Curriculum Vitae

Curriculum Vitae: Der Lebenslauf und sein lateinischer Name

Curriculum Vitae – abgekürzt CV – ist die lateinische Bezeichnung für den Lebenslauf und heißt wörtlich „Lauf des Lebens“. Im deutschen Bewerbungsalltag meinen CV und Lebenslauf dasselbe Dokument. Im internationalen Gebrauch bezeichnen sie zwei unterschiedliche Formate.

Herkunft, Aufbau und die übliche Form

Curriculum steht im Lateinischen für Lauf oder Umlauf, vitae ist der Genitiv von vita, Leben. Der Ausdruck stammt aus dem akademischen Betrieb, wo Gelehrte ihren Werdegang traditionell in einem curriculum vitae darlegten – ursprünglich als zusammenhängender Text in der ersten Person.

Diese ausformulierte Form heißt heute ausführlicher oder narrativer Lebenslauf und ist in Deutschland fast vollständig verschwunden. Verlangt wird der tabellarische Lebenslauf: ein bis zwei Seiten, antichronologisch – also mit der aktuellsten Station zuerst –, gegliedert in Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse und relevante Weiterbildungen. Ein Foto ist rechtlich nicht vorgeschrieben und wegen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zunehmend unüblich, in vielen Branchen aber weiterhin erwartet.

Ausnahmen bestehen dort, wo die Tradition weiterlebt: In Promotionsverfahren, bei Stipendienbewerbungen und in manchen wissenschaftlichen Berufungsverfahren wird der ausformulierte Lebenslauf noch verlangt – dort meist zusätzlich zum tabellarischen.

CV oder Lebenslauf – was verlangt wer?

Der Unterschied wird erst außerhalb Deutschlands relevant, dort aber deutlich.

Im deutschen Sprachraum sind CV und Lebenslauf Synonyme. Wer ein Stellenangebot liest, in dem ein „CV“ verlangt wird, schickt seinen normalen tabellarischen Lebenslauf.

Im angelsächsischen Raum sind es zwei Dokumente. Das Resume ist knapp – ein bis zwei Seiten, auf die konkrete Stelle zugeschnitten, in den USA der Standard für Bewerbungen in der Wirtschaft. Das CV ist dort ein vollständiger, unbegrenzt langer Nachweis des akademischen Werdegangs mit Publikationen, Lehre, Vorträgen und Drittmitteln – üblich in Wissenschaft, Medizin und Forschung. Wer in den USA auf eine Managementstelle ein zwölfseitiges CV schickt, wird aussortiert. In Großbritannien, Irland und weiten Teilen Europas ist „CV“ dagegen der normale Ausdruck für die zweiseitige Bewerbungsunterlage.

Was sonst noch abweicht: In den USA und Großbritannien gehören weder Foto noch Geburtsdatum, Familienstand oder Nationalität in die Unterlagen – Angaben, die in deutschen Lebensläufen noch verbreitet sind, gelten dort als Einladung zur Diskriminierung und wirken unprofessionell.

Die schwierigere Aufgabe ist ohnehin nicht das Format, sondern die Auswahl: Welche Stationen tragen die Bewerbung, welche verwässern sie, und wie wird aus einem verschlungenen Werdegang eine nachvollziehbare Linie. Daran arbeitet eine Karriereberatung – am Inhalt, bevor es um die Form geht.

Aus der Beratungspraxis: Die meisten Lebensläufe scheitern nicht an Lücken, sondern an Vollständigkeit. Wer jede Station gleich ausführlich beschreibt, zwingt die lesende Person, selbst zu entscheiden, was wichtig ist – und die entscheidet dann anders als gewünscht.

Häufige Fragen

Was heißt Curriculum Vitae wörtlich?

„Lauf des Lebens“. Curriculum bedeutet im Lateinischen Lauf oder Umlauf, vitae ist der Genitiv von vita, Leben. Der Ausdruck stammt aus dem akademischen Betrieb, in dem Gelehrte ihren Werdegang als fortlaufenden Text darstellten.

Brauche ich für eine Bewerbung im Ausland einen anderen Lebenslauf?

In der Regel ja. In den USA gilt das kurze, auf die Stelle zugeschnittene Resume als Standard; das dortige CV ist ein akademisches Dokument ohne Längenbegrenzung. In Großbritannien und weiten Teilen Europas ist CV der übliche Begriff für die zweiseitige Unterlage. Foto, Geburtsdatum und Familienstand gehören im angelsächsischen Raum grundsätzlich nicht hinein.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.