Credit Points (ECTS)
Credit Points – im europäischen Hochschulraum als ECTS-Punkte geführt – messen den Arbeitsaufwand eines Moduls, nicht die erbrachte Leistung. Ein Punkt entspricht rund 25 bis 30 Arbeitsstunden.
Was gezählt wird
In den Arbeitsaufwand, den sogenannten Workload, gehen alle Tätigkeiten ein, die ein Modul erfordert: die Präsenzzeit in Vorlesungen und Seminaren, Vor- und Nachbereitung, Lektüre, das Anfertigen von Hausarbeiten sowie die Prüfungsvorbereitung.
Ein Modul mit 5 Credit Points steht damit für rund 125 bis 150 Arbeitsstunden. Das ist eine kalkulatorische Größe – sie beschreibt den durchschnittlich erwarteten Aufwand, nicht den individuellen.
Wie viele Punkte wofür
- 30 Punkte pro Semester – die Regelannahme, entsprechend etwa 900 Arbeitsstunden im Jahr bei 60 Punkten
- 180 bis 240 Punkte – Bachelorstudium, je nach Regelstudienzeit von sechs bis acht Semestern
- 60 bis 120 Punkte – Masterstudium
- 300 Punkte – die übliche Gesamtsumme aus Bachelor und Master zusammen
Punkte und Noten sind getrennt
Das ist die häufigste Verwechslung. Credit Points sagen nichts über die Qualität einer Leistung aus – wer eine Prüfung besteht, erhält die vollen Punkte, unabhängig von der Note. Punkte und Noten werden getrennt geführt und getrennt ausgewiesen.
Verwirrung stiftet zusätzlich die sogenannte ECTS-Note, eine relative Einstufung anhand der Notenverteilung eines Jahrgangs. Sie ist etwas anderes als die ECTS-Punkte und wird längst nicht überall verwendet.
Anerkennung bei Wechsel und Auslandssemester
Der eigentliche Zweck des Systems ist die Vergleichbarkeit über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg. Wer wechselt oder ein Auslandssemester plant, sollte drei Dinge kennen:
- das Learning Agreement – die Vereinbarung vor Beginn, welche Module wie angerechnet werden
- das Transcript of Records – der Nachweis der erbrachten Leistungen
- die Lissabon-Konvention – nach ihr sind im Ausland erbrachte Leistungen anzuerkennen, sofern kein wesentlicher Unterschied besteht; die Beweislast liegt bei der Hochschule, nicht bei den Studierenden
Die Klärung vorab erspart erfahrungsgemäß den größten Ärger. Wer erst nach der Rückkehr fragt, verhandelt aus der schwächeren Position.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden ist ein Credit Point?
Rund 25 bis 30 Arbeitsstunden. Ein Modul mit 5 Punkten entspricht damit etwa 125 bis 150 Stunden Gesamtaufwand inklusive Vor- und Nachbereitung sowie Prüfungsvorbereitung.
Wie viele Credit Points braucht man für einen Bachelor?
Je nach Regelstudienzeit 180 bis 240 Punkte, also sechs bis acht Semester mit jeweils rund 30 Punkten.
Sagen Credit Points etwas über die Note aus?
Nein. Wer eine Prüfung besteht, erhält die vollen Punkte unabhängig von der Note. Punkte messen den Arbeitsaufwand, Noten die Leistung – beide werden getrennt geführt.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.