Wissenschaftlich geprüft

Merkmale einer Hochbegabung: 47 Anzeichen erkennen und richtig deuten

Hochbegabung zeigt sich selten durch perfekte Noten. Die echten Anzeichen sind subtiler – und oft missverständlich. Hier erfahren Sie, welche Merkmale bei Kleinkindern, Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen wirklich auf eine überdurchschnittliche Intelligenz hinweisen.

IQ 130+ Schwellenwert Hochbegabung
2 % der Bevölkerung betroffen
47 belegte Merkmale auf dieser Seite
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Was ist Hochbegabung – und ab welchem IQ gilt man als hochbegabt?

Hochbegabung ist kein Mythos und kein gesellschaftliches Konstrukt, sondern ein wissenschaftlich fundiertes Konzept. Sie beschreibt eine intellektuelle Fähigkeit, die deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt – gemessen durch normierte, psychometrische Intelligenztests.

Der internationale Konsens der Intelligenzforschung setzt die Grenze bei einem Intelligenzquotienten (IQ) von 130 Punkten. Dieser Wert liegt statistisch im oberen 2-Prozent-Bereich der Normalverteilung: Von 100 Menschen erreichen nur etwa zwei diesen Wert oder übertreffen ihn.

IQ 70
Unterdurchschn.
IQ 100
Durchschnitt
IQ 115
Überdurchschn.
IQ 130+
Hochbegabt
IQ 55IQ 85IQ 100IQ 115IQ 145
IQ 130+ = oberstes 2 % der Bevölkerung — das ist die wissenschaftliche Grenze zur Hochbegabung

Wichtig zu verstehen: Hochbegabung bezeichnet ein Potenzial, keine garantierte Leistung. Ob ein hochbegabter Mensch seine Fähigkeiten entfaltet, hängt entscheidend von Umfeld, Förderung und Motivation ab. Hochbegabte Kinder mit schlechten Noten sind keine Seltenheit – sie sind oft sogar die Regel, wenn die Schule sie nicht fordert.

Kein Merkmal allein beweist eine Hochbegabung. Alle auf dieser Seite aufgeführten Anzeichen sind wertvolle Indizien – aber kein Ersatz für eine strukturierte, psychologisch-diagnostische Untersuchung. Internet-Checklisten führen häufig zu Fehlinterpretationen in beide Richtungen.


Die 5 Kernbereiche der Hochbegabungsmerkmale

Hochbegabung ist kein eindimensionales Phänomen. Forschung und klinische Praxis unterscheiden mindestens fünf Bereiche, in denen sich überdurchschnittliches Potenzial zeigen kann:

Kognition
Denken, Schlussfolgern, abstraktes Verstehen, Gedächtnis
Emotion
Intensität, Sensibilität, Empathie, Perfektionismus
Soziales
Kontakt zu Älteren, Andersartigkeit, Führungsqualitäten
Kreativität
Originelle Ideen, unkonventionelle Lösungswege, Fantasie
Motorik & Wahrnehmung
Asynchrone Entwicklung, sensorische Intensität

Diese fünf Bereiche können sich unterschiedlich stark ausgeprägt zeigen. Ein Kind kann in der kognitiven Domäne weit voraus sein, in der motorischen Entwicklung hingegen dem Altersdurchschnitt entsprechen. Diese asynchrone Entwicklung ist eines der kennzeichnendsten Muster echter Hochbegabung.


Wie Hochbegabung in jedem Alter aussieht

Die äußeren Anzeichen einer Hochbegabung verändern sich über die Lebensspanne stark. Was im Kleinkindbereich als frühe Sprachentwicklung auffällt, zeigt sich in der Schule als Unterforderung und im Erwachsenenalter als intensives Multitalent. Wählen Sie die relevante Altersgruppe:

0 – 3 Jahre

Merkmale bei Kleinkindern – erste Hinweise auf Hochbegabung

Im frühen Kindesalter sind Hinweise auf Hochbegabung besonders schwer zu deuten, da die Entwicklung zwischen Kindern extrem variiert. Dennoch gibt es Muster, die aufmerksame Eltern bemerken:

  • Frühe Sprachentwicklung: Das Kind beginnt deutlich früher als Gleichaltrige zu sprechen, überspringt die Babysprache und bildet schon mit 12–18 Monaten erste, kurze Sätze.
  • Außergewöhnliches Gedächtnis: Das Kind merkt sich Wörter, Gesichter oder Ereignisse nach wenigen Begegnungen und überrascht Erwachsene mit präzisen Erinnerungen.
  • Intensives Interesse an Symbolen: Frühe Faszination für Zahlen, Buchstaben, Logos – lange bevor das „offizielle" Lesenlernen beginnt.
  • Geringer Schlafbedarf: Viele hochbegabte Kleinkinder schlafen deutlich weniger als gleichaltrige Kinder, ohne Erschöpfungsanzeichen zu zeigen.
  • Präferenz für ältere Spielpartner: Das Kind sucht aktiv den Kontakt zu älteren Kindern oder Erwachsenen, vermeidet Gleichaltrige als zu „langweilig".
  • Hohe Reizoffenheit: Das Kind reagiert intensiv auf sensorische Eindrücke (Geräusche, Licht, Texturen) – was manchmal als Überempfindlichkeit fehlgedeutet wird.
  • Frühe kausale Verknüpfungen: Das Kind versteht Ursache-Wirkung-Beziehungen deutlich früher als typisch entwickelte Kinder und wendet dieses Wissen aktiv an.

Wissenschaftlicher Hinweis: IQ-Werte, die vor dem 4. Lebensjahr gemessen werden, korrelieren nur sehr schwach mit der späteren Intelligenz. Eine Diagnose im Kleinkindbereich ist daher nur als erster Hinweis zu werten, nicht als gesicherter Befund.

4 – 6 Jahre

Merkmale im Vorschulalter – wenn die Intelligenz sichtbarer wird

Im Vorschulalter kristallisieren sich erste verlässlichere Muster heraus. Erzieherinnen und Erzieher bemerken häufig als Erste, dass ein Kind aus dem üblichen Entwicklungsrahmen herausfällt:

  • Selbstständiges Lesen- und Schreibenlernen: Das Kind bringt sich selbst, ohne formalen Unterricht, Buchstaben und einfache Wörter bei.
  • Komplexe Fragestellungen: Das Kind fragt nach philosophischen, naturwissenschaftlichen oder moralischen Themen, die normalerweise erst viel ältere Kinder beschäftigen.
  • Lange Konzentrationsphasen: Bei eigenen Interessen kann das Kind stundenlang konzentriert arbeiten – bei uninteressanten Aufgaben bricht die Aufmerksamkeit dagegen schnell ein.
  • Hohes Gerechtigkeitsgefühl: Das Kind reagiert sehr sensibel auf wahrgenommene Ungerechtigkeiten – eigene und fremde – und kann emotional stark darauf anspringen.
  • Außergewöhnliche Kreativität: Das Kind erfindet komplexe Fantasiegeschichten, baut ungewöhnliche Konstruktionen oder löst Alltagsprobleme auf originelle Weise.
  • Starkes Interesse an Mechanismen: Wie funktioniert ein Schloss? Warum ist der Himmel blau? Das Kind will nicht die einfache Antwort, sondern das Prinzip dahinter verstehen.
  • Frühes Rechnen und Zahlenverständnis: Das Kind löst einfache Rechenaufgaben vor der Schulreife und zeigt Interesse an mathematischen Mustern.
6 – 10 Jahre

Merkmale im Grundschulalter – wenn die Schule zur Herausforderung wird

Das Schulalter ist für viele hochbegabte Kinder die kritischste Phase. Die Diskrepanz zwischen dem, was die Schule fordert, und dem, was das Kind leisten könnte, wird sichtbar – und führt häufig zu Fehldeutungen durch Lehrkräfte und Eltern.

Mutter und Tochter entdecken gemeinsam Merkmale der Hochbegabung

Gemeinsames Entdecken: Eltern erkennen Hochbegabung oft im alltäglichen Miteinander.

  • Schnelle Wissenssättigung: Das Kind langweilt sich im Unterricht, weil es den Stoff bereits kennt oder in Bruchteilen der vorgesehenen Zeit versteht.
  • Unkonventionelle Lösungswege: Das Kind löst Aufgaben „anders", als gelehrt – was Lehrkräfte manchmal als Fehler werten, obwohl das Ergebnis korrekt ist.
  • Perfektionismus bei eigenen Projekten: Beim selbst gewählten Thema extreme Sorgfalt – bei Pflichtaufgaben oft nachlässig.
  • Soziale Isolierung: Das Kind fühlt sich unter Gleichaltrigen nicht verstanden und sucht Kontakt zu deutlich älteren Kindern oder Erwachsenen.
  • Breites Spezialwissen: Das Kind entwickelt intensive Interessen (z. B. Astronomie, Geschichte, Biologie) weit über das Schulfach hinaus.
  • Kritisches Denken gegenüber Autoritäten: Das Kind hinterfragt Aussagen von Lehrkräften offen – was als respektlos wahrgenommen wird, aber intellektuell fundiert ist.
  • Große Wortgewandtheit: Wortschatz und Ausdrucksweise sind deutlich elaborierter als bei Gleichaltrigen; das Kind liest altersuntypische Bücher.
Hochbegabtes Schulkind denkt über komplexe Aufgaben nach

Hochbegabung zeigt sich oft durch tiefe Konzentration, nicht durch Musterschüler-Verhalten.

Verwechslungsgefahr: Viele der obigen Merkmale werden mit Verhaltensproblemen oder ADHS verwechselt. Bevor eine psychiatrische Diagnose gestellt wird, sollte eine Hochbegabungsabklärung erfolgen.

10 – 18 Jahre

Merkmale bei Jugendlichen – zwischen Potenzial und sozialem Druck

In der Pubertät kommen zu den intellektuellen Merkmalen neue soziale Dynamiken hinzu. Viele hochbegabte Jugendliche verbergen ihre Fähigkeiten bewusst, um soziale Akzeptanz nicht zu gefährden:

  • Bewusstes Underachievement: Absichtlich schlechtere Leistungen, um nicht als „Streber" dazustehen oder Gleichaltrige zu überragen.
  • Intensive Beschäftigung mit Sinnfragen: Frühe, tiefe Auseinandersetzung mit Fragen wie: Wozu lebe ich? Was ist Gerechtigkeit? Welchen Sinn hat die Schule?
  • Vielfältige außerschulische Interessen: Programmieren, Musik, Debattieren, Schreiben, Naturwissenschaft – intensive Beschäftigung außerhalb der Schule.
  • Überempfindlichkeit für Ungerechtigkeit: Ausgeprägte moralische Überzeugungen und die Bereitschaft, diese offen zu vertreten – auch gegen Mehrheiten.
  • Schwierigkeiten mit Routinen: Starke Abneigung gegen Wiederholung; Motivation steigt drastisch bei neuen Herausforderungen.
  • Existenzielle Angst und emotionale Tiefe: Intensive Verarbeitung von Informationen über globale Probleme oder Sterblichkeit – deutlich früher als Gleichaltrige.
  • Multipotenzialität: Talent in so vielen Bereichen, dass Berufs- und Studienwahl extrem schwerfällt – ein sehr typisches Zeichen für Hochbegabung im Jugendalter.

Merkmale einer Hochbegabung bei Erwachsenen

Hochbegabung endet nicht mit dem Schulabschluss. Viele Erwachsene entdecken erst spät – manchmal durch einen Coaching-Prozess, eine Karrierekrise oder die Diagnose ihres eigenen Kindes – dass die „Andersartigkeit", die sie ihr Leben lang gespürt haben, einen Namen hat.

Hochbegabung Erwachsene – anders sein wie ein roter Apfel unter grünen

Das Gefühl, anders zu sein: Ein Kernsymptom hochbegabter Erwachsener weltweit.

Kognitive Merkmale

  • Extrem schnelles Erfassen komplexer Zusammenhänge
  • Detailreiches Langzeitgedächtnis in Interessensbereichen
  • Querdenken: ungewöhnliche Ideen, die andere übersehen
  • Schwierigkeiten mit Bürokratie, Routine, Monotonie

Emotionale und soziale Merkmale bei Erwachsenen

Multipotenzialität
Breit gefächerte Talente – Berufsfindung fällt schwer, weil alles möglich erscheint.
Perfektionismus
Hohe Eigenansprüche, die zu Prokrastination oder Burnout führen können.
Hochsensibilität
Intensive Verarbeitung von Eindrücken, hohe Empathie, starke emotionale Reaktionen.
Andersartigkeit
Lebenslanges Gefühl, nicht wirklich verstanden zu werden.
Karriereschwierigkeiten
Häufige Jobwechsel, Schwierigkeit mit Hierarchien, Unzufriedenheit trotz guter Leistungen.

Hochbegabung im Berufsleben

Hochbegabte Erwachsene sind laut Forschung insgesamt zufriedener mit ihrem Berufsleben – wenn sie in Rollen arbeiten, die ihre Fähigkeiten wirklich herausfordern. In „zu einfachen" Positionen entstehen häufig Langeweile, innere Kündigung und psychosomatische Beschwerden. Das Erkennen der eigenen Hochbegabung kann daher ein entscheidender Karriereschlüssel sein.


Underachievement und verdeckte Hochbegabung – wenn niemand es merkt

Eines der häufigsten Missverständnisse über Hochbegabung ist die Gleichsetzung mit schulischem Erfolg. Tatsächlich ist das Gegenteil oft der Fall: Hochbegabte Schülerinnen und Schüler zeigen überproportional häufig Minderleistungen (Underachievement), weil das Schulsystem ihre Bedürfnisse nicht erfüllt.

Tatsächliches Potenzial

  • IQ 130+ in standardisierten Tests
  • Extrem schnelles Lerntempo
  • Tiefes Verständnis komplexer Konzepte
  • Außergewöhnliche Kreativität
  • Hohes metakognitives Bewusstsein

Sichtbare Realität im Unterricht

  • Schlechte oder mittelmäßige Noten
  • Verhaltensprobleme, Störung des Unterrichts
  • Desinteresse, vermeintliche Faulheit
  • Fehlende Hausaufgaben
  • Soziale Isolation oder Clownsrolle

Ursachen des Underachievements

  • Das Kind hat nie gelernt, für Erfolge zu arbeiten – alles kam bisher mühelos. Beim ersten echten Hindernis fehlt die Frustrationstoleranz.
  • Soziale Anpassung: Besser sein als andere führt zu Ausgrenzung – also werden Leistungen bewusst zurückgehalten.
  • Gleichzeitiges Vorliegen einer Lernstörung (z. B. Dyskalkulie, Legasthenie) oder ADHS – die sog. Twice Exceptionality (2e).
  • Fehlendes Feedback: Das Kind erhält keine Rückmeldung dazu, was es wirklich kann – weder von Schule noch von Eltern.

Was ist „Twice Exceptional" (2e)? Eine Hochbegabung, die gleichzeitig mit einer Lernstörung, ADHS oder einer anderen Besonderheit auftritt. Diese Kinder erscheinen unauffällig durchschnittlich und werden deshalb weder als hochbegabt noch als förderbedürftig erkannt. Ein differenziertes psychologisches Testverfahren kann dieses Muster sichtbar machen.


Mythen über Hochbegabung – was stimmt, was nicht?

Kein Thema in der pädagogischen Psychologie ist von so vielen Halbwahrheiten umgeben wie die Hochbegabung. Hier klären wir die häufigsten Irrtümer auf Basis der aktuellen Forschungslage:

Mythos

Hochbegabte haben immer die besten Noten.

Fakt

Gute Noten entstehen durch viele Faktoren. Hochbegabte zeigen überproportional häufig Underachievement bei Unterforderung.

Mythos

Hochbegabte sind sozial unbeholfen und Einzelgänger.

Fakt

Soziale Probleme sind keine zwangsläufige Folge der Hochbegabung, sondern entstehen durch ein nicht passendes Umfeld.

Mythos

Hochbegabung „sieht man sofort" – das Kind fällt einfach auf.

Fakt

Verdeckte Hochbegabung (Twice Exceptionality, Masking) ist häufig. Viele Hochbegabte bleiben lebenslang unentdeckt.

Mythos

Hochbegabung macht psychisch krank.

Fakt

Die Hochbegabung selbst ist keine Psychopathologie. Psychische Belastungen entstehen durch ein nicht passendes Umfeld.

Mythos

Nur Kinder aus bildungsnahen Familien sind hochbegabt.

Fakt

Hochbegabung tritt in allen sozialen Schichten auf. Die Diagnose ist jedoch schichtenabhängig – bildungsferne Familien lassen seltener testen.


Hochbegabung vs. ADHS – eine gefährliche Verwechslung

Die Verwechslung von Hochbegabung und ADHS ist eine der häufigsten Fehldiagnosen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Beide Zustände können sich ähnlich äußern – und sie können gleichzeitig auftreten.

← Tabelle scrollbar →

MerkmalHochbegabungADHS
Aufmerksamkeit Lang bei eigenem Interesse Generell schwer aufrechtzuerhalten
LangeweileJa – durch UnterforderungJa – durch Reizregulationsstörung
UnruheBei Unterforderung situationsbedingtStrukturell, unabhängig vom Inhalt
Reaktion auf Herausforderung Motivation steigt starkVariiert; oft keine stabile Verbesserung
SchlafOft weniger SchlafbedarfSchlafprobleme häufig
ImpulsivitätGering bis moderat Oft ausgeprägt
KomorbiditätKann mit ADHS zusammen auftreten (2e)Kann mit Hochbegabung zusammen auftreten
DiagnostikNormierter Intelligenztest (z. B. WISC-V)Klinische Diagnostik, Verhaltensfragebögen

Wichtig: Laut einer Meta-Analyse (Minahim & Rohde, 2015) sind etwa 7,7 % der Kinder mit IQ über 135 auch von ADHS betroffen – deutlich häufiger als in der Normalbevölkerung. Eine falsche ADHS-Diagnose ohne vorherige Hochbegabungsabklärung kann dazu führen, dass die eigentliche Ursache – chronische Unterforderung – unbehandelt bleibt.


Erste Orientierung (kein Ersatz für professionelle Diagnostik)

Schnell-Check: Beobachte ich typische Merkmale?

Frage 1 von 12

0

von 12 Merkmalen beobachtet

Mehr zur Hochbegabungsdiagnostik

Was tun bei Verdacht? Professionelle Hochbegabungsdiagnostik

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Das WISC-V: Goldstandard für Kinder (6–16 Jahre)

Der Wechsler Intelligence Scale for Children (WISC-V) misst in 15 Untertests fünf kognitive Hauptfaktoren:

  • Sprachliches Verständnis
  • Visuell-räumliches Denken
  • Schlussfolgerndes Denken
  • Arbeitsgedächtnis
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit

Ablauf der Diagnostik

1

Telefonisches Erstgespräch

Kurze Schilderung Ihrer Beobachtungen – kostenlos und unverbindlich.

2

Terminvereinbarung

Flexibel vor- oder nachmittags – an 7 Standorten in Deutschland.

3

Testtag (ca. 2,5–3 Std.)

Kennenlernen, angstfreie Testung (60–90 Min.) und erste mündliche Rückmeldung.

4

Schriftlicher Befund

Detaillierter Bericht inkl. Mensa-Zertifikat bei IQ > 130 – ca. eine Woche nach Testung.


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Häufig gestellte Fragen zu Merkmalen der Hochbegabung

Als hochbegabt gilt eine Person, wenn ihr IQ in einem normierten Intelligenztest mindestens 130 Punkte erreicht. Das entspricht dem oberen 2-Prozent-Bereich der Bevölkerung. Werte zwischen 115 und 130 gelten als überdurchschnittlich intelligent – auch das ist eine bedeutsame Begabung.
Typische Merkmale umfassen: sehr schnelle Auffassungsgabe, großen altersunüblichen Wortschatz, ausgeprägte Neugierde, intensive Spezialinteressen, Bevorzugung älterer Spielkameraden, Perfektionismus, starken Gerechtigkeitssinn und hohe emotionale Sensibilität. Kein einzelnes Merkmal beweist eine Hochbegabung – nur ein normierter Intelligenztest (z. B. WISC-V) schafft Gewissheit.
Ja – das ist beim sogenannten Underachievement sehr häufig der Fall. Hochbegabte Kinder, die im Unterricht chronisch unterfordert sind, verlieren die Motivation oder erbringen bewusst schlechtere Leistungen, um soziale Akzeptanz nicht zu gefährden. Schulnoten sind daher kein verlässlicher Indikator für intellektuelles Potenzial.
Hochbegabung wird ausschließlich durch einen standardisierten, normierten Intelligenztest festgestellt. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren ist der WISC-V. Durchführung und Auswertung gehören in die Hände ausgebildeter Diplom-Psychologen. Mehr zum IQ-Test für Kinder →
Ja, Hochbegabung ist eine lebenslange Eigenschaft. Typische Merkmale bei Erwachsenen sind: extrem schnelles Erfassen von Zusammenhängen, Multipotenzialität, Perfektionismus, Schwierigkeiten mit Routinetätigkeiten, ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und das lebenslange Gefühl, „anders" zu sein.
Verdeckte Hochbegabung bezeichnet eine Situation, in der die Hochbegabung durch eine gleichzeitig vorliegende Lernstörung, ADHS oder Autismus überlagert wird – die sog. „Twice Exceptionality" (2e). Betroffene erscheinen unauffällig durchschnittlich. Nur ein differenziertes psychologisches Testverfahren kann dieses Muster sichtbar machen.
Beide können sich ähnlich äußern: Unruhe, Ablenkbarkeit, Langeweile. Der entscheidende Unterschied liegt in der Ursache: Bei Hochbegabung entsteht das Verhalten durch Unterforderung, bei ADHS durch eine neurobiologische Regulationsstörung. Beide Zustände können auch gleichzeitig auftreten. Eine differenzierte Diagnostik ist zwingend erforderlich.
Bestimmte Tests sind ab 2,6 Jahren einsetzbar – jedoch korrelieren Ergebnisse vor dem 4. Lebensjahr nur schwach mit der späteren Intelligenz. Zuverlässige, stabile Werte erhält man in der Regel ab dem Schulalter (ca. 6 Jahre). Für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren gilt der WISC-V als Goldstandard.

Expertise & Erfahrung

Jan Bohlken — Gründer Profiling Institut

Jan Bohlken

Diplom-Sozioökonom · Gründer & Geschäftsführer, Profiling Institut

Jan Bohlken verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der psychologischen Eignungsdiagnostik und Potenzialanalyse. Als Gründer des Profiling Instituts hat er mehrere Tausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene diagnostisch begleitet. Mitglied im nfb, der DGfK und im dvb. Das Profiling Institut ist nach DIN 33430 zertifiziert.

DIN 33430 zertifiziert Mitglied nfb Mitglied DGfK Mitglied dvb 25+ Jahre Diagnostik
Raphaela Peitsch — Diplom-Psychologin

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin & Systemische Therapeutin

Raphaela Peitsch ist Diplom-Psychologin mit Schwerpunkten in klinischer Psychologie und Diagnostik. Sie ist ausgewiesene Expertin in Gesundheitspsychologie, Entspannungsmethoden und nach DGSF zertifizierte systemische Familientherapeutin. Sie verfügt über mehrjährige Erfahrung in der spezialisierten Aufmerksamkeits- und Leistungsdiagnostik sowie in der Therapie emotionaler Störungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Diplom-Psychologin DGSF zertifiziert Klinische Psychologie Kinder- & Jugenddiagnostik