FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste: Ausbildung, Gehalt und Karriere
Ein Beruf, fünf sehr unterschiedliche Welten: Bibliothek, Archiv, Information und Dokumentation, Bildagentur oder Medizinische Dokumentation. Weil überwiegend im öffentlichen Dienst ausgebildet wird, gehört die Vergütung zu den höchsten im kaufmännisch-verwaltenden Bereich. Wir zeigen Aufgaben, Fachrichtungen und Karrierewege.
Kurzüberblick: Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste (FaMI)
Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste erschließen, verwalten und vermitteln Informationen. Je nach Fachrichtung arbeiten sie in Bibliotheken, Archiven, Informations- und Dokumentationsstellen, Bildagenturen oder in der medizinischen Dokumentation. Ausgebildet wird überwiegend bei öffentlichen Trägern – Kommunen, Ländern, Hochschulen und Kliniken.
FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf 2025 nicht als Engpassberuf. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 4.092 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).
Alle Eckdaten
| Beruf | FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste |
|---|---|
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre, bei guten Leistungen verkürzbar |
| Ausbildungsvergütung | Im öffentlichen Dienst nach TVAöD |
| Medianentgelt im Beruf | 4.092 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 3.674 bis 4.632 €), Bundesagentur für Arbeit |
| Zugang | Meist mittlerer Schulabschluss |
| Abschluss und Prüfung | Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle |
| Lernorte | Bibliothek, Archiv, Klinik oder Agentur plus Berufsschule |
| Rechtsgrundlage | Ausbildungsverordnung nach BBiG, fünf Fachrichtungen |
| RIASEC-Interessencode | CIS |
| KI-Risiko | 64 Prozent automatisierbar, Platz 92 von 478 |
| Fachkräftelage | laut Bundesagentur für Arbeit kein Engpassberuf (2025) |
| Neue Ausbildungsverträge 2025 | 543 (BIBB) |
| Zukunftsscore | Note D, 40 von 100 |
Aufgaben & Arbeitsalltag
Der Alltag ist strukturierter und digitaler, als das Bild vom Bücherregal vermuten lässt. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Informationen so zu erschließen, dass andere sie wiederfinden – mit Regelwerken, Datenbanken und Metadaten. Hinzu kommt, je nach Fachrichtung, direkter Publikumskontakt.
Medien und Daten erschließen
Bestände nach Regelwerken katalogisieren, verschlagworten und mit Metadaten versehen – die Grundlage jeder Recherche.
Recherchieren und auskünfte geben
Anfragen aufnehmen, geeignete Quellen auswählen, Rechercheergebnisse aufbereiten und Nutzer beraten.
Bestände verwalten
Erwerben, inventarisieren, pflegen, aussondern und die Zugänglichkeit sicherstellen.
Digitalisieren und archivieren
Analoge Bestände digitalisieren, Formate prüfen, Langzeitarchivierung und Datensicherung organisieren.
Nutzer betreuen
Ausleihe, Anmeldung, Schulungen und Einführungen – je nach Einrichtung mit hohem Publikumsanteil.
Rechtliche Vorgaben beachten
Urheberrecht, Datenschutz, Archivrecht und – in der medizinischen Dokumentation – ärztliche Schweigepflicht.
Ein Beruf, fünf sehr verschiedene Arbeitswelten
Kaum ein Ausbildungsberuf spreizt sich so weit. Die Fachrichtung wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und bestimmt den Alltag grundlegend: Wer in der Bibliothek ausgebildet wird, arbeitet publikumsnah; wer im Archiv lernt, mit historischer Überlieferung; die Medizinische Dokumentation ist datenanalytisch und klinisch geprägt. Die Wahl sollte deshalb bewusst getroffen werden.
Bibliothek und Archiv
Die beiden größten Fachrichtungen. Bibliothek ist publikumsnah und vermittelnd, Archiv stärker bewahrend, historisch und rechtlich geprägt.
Information und Dokumentation
Fachinformation in Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen – mit Schwerpunkt auf Datenbanken, Recherche und Wissensmanagement.
Bildagentur und Medizinische Dokumentation
Zwei Spezialrichtungen: Bildagentur mit Bildrecherche und Lizenzrecht, Medizinische Dokumentation mit klinischen Daten, Studien und Registern.
Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird
Erschließung und Regelwerke
Katalogisierung, Verschlagwortung, Klassifikation und normierte Metadaten.
Recherche und Informationsvermittlung
Suchstrategien, Datenbanken, Quellenbewertung und Aufbereitung von Ergebnissen.
Bestandsmanagement
Erwerbung, Inventarisierung, Bestandspflege, Aussonderung und Statistik.
Digitalisierung und Langzeitarchivierung
Scanverfahren, Dateiformate, Metadatenstandards und Sicherung digitaler Bestände.
Nutzerservice
Ausleihe, Beratung, Schulungen und Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen.
Recht
Urheber- und Nutzungsrecht, Datenschutz, Archivrecht und Schweigepflicht.
Verwaltung und Organisation
Haushalt, Beschaffung, Statistik und Verwaltungsabläufe im öffentlichen Dienst.
Fachrichtungsvertiefung
Bibliothek, Archiv, Information und Dokumentation, Bildagentur oder Medizinische Dokumentation.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu Menschen, die systematisch denken, sorgfältig arbeiten und Freude daran haben, Ordnung in große Informationsmengen zu bringen. Je nach Fachrichtung kommt ein hoher Publikumsanteil hinzu – das sollte bei der Wahl bedacht werden. Wer unsicher ist, ob das eigene Profil zu diesen Anforderungen passt, gewinnt in einer individuellen Berufsberatung Klarheit – auf Basis diagnostischer Verfahren statt subjektiver Einschätzung.
Formale Voraussetzungen
- In der Praxis meist mittlerer Schulabschluss, häufig auch Abitur
- Gute Noten in Deutsch und Englisch
- Sicherer Umgang mit dem Computer und mit Datenbanken
- Sorgfältige, systematische Arbeitsweise
- Interesse an Medien, Daten oder historischer Überlieferung
- Häufig Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst
Persönliche Eigenschaften
- Systematisches Denken – Erschließung folgt strengen Regelwerken
- Sorgfalt: Ein falsches Schlagwort macht ein Dokument unauffindbar
- Geduld bei umfangreichen Bestands- und Datenarbeiten
- Serviceorientierung im Nutzerkontakt
- Diskretion bei personenbezogenen und medizinischen Daten
- Bereitschaft, sich in neue Systeme einzuarbeiten
RIASEC-Profil: CIS – Conventional · Investigative · Social
Der Beruf führt mit regelgebundener, systematischer Erschließungsarbeit (C), verbindet sie mit recherchierendem und analytischem Denken (I) sowie Beratung und Vermittlung (S).
Das Verhältnis von C zu S entscheidet über die passende Fachrichtung: Wer publikumsnah arbeiten möchte, ist in der Bibliothek richtig; wer lieber im Hintergrund erschließt, im Archiv oder in der Dokumentation. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.
Fünf Fachrichtungen – welche passt?
Bibliothek, Archiv, Dokumentation, Bildagentur oder Medizin: Die Wahl prägt den gesamten Berufsalltag. Der Berufswahltest hilft bei der Eingrenzung.
Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt
Hier liegt eine deutliche Stärke des Berufs: Weil überwiegend bei öffentlichen Trägern ausgebildet wird – Kommunen, Ländern, Hochschulen und Kliniken – gilt in der Regel der TVAöD mit einer der höchsten Ausbildungsvergütungen überhaupt.
Vergütung nach TVAöD
Die Werte gelten für Ausbildungen bei öffentlichen Trägern nach TVAöD, Stand 1. Mai 2026. Private Medienunternehmen und Bildagenturen sind nicht daran gebunden – dort gilt mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Weil die meisten Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst entstehen, ist das tarifliche Niveau für diesen Beruf allerdings der Regelfall.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung erfolgt die Eingruppierung im öffentlichen Dienst nach TVöD beziehungsweise TV-L, mit automatischen Stufenaufstiegen bei wachsender Berufserfahrung und hoher Beschäftigungssicherheit. Deutlich mehr verdienen Fachkräfte, die in den gehobenen Dienst wechseln oder sich spezialisieren – besonders gefragt sind derzeit digitale Langzeitarchivierung, Forschungsdatenmanagement und medizinische Dokumentation.
Ausbildungsablauf: Erschließen, recherchieren, vertiefen
Die dreijährige Ausbildung vermittelt zunächst gemeinsame Grundlagen aller Fachrichtungen und vertieft dann die gewählte Richtung. In größeren Einrichtungen durchlaufen Auszubildende mehrere Abteilungen.
Grundlagen
Erschließungsregeln, Datenbanken, Bestandsverwaltung, Nutzerservice und Verwaltungsabläufe.
Vertiefung und Recht
Recherche, Digitalisierung, Urheber- und Datenschutzrecht, erste eigenständige Vorgänge.
Etwa nach der Hälfte
Schriftliche Prüfung über die bisherigen Inhalte.
Fachrichtung und Eigenverantwortung
Vertiefung in der gewählten Fachrichtung, komplexe Recherchen, Projektmitarbeit.
Abschlussprüfung
Schriftliche Teile und eine praktische Aufgabe mit Fachgespräch vor der zuständigen Stelle.
Karrierewege: Spezialisieren, aufsteigen, studieren
Der öffentliche Dienst bietet klar strukturierte Aufstiegswege – und die Digitalisierung schafft zusätzlich stark nachgefragte Spezialrollen im Umgang mit digitalen Beständen und Forschungsdaten. Welche dieser Richtungen die richtige ist, lässt sich früh klären: Eine Berufsberatung ordnet Neigungen, Stärken und Lebensplanung zu einem tragfähigen Weg.
Fachlich spezialisieren
Digitale Kompetenzen sind derzeit der wirksamste Hebel.
- Digitale Langzeitarchivierung
- Forschungsdatenmanagement
- Metadaten und Normdaten
- Medizinische Dokumentation und Register
Einrichtungstyp wählen
Die Einrichtungen unterscheiden sich in Aufgaben und Tempo deutlich.
- Wissenschaftliche Bibliothek
- Öffentliche Bibliothek
- Staats- oder Kommunalarchiv
- Klinik und Forschungseinrichtung
Aufstiegsfortbildungen
Berufsbegleitend und über Aufstiegs-BAföG förderfähig.
- Fachwirt/in Medien- und Informationsdienste
- Verwaltungsfachwirt/in
- Teamleitung im Servicebereich
- Ausbildereignung (AEVO)
Studium
Der klassische Weg in den gehobenen Dienst.
- B.A. Bibliotheks- und Informationsmanagement
- Archivwissenschaft
- Informationswissenschaft
- Medizinische Dokumentation
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Der Beruf ist wirtschaftlich solide, sicher und digital anspruchsvoller als sein Image. Die Schwäche liegt in der begrenzten Zahl an Ausbildungsplätzen und der starken Standortbindung.
Was für den Beruf spricht
- Hohe Vergütung durch TVAöD im öffentlichen Dienst
- Fünf Fachrichtungen mit sehr unterschiedlichem Profil
- Hohe Beschäftigungssicherheit und geregelte Arbeitszeiten
- Digitalisierung schafft gefragte Spezialrollen
- Automatische Stufenaufstiege im öffentlichen Dienst
- Gute Grundlage für ein anschließendes Studium
Was Sie wissen sollten
- Wenige Ausbildungsplätze – Bewerbung meist mit Auswahlverfahren
- Stark standortgebunden an Einrichtungen
- Fachrichtung wird früh festgelegt und prägt den Alltag
- Hoher Anteil an regelgebundener Routinearbeit
- Aufstieg in den gehobenen Dienst meist nur mit Studium
- Beruf ist wenig bekannt – Erklärungsbedarf im Umfeld
FaMI vs. Verwaltungsfachangestellte vs. Kaufmann für Büromanagement
Drei Verwaltungsberufe im öffentlichen und privaten Bereich mit unterschiedlichem Schwerpunkt.
Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„FaMI ist ein unterschätzter Beruf mit einem sehr konkreten Vorteil: Weil überwiegend im öffentlichen Dienst ausgebildet wird, liegt die Vergütung nach TVAöD bei rund 1.368 bis 1.464 Euro – das erreichen wenige Ausbildungsberufe. Entscheidend ist die Wahl der Fachrichtung: Zwischen einer öffentlichen Bibliothek und der medizinischen Dokumentation liegen Welten. Wer das vorher klärt, trifft eine deutlich bessere Entscheidung.“

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat
Einstellungstest FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste: Was im Auswahlverfahren geprüft wird
Im öffentlichen Dienst ist der schriftliche Test oft der wichtigste Baustein des Auswahlverfahrens. Geprüft werden Rechtschreibung, Allgemeinwissen zu Staat und Politik, Rechnen und Konzentration – auf die Rangfolge kommt es an, weil nach Bestenauslese ausgewählt wird.
Typische Schwerpunkte im Einstellungstest für FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste – redaktionelle Einschätzung nach Berufsfeld. Verbindlich ist, was der Betrieb in der Einladung mitteilt.
Diese Testteile sollten Sie üben
- Rechtschreibung und Sprache – Diktat, Lückentext oder Fehlersuche – das/dass, Kommas und Groß- und Kleinschreibung sind die häufigsten Fehlerquellen.
- Konzentration und Merkfähigkeit – Zeichen zählen, Daten abgleichen, Listen merken – einfache Aufgaben in großer Zahl, bei denen Tempo und Sorgfalt zählen.
- Allgemeinwissen – Politik, Wirtschaft, Geografie und Naturwissenschaft auf dem Niveau aktueller Nachrichten.
- Rechnen – Typisch für diesen Beruf: Dreisatz, Prozent und Gebührenberechnung. Meist ohne Taschenrechner und mit knapper Zeit.
Typischer Zugang: Meist mittlerer Schulabschluss. Die Aufgaben orientieren sich meist am Stoff der Mittelstufe: Dreisatz, Prozent, Bruchrechnung, Rechtschreibung und Grundwissen.
Die Konkurrenz ist spürbar: 2025 standen bundesweit 132 unversorgten Bewerbern ohne Alternative nur 30 unbesetzte Plätze gegenüber. Betriebe können auswählen, und der Einstellungstest ist oft die erste Hürde – hier zahlt sich Vorbereitung besonders aus. (Quelle: BIBB, Erhebung zum 30.09.2025)
Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist CIS – vor allem ordnend-verwaltend und forschend-analytisch. Genau solche Interessen fragen viele Betriebe im Persönlichkeits- und Interessenteil des Einstellungstests ab. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.
Einstellungstest FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste kostenlos üben
Trainer mit über 160 Aufgaben aus allen Testteilen, voreingestellt auf das passende Berufsfeld. Ohne Anmeldung, mit Lösungsweg zu jeder Aufgabe.
Zukunftsaussichten FaMI – Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste: Wie robust ist der Beruf?
Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.
Der Beruf liegt im oberen Mittelfeld. Ein erheblicher Teil der Tätigkeiten ist gut beschreibbar und wird bereits heute von Software unterstützt. Wer in diesem Beruf startet, sollte früh in die Bereiche gehen, die nicht automatisierbar sind: Beratung, Steuerung, Sonderfälle und die Verantwortung für das Ergebnis. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Als Engpassberuf ist die Berufsgruppe „Berufe im Archivwesen“ 2025 nicht ausgewiesen. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt leicht unter dem Niveau von 2019.
Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.
Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste (FaMI) – FAQ
Fünf: Bibliothek, Archiv, Information und Dokumentation, Bildagentur und Medizinische Dokumentation. Sie unterscheiden sich grundlegend: Bibliothek ist publikumsnah und vermittelnd, Archiv bewahrend und rechtlich geprägt, Information und Dokumentation datenbankorientiert, Bildagentur lizenz- und rechercheorientiert, Medizinische Dokumentation klinisch und datenanalytisch. Die Wahl wird im Ausbildungsvertrag festgelegt.
Weil überwiegend bei öffentlichen Trägern ausgebildet wird, gilt in der Regel der TVAöD: Stand 1. Mai 2026 sind das 1.368,26 € im ersten, 1.418,20 € im zweiten und 1.464,02 € im dritten Ausbildungsjahr, zuzüglich Jahressonderzahlung und 30 Urlaubstagen. Damit zählt die Vergütung zu den höchsten aller Ausbildungsberufe. Private Arbeitgeber sind nicht tarifgebunden.
Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Sie gilt für duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz und darf nie unterschritten werden. Für rein schulische, landesrechtlich geregelte Ausbildungen gilt sie nicht.
Deutlich mehr, als das Image nahelegt. Der Schwerpunkt hat sich zur digitalen Erschließung verschoben: Metadatenstandards, Datenbanken, Digitalisierungsprojekte und Langzeitarchivierung prägen die Arbeit. Besonders gefragt sind derzeit Kompetenzen in digitaler Langzeitarchivierung, Forschungsdatenmanagement und medizinischer Dokumentation – alles Felder, in denen der Bedarf schneller wächst als das Angebot an Fachkräften.
Rechtlich keinen bestimmten, in der Praxis wird meist der mittlere Schulabschluss erwartet, häufig auch Fachhochschulreife oder Abitur – weil die Zahl der Ausbildungsplätze klein und die Bewerberzahl hoch ist. Wichtig sind gute Noten in Deutsch und Englisch sowie sicherer Umgang mit Computern und Datenbanken.
Gezielt und früh. Die meisten Plätze entstehen bei Kommunen, Ländern, Hochschulen, Staats- und Kommunalarchiven sowie Kliniken – also im öffentlichen Dienst mit teils langen Bewerbungsfristen und formalen Auswahlverfahren. Rechnen Sie damit, überregional suchen zu müssen, und prüfen Sie die Stellenportale der öffentlichen Arbeitgeber direkt.
Im öffentlichen Dienst erfolgt die Eingruppierung nach TVöD beziehungsweise TV-L, mit automatischen Stufenaufstiegen bei wachsender Berufserfahrung und hoher Beschäftigungssicherheit. Deutlich mehr verdienen Fachkräfte mit Spezialisierung – besonders gefragt sind derzeit digitale Langzeitarchivierung, Forschungsdatenmanagement und medizinische Dokumentation. Der Aufstieg in den gehobenen Dienst setzt in der Regel ein Studium oder eine Aufstiegsfortbildung voraus.
Sehr sicher, aber standortgebunden. Bibliotheken, Archive und Dokumentationsstellen sind öffentliche Einrichtungen mit stabiler Finanzierung; im öffentlichen Dienst kommen automatische Stufenaufstiege und hohe Beschäftigungssicherheit hinzu. Die Zahl der Stellen ist allerdings begrenzt und an die Standorte der Einrichtungen gebunden – Flexibilität beim Wohnort erhöht die Chancen deutlich.
Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen
FaMI bietet Tarifvergütung und Sicherheit – und die Wahl der Fachrichtung entscheidet über den gesamten Berufsalltag. Welche zu Ihnen passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste nach dem Berufsbildungsgesetz mit fünf Fachrichtungen.
- TVAöD, Stand 01.05.2026: Ausbildungsvergütung 1.368,26 / 1.418,20 / 1.464,02 € zuzüglich Jahressonderzahlung und 30 Urlaubstagen.
- § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
- TVöD und TV-L als Vergütungsgrundlage nach der Ausbildung im öffentlichen Dienst.
- Urheberrecht, Datenschutzrecht und Archivgesetze als rechtlicher Rahmen der Tätigkeit.
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.
- Hinweis: Die Tarifwerte gelten für öffentliche Träger; private Arbeitgeber sind nicht daran gebunden.