Kommilitonin und Kommilitone: die Mitstudierenden
Als Kommilitonin oder Kommilitone bezeichnet man Personen, die an derselben Hochschule studieren – Mitstudierende. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt wörtlich „Waffengefährte“: commilito, zusammengesetzt aus con (mit) und miles (Soldat).
Kommilitonin / Kommilitone
| Begriff | Kommilitonin / Kommilitone |
|---|---|
| Themenbereich | Studium & Hochschule |
| Kurzdefinition | Als Kommilitonin oder Kommilitone bezeichnet man Personen, die an derselben Hochschule studieren – Mitstudierende. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt wörtli... |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 |
| Stand | August 2026 |
Woher das Wort kommt und wie es gebraucht wird
Im römischen Militär war der commilito der Kampfgefährte – ein Wort mit starkem Gemeinschaftsbezug, das Feldherren benutzten, wenn sie ihre Soldaten als Gleiche ansprechen wollten. An die europäischen Universitäten kam es über die Gelehrtensprache: Studierende verstanden sich als Gemeinschaft, die gemeinsam einer Sache dient, und übernahmen das Bild.
Im deutschen Hochschulwesen hielt sich der Ausdruck über die Studentenverbindungen des 19. Jahrhunderts und die akademische Redekultur. Heute ist er in Ansprachen, offiziellen Schreiben und Hochschulmedien geläufig – im Alltag sagen die wenigsten „Kommilitonin“, sondern schlicht „jemand aus meinem Semester“ oder „aus meinem Kurs“.
Formen und Gebrauch: Der Plural lautet Kommilitonen beziehungsweise Kommilitoninnen, die Anrede „Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen“ ist in Hochschulkontexten üblich. Der Begriff bezieht sich immer auf Hochschulen – Mitschüler an einer Schule oder Auszubildende im selben Betrieb sind keine Kommilitonen. Und er meint das gemeinsame Studieren, nicht die Freundschaft: Auch wer sich nie gesprochen hat, ist formal Kommilitone.
Wo der Ausdruck unpassend wirkt: in Bewerbungsunterlagen, in Gesprächen außerhalb der Hochschule und überall dort, wo er förmlicher klingt, als die Situation es hergibt. In einer Mail an die Lerngruppe wirkt „Liebe Kommilitoninnen“ eher ironisch als kollegial.
Wie viel Mitstudierende zum Studienerfolg beitragen
Das ist keine rhetorische Frage. Die soziale Einbindung an der Hochschule gehört zu den am besten belegten Faktoren für Studienerfolg und Studienabbruch. Tintos Modell der Studienintegration und die daran anschließende Forschung zeigen konsistent: Wer sich fachlich und sozial eingebunden fühlt, bricht seltener ab – unabhängig von der Vorbildung. Umgekehrt ist Isolation im ersten Studienjahr einer der stärksten Warnhinweise.
Praktisch heißt das dreierlei.
Lerngruppen wirken doppelt.
Sie strukturieren die Woche, und sie machen sichtbar, dass Verständnisprobleme normal sind. Der zweite Effekt ist oft der wichtigere: Wer glaubt, als Einziger nichts zu verstehen, zweifelt an der Fachwahl statt am Lerntempo.
Der Zeitpunkt zählt.
Kontakte entstehen in den ersten Wochen – über Ersti-Veranstaltungen, Tutorien, Fachschaft. Wer die Anfangsphase überwiegend allein verbringt, kommt später deutlich schwerer hinein, weil sich Gruppen bereits gebildet haben.
Netzwerk über das Studium hinaus.
Die Kommilitonen von heute sind das berufliche Umfeld der nächsten Jahrzehnte. Ein erheblicher Teil von Stellenbesetzungen läuft über persönliche Kontakte – Studienjahrgänge sind dafür eine der stabilsten Quellen.
Wer im ersten Jahr merkt, dass weder fachlich noch sozial etwas trägt, sollte das nicht aussitzen. Ob es an der Studienorganisation liegt oder an der Fachwahl, lässt sich klären – dazu gibt es eine Studienberatung und eine eigene Übersicht zum Studienabbruch.
Aus der Beratungspraxis: Studierende, die im ersten Semester zweifeln, berichten fast immer zuerst von Überforderung mit dem Stoff. Fragt man nach der Lerngruppe, gibt es meistens keine. Die Reihenfolge ist dabei oft umgekehrt zur Wahrnehmung: Der fehlende Anschluss kommt zuerst, die Überforderung folgt.
Häufige Fragen
Was heißt Kommilitone wörtlich übersetzt?
„Waffengefährte“ oder „Mitsoldat“ – von lateinisch commilito, aus con (mit) und miles (Soldat). Der Begriff stammt aus dem römischen Militär und wurde von den mittelalterlichen Universitäten auf die Studiengemeinschaft übertragen.
Sind Mitschüler oder Auszubildende auch Kommilitonen?
Nein. Der Begriff ist auf Hochschulen beschränkt und bezeichnet Personen, die an derselben Hochschule studieren. Für die Schule gibt es Mitschülerinnen und Mitschüler, im Betrieb Mitauszubildende – für beides ist Kommilitone die falsche Vokabel.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.