dunning-kruger-effekt

Glossar.

Dunning-Kruger-Effekt

Der Dunning–Kruger-Effekt bezeichnet eine kognitive Verzerrung, bei der Personen mit geringem Wissen oder mangelnder Kompetenz in einem bestimmten Bereich ihre eigenen Fähigkeiten systematisch überschätzen. Gleichzeitig kommen sie häufig nicht dazu, ihre Fehler zu erkennen und ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen.

In der Originalstudie von Dunning und Kruger (1999) schnitten Studierende in Tests zu Logik, Grammatik und Humor im unteren Quartil ab. Dennoch schätzten sie im Nachhinein, sie hätten besser abgeschnitten – im Durchschnitt etwa im 62. Perzentil, obwohl ihre tatsächliche Leistung im 12. Perzentil lag.

Dunning und Kruger selbst formulierten die These, dass Menschen mit geringer Kompetenz zwei Probleme haben: Sie „liegen falsch“ in ihren Schlussfolgerungen und sie verfügen nicht über die metakognitive Fähigkeit, ihre eigenen Fehler zu erkennen. Dies wird manchmal als die „doppelte Bürde“ (double burden) der Inkompetenz bezeichnet.

Der Effekt ist nicht ohne Kritik, insbesondere was seine Messung und Interpretation betrifft – es wird diskutiert, inwieweit das beobachtete Phänomen tatsächlich auf kognitive Verzerrungen oder auf statistische Artefakte zurückzuführen ist.