Networking

Networking

Networking bezeichnet den Aufbau und die Pflege beruflicher Kontakte. Sein Wert liegt weniger in der Zahl der Verbindungen als in ihrer Reichweite in Bereiche, zu denen man sonst keinen Zugang hat.

Warum lose Kontakte am meisten bringen

Der bekannteste Befund der Netzwerkforschung stammt von Mark Granovetter und trägt den Titel „The Strength of Weak Ties“ (1973): Berufliche Gelegenheiten erreichen Menschen häufiger über entfernte Bekannte als über enge Freunde. Der Grund ist strukturell und nicht sozial – enge Kontakte bewegen sich in denselben Kreisen, kennen dieselben Leute und dieselben Informationen. Neue Information kommt fast zwangsläufig von weiter außen.

Daraus folgt ein anderer Maßstab: Ein Netzwerk ist nicht gut, weil es groß ist, sondern weil es breit streut – über Branchen, Funktionen und Regionen hinweg. Und der sogenannte verdeckte Arbeitsmarkt, also Stellen, die nie ausgeschrieben werden, ist genau der Teil, der über solche Wege besetzt wird.

Was in der Praxis funktioniert

Der häufigste Fehler ist, erst dann Kontakt aufzunehmen, wenn man etwas braucht. Wer sich nach zwei Jahren Funkstille mit einer Bitte meldet, betreibt kein Networking, sondern stellt eine Anfrage – und der Unterschied ist für die Gegenseite deutlich spürbar. Tragfähig werden Kontakte durch beiläufige, anlassbezogene Berührungen ohne Forderung: ein Hinweis, eine Gratulation, eine weitergeleitete Information.

Zweitens gilt die Reihenfolge Geben vor Nehmen: verbinden, weiterleiten, Hinweise geben. Drittens ändert das Digitale daran wenig – ein gepflegtes Profil macht auffindbar, ersetzt aber keinen Kontakt; die Verbindung entsteht im Gespräch, nicht in der Kontaktliste. Verwandte Themen sind Mentoring als strukturierte Form derselben Ressource und Social Skills als deren Voraussetzung. Besonders tragend wird ein Netzwerk in Umbruchphasen – wer eine berufliche Neuorientierung erwägt, sollte es aufgebaut haben, bevor er es braucht.

Häufige Fragen

Was ist Networking?

Der bewusste Aufbau und die Pflege beruflicher Kontakte. Entscheidend ist nicht die Zahl der Verbindungen, sondern wie weit sie über das eigene Umfeld hinausreichen – dorthin, wo Informationen und Gelegenheiten liegen, die man sonst nicht erfährt.

Warum sind lose Kontakte für die Jobsuche wichtiger als enge?

Weil enge Kontakte sich in denselben Kreisen bewegen und dieselben Informationen kennen. Entfernte Bekannte verbinden dagegen mit anderen Umfeldern und bringen deshalb neue Information ins Spiel – der Befund geht auf Mark Granovetters Arbeit „The Strength of Weak Ties“ von 1973 zurück.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.