Magister Artium

Magister Artium (M.A.): der Magister vor Bologna

Magister Artium (M.A.) war bis zur Bologna-Reform der Standardabschluss geisteswissenschaftlicher Studiengänge in Deutschland. Studiert wurde meist ein Haupt- und zwei Nebenfächer, die Regelstudienzeit lag bei neun Semestern. Der Abschluss ist dem heutigen Master gleichgestellt und berechtigt zur Promotion.

Aufbau, Dauer und heutige Einordnung

Der Magister – lateinisch für „Meister“, Artium für „der Künste“ – war das Gegenstück zum Diplom auf der geistes- und teils sozialwissenschaftlichen Seite. Typisch war die Kombination aus einem Hauptfach und zwei Nebenfächern oder zwei gleichgewichtigen Hauptfächern, abgeschlossen mit Magisterarbeit und mündlichen Prüfungen. Die Regelstudienzeit betrug neun Semester; faktisch dauerte das Studium häufig länger, weil die Studienordnungen sehr viel Wahlfreiheit ließen.

Mit der Umstellung auf Bachelor und Master ab 1999 lief der Magister aus; die letzten Jahrgänge schlossen in den 2010er-Jahren ab. Er ist dem Master gleichgestellt: Er eröffnet denselben Zugang zur Promotion und im öffentlichen Dienst denselben Laufbahnzugang wie ein Masterabschluss. Führen lässt sich die Abkürzung M.A. – dieselbe, die heute der Master of Arts trägt, was gelegentlich zu Verwechslungen führt.

Was ist ein Magister in Bewerbungen heute wert?

Fachlich nichts anderes als ein Master – aber er erklärt sich nicht mehr von selbst. Wer heute mit einem Magister auf dem Arbeitsmarkt unterwegs ist, hat den Abschluss vor über zehn Jahren erworben; im Lebenslauf konkurriert er nicht mit anderen Abschlüssen, sondern mit der Berufserfahrung darunter, die inzwischen schwerer wiegt.

Zwei Situationen erfordern trotzdem Aufmerksamkeit. Erstens automatisierte Bewerbungssysteme: Wer im Lebenslauf nur „Magister Artium“ schreibt, kann durch einen Filter fallen, der auf „Master“ oder „Diplom“ eingestellt ist – die Ergänzung „(entspricht Master)“ kostet nichts. Zweitens das Ausland, wo der Abschluss unbekannt ist und eine Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen die Einordnung erleichtert.

Häufiger als die Formfrage ist die inhaltliche: Ein geisteswissenschaftliches Studium mit zwei Nebenfächern lässt sich in einer Bewerbung sehr unterschiedlich erzählen. Wo genau die eigenen Stärken liegen und auf welche Rollen sie zahlen, ist die Frage, an der eine Karriereberatung ansetzt.

Aus der Beratungspraxis: Magister-Absolventinnen und -Absolventen unterschätzen im Lebenslauf regelmäßig das Nebenfach. Genau die Kombination aus Haupt- und Nebenfächern ist aber das Unterscheidungsmerkmal gegenüber einem geradlinigen Masterprofil – wenn sie als Kompetenz beschrieben wird und nicht nur als Aufzählung.

Häufige Fragen

Ist der Magister Artium ein Master?

Er ist ihm gleichgestellt. Der Magister eröffnet denselben Zugang zur Promotion und dieselbe Laufbahngruppe im öffentlichen Dienst wie ein Master und trägt dieselbe Abkürzung M.A. Formal handelt es sich um zwei verschiedene, gleichwertige Abschlüsse – nicht um denselben unter anderem Namen.

Muss ich meinen Magister in einen Master umwandeln lassen?

Nein, eine Umwandlung gibt es nicht und sie ist auch nicht nötig. Sinnvoll ist lediglich, im Lebenslauf die Gleichwertigkeit zu vermerken und für Bewerbungen im Ausland eine Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen einzuholen.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.