Koch/Köchin: Ausbildung, Gehalt und Karriere
Die Ausbildung wurde 2022 grundlegend modernisiert: Die Pflanzenküche hat deutlich an Gewicht gewonnen, es gibt eine neue Zusatzqualifikation für vegetarische und vegane Küche, und Kalkulation wird stärker vermittelt. Neu ist zudem eine Rückfalloption zur Fachkraft Küche. Wir zeigen Aufgaben, Prüfung und Perspektiven.
Kurzüberblick: Koch/Köchin
Köchinnen und Köche planen, kalkulieren und bereiten Speisen zu: Sie beschaffen und prüfen Waren, wenden Garverfahren und Arbeitstechniken an, richten an, stellen Menüs zusammen und verantworten Hygiene und Qualität. Mit der Neuordnung zum 1. August 2022 wurden die Inhalte an veränderte Ernährungsgewohnheiten, höhere Verbraucherschutzanforderungen und wirtschaftliches Handeln angepasst.
Koch: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf 2025 als Engpassberuf. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 3.018 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).
Alle Eckdaten
| Beruf | Köchinnen und Köche |
|---|---|
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre, bei guten Leistungen verkürzbar |
| Ausbildungsvergütung | Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag im Gastgewerbe |
| Medianentgelt im Beruf | 3.018 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 2.563 bis 3.581 €), Bundesagentur für Arbeit |
| Zugang | Formal keiner, praktisch Hauptschulabschluss |
| Abschluss und Prüfung | IHK-Abschlussprüfung mit Warenkorbaufgabe |
| Lernorte | Restaurant, Hotel, Kantine oder Klinik plus Berufsschule |
| Rechtsgrundlage | Ausbildungsverordnung vom 14.03.2022, in Kraft seit 01.08.2022 |
| RIASEC-Interessencode | RAE |
| KI-Risiko | 24 Prozent automatisierbar, Platz 418 von 478 |
| Fachkräftelage | laut Bundesagentur für Arbeit Engpassberuf (2025) |
| Neue Ausbildungsverträge 2025 | 7.464 (BIBB) |
| Zukunftsscore | Note A, 80 von 100 |
Aufgaben & Arbeitsalltag
Der Alltag ist körperlich, heiß und getaktet. Während des Service zählt jede Minute – alle Gerichte eines Tisches müssen gleichzeitig fertig sein. Außerhalb der Servicezeiten geht es um Vorbereitung, Warenannahme und Kalkulation. Wer den Beruf wählt, sollte beide Seiten kennen.
Speisen zubereiten
Garverfahren und Arbeitstechniken anwenden, Komponenten herstellen und Gerichte anrichten.
Waren beschaffen und prüfen
Bestellungen auslösen, Lieferungen kontrollieren, sachgerecht lagern und Verderb vermeiden.
Kalkulieren
Wareneinsätze berechnen, Verbrauchskosten im Blick behalten und Preise mitgestalten.
Menüs und Karten mitgestalten
Speisen zusammenstellen, Ernährungsformen berücksichtigen und Karten korrekt kennzeichnen.
Hygiene sicherstellen
Hygienemanagement nach den geltenden Vorgaben umsetzen und dokumentieren.
Im Team arbeiten
Posten übernehmen, Abläufe abstimmen und unter Zeitdruck zuverlässig zuarbeiten.
Was die Modernisierung für Köche geändert hat
Die Neuordnung reagierte auf veränderte Gästeanforderungen und Ernährungsgewohnheiten sowie auf erhöhte gesetzliche Anforderungen an Verbraucherschutz und Hygienemanagement. Konkret wurden die Mindestinhalte zu Garverfahren und Arbeitstechniken konkretisiert, die praktische Prüfung mit dem Warenkorb detaillierter beschrieben und die Kompetenzen in Warenbeschaffung, Kalkulation und Verbrauchskosten verstärkt.
Pflanzenküche deutlich gestärkt
Das Gewicht der Pflanzenküche ist im Ausbildungsrahmenplan gestiegen. Neu ist zudem die Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“ – ein klares Signal an den Markt.
Wirtschaftliches Handeln früher
Warenbeschaffung, Kalkulation und Verbrauchskosten werden stärker vermittelt. Wer später eine Küche führen will, braucht genau das.
Rückfalloption zur Fachkraft Küche
Koch-Auszubildende, die die Abschlussprüfung nicht bestehen, können unter bestimmten Voraussetzungen den Abschluss als Fachkraft Küche erhalten – ein echter Sicherheitsanker.
Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird
Garverfahren und Arbeitstechniken
Seit 2022 konkretisierte Mindestinhalte – die handwerkliche Basis des Berufs.
Warenkunde
Fleisch, Fisch, Gemüse, Milchprodukte, Convenience-Grade und Qualitätsbeurteilung.
Pflanzenküche
Vegetarische und vegane Zubereitung – im Rahmenplan deutlich stärker gewichtet.
Ernährung und Kennzeichnung
Ernährungsformen, Allergene, Zusatzstoffe und korrekte Speisekartenkennzeichnung.
Kalkulation
Wareneinsatz, Verbrauchskosten, Preisbildung und wirtschaftliche Steuerung.
Hygienemanagement
Eigenkontrollsysteme, Dokumentation, Kühlketten und Personalhygiene.
Menükunde
Menüfolgen, Anlässe, Bankett und Abstimmung mit dem Service.
Arbeitsorganisation
Mise en place, Postenarbeit, Zeitplanung und Zusammenarbeit unter Druck.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf verlangt körperliche Belastbarkeit, Stressresistenz und echtes Interesse an Lebensmitteln. Wer ihn aus Begeisterung für Kochshows wählt, sollte vorher ein Praktikum machen – der Alltag ist deutlich härter als das Bild. Ob Ihr Interessen- und Fähigkeitsprofil tatsächlich zu diesen Anforderungen passt, lässt sich in einer Berufsberatung objektiv klären – mit validierten Testverfahren statt mit Bauchgefühl.
Formale Voraussetzungen
- Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
- In der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss
- Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Hitze
- Geruchs- und Geschmackssinn ohne Einschränkungen
- Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit
Persönliche Eigenschaften
- Stressresistenz – im Service zählt jede Minute
- Teamfähigkeit auf engem Raum unter Druck
- Sorgfalt bei Hygiene und Kennzeichnung
- Geschmackssinn und Neugier auf Lebensmittel
- Körperliche Ausdauer bei Hitze und langem Stehen
- Kritikfähigkeit im direkten Ton der Küche
RIASEC-Profil: RAE – Realistic · Artistic · Enterprising
Der Beruf verbindet handwerklich-praktische Arbeit (R) mit gestalterischem Anspruch bei Komposition und Anrichten (A) sowie wirtschaftlicher Steuerung von Wareneinsatz und Kalkulation (E).
Das A ist real, aber begrenzt: Kreativität entfaltet sich erst mit Erfahrung – in der Ausbildung dominiert das Handwerk. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.
Küche – zwei oder drei Jahre?
Seit 2022 gibt es mit der Fachkraft Küche erstmals einen zweijährigen Küchenberuf. Der Berufswahltest hilft bei der Einordnung.
Passt der Beruf zu deinen Interessen?
Beantworte acht Aussagen ehrlich. Der Check gleicht deine Antworten mit dem Interessenprofil des Berufs (RAE) ab und zeigt dir, ob er passt – und welche Berufe sonst in Frage kommen.
1. Ich schraube, baue oder repariere gern Dinge mit meinen Händen.
2. Ich will verstehen, warum etwas funktioniert, und tüftle gern an kniffligen Problemen.
3. Ich gestalte gern etwas Eigenes – Texte, Bilder, Musik oder Design.
4. Ich helfe, erkläre oder betreue gern andere Menschen.
5. Ich überzeuge gern andere, verhandle und übernehme die Führung.
6. Ich arbeite gern genau und geordnet – mit Zahlen, Listen und klaren Abläufen.
7. Arbeit am Abend, am Samstag oder an Feiertagen ist für mich in Ordnung.
8. Körperlich anstrengende Arbeit mit viel Stehen oder Heben schreckt mich nicht ab.
Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt
Seit dem 1. August 2024 gilt im Hotel- und Gaststättengewerbe ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag. Er hat die Ausbildungsvergütungen erhöht und zusätzliche Rechte für Auszubildende gebracht.
Was der allgemeinverbindliche Tarifvertrag bringt
Weil der Tarifvertrag allgemeinverbindlich ist, gilt er unabhängig davon, ob der Betrieb Mitglied im Arbeitgeberverband ist. Das ist für das Gastgewerbe ein wesentlicher Fortschritt. Achten Sie dennoch auf den Betriebstyp: Hotellerie, Betriebsgastronomie und Klinikküchen unterscheiden sich bei Arbeitszeiten erheblich.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt im unteren bis mittleren Bereich – das ist die ehrliche Einordnung. Deutlich besser stehen Köche in Betriebsgastronomie, Kliniken und Gemeinschaftsverpflegung, wo zudem die Arbeitszeiten planbarer sind. Den größten Sprung bringen Küchenmeister und der Weg in die Küchenleitung oder Selbstständigkeit.
Ausbildungsablauf: Vom Posten zur Verantwortung
Die dreijährige Ausbildung führt durch alle Posten der Küche. Im ersten Jahr ist eine gemeinsame Beschulung aller sieben gastgewerblichen Berufe möglich, im zweiten Jahr eine gemeinsame Beschulung der Küchenberufe.
Grundlagen
Arbeitstechniken, Warenkunde, Hygiene, einfache Speisen und Mise en place.
Garverfahren und Posten
Vertiefte Garverfahren, Pflanzenküche, Postenarbeit und Menükunde.
Etwa nach der Hälfte
Praktische und schriftliche Aufgaben über die bisherigen Inhalte.
Eigenverantwortung
Eigenständige Postenführung, Kalkulation, Kennzeichnung und Bankettarbeit.
Prüfung mit Warenkorb
Praktische Aufgabe auf Basis eines Warenkorbs – seit 2022 detaillierter geregelt.
Wann ist deine Prüfung? Für die schriftliche Zwischen- und Abschlussprüfung gelten bei den meisten IHK-Berufen bundesweit feste Termine. Alle Termine bis Winter 2027/28 stehen in unserer Übersicht IHK-Prüfungstermine 2026/2027.
Karrierewege: Posten, Meister, Selbstständigkeit
Die Küche hat klare Aufstiegsstufen. Wirtschaftlich am wirksamsten ist der Küchenmeister – und der bewusste Wechsel in Betriebsformen mit besseren Arbeitszeiten. Welcher dieser Wege zu Ihnen passt, hängt von Interessen, Belastbarkeit und Lebensplanung ab – und genau das ist Gegenstand einer Berufsberatung.
In der Küche aufsteigen
Die klassische Stufenfolge.
- Chef de Partie
- Sous Chef
- Küchenchef
- Küchenmeister/in
Betriebsform wählen
Die Arbeitszeiten unterscheiden sich dramatisch.
- Betriebsgastronomie
- Klinik und Gemeinschaftsverpflegung
- Hotellerie
- Catering und Bankett
Fachlich spezialisieren
Bestimmte Felder wachsen deutlich.
- Vegetarische und vegane Küche
- Diätetik und Ernährungsformen
- Patisserie
- Systemgastronomie
Fortbildung und Selbstständigkeit
Über Aufstiegs-BAföG förderfähig.
- Küchenmeister/in
- Geprüfte/r Restaurantmeister/in
- Eigenes Restaurant
- B.A. Culinary Management
Einstellungstest Koch/Köchin: Was im Auswahlverfahren geprüft wird
In Handwerk und Industrie prüft der Einstellungstest vor allem, ob die Grundlagen für die Berufsschule sitzen: Rechnen mit Einheiten und Formeln, technisches Verständnis und räumliches Denken. Größere Industriebetriebe testen oft online, kleinere Betriebe setzen eher auf ein Probearbeiten.
Typische Schwerpunkte im Einstellungstest für Koch/Köchin – redaktionelle Einschätzung nach Berufsfeld. Verbindlich ist, was der Betrieb in der Einladung mitteilt.
Diese Testteile sollten Sie üben
- Rechnen – Typisch für diesen Beruf: Maßeinheiten, Umrechnungen, Dreisatz und Formeln. Meist ohne Taschenrechner und mit knapper Zeit.
- Technisches Verständnis und räumliches Denken – Zahnräder, Hebel, Stromkreise und Figurenaufgaben – mit eigenem Trainer für Matrizen, Würfelaufgaben und Zahnräder.
- Logik – Zahlenreihen und Buchstabenreihen, Analogien und Schlussfolgerungen – der Testteil, der einem Intelligenztest am nächsten kommt.
- Konzentration und Merkfähigkeit – Zeichen zählen, Daten abgleichen, Listen merken – einfache Aufgaben in großer Zahl, bei denen Tempo und Sorgfalt zählen.
Typischer Zugang: Formal keiner, praktisch Hauptschulabschluss. Die Aufgaben orientieren sich meist am Stoff bis zur 9. oder 10. Klasse – wer Bruchrechnung, Dreisatz und Prozent sicher beherrscht, ist gut aufgestellt.
Der Ausbildungsmarkt spricht für Bewerberinnen und Bewerber: 2025 blieben bundesweit 915 Plätze unbesetzt, dem standen 564 unversorgte Bewerber ohne Alternative gegenüber. Der Test dient hier oft eher der Einstufung als dem harten Aussieben – eine solide Vorbereitung verschafft trotzdem die bessere Ausgangsposition bei beliebten Betrieben. (Quelle: BIBB, Erhebung zum 30.09.2025)
Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist RAE – vor allem praktisch-technisch und kreativ-gestaltend. Genau solche Interessen fragen viele Betriebe im Persönlichkeits- und Interessenteil des Einstellungstests ab. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.
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Zukunftsaussichten Köchinnen und Köche: Wie robust ist der Beruf?
Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.
Kochen bleibt Handarbeit unter Zeitdruck. Automatisierbar sind die vorbereitenden und standardisierten Anteile der Großküche, nicht die Küche mit eigener Karte. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Berufsgruppe „Köche/Köchinnen (o.S.)“ 2025 als Engpassberuf – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 3,7 Arbeitsuchende. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt leicht unter dem Niveau von 2019.
Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.
Köchinnen und Köche: wie viele durchhalten, wie viele bestehen und wer die Ausbildung macht
Die drei Fragen, die Eltern und Schüler am häufigsten stellen – beantwortet mit den amtlichen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Mit welchem Schulabschluss Azubis wirklich starten
- Ohne oder mit Erstem Schulabschluss (Hauptschule): 28 %
- Mittlerer Schulabschluss: 31 %
- Abitur oder Fachhochschulreife: 19 %
- Im Ausland erworben: 22 %
Der häufigste Abschluss der neuen Azubis ist der Mittlere Schulabschluss (31 %). Mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss beginnen 28 % – der Beruf ist für sie also erreichbar. Diese Zahlen zeigen, mit welchem Abschluss Betriebe tatsächlich einstellen – nicht, was die Ausbildungsordnung verlangt.
Damit du nicht zu den 44 % gehörst
Ein großer Teil der Vertragslösungen passiert früh, oft schon in der Probezeit – meist, weil Beruf oder Betrieb nicht passen. Prüfe vorher, ob dieser Beruf zu deinen Interessen und Stärken passt: kostenlos im Berufswahltest oder persönlich in unserer Berufsberatung.
Quelle. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024; Werte für „Koch/Köchin“. Vertragslösungsquote nach dem Schichtenmodell des BIBB; Prüfungserfolg als Erfolgsquote II (Anteil der Prüfungsteilnehmenden mit bestandener Abschlussprüfung); Schulabschluss und Frauenanteil bezogen auf die neu abgeschlossenen Verträge. Schnitt aller Berufe: eigene Berechnung, gewichtet nach Neuverträgen.
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Ein handwerklich erfüllender Beruf mit klaren Aufstiegswegen – und Arbeitszeiten, die man vorher realistisch prüfen sollte.
Was für den Beruf spricht
- Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag seit 2024
- Pflanzenküche und Zusatzqualifikation vegan als Zukunftsfeld
- Rückfalloption zur Fachkraft Küche als Sicherheitsanker
- Zugang ohne bestimmten Schulabschluss
- Sehr viele Ausbildungsplätze bundesweit
- Klarer Weg bis zur Selbstständigkeit
Was Sie wissen sollten
- Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist die Regel
- Körperlich fordernd durch Hitze und langes Stehen
- Hoher Zeitdruck während des Service
- Vergütung im unteren bis mittleren Bereich
- Hohe Abbruchquote in der Branche
- Direkter Umgangston belastet manche
Koch vs. Fachkraft Küche vs. Fachmann für Systemgastronomie
Drei Küchen- und Gastronomieberufe seit der Neuordnung 2022.
Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Die Neuordnung 2022 hat diesen Beruf spürbar modernisiert – besonders bei der Pflanzenküche, die jetzt eine eigene Zusatzqualifikation hat. Wirtschaftlich wichtig ist der allgemeinverbindliche Tarifvertrag seit August 2024: Er gilt unabhängig von der Verbandsmitgliedschaft des Betriebs. Mein wichtigster Rat betrifft die Betriebsform: Zwischen einem Restaurant mit Abenddienst und einer Betriebs- oder Klinikküche liegen bei den Arbeitszeiten Welten.“

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat
Koch/Köchin – FAQ
Zum 1. August 2022 wurden die gastgewerblichen Berufe erstmals seit über zwanzig Jahren neu geordnet – seither gibt es sieben statt sechs Ausbildungsberufe. Neu geschaffen wurde die Fachkraft Küche als erster zweijähriger Küchenberuf. Umbenannt wurden: Fachkraft im Gastgewerbe zur Fachkraft für Gastronomie, Restaurantfachmann zum Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und Hotelkaufmann zum Kaufmann für Hotelmanagement. Koch, Hotelfachmann und Fachmann für Systemgastronomie behielten ihre Bezeichnung, wurden aber inhaltlich modernisiert. Übergangsregeln gibt es nicht: Alle Verträge ab dem 1. August 2022 fallen automatisch unter die neue Verordnung.
Mehrere Punkte. Die Mindestinhalte zu Garverfahren und Arbeitstechniken wurden konkretisiert, die praktische Prüfung mit dem Warenkorb detaillierter beschrieben. Das Gewicht der Pflanzenküche ist gestiegen, ergänzt um die neue Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“. Ernährungsformen, Gesundheit und Speisekartenkennzeichnung spielen eine größere Rolle, und Warenbeschaffung, Kalkulation und Verbrauchskosten werden verstärkt vermittelt.
Eine Neuerung mit erheblichem Wert: Koch-Auszubildende, die die Abschlussprüfung nicht bestehen, können unter bestimmten Voraussetzungen den Abschluss als Fachkraft Küche erhalten. Damit steht am Ende nicht der Totalverlust, sondern ein anerkannter zweijähriger Berufsabschluss – ein echter Sicherheitsanker in einem Beruf mit hoher Abbruchquote.
Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Hotel- und Gaststättengewerbe gilt zusätzlich ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag, der rückwirkend zum 1. August 2024 die Ausbildungsvergütungen erhöht hat.
Rückwirkend zum 1. August 2024 gelten im Hotel- und Gaststättengewerbe neue allgemeinverbindliche Regelungen: Die Ausbildungsvergütungen wurden erhöht, Auszubildende erhalten einen freien Tag zur Prüfungsvorbereitung, und an einem zweiten langen Berufsschultag sind sie vollständig freizustellen. Allgemeinverbindlich bedeutet: Es gilt unabhängig von der Verbandsmitgliedschaft des Betriebs.
In der klassischen Gastronomie deutlich: Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist die Regel, häufig in geteilten Diensten. Sehr viel planbarer sind Betriebsgastronomie, Kliniken, Kantinen und Gemeinschaftsverpflegung – dort wird meist werktags und tagsüber gearbeitet, bei häufig besserer Vergütung. Diese Betriebsformen werden bei der Ausbildungsplatzsuche oft übersehen.
Formal keinen bestimmten; in der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss. Damit ist der Beruf einer der zugänglichsten überhaupt. Erforderlich sind dagegen ein Gesundheitszeugnis nach dem Infektionsschutzgesetz, körperliche Belastbarkeit für Hitze und langes Stehen sowie ein uneingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn.
Sie ist deutlich aufgewertet worden. Das Gewicht der Pflanzenküche ist im allgemeinen Ausbildungsrahmenplan gestiegen, und es gibt seit 2022 die Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“. Fachlich ist das eine der attraktivsten Spezialisierungen: Die Nachfrage wächst, während ausgebildete Fachkräfte in diesem Bereich knapp sind.
Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen
Ein handwerklich erfüllender Beruf – mit Arbeitszeiten, die zur Lebensplanung passen müssen. Ob das Profil passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik. An sieben Standorten oder online.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Koch/zur Köchin, veröffentlicht am 14.03.2022 im Bundesgesetzblatt, in Kraft seit 01.08.2022.
- Neuordnung der gastgewerblichen Berufe 2022: sieben statt sechs Ausbildungsberufe; keine Übergangsregeln, Verträge ab 01.08.2022 fallen automatisch unter die neue Verordnung.
- Inhaltliche Änderungen: konkretisierte Mindestinhalte zu Garverfahren und Arbeitstechniken, detaillierter beschriebene Warenkorbprüfung, höheres Gewicht der Pflanzenküche, Zusatzqualifikation „vegetarische und vegane Küche“, verstärkte Kompetenzen in Warenbeschaffung und Kalkulation.
- Rückfalloption: Koch-Auszubildende können bei nicht bestandener Abschlussprüfung unter bestimmten Voraussetzungen den Abschluss Fachkraft Küche erhalten.
- Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag im Hotel- und Gaststättengewerbe, rückwirkend zum 01.08.2024: erhöhte Ausbildungsvergütungen, freier Tag zur Prüfungsvorbereitung, vollständige Freistellung am zweiten langen Berufsschultag.
- § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.