative · Realistic)
- Vergütung 1. LJ: 1.200–1.260 €/Monat (TVAöD-Pflege)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr (+ Anästhesie-Zulagen)
- Senior nach 5 J.: 46.000–60.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Universitätskliniken, Helios, Asklepios, Sana, Schön Klinik, kommunale Krankenhäuser
Augenoptik, Hörakustik & Orthopädie
4 BerufeAugenoptiker/in
Klassischer Gesundheitshandwerksberuf an der Schnittstelle Sehkraft und Mode: Sehkraft-Messung (Refraktion, Augeninnendruck-Messung), Beratung beim Brillenkauf, Anfertigung und Anpassung von Brillen und Kontaktlinsen, kleine Reparaturen. Sehr Selbstständigkeit-freundlich — viele eröffnen eigene Optikerläden oder werden Filialleitung bei Ketten (Fielmann, Apollo). Karrierepfade als Augenoptikermeister mit eigenem Betrieb oder Studium Augenoptik / Optometrie.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SRI (Social · Realistic · Investigative)
- Vergütung 1. LJ: 750–950 €/Monat (Handwerks-Tarif)
- Einstieg: 28.000–36.000 €/Jahr
- Meister/Filialleitung: 42.000–55.000 €/Jahr (eigener Betrieb deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Fielmann, Apollo, Mister Spex, Pro Optik, regionale Optiker-Fachgeschäfte
Hörakustiker/in
Stark wachsender Gesundheitshandwerksberuf durch demografische Alterung: Beratung und Anpassung von Hörsystemen für hörgeschädigte Menschen — Hörmessung (Audiometrie), Otoplastiken (Ohrpassstücke), Hörgeräte-Programmierung, Tinnitus-Versorgung, Service. Hochpräzises Handwerk mit großer technischer Tiefe und intensiver Kundenbetreuung. Sehr Selbstständigkeit-freundlich — Hörakustiker-Meister mit eigenem Betrieb. Karrierepfade als Filialleitung bei Ketten (Kind, Geers, amplifon) oder Studium Hörakustik.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: SRI (Social · Realistic · Investigative)
- Vergütung 1. LJ: 900–1.100 €/Monat
- Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
- Meister/Filialleitung: 46.000–62.000 €/Jahr (eigener Betrieb deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Kind, Geers, amplifon, Sonova, GN ReSound, regionale Hörakustik-Fachgeschäfte
Orthopädietechnik-Mechaniker/in
Spezialisierter Gesundheitshandwerksberuf für orthopädische Hilfsmittel: Prothesen (künstliche Gliedmaßen), Orthesen (Stützkonstruktionen), Bandagen, Rehatechnik (Rollstühle, Pflegebetten). Heute zunehmend mit 3D-Scan und 3D-Druck. Hohe gesellschaftliche Bedeutung — Patienten kommen oft nach Unfall, Amputation oder mit chronischen Erkrankungen. Sehr Selbstständigkeit-freundlich. Karriere als Orthopädietechnik-Meister mit eigenem Sanitätshaus oder Spezialist für myoelektrische Prothesen / Exoskelette.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 850–1.080 €/Monat
- Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 44.000–60.000 €/Jahr (eigener Betrieb deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Ottobock, Bauerfeind, Sanitätshäuser, Otto Bock Healthcare, Pohlig
Zahntechniker/in
Handwerklich-technischer Beruf für die Anfertigung von Zahnersatz: Kronen, Brücken, Implantatprothetik, Total- und Teilprothesen, Schienen für Kiefergelenkstherapie, kieferorthopädische Geräte. Stark digitalisierter Beruf mit CAD/CAM, 3D-Scan-Verfahren und 3D-Druck. Hauptarbeitgeber sind Dentallabore (selbstständig oder bei Großlaboren). Klassische Karriere als Zahntechniker-Meister mit eigenem Labor oder Spezialist für ästhetische Veneers, Implantatprothetik oder Vollkeramik.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RAI (Realistic · Artistic · Investigative)
- Vergütung 1. LJ: 750–950 €/Monat (Handwerks-Tarif)
- Einstieg: 28.000–36.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 42.000–58.000 €/Jahr (eigenes Labor deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Dentallabore (selbstständig oder Großlabore wie flemming dental, BEGO)
* Bei den Therapieberufen variiert die Vergütung stark: Im öffentlichen Dienst und Tarifkliniken nach TVöD-K voll bezahlt (~950–1.150 €). An privaten Schulen häufig Schulgeld statt Vergütung (200–500 €/Monat). Achten Sie daher unbedingt auf die Finanzierung Ihrer Ausbildung. Hebamme ist seit 2020 ausschließlich Studium (B.Sc.).
Wer passt zu Gesundheits- und Pflegeberufen?
Praktisch alle Berufe im Feld teilen ein klares RIASEC-Profil: SCI (Social · Conventional · Investigative). Wer hier dominant punktet, fühlt sich an der direkten Arbeit mit Menschen wohl, hält sich an Hygiene- und Dokumentationsregeln und versteht medizinische Zusammenhänge. Subprofile mit hohem R (Realistic) tendieren zur Rettung, OTA/ATA oder Orthopädietechnik. Hoher I-Anteil (Investigative) führt zu MTLA/MTRA, hoher A-Anteil (Artistic) zur Logopädie oder Ergotherapie.
SCI — Social · Conventional · Investigative
Das wissenschaftlich validierte RIASEC-Profil nach Holland-Code ordnet Gesundheits- und Pflegeberufen dominant S zu: helfen, beraten, unterstützen – mit Empathie und Geduld. Sekundär C: Sorgfalt bei Dokumentation, Hygiene-Regeln, Medikamenten-Plänen, Behandlungsabläufen. Tertiär I: medizinisches Verständnis, Diagnose-Logik, analytisches Denken bei Symptomen.
S – Social
Sie arbeiten gerne direkt mit Menschen, helfen anderen, bauen Vertrauensbeziehungen auf. Empathie, Geduld und ein wertschätzender Umgang sind selbstverständlich.
C – Conventional
Sie halten sich präzise an Vorgaben, dokumentieren sorgfältig, beachten Hygiene- und Sicherheitsregeln. Genauigkeit kann lebenswichtig sein.
I – Investigative
Sie verstehen medizinische Zusammenhänge, denken in Symptom-Diagnose-Therapie-Logik und sind neugierig auf die menschliche Biologie.
Ist ein Gesundheits- oder Pflegeberuf wirklich Ihr Profil?
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Gehalt im Berufsfeld: Pflege-Boom hebt Vergütung an
Die Pflegereform 2020 und der Pflege-Mindestlohn haben die Gehälter in den letzten Jahren massiv angehoben. Höchste Ausbildungsvergütungen zahlen die generalistische Pflegefachausbildung und Heilerziehungspflege (~1.190–1.350 € nach TVöD-P). Achtung bei Therapieberufen: An privaten Schulen kann Schulgeld anfallen (200–500 €/Monat), während an staatlichen Schulen oder Klinikschulen häufig keine Kosten entstehen – teils sogar eine Schülervergütung gezahlt wird. Nach der Ausbildung öffnen sich klare Wege: Fachweiterbildung (Intensiv, OP, Anästhesie) oder Pflegestudium für die Akademiker-Schiene.
* Therapieberufe variieren stark: Klinik-/staatliche Schule mit Vergütung, private Schule oft mit Schulgeld. Quellen: BIBB-Vergütungserhebung 2025, TVöD-P 2025, TVöD-K 2025, AVR-Caritas 2025, Pflegekommission-Mindestlohn 2025, Innungstarife KFZ und Optik 2025.
Drei Karrierewege nach Gesundheits- oder Pflege-Ausbildung
Gesundheitsberufe haben in Deutschland in den letzten 10 Jahren massiv an Karriereoptionen gewonnen. Drei Hauptpfade führen zu Gehaltssprüngen und neuen Tätigkeitsfeldern – inklusive Akademisierung.
1. Fachweiterbildung-Pfad
Klassische Vertiefung innerhalb des Berufs durch staatlich anerkannte Fachweiterbildungen – DKG- oder Landesrecht-geprüft.
- Fachkrankenpfleger Intensiv / Anästhesie / OP / Onkologie
- Praxisanleiter, Hygienebeauftragter
- Pflegedienstleitung (PDL), Wohnbereichsleitung (WBL)
- Stationsleitung, Bereichsleitung
2. Studium-Pfad
Wachsende Akademisierung – Pflegestudium und verwandte Studiengänge eröffnen Forschung, Lehre und Klinik-Spezialisierung.
- Pflegewissenschaft, Pflegemanagement (B.Sc., M.Sc.)
- Health Management, Gesundheitsökonomie
- Medizinpädagogik (für Lehrkraft Gesundheit)
- Hebammenkunde (B.Sc., dualer Studiengang)
3. Quereinstieg-Pfad
Wechsel in angrenzende Bereiche mit Gesundheits-Hintergrund – oft mit ähnlicher Gehaltsstufe und besseren Arbeitszeiten.
- Medizinprodukteberater (Industrie, ohne Schicht)
- MDK-/MDS-Gutachter
- Pharmareferent (mit IHK-Geprüft)
- Health Management bei Krankenkassen
Sie planen den nächsten Karriereschritt? Eine berufliche Neuorientierung oder Studienberatung hilft bei der fundierten Karriereplanung.
Nicht das Richtige? Verwandte Bereiche im Vergleich
Wer schwankt zwischen Gesundheit und einem verwandten Feld, findet hier die richtige Abgrenzung.
Was sagen unsere Berater zu Gesundheits- und Pflegeberufen?
Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Gesundheitsberufe sind die sichersten Berufe Deutschlands – mit einer faktischen Job-Garantie. Die Pflegereform 2020 hat die Vergütung deutlich gehoben und die generalistische Pflegefachausbildung macht den Beruf flexibler. Mein Rat: Wer langfristig in Führung will, sollte parallel ein berufsbegleitendes Pflegestudium starten – als PDL mit B.Sc. landet man schnell bei 75.000 € plus. Achten Sie unbedingt auf die Tarifbindung Ihres Arbeitgebers: Der Unterschied zwischen tarifgebunden und nicht-tarifgebunden ist im Gesundheitsbereich gravierend."
Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert
„Gesundheitsberufe sind körperlich UND emotional fordernd. Ich rate jedem Schüler: Macht VOR der Ausbildung ein 4-Wochen-Praktikum in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus. Wer dann noch motiviert ist, passt. Wer sagt „das war zu krass", findet einen sanfteren Einstieg über MFA, ZFA oder die Therapieberufe. Und ja: Männer sind in Gesundheits- und Pflegeberufen explizit erwünscht – die Quote steigt langsam, aber bei Notfall-, Rettungs- und Reha-Berufen sind Männer überdurchschnittlich vertreten."
Gesundheits- und Pflegeberufe – FAQ
In der Ausbildung führen die Pflegefachfrau/-mann und Heilerziehungspfleger/in mit 1.190–1.350 € pro Monat (TVöD-P). Knapp dahinter Notfallsanitäter, MTLA, MTRA, OTA und ATA mit jeweils 1.140–1.270 €. Nach der Ausbildung führen Spezialisierungen das Verdienstpotenzial an: Fachkrankenpfleger Intensiv/Anästhesie bei 50.000–68.000 €, Pflegedienstleitung (PDL) bei 60.000–85.000 €, Notfallsanitäter mit Wachenleitung bei 70.000–85.000 €. Mit Pflegestudium plus 5 Jahren Praxis sind 75.000–95.000 € realistisch.
Rechtlich variiert es stark nach Beruf:
Hauptschulabschluss reicht für Pflegehilfeberufe (Pflegefachassistent, Krankenpflegehilfe, Heilerziehungspflegehelfer), Augenoptiker, Zahntechniker.
Mittlere Reife ist gesetzlich vorgeschrieben für die generalistische Pflegefachausbildung, MFA, ZFA, Notfallsanitäter, MTLA/MTRA und alle Therapie-Berufe (Physio, Ergo, Logo, Diät).
Fachhochschulreife oder Abitur wird empfohlen oder vorausgesetzt für PTA, Hebammenstudium und das Pflegestudium (B.Sc.).
Mit Abitur ist die Ausbildung oft auf 2 Jahre verkürzt.
Die Bandbreite ist groß: 1 Jahr dauern die Pflegehilfeberufe (Pflegefachassistent, Krankenpflegehilfe). 2 Jahre dauern Masseur und medizinischer Bademeister, Podologe. 2,5 Jahre die PTA. 3 Jahre ist der Standard für Pflegefachfrau, MFA, ZFA, TFA, Notfallsanitäter, MTLA/MTRA/MTAF, OTA, ATA und die Therapieberufe (Physio, Ergo, Logo, Diät). 3,5 Jahre dauern die handwerklichen Berufe Orthopädietechnik-Mechaniker und Zahntechniker. Mit Abitur oder Vorerfahrung sind Verkürzungen üblich – bei der Pflegefachausbildung sogar gesetzlich auf 2 Jahre.
Ein fundamentaler Unterschied mit Folgen für Vergütung und Recht:
Duale Ausbildung (nach BBiG) haben MFA, ZFA, TFA, PKA, Pflegefachfrau/-mann, Pflegefachassistent, Augenoptiker, Hörakustiker, Zahntechniker und Orthopädietechnik. Der Azubi hat einen Ausbildungsvertrag, bekommt eine tariflich geregelte Ausbildungsvergütung und ist sozialversichert wie ein Arbeitnehmer.
Schulische Ausbildung (nach den Berufsgesetzen des Bundes) haben Notfallsanitäter, MTLA, MTRA, MTAF, PTA, OTA, ATA, Physio, Ergo, Logo, Diät, Masseur, Podologe, Heilerziehungspflege. An staatlichen Schulen und Klinikschulen oft mit Vergütung; an privaten Schulen oft mit Schulgeld (200–500 €/Monat). Wichtig: Vor Anmeldung Finanzierung klären – ggf. BAföG oder Aufstiegs-BAföG nutzen.
Praktisch alle – die Branche leidet unter strukturellem Fachkräftemangel. Besonders stark wachsend: Pflege (über 500.000 fehlende Fachkräfte bis 2030 durch demografischen Wandel), Hörakustik (alternde Gesellschaft mit Hörverlust-Anstieg), Notfallsanitäter (Rettungsdienst-Ausbau), Orthopädietechnik (Reha-Markt boomt), Therapieberufe (Physio, Ergo durch chronische Krankheiten). Eher rückläufig: klassische Krankenpflegehilfe (durch Pflegereform aufgewertet, aber heute durch Pflegefachfrau ersetzt), reine Verwaltungs-Tätigkeiten (zunehmend automatisiert). Wer technische Affinität hat, sollte MTRA, OTA oder ATA prüfen – diese Berufe werden zunehmend in moderne Hightech-Medizin eingebunden.
Seit dem 1. Januar 2020 ersetzt die generalistische Pflegefachausbildung (nach Pflegeberufegesetz, PflBG) die drei vorherigen separaten Ausbildungen Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Der neue Beruf heißt Pflegefachfrau/-mann und qualifiziert für alle Pflegebereiche – Krankenhaus, Altenpflege, ambulante Pflege, Kinderkrankenpflege. Die ersten zwei Jahre sind gleich, im dritten Jahr kann zwischen generalistischer Ausbildung und Spezialisierung (Alten- oder Kinderkrankenpflege) gewählt werden. EU-weite Anerkennung ist dadurch erleichtert. Die Vergütung ist tariflich auf 1.190–1.350 € erhöht – höchste Ausbildungsvergütung im Sozialbereich.
Seit dem 1. Januar 2020 ist die Hebammenausbildung in Deutschland akademisiert – sie ist nun ein duales Studium (B.Sc. Hebammenkunde / Hebammenwissenschaft) und dauert 3 bis 4 Jahre. Die alten schulischen Hebammenausbildungen liefen 2022 aus. Für das Studium ist Fachhochschulreife oder Abitur Voraussetzung, plus eine Studienplatz-Bewerbung an einer der ~40 deutschen Hochschulen mit Hebammen-Studiengang (DHBW, HAW, FH). Hebammen verdienen nach dem Studium 38.000–55.000 € pro Jahr, mit Klinikleitung oder Selbstständigkeit 60.000–80.000 €.
Vier Leitfragen helfen bei der Eingrenzung:
1. Lieber direkter Patientenkontakt oder Diagnostik im Labor? Patientenkontakt: Pflege, MFA, ZFA, Therapieberufe. Labor/Diagnostik: MTLA, MTRA, MTAF, PTA.
2. Klinik oder Praxis? Klinik (Schicht, Hightech): Pflege, OTA, ATA, MTRA, Notfallsanitäter. Praxis (geregelte Zeiten, Beratung): MFA, ZFA, Augenoptiker, Hörakustiker, Physio.
3. Helfen oder Handwerk? Helfen dominant: Pflege, Heilerziehungspflege, Therapie. Handwerk mit medizinischem Bezug: Augenoptiker, Hörakustiker, Zahntechniker, Orthopädietechnik.
4. Belastbar bei Notfall oder Langfristige Begleitung? Notfall: Notfallsanitäter, OTA. Begleitung: Pflege, Heilerziehung, Logopädie.
Ein wissenschaftlicher Berufswahltest klärt das Profil in unter 20 Minuten.
Der Männeranteil in Gesundheitsberufen liegt insgesamt bei ~20 %, aber stark berufsspezifisch: Rettungsdienst (Notfallsanitäter, Rettungssanitäter): 60–70 % Männer. Orthopädietechnik, Zahntechnik, Augenoptik, Hörakustik: 30–50 % Männer. Pflege im Krankenhaus, Intensivpflege: 25–35 % Männer. Pflege Altenheim: ~10 % Männer (mit klarem Aufwärtstrend). MFA, ZFA, Therapieberufe: 5–15 % Männer. Karriere-Vorteil: Männer in Gesundheitsberufen sind hochgesucht, vor allem in der Pflege, und haben überdurchschnittliche Aufstiegschancen Richtung PDL oder Pflegestudium. Förderprogramme: Boys' Day, Initiative „Männer in Pflege", Bundesfreiwilligendienst im Gesundheitsbereich.
Die Übernahmequote im Gesundheitsbereich liegt 2025 bei ~92 % im Schnitt – die höchste aller Berufsfelder in Deutschland. Praktisch alle Pflege-, Therapie-, MTA- und Rettungsberufe haben faktische Job-Garantie. Konkret: Pflegefachfrau/-mann 95 %, MTLA/MTRA/OTA 90–95 %, Notfallsanitäter 92 %, MFA 88 %, ZFA 85 %, Therapieberufe 85–92 % (Praxisangebote oder Klinikstellen). Sogar mehr Stellen als Bewerber: Auf eine ausgelernte Pflegefachkraft kommen aktuell 4 offene Stellen. Wer nicht im Ausbildungsbetrieb übernommen wird, findet binnen 2–4 Wochen einen neuen Arbeitgeber.
Welcher Gesundheits- oder Pflegeberuf passt zu Ihnen?
~28 Gesundheits- und Pflegeberufe sind viel – und sie unterscheiden sich stark in Anforderung, Vergütung und Karrierechancen. Unser wissenschaftlicher RIASEC-Test und die persönliche Beratung durch zertifizierte Psychologinnen und Psychologen schaffen Klarheit in unter 20 Minuten.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- BIBB-Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen, Tabellen 67–69, Stichtag 30.09.2025. Bundesinstitut für Berufsbildung, veröffentlicht 03.03.2026.
- Pflegeberufegesetz (PflBG) 2020: Rechtsgrundlage der generalistischen Pflegeausbildung.
- Hebammengesetz (HebG) 2020: Akademisierung der Hebammenausbildung.
- BIBB-Vergütungserhebung 2025: Tarifliche Ausbildungsvergütungen.
- TVöD-P / TVöD-K 2025: Tarifverträge öffentlicher Dienst Pflege und Krankenhäuser.
- AVR-Caritas 2025 / AVR-Diakonie 2025: Kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien.
- Pflegekommission Mindestlohn 2025: Bundesweite Pflegemindestentgelte.
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Pflegestatistik 2024 und Gesundheitsberufestatistik.
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices", 3. Auflage, PAR.
- Hinweis: Bandbreiten in den Gehaltstabellen beziehen sich auf tarifliche und marktübliche Vergütungen 2025. Tatsächliche Vergütungen variieren stark nach Tarifbindung, Trägerschaft, Region und Berufserfahrung.