N. N. – nomen nominandum: der noch zu nennende Name
N. N. steht für lateinisch nomen nominandum, „der zu nennende Name“. Die Abkürzung markiert eine Stelle, an der eine Person noch nicht feststeht – im Vorlesungsverzeichnis, im Programmheft, im Organigramm. Sie besagt nicht, dass niemand vorgesehen ist, sondern dass die Besetzung offen ist.
Herkunft, Schreibweise und die häufigen Verwechslungen
Der Ausdruck stammt aus dem akademischen Latein. Nomen nominandum ist ein Gerundivum und bedeutet wörtlich „der Name, der zu nennen ist“ – eine Ankündigung, keine Leerstelle. Korrekt schreibt man ihn mit Punkten und Leerzeichen: N. N. In der Praxis überwiegen die verkürzten Formen N.N. und NN, die niemand als falsch beanstandet.
Zwei Verwechslungen sind verbreitet und ändern die Bedeutung.
Nomen nescio.
Dieselbe Abkürzung wird gelegentlich als nomen nescio aufgelöst – „den Namen weiß ich nicht“. Das ist etwas anderes: Nicht die Besetzung ist offen, sondern die Identität ist unbekannt. In Archiven, historischen Verzeichnissen und bei anonymen Autorschaften ist meist diese Lesart gemeint, im Hochschulbetrieb dagegen fast immer nomen nominandum.
NN als Normalnull.
In Höhenangaben – „320 m ü. NN“ – steht NN für Normalnull, den früheren amtlichen Höhenbezug in Deutschland. Mit Namen hat das nichts zu tun; seit 1992 gilt ohnehin NHN, der Normalhöhennull.
Begegnen wird einem N. N. vor allem an vier Stellen: im Vorlesungsverzeichnis bei noch nicht besetzten Lehrveranstaltungen, in Programmen von Tagungen und Konzerten, in Organigrammen und Stellenplänen sowie in Publikationslisten, wenn ein Beitrag ohne Verfasserangabe erscheint.
Was ein N. N. im Vorlesungsverzeichnis über den Studiengang verrät
Ein einzelnes N. N. ist unauffällig – Lehraufträge werden regelmäßig kurzfristig vergeben. Auffällig wird es, wenn sich der Eintrag häuft oder an bestimmten Stellen steht.
Eine unbesetzte Professur im Kernbereich des Fachs bedeutet in der Praxis: Lehrveranstaltungen werden von Vertretungen oder Lehrbeauftragten gehalten, die Betreuung von Abschlussarbeiten ist eingeschränkt, und Forschungsschwerpunkte, die man auf der Website gelesen hat, existieren gerade nicht. Berufungsverfahren dauern in Deutschland üblicherweise ein bis zwei Jahre – wer sich für einen Studiengang wegen einer bestimmten Ausrichtung entscheidet, sollte deshalb prüfen, ob die dazugehörigen Lehrstühle tatsächlich besetzt sind.
Viele N. N. in einem kleinen Studiengang deuten auf einen hohen Anteil externer Lehre hin. Das ist nicht automatisch schlecht – in praxisnahen Fächern bringen Lehrbeauftragte aus dem Beruf oft mehr ein als eine reguläre Stelle. In forschungsorientierten Fächern ist es dagegen ein Hinweis auf dünne Personaldecke.
Prüfen lässt sich das in fünf Minuten: das aktuelle Vorlesungsverzeichnis des Studiengangs öffnen und die Dozentenspalte durchsehen. Diese Art konkreter Prüfung – wer lehrt, wie groß sind die Gruppen, wie viel Betreuung gibt es tatsächlich – ist bei der Hochschulwahl aussagekräftiger als jedes Ranking. Eine Studienberatung arbeitet mit genau solchen Kriterien.
Aus der Beratungspraxis: Hochschulen werden fast nie nach dem Lehrangebot verglichen, sondern nach Stadt, Ruf und Zulassungsgrenze. Dabei steht das Entscheidende öffentlich im Vorlesungsverzeichnis – man muss es nur vor der Bewerbung aufschlagen, nicht im dritten Semester.
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung N. N.?
Für nomen nominandum, lateinisch „der zu nennende Name“. Sie markiert eine noch offene Besetzung. Seltener wird dieselbe Abkürzung als nomen nescio aufgelöst – „den Namen weiß ich nicht“ –, was eine unbekannte statt einer offenen Person meint.
Was bedeutet ein N. N. im Vorlesungsverzeichnis?
Dass die Lehrveranstaltung noch keiner Person zugeordnet ist – entweder weil der Lehrauftrag noch vergeben wird oder weil eine Professur unbesetzt ist. Einzelne Einträge sind normal. Häufen sie sich im Kernbereich des Fachs, lohnt die Nachfrage beim Studiengangkoordinator, wie die Betreuung im kommenden Semester geregelt ist.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.