Leistungsmotivation: Definition, Theorie und wie man sie fördert
Leistungsmotivation ist das Bestreben, sich an einem Gütemaßstab zu messen und etwas gut zu machen. Sie zählt zu den am besten erforschten Motiven – und ist im Beruf wie in der Schule ein zentraler Erfolgsfaktor.
Jetzt Motivprofil entdeckenLeistungsmotivation – kurz erklärt
Leistungsmotivation (auch Leistungsmotiv) bezeichnet das Bestreben, die eigene Tüchtigkeit zu steigern und Aufgaben an einem selbst gesetzten oder gesellschaftlichen Gütemaßstab zu bewältigen. Geprägt wurde das Konzept maßgeblich von David McClelland und John Atkinson.
Was ist Leistungsmotivation?
Leistungsmotiviertes Verhalten zielt darauf, eine Sache gut zu machen und sich dabei an einem Maßstab zu messen. McClelland zählte das Leistungsmotiv (englisch need for achievement) zu den drei zentralen Basismotiven des Menschen, neben dem Macht- und dem Anschlussmotiv.
Im Kern geht es um den Wunsch, etwas zu bewältigen, das anspruchsvoll, aber machbar ist – und stolz auf das Ergebnis zu sein. Leistungsmotivation ist dabei kein fester Charakterzug, sondern entwickelt sich und lässt sich fördern. Ob sie eher intrinsisch (aus Freude an der Bewährung) oder extrinsisch (für Status und Anerkennung) angetrieben wird, hängt vom Kontext ab – den direkten Vergleich finden Sie auf der Vergleichsseite. Wie stark das Leistungsmotiv bei Ihnen ausgeprägt ist, zeigt unter anderem der Motivationstest.
Theorien der Leistungsmotivation
Die Leistungsmotivation gehört zu den am gründlichsten untersuchten Themen der Motivationspsychologie. Einen Überblick über alle relevanten Ansätze bietet der Beitrag Motivationstheorien im Überblick. Vier Ansätze prägen das Bild der Leistungsmotivation besonders:
| Theoretiker | Kernaussage | Schlüsselkonzept |
|---|---|---|
| McClelland | Leistungsmotiv ist erlernt; drei Basismotive (Leistung, Macht, Anschluss) | Need for Achievement (nAch) |
| Atkinson | Erfolgsorientierte wählen mittelschwere Aufgaben | Risiko-Wahl-Modell |
| Heckhausen | Menschen bewerten Leistung an eigenen Maßstäben | Selbstbewertungsmodell |
| Weiner | Ursachenzuschreibung prägt künftige Motivation | Attributionstheorie |
McClelland beschrieb das Leistungsmotiv als weitgehend erlerntes Motiv und maß es über implizite Verfahren, bei denen Menschen frei Geschichten zu Bildern erzählen. Seine Bedürfnistheorie ist bis heute die empirisch am besten gestützte Inhaltstheorie der Motivation.
Atkinson erklärt mit seinem Risiko-Wahl-Modell, warum erfolgsorientierte Menschen mittelschwere Aufgaben bevorzugen. Die Verhaltenstendenz ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Motivstärke, Erfolgserwartung und Anreiz.
Heckhausen betont mit seinem Selbstbewertungsmodell, dass Menschen eigene Gütemaßstäbe anlegen und Erfolg oder Misserfolg vor diesem Maßstab bewerten – das prägt Stolz, Zufriedenheit und die weitere Motivation.
Weiner zeigt mit seiner Attributionstheorie, dass entscheidend ist, worauf man Erfolg und Misserfolg zurückführt – auf Fähigkeit, Anstrengung, Aufgabenschwierigkeit oder Zufall. Wer Misserfolg mangelnder Anstrengung zuschreibt, bleibt eher motiviert als jemand, der ihn fehlender Begabung zuschreibt.
Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg
Atkinson unterschied zwei gegenläufige Tendenzen: die Hoffnung auf Erfolg (das Aufsuchen von Leistungssituationen) und die Furcht vor Misserfolg (das Vermeiden). Welche überwiegt, prägt, ob jemand Herausforderungen sucht oder meidet. Erfolgsorientierte Menschen wählen meist mittelschwere, realistisch fordernde Aufgaben – dort ist der Erfolg aussagekräftig und erreichbar zugleich. Misserfolgsängstliche neigen dagegen zu sehr leichten oder unrealistisch schweren Aufgaben, um sich zu schützen.
Merkmale hoher Leistungsmotivation
- Vorliebe für mittelschwere, fordernde Aufgaben statt für zu leichte oder zu schwere.
- Wunsch nach Eigenverantwortung und nach Rückmeldung über die eigene Leistung.
- Ausdauer und Bindung an einmal gesetzte Ziele.
- Stolz auf selbst erbrachte Erfolge.
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Motivationstest startenEinordnung in die Motivationsforschung
Leistungsmotivation steht im Zentrum mehrerer großer Motivationstheorien. Die Bedürfnispyramide nach Maslow ordnet Leistung auf der Stufe der Individualbedürfnisse (Wertschätzung) ein. Herzberg zählt Leistung explizit zu seinen Motivatoren – also zu den Faktoren, die echte Zufriedenheit erzeugen, im Unterschied zu Hygienefaktoren wie Gehalt.
Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan ergänzt, dass Leistungsmotivation besonders dann nachhaltig wirkt, wenn sie intrinsisch erlebt wird – also als Freude an der Bewährung und nicht nur als Streben nach externer Anerkennung. Das Bedürfnis nach Kompetenz, eines der drei Grundbedürfnisse der SDT, ist im Kern das gleiche Konstrukt wie Leistungsmotivation.
Über- und Unterforderung vermeiden
Leistungsmotivation gedeiht im richtigen Schwierigkeitsbereich. Zu leichte Aufgaben langweilen, zu schwere lösen Angst und Vermeidung aus. Optimal ist der Bereich dazwischen – vergleichbar mit dem Flow-Zustand, in dem Anforderung und Fähigkeit im Gleichgewicht stehen. Wer Ziele realistisch fordernd setzt, hält die Motivation am ehesten hoch.
Leistungsmotivation messen
In der Diagnostik unterscheidet man zwei Zugänge: implizite Verfahren, bei denen Motive indirekt erfasst werden, und explizite Fragebögen, bei denen Menschen sich selbst einschätzen. Ein etabliertes berufsbezogenes Verfahren ist das Leistungsmotivationsinventar (LMI) von Schuler und Prochaska, das 17 Dimensionen unterscheidet – darunter Zielsetzung, Wettbewerbsorientierung, Beharrlichkeit und Selbstständigkeit.
Im Profiling Institut setzen wir solche validierten Verfahren in der persönlichen Berufsberatung ein. Einen ersten Eindruck Ihrer Antriebe liefert der kostenlose Motivationstest. Ergänzt um einen Persönlichkeitstest und einen Berufswahltest ergibt sich ein umfassendes Bild – etwa für Führungskräfte, deren Leistungsmotiv unser Führungspotenzial-Test gezielt abbildet.
Leistungsmotivation bei Kindern und in der Schule
Schon früh entwickelt sich, wie Kinder mit Leistung umgehen. Förderlich ist, Anstrengung statt reiner Begabung zu loben, realistische Ziele zu setzen und Misserfolge als Lernchance zu deuten. So lernen Kinder, Erfolg der eigenen Anstrengung zuzuschreiben – eine Haltung, die die Leistungsmotivation langfristig stärkt. Auch bei der Wahl von Studium oder Ausbildung ist das Leistungsmotiv ein wichtiger Faktor – unsere Studienberatung bezieht es gezielt ein.
Leistungsmotivation im Beruf fördern
- Realistische, fordernde Ziele setzen – nicht zu leicht, nicht zu schwer.
- Fortschritt sichtbar machen und regelmäßig Rückmeldung geben.
- Erfolge auf die eigene Anstrengung zurückführen.
- Misserfolge als Lernchance deuten statt als Bedrohung.
- Tätigkeiten wählen, die zu den eigenen Motiven passen – die Karriereanker nach Schein helfen dabei.
Wer spürt, dass Leistung im aktuellen Job keine Rolle mehr spielt oder falsch belohnt wird, findet in unserer beruflichen Neuorientierung den Rahmen für eine fundierte Standortbestimmung.
Quellen & wissenschaftliche Grundlage
Dieser Beitrag stützt sich auf etablierte Standardwerke der Motivationspsychologie:
- McClelland, D. C. (1987). Human Motivation. Cambridge: Cambridge University Press.
- Atkinson, J. W. (1957). Motivational determinants of risk-taking behavior. Psychological Review, 64, 359–372.
- Weiner, B. (1986). An Attributional Theory of Motivation and Emotion. New York: Springer.
- Schuler, H. & Prochaska, M. (2001). Leistungsmotivationsinventar (LMI). Göttingen: Hogrefe.
- Heckhausen, J. & Heckhausen, H. (Hrsg.) (2018). Motivation und Handeln (5. Aufl.). Berlin/Heidelberg: Springer.
Fachliche Begleitung


Häufige Fragen
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