Studienbuch

Studienbuch: Nachweis der belegten Veranstaltungen

Das Studienbuch ist der amtliche Nachweis darüber, welche Lehrveranstaltungen eine studierende Person in welchem Semester belegt hat. Früher wurde es bei der Immatrikulation ausgehändigt und von Dozenten unterschrieben; heute führen die meisten Hochschulen es digital im Campus-Management-System.

Was hineingehört und wie es heute geführt wird

Im klassischen Studienbuch stehen Name, Matrikelnummer, Studiengang und Hochschule sowie – nach Semestern geordnet – die belegten Lehrveranstaltungen. In der älteren Form bestätigten Lehrende die Teilnahme durch Unterschrift, das sogenannte Testat; daraus stammt der bis heute gelegentlich gehörte Ausdruck „ein Testat holen“.

Mit der Umstellung auf Bachelor und Master und die elektronische Prüfungsverwaltung hat das gedruckte Heft seine Funktion weitgehend verloren. An seine Stelle sind getreten:

Die Leistungsübersicht im Campus-System, die Anmeldungen, Prüfungsergebnisse und Punkte automatisch führt. Das Transcript of Records als offizielle, ausdruckbare Bescheinigung erbrachter Leistungen samt Noten und ECTS-Punkten. Studienbescheinigungen für Krankenkasse, Kindergeldkasse, BAföG-Amt oder Arbeitgeber, die sich meist selbst erzeugen lassen.

Einige Hochschulen führen das Studienbuch weiterhin, teils nur noch als Formalie bei der Einschreibung. Ob es gebraucht wird und in welcher Form, steht in der jeweiligen Studien- oder Immatrikulationsordnung – eine allgemeingültige Regel gibt es nicht.

Welche Unterlagen man wirklich aufbewahren sollte

Die praktisch wichtigere Frage als die nach dem Studienbuch ist, welche Dokumente über das Studium hinaus gebraucht werden – und dabei wird regelmäßig das Falsche archiviert.

Modulhandbücher und Modulbeschreibungen.

Das ist die am häufigsten unterschätzte Unterlage. Bei einem Hochschulwechsel, einem späteren Master, einer Anerkennung im Ausland oder der Zulassung zu reglementierten Berufen wird nach Inhalten gefragt, nicht nach Punkten. Hochschulen archivieren alte Fassungen oft nur begrenzt – wer die zum eigenen Studienbeginn gültige Version nicht selbst gesichert hat, kann Jahre später nicht belegen, was er gehört hat.

Transcript of Records und Abschlusszeugnis in Original und beglaubigter Kopie, dazu das Diploma Supplement für den internationalen Gebrauch.

Immatrikulations- und Exmatrikulationsbescheinigungen.

Sie belegen Studienzeiten – relevant für die Rentenversicherung, für Nachweise gegenüber Behörden und bei Bewerbungen mit Lücken im Lebenslauf.

Praktikums- und Arbeitszeugnisse aus der Studienzeit, auch aus Nebenjobs. Sie werden Jahre später gebraucht und sind dann nicht mehr zu bekommen.

Wer vor einem Wechsel oder einer Anerkennung steht, klärt am besten vorher, welche Unterlagen die Zielhochschule verlangt – die Studienberatung ordnet ein, worauf es dabei ankommt.

Aus der Beratungspraxis: Bei Anerkennungsfragen scheitert es fast nie an den Noten, sondern an fehlenden Modulbeschreibungen. Zehn Minuten am Ende jedes Semesters – Modulhandbuch als PDF sichern – ersparen später Wochen an Nachforschung.

Häufige Fragen

Was ist ein Studienbuch?

Der amtliche Nachweis über die in jedem Semester belegten Lehrveranstaltungen. Früher ein gedrucktes Heft, das bei der Immatrikulation ausgegeben und von Lehrenden abgezeichnet wurde; heute an den meisten Hochschulen digital als Leistungsübersicht im Campus-Management-System geführt.

Braucht man das Studienbuch heute noch?

In den meisten Studiengängen nicht mehr – seine Funktion haben Campus-System, Transcript of Records und Studienbescheinigungen übernommen. Einzelne Hochschulen führen es weiterhin, teils als Formalie bei der Einschreibung. Maßgeblich ist die Studien- beziehungsweise Immatrikulationsordnung der jeweiligen Hochschule.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.