Duale Ausbildung · 3 Jahre · IHKModernisiert 2022 · Pflanzenküche gestärkt

Koch/Köchin: Ausbildung, Gehalt und Karriere

Die Ausbildung wurde 2022 grundlegend modernisiert: Die Pflanzenküche hat deutlich an Gewicht gewonnen, es gibt eine neue Zusatzqualifikation für vegetarische und vegane Küche, und Kalkulation wird stärker vermittelt. Neu ist zudem eine Rückfalloption zur Fachkraft Küche. Wir zeigen Aufgaben, Prüfung und Perspektiven.

3 Jahre
Duale Ausbildung
modernisiert 2022
Pflanzenküche und Kalkulation gestärkt
Warenkorb
Praktische Prüfung detaillierter geregelt
RAE
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Koch/Köchin

Köchinnen und Köche planen, kalkulieren und bereiten Speisen zu: Sie beschaffen und prüfen Waren, wenden Garverfahren und Arbeitstechniken an, richten an, stellen Menüs zusammen und verantworten Hygiene und Qualität. Mit der Neuordnung zum 1. August 2022 wurden die Inhalte an veränderte Ernährungsgewohnheiten, höhere Verbraucherschutzanforderungen und wirtschaftliches Handeln angepasst.

Ausbildungsdauer3 Jahre, bei guten Leistungen verkürzbar
LernortRestaurant, Hotel, Kantine oder Klinik plus Berufsschule
RechtsgrundlageAusbildungsverordnung vom 14.03.2022, in Kraft seit 01.08.2022
AbschlussIHK-Abschlussprüfung mit Warenkorbaufgabe
VergütungAllgemeinverbindlicher Tarifvertrag im Gastgewerbe
EinsatzorteRestaurant, Hotel, Betriebsgastronomie, Klinik, Catering
ZugangFormal keiner, praktisch Hauptschulabschluss
PerspektiveChef de Partie, Küchenmeister, Selbstständigkeit
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Der Alltag ist körperlich, heiß und getaktet. Während des Service zählt jede Minute – alle Gerichte eines Tisches müssen gleichzeitig fertig sein. Außerhalb der Servicezeiten geht es um Vorbereitung, Warenannahme und Kalkulation. Wer den Beruf wählt, sollte beide Seiten kennen.

01

Speisen zubereiten

Garverfahren und Arbeitstechniken anwenden, Komponenten herstellen und Gerichte anrichten.

02

Waren beschaffen und prüfen

Bestellungen auslösen, Lieferungen kontrollieren, sachgerecht lagern und Verderb vermeiden.

03

Kalkulieren

Wareneinsätze berechnen, Verbrauchskosten im Blick behalten und Preise mitgestalten.

04

Menüs und Karten mitgestalten

Speisen zusammenstellen, Ernährungsformen berücksichtigen und Karten korrekt kennzeichnen.

05

Hygiene sicherstellen

Hygienemanagement nach den geltenden Vorgaben umsetzen und dokumentieren.

06

Im Team arbeiten

Posten übernehmen, Abläufe abstimmen und unter Zeitdruck zuverlässig zuarbeiten.

Neuordnung 2022

Was die Modernisierung für Köche geändert hat

Die Neuordnung reagierte auf veränderte Gästeanforderungen und Ernährungsgewohnheiten sowie auf erhöhte gesetzliche Anforderungen an Verbraucherschutz und Hygienemanagement. Konkret wurden die Mindestinhalte zu Garverfahren und Arbeitstechniken konkretisiert, die praktische Prüfung mit dem Warenkorb detaillierter beschrieben und die Kompetenzen in Warenbeschaffung, Kalkulation und Verbrauchskosten verstärkt.

Pflanzenküche deutlich gestärkt

Das Gewicht der Pflanzenküche ist im Ausbildungsrahmenplan gestiegen. Neu ist zudem die Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“ – ein klares Signal an den Markt.

Wirtschaftliches Handeln früher

Warenbeschaffung, Kalkulation und Verbrauchskosten werden stärker vermittelt. Wer später eine Küche führen will, braucht genau das.

Rückfalloption zur Fachkraft Küche

Koch-Auszubildende, die die Abschlussprüfung nicht bestehen, können unter bestimmten Voraussetzungen den Abschluss als Fachkraft Küche erhalten – ein echter Sicherheitsanker.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung verbindet Handwerk, Warenkunde und Kalkulation. Der wirtschaftliche Anteil ist seit 2022 höher gewichtet als früher.
01

Garverfahren und Arbeitstechniken

Seit 2022 konkretisierte Mindestinhalte – die handwerkliche Basis des Berufs.

02

Warenkunde

Fleisch, Fisch, Gemüse, Milchprodukte, Convenience-Grade und Qualitätsbeurteilung.

03

Pflanzenküche

Vegetarische und vegane Zubereitung – im Rahmenplan deutlich stärker gewichtet.

04

Ernährung und Kennzeichnung

Ernährungsformen, Allergene, Zusatzstoffe und korrekte Speisekartenkennzeichnung.

05

Kalkulation

Wareneinsatz, Verbrauchskosten, Preisbildung und wirtschaftliche Steuerung.

06

Hygienemanagement

Eigenkontrollsysteme, Dokumentation, Kühlketten und Personalhygiene.

07

Menükunde

Menüfolgen, Anlässe, Bankett und Abstimmung mit dem Service.

08

Arbeitsorganisation

Mise en place, Postenarbeit, Zeitplanung und Zusammenarbeit unter Druck.

Selbstcheck

Passt dieser Beruf zu dir?

Der Beruf verlangt körperliche Belastbarkeit, Stressresistenz und echtes Interesse an Lebensmitteln. Wer ihn aus Begeisterung für Kochshows wählt, sollte vorher ein Praktikum machen – der Alltag ist deutlich härter als das Bild. Ob Ihr Interessen- und Fähigkeitsprofil tatsächlich zu diesen Anforderungen passt, lässt sich in einer Berufsberatung objektiv klären – mit validierten Testverfahren statt mit Bauchgefühl.

Formale Voraussetzungen

  • Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
  • In der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss
  • Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz
  • Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Hitze
  • Geruchs- und Geschmackssinn ohne Einschränkungen
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit

Persönliche Eigenschaften

  • Stressresistenz – im Service zählt jede Minute
  • Teamfähigkeit auf engem Raum unter Druck
  • Sorgfalt bei Hygiene und Kennzeichnung
  • Geschmackssinn und Neugier auf Lebensmittel
  • Körperliche Ausdauer bei Hitze und langem Stehen
  • Kritikfähigkeit im direkten Ton der Küche
R
A
E

RIASEC-Profil: RAE – Realistic · Artistic · Enterprising

Der Beruf verbindet handwerklich-praktische Arbeit (R) mit gestalterischem Anspruch bei Komposition und Anrichten (A) sowie wirtschaftlicher Steuerung von Wareneinsatz und Kalkulation (E).

Das A ist real, aber begrenzt: Kreativität entfaltet sich erst mit Erfahrung – in der Ausbildung dominiert das Handwerk. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.

Küche – zwei oder drei Jahre?

Seit 2022 gibt es mit der Fachkraft Küche erstmals einen zweijährigen Küchenberuf. Der Berufswahltest hilft bei der Einordnung.

Berufswahltest für Schüler starten →
Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Seit dem 1. August 2024 gilt im Hotel- und Gaststättengewerbe ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag. Er hat die Ausbildungsvergütungen erhöht und zusätzliche Rechte für Auszubildende gebracht.

Was der allgemeinverbindliche Tarifvertrag bringt

Regelung
Ausgestaltung
Seit wann
Bedeutung
Ausbildungsvergütung
erhöht
rückwirkend 01.08.2024
gilt allgemeinverbindlich
Prüfungsvorbereitung
ein freier Tag
rückwirkend 01.08.2024
echte Entlastung
Zweiter langer Berufsschultag
vollständige Freistellung
rückwirkend 01.08.2024
war zuvor strittig
Gesetzliches Minimum 2026
724 / 854 / 977 €
nach § 17 BBiG
bindende Untergrenze

Weil der Tarifvertrag allgemeinverbindlich ist, gilt er unabhängig davon, ob der Betrieb Mitglied im Arbeitgeberverband ist. Das ist für das Gastgewerbe ein wesentlicher Fortschritt. Achten Sie dennoch auf den Betriebstyp: Hotellerie, Betriebsgastronomie und Klinikküchen unterscheiden sich bei Arbeitszeiten erheblich.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt im unteren bis mittleren Bereich – das ist die ehrliche Einordnung. Deutlich besser stehen Köche in Betriebsgastronomie, Kliniken und Gemeinschaftsverpflegung, wo zudem die Arbeitszeiten planbarer sind. Den größten Sprung bringen Küchenmeister und der Weg in die Küchenleitung oder Selbstständigkeit.

Einstieg
unteres bis mittleres Niveau
Stark betriebsabhängig
Betriebsgastronomie und Klinik
höher
Bessere Zeiten und Vergütung
Küchenmeister und Leitung
oberes Segment
Mit Personal- und Kostenverantwortung
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Vom Posten zur Verantwortung

Die dreijährige Ausbildung führt durch alle Posten der Küche. Im ersten Jahr ist eine gemeinsame Beschulung aller sieben gastgewerblichen Berufe möglich, im zweiten Jahr eine gemeinsame Beschulung der Küchenberufe.

1. Jahr

Grundlagen

Arbeitstechniken, Warenkunde, Hygiene, einfache Speisen und Mise en place.

2. Jahr

Garverfahren und Posten

Vertiefte Garverfahren, Pflanzenküche, Postenarbeit und Menükunde.

Zwischenprüfung

Etwa nach der Hälfte

Praktische und schriftliche Aufgaben über die bisherigen Inhalte.

3. Jahr

Eigenverantwortung

Eigenständige Postenführung, Kalkulation, Kennzeichnung und Bankettarbeit.

Abschluss

Prüfung mit Warenkorb

Praktische Aufgabe auf Basis eines Warenkorbs – seit 2022 detaillierter geregelt.

Perspektiven

Karrierewege: Posten, Meister, Selbstständigkeit

Die Küche hat klare Aufstiegsstufen. Wirtschaftlich am wirksamsten ist der Küchenmeister – und der bewusste Wechsel in Betriebsformen mit besseren Arbeitszeiten. Welcher dieser Wege zu Ihnen passt, hängt von Interessen, Belastbarkeit und Lebensplanung ab – und genau das ist Gegenstand einer Berufsberatung.

In der Küche aufsteigen

Die klassische Stufenfolge.

  • Chef de Partie
  • Sous Chef
  • Küchenchef
  • Küchenmeister/in

Betriebsform wählen

Die Arbeitszeiten unterscheiden sich dramatisch.

  • Betriebsgastronomie
  • Klinik und Gemeinschaftsverpflegung
  • Hotellerie
  • Catering und Bankett

Fachlich spezialisieren

Bestimmte Felder wachsen deutlich.

  • Vegetarische und vegane Küche
  • Diätetik und Ernährungsformen
  • Patisserie
  • Systemgastronomie

Fortbildung und Selbstständigkeit

Über Aufstiegs-BAföG förderfähig.

  • Küchenmeister/in
  • Geprüfte/r Restaurantmeister/in
  • Eigenes Restaurant
  • B.A. Culinary Management
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Zukunftsprofil

Zukunftsaussichten Köchinnen und Köche: Wie robust ist der Beruf?

Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.

AZukunftsscore 80 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko24 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 418 von 478 Berufen · geringe Automatisierbarkeit
FachkräftelageEngpassberufBA-Engpassanalyse 2025 · Köche/Köchinnen (o.S.) (Fachkräfte) · 3,7 Arbeitsuchende je gemeldete Stelle · Vakanzzeit 84 Tage
Neue Ausbildungsverträge 20257.464BIBB, Stichtag 30. September · gegenüber 2024 -2,4 % · gegenüber 2019 -9,0 %
Ausbildungsmarkt915unbesetzte Ausbildungsplätze 2025 · dazu 564 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber · Stellenüberhang 11,4 % der Nachfrage

Kochen bleibt Handarbeit unter Zeitdruck. Automatisierbar sind die vorbereitenden und standardisierten Anteile der Großküche, nicht die Küche mit eigener Karte. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Berufsgruppe „Köche/Köchinnen (o.S.)“ 2025 als Engpassberuf – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 3,7 Arbeitsuchende. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt leicht unter dem Niveau von 2019.

Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.

Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Ein handwerklich erfüllender Beruf mit klaren Aufstiegswegen – und Arbeitszeiten, die man vorher realistisch prüfen sollte.

Was für den Beruf spricht

  • Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag seit 2024
  • Pflanzenküche und Zusatzqualifikation vegan als Zukunftsfeld
  • Rückfalloption zur Fachkraft Küche als Sicherheitsanker
  • Zugang ohne bestimmten Schulabschluss
  • Sehr viele Ausbildungsplätze bundesweit
  • Klarer Weg bis zur Selbstständigkeit

Was Sie wissen sollten

  • Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist die Regel
  • Körperlich fordernd durch Hitze und langes Stehen
  • Hoher Zeitdruck während des Service
  • Vergütung im unteren bis mittleren Bereich
  • Hohe Abbruchquote in der Branche
  • Direkter Umgangston belastet manche
Abgrenzung

Koch vs. Fachkraft Küche vs. Fachmann für Systemgastronomie

Drei Küchen- und Gastronomieberufe seit der Neuordnung 2022.

Kriterium
Koch/Köchin
Fachkraft Küche
Fachmann Systemgastronomie
Dauer
3 Jahre
2 Jahre
3 Jahre
Theorieanteil
hoch
reduziert
hoch
Kalkulation
seit 2022 verstärkt
gering
sehr hoch
Kreativer Spielraum
hoch
gering
gering
Anschluss
1 Jahr zum Koch
Seit 2022
modernisiert
neu geschaffen
modernisiert
RIASEC-Profil
RAE
RCS
ECS
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Die Neuordnung 2022 hat diesen Beruf spürbar modernisiert – besonders bei der Pflanzenküche, die jetzt eine eigene Zusatzqualifikation hat. Wirtschaftlich wichtig ist der allgemeinverbindliche Tarifvertrag seit August 2024: Er gilt unabhängig von der Verbandsmitgliedschaft des Betriebs. Mein wichtigster Rat betrifft die Betriebsform: Zwischen einem Restaurant mit Abenddienst und einer Betriebs- oder Klinikküche liegen bei den Arbeitszeiten Welten.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

„Ich empfehle bei diesem Beruf ausnahmslos ein Praktikum vor der Entscheidung. Das Bild aus Kochsendungen hat mit dem Alltag wenig zu tun: Hitze, Enge, Zeitdruck und ein sehr direkter Ton. Wer das erlebt hat und trotzdem will, bringt genau die Belastbarkeit mit, die der Beruf braucht. Die hohe Abbruchquote in der Branche entsteht größtenteils dort, wo dieser Realitätstest fehlte.“

Häufige Fragen

Koch/Köchin – FAQ

Zum 1. August 2022 wurden die gastgewerblichen Berufe erstmals seit über zwanzig Jahren neu geordnet – seither gibt es sieben statt sechs Ausbildungsberufe. Neu geschaffen wurde die Fachkraft Küche als erster zweijähriger Küchenberuf. Umbenannt wurden: Fachkraft im Gastgewerbe zur Fachkraft für Gastronomie, Restaurantfachmann zum Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und Hotelkaufmann zum Kaufmann für Hotelmanagement. Koch, Hotelfachmann und Fachmann für Systemgastronomie behielten ihre Bezeichnung, wurden aber inhaltlich modernisiert. Übergangsregeln gibt es nicht: Alle Verträge ab dem 1. August 2022 fallen automatisch unter die neue Verordnung.

Mehrere Punkte. Die Mindestinhalte zu Garverfahren und Arbeitstechniken wurden konkretisiert, die praktische Prüfung mit dem Warenkorb detaillierter beschrieben. Das Gewicht der Pflanzenküche ist gestiegen, ergänzt um die neue Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“. Ernährungsformen, Gesundheit und Speisekartenkennzeichnung spielen eine größere Rolle, und Warenbeschaffung, Kalkulation und Verbrauchskosten werden verstärkt vermittelt.

Eine Neuerung mit erheblichem Wert: Koch-Auszubildende, die die Abschlussprüfung nicht bestehen, können unter bestimmten Voraussetzungen den Abschluss als Fachkraft Küche erhalten. Damit steht am Ende nicht der Totalverlust, sondern ein anerkannter zweijähriger Berufsabschluss – ein echter Sicherheitsanker in einem Beruf mit hoher Abbruchquote.

Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Hotel- und Gaststättengewerbe gilt zusätzlich ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag, der rückwirkend zum 1. August 2024 die Ausbildungsvergütungen erhöht hat.

Rückwirkend zum 1. August 2024 gelten im Hotel- und Gaststättengewerbe neue allgemeinverbindliche Regelungen: Die Ausbildungsvergütungen wurden erhöht, Auszubildende erhalten einen freien Tag zur Prüfungsvorbereitung, und an einem zweiten langen Berufsschultag sind sie vollständig freizustellen. Allgemeinverbindlich bedeutet: Es gilt unabhängig von der Verbandsmitgliedschaft des Betriebs.

In der klassischen Gastronomie deutlich: Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist die Regel, häufig in geteilten Diensten. Sehr viel planbarer sind Betriebsgastronomie, Kliniken, Kantinen und Gemeinschaftsverpflegung – dort wird meist werktags und tagsüber gearbeitet, bei häufig besserer Vergütung. Diese Betriebsformen werden bei der Ausbildungsplatzsuche oft übersehen.

Formal keinen bestimmten; in der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss. Damit ist der Beruf einer der zugänglichsten überhaupt. Erforderlich sind dagegen ein Gesundheitszeugnis nach dem Infektionsschutzgesetz, körperliche Belastbarkeit für Hitze und langes Stehen sowie ein uneingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn.

Sie ist deutlich aufgewertet worden. Das Gewicht der Pflanzenküche ist im allgemeinen Ausbildungsrahmenplan gestiegen, und es gibt seit 2022 die Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“. Fachlich ist das eine der attraktivsten Spezialisierungen: Die Nachfrage wächst, während ausgebildete Fachkräfte in diesem Bereich knapp sind.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

Ein handwerklich erfüllender Beruf – mit Arbeitszeiten, die zur Lebensplanung passen müssen. Ob das Profil passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Koch/zur Köchin, veröffentlicht am 14.03.2022 im Bundesgesetzblatt, in Kraft seit 01.08.2022.
  • Neuordnung der gastgewerblichen Berufe 2022: sieben statt sechs Ausbildungsberufe; keine Übergangsregeln, Verträge ab 01.08.2022 fallen automatisch unter die neue Verordnung.
  • Inhaltliche Änderungen: konkretisierte Mindestinhalte zu Garverfahren und Arbeitstechniken, detaillierter beschriebene Warenkorbprüfung, höheres Gewicht der Pflanzenküche, Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“, verstärkte Kompetenzen in Warenbeschaffung und Kalkulation.
  • Rückfalloption: Koch-Auszubildende können bei nicht bestandener Abschlussprüfung unter bestimmten Voraussetzungen den Abschluss Fachkraft Küche erhalten.
  • Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag im Hotel- und Gaststättengewerbe, rückwirkend zum 01.08.2024: erhöhte Ausbildungsvergütungen, freier Tag zur Prüfungsvorbereitung, vollständige Freistellung am zweiten langen Berufsschultag.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.
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