Duale Ausbildung · 2 JahreAgrarberuf · Anschluss möglich
Pferdewirtschaftliche/r Mitarbeiter/in: Ausbildung
Pferde brauchen jeden Tag Versorgung – auch an Weihnachten und wenn es stürmt. Pferdewirtschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen diese tägliche Arbeit im Stall: Füttern, Ausmisten, Bewegen, Pflegen. Ein zweijähriger Einstieg mit klarem Anschluss.
Pferdewirtschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen und bewegen Pferde: Sie füttern und tränken nach Plan, misten aus und pflegen die Einstreu, putzen und pflegen die Pferde, führen sie zur Weide, bewegen sie an der Hand oder longieren sie, pflegen Anlagen und Ausrüstung und erkennen Auffälligkeiten im Verhalten.
Ausbildungsdauer2 Jahre, Anschluss auf 3 Jahre möglich
LernortPferdebetrieb, Reitanlage oder Gestüt plus Berufsschule
PerspektiveAufstocken zum Pferdewirt, Betriebsleitung
Arbeitsalltag
Aufgaben & Arbeitsalltag
Der Tag beginnt früh und draußen – bei jedem Wetter, sieben Tage die Woche im Wechsel. Die Arbeit ist körperlich und folgt einem festen Rhythmus, den die Tiere vorgeben.
01
Füttern und tränken
Rationen nach Plan zuteilen, Wasserversorgung sichern.
02
Ausmisten
Boxen und Ausläufe reinigen, Einstreu erneuern.
03
Pferde pflegen
Putzen, Hüfe auskratzen, Decken wechseln.
04
Bewegen
Führen, longieren, auf Weide und Paddock bringen.
05
Anlagen pflegen
Zäune, Reitplatz, Sattelkammer und Geräte instand halten.
06
Beobachten
Verhalten, Fressverhalten und Lahmheiten früh erkennen.
Beruf und Hobby
Warum Reiten und Arbeiten zweierlei ist
Viele kommen über das Hobby Reiten zu diesem Beruf – und erleben eine Umstellung. Im Betrieb steht nicht das eigene Reiten im Mittelpunkt, sondern die Versorgung fremder Pferde: ausmisten, füttern, Anlagen pflegen. Wer das nicht trennt, wird enttäuscht.
Der Anschluss ist eingeplant
Nach den zwei Jahren lässt sich ein drittes Jahr anhängen und der volle Abschluss als Pferdewirt erwerben – in einer von fünf Fachrichtungen. Die absolvierte Zeit wird angerechnet. Ohne diesen Schritt bleiben Vergütung und Aufstieg begrenzt.
Tiere kennen kein Wochenende
Pferde müssen täglich versorgt werden, auch an Feiertagen. Betriebe arbeiten mit Wochenenddiensten und Bereitschaft. Wer verlässliche freie Wochenenden braucht, sollte diesen Beruf nicht wählen – das ist keine Ausnahme, sondern der Normalfall.
Sicherheit ist ein Dauerthema
Pferde sind Fluchttiere mit erheblichem Gewicht. Tritte, Bisse und Zwischenfälle beim Führen gehören zu den häufigsten Unfallursachen in der Landwirtschaft. Ruhiges, vorhersehbares Verhalten im Umgang ist deshalb Teil der fachlichen Ausbildung.
Lerninhalte
Ausbildungsinhalte: Was in den zwei Jahren vermittelt wird
Die Ausbildung konzentriert sich auf Versorgung, Umgang und Betriebsabläufe.
01
Pferdekunde
Anatomie, Rassen, Verhalten und Ausdruck.
02
Fütterung
Futtermittel, Rationen, Wasserbedarf und Fehler.
03
Haltung
Boxen, Offenstall, Einstreu und Stallklima.
04
Gesundheit
Anzeichen erkennen, Hufpflege, Impf- und Wurmpläne.
05
Umgang und Bewegung
Führen, Longieren, Verladen und Sicherheit.
06
Ausrüstung
Sättel, Zaumzeug, Decken und Pflege.
07
Anlagen und Technik
Zäune, Böden, Maschinen und Instandhaltung.
08
Arbeitssicherheit
Unfallverhütung, Hygiene und Tierschutzrecht.
Selbstcheck
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf verlangt körperliche Belastbarkeit, Ruhe im Umgang mit Tieren und echte Wetterfestigkeit. Ob Ihr Interessen- und Fähigkeitsprofil tatsächlich zu diesen Anforderungen passt, lässt sich in einer Berufsberatung objektiv klären – mit validierten Testverfahren statt mit Bauchgefühl.
Formale Voraussetzungen
Ohne festen Schulabschluss möglich
Körperliche Belastbarkeit
Grundlegende Reit- oder Pferdeerfahrung erwünscht
Bereitschaft zu Wochenend- und Feiertagsdienst
Keine Allergien gegen Heu, Stroh und Tierhaare
Wetterfestigkeit
Persönliche Eigenschaften
Ruhe im Umgang mit großen Tieren
Verlässlichkeit bei täglicher Versorgung
Beobachtungsgabe für Verhalten und Gesundheit
Bereitschaft zu körperlicher Arbeit
Geduld und Durchhaltevermögen
Verantwortungsbewusstsein gegenüber Tieren
R
S
E
RIASEC-Profil: RSE – Realistic · Social · Enterprising
Der Beruf verbindet körperliche Arbeit im Stall und an Anlagen (R) mit der Betreuung von Tieren und Einstellern (S) sowie eigenverantwortlichem Handeln im Betriebsablauf (E).
Wer Zucht, Sport oder Haltung fachlich vertiefen möchte, sollte den Pferdewirt prüfen. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.
Arbeiten mit Pferden?
Zwischen Leidenschaft und Berufsalltag liegt ein Unterschied. Der Berufswahltest hilft weiter.
Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt
Die Vergütung liegt im unteren Bereich. Viele Betriebe stellen zusätzlich Unterkunft oder Reitmöglichkeiten bereit.
Vergütung und Profil nach Betriebsart
Betriebsart
Schwerpunkt
Vergütungsniveau
Hinweis
Pensionsstall
Versorgung fremder Pferde
niedrig bis mittel
häufigster Betriebstyp
Reitanlage mit Schule
Versorgung und Schulbetrieb
niedrig bis mittel
mehr Kundenkontakt
Gestüt oder Zuchtbetrieb
Aufzucht und Zucht
mittel
fachlich anspruchsvoller
Gesetzliches Minimum 2026
–
724 / 854 €
nach § 17 BBiG
Fragen Sie ausdrücklich nach der Arbeitszeitregelung und den freien Tagen – in dieser Branche gibt es große Unterschiede zwischen Betrieben. Klären Sie außerdem, ob der Betrieb Sie beim dritten Ausbildungsjahr unterstützt und ob eigenes Reiten möglich ist.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach zwei Jahren steht die Entscheidung an. Das dritte Jahr zum Pferdewirt ist der wichtigste Schritt für Vergütung und Perspektive.
Nach 2 Jahren
Einstiegsniveau
In der täglichen Versorgung
Nach dem 3. Jahr
spürbar höher
Voller Abschluss als Pferdewirt
Mit Meister
oberes Segment
Betriebsleitung oder eigener Betrieb
Ausbildungsablauf
Ausbildungsablauf: Vom Stalldienst zur eigenverantwortlichen Versorgung
Die zweijährige Ausbildung konzentriert sich auf die tägliche Arbeit mit dem Pferd.
1. Jahr
Grundlagen
Pferdekunde, Fütterung, Haltung, Umgang und Sicherheit.
Zwischenprüfung
Nach etwa einem Jahr
Praktische und schriftliche Aufgaben.
2. Jahr
Vertiefung
Bewegung, Gesundheitsvorsorge, Anlagen und Betriebsabläufe.
Abschluss
Abschlussprüfung
Praktische Aufgaben am Pferd und schriftliche Teile.
Danach
Drittes Jahr optional
Aufstocken zum Pferdewirt in einer Fachrichtung.
Perspektiven
Karrierewege: Aufstocken, spezialisieren, führen
Der entscheidende Schritt ist das dritte Ausbildungsjahr zum Pferdewirt. Welcher dieser Wege zu Ihnen passt, hängt von Interessen, Belastbarkeit und Lebensplanung ab – und genau das ist Gegenstand einer Berufsberatung.
Zum Pferdewirt aufstocken
Der wichtigste Schritt.
Pferdewirt/in in fünf Fachrichtungen
Zwei Jahre werden angerechnet
Zugang zum Meister
Deutlich bessere Vergütung
Fachrichtung wählen
Nach dem dritten Jahr.
Pferdehaltung und Service
Pferdezucht
Klassische Reitausbildung
Pferderennen und Spezialreitweisen
Verantwortung übernehmen
Mit Berufserfahrung.
Stallmeister/in
Einarbeitung neuer Kräfte
Futter- und Weidemanagement
Anlagenverantwortung
Weiterbilden
Nach dem vollen Abschluss.
Pferdewirtschaftsmeister/in
Techniker/in Agrarwirtschaft
B.Sc. Pferdewissenschaften
Betriebswirt/in Agrar
Ehrliche Bilanz
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Ein Beruf für Menschen, die Tiere und körperliche Arbeit lieben – mit harten Rahmenbedingungen.
Was für den Beruf spricht
Zugang ohne festen Schulabschluss
Tägliche Arbeit mit Tieren
Nur zwei Jahre bis zum ersten Abschluss
Drittes Jahr rechnet die Zeit an
Arbeit an der frischen Luft
Häufig Unterkunft und Reitmöglichkeit
Was Sie wissen sollten
Vergütung im unteren Bereich
Wochenend- und Feiertagsdienst als Regel
Körperlich sehr fordernd
Arbeit bei jedem Wetter
Unfallrisiko im Umgang mit Pferden
Ohne drittes Jahr begrenzte Perspektive
Abgrenzung
Pferdewirtschaftlicher Mitarbeiter vs. Pferdewirt vs. Tierpfleger
„Bei diesem Beruf sehe ich in der Beratung häufig eine Verwechslung von Hobby und Arbeitsplatz. Wer gerne reitet, arbeitet hier trotzdem vor allem mit Mistgabel und Futterwagen, und zwar auch sonntags. Das ist kein Argument dagegen – aber es sollte vorher klar sein. Wer es weiß und trotzdem will, sollte unbedingt das dritte Jahr einplanen.“
Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert
„Diagnostisch interessant ist die Anforderung an emotionale Konstanz. Pferde reagieren unmittelbar auf Unsicherheit und Hektik. Wer seine eigene Anspannung nicht regulieren kann, hat es im Umgang schwerer – und das Tier auch. Diese Selbstregulation lässt sich beobachten und trainieren.“
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Zukunftsprofil
Zukunftsaussichten Pferdewirtschaftliche/r Mitarbeiter/in: Wie robust ist der Beruf?
Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.
C+Zukunftsscore 52 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko29 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 344 von 478 Berufen · geringe Automatisierbarkeit
FachkräftelageKein EngpassberufBA-Engpassanalyse 2025 · Berufe in der Pferdewirtschaft (o.S.) (Fachkräfte) · 6,8 Arbeitsuchende je gemeldete Stelle · Vakanzzeit 83 Tage
Dieser Beruf gehört zu den robusteren im Vergleich. Der Kern der Arbeit besteht aus Tätigkeiten, die sich schlecht in Regeln fassen lassen: Handarbeit am Objekt, Arbeit an und mit Menschen oder Entscheidungen unter wechselnden Bedingungen. Software übernimmt hier vor allem Dokumentation und Planung, nicht die Tätigkeit selbst. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Als Engpassberuf ist die Berufsgruppe „Berufe in der Pferdewirtschaft (o.S.)“ 2025 nicht ausgewiesen – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 6,8 Arbeitsuchende.
Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Für diesen Beruf liegen 80 % der Gewichtung als Daten vor, der Rest wurde herausgerechnet. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein. Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.
Er versorgt und bewegt Pferde: nach Plan füttern und tränken, Boxen und Ausläufe ausmisten und einstreuen, Pferde putzen, Hüfe auskratzen und Decken wechseln, sie führen, longieren und auf die Weide bringen, Zäune, Reitplatz und Ausrüstung pflegen sowie Auffälligkeiten im Verhalten und Fressverhalten früh erkennen.
In Dauer und Tiefe. Der Pferdewirt wird in drei Jahren in einer von fünf Fachrichtungen ausgebildet – etwa Pferdehaltung, Zucht oder klassische Reitausbildung – und übernimmt fachliche Verantwortung. Der pferdewirtschaftliche Mitarbeiter lernt in zwei Jahren die tägliche Versorgung. Beide Wege sind verbunden: Das dritte Jahr führt zum vollen Abschluss.
Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Handwerk gelten häufig Innungstarife, die darüber liegen; die Unterschiede zwischen Gewerken und Regionen sind allerdings erheblich.
Ja, und es ist dringend zu empfehlen. Nach den zwei Jahren können Sie ein drittes Ausbildungsjahr anhängen und den Abschluss als Pferdewirt erwerben; die absolvierte Zeit wird angerechnet. Ohne diesen Schritt bleiben Sie auf die ausführende Versorgung beschränkt, mit deutlich geringerer Vergütung und ohne Zugang zum Meister.
Oft ja, aber es ist nicht der Kern des Berufs. Viele Betriebe ermöglichen Auszubildenden das Reiten, teils als Teil der Vergütung. Der Arbeitsalltag besteht jedoch überwiegend aus Versorgung, Ausmisten und Anlagenpflege. Wer vor allem reiten möchte, sollte das dritte Jahr in der Fachrichtung klassische Reitausbildung anstreben – dort steht die Arbeit am Pferd im Mittelpunkt.
Früh und unregelmäßig. Der Tag beginnt meist zwischen sechs und sieben Uhr, weil Pferde nach Plan gefüttert werden müssen. Wochenend- und Feiertagsdienste sind die Regel, nicht die Ausnahme – Tiere brauchen an allen 365 Tagen Versorgung. Betriebe arbeiten mit Dienstplänen und Ausgleichstagen. Fragen Sie diese Regelung vor Vertragsabschluss ausdrücklich ab.
Auf Reitanlagen, in Pensionsställen, Gestüten und Zuchtbetrieben – die gibt es bundesweit, oft im ländlichen Raum. Viele Betriebe schreiben nicht aus, sondern besetzen über persönliche Kontakte und Praktika. Der beste Weg ist deshalb, Betriebe direkt anzusprechen und ein Praktikum zu vereinbaren; dabei zeigt sich schnell, ob der frühe Tagesrhythmus und die körperliche Arbeit passen. Die Landwirtschaftskammern führen Listen ausbildungsberechtigter Betriebe.
Es gibt reale Risiken, die durch Ausbildung beherrschbar werden. Pferde sind Fluchttiere mit mehreren hundert Kilogramm Gewicht; Tritte, Bisse und Zwischenfälle beim Führen oder Verladen zählen zu den häufigen Unfallursachen. Deshalb sind ruhiges, vorhersehbares Verhalten, feste Abläufe und Schutzausrüstung fester Bestandteil der Ausbildung.
Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen
Körperliche Arbeit, Tierverantwortung und Wochenenddienst – passt das zu Ihnen? Wir klären das mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.
Ausbildungsverordnung Pferdewirtschaftliche/r Mitarbeiter/in als zweijähriger dualer Beruf mit Anrechnung auf die dreijährige Ausbildung zum Pferdewirt.
Pferdewirt/in mit fünf Fachrichtungen: Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Klassische Reitausbildung, Pferderennen und Spezialreitweisen.
Tierschutzgesetz und Leitlinien zur Pferdehaltung als Rahmen für Haltung, Fütterung und Bewegung.
Unfallverhütung im Umgang mit Großtieren nach den Vorgaben der landwirtschaftlichen Sozialversicherung.
§ 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 € im ersten und zweiten Jahr).
RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.
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