Duale Ausbildung · 2 JahreGrundstufe des Rohbaus

Hochbaufacharbeiter/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere

Der Einstieg in den Rohbau: In zwei Jahren lernen Sie Mauern, Betonieren und Schalen – die Grundlagen jedes Gebäudes. Danach steht ein vollwertiger Abschluss, und wer weitermacht, wird im dritten Jahr Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Feuerungs- und Schornsteinbauer.

2 Jahre
Zweijähriger Abschluss
3 Anschlussberufe
Maurer, Betonbauer, Schornsteinbauer
01.08.2026
Anrechnungsmodell gestärkt
RCI
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Hochbaufacharbeiter/in

Hochbaufacharbeiterinnen und Hochbaufacharbeiter erstellen den Rohbau von Gebäuden: Sie mauern Wände und Pfeiler, stellen Schalungen her, verlegen Bewehrung, bringen Beton ein und verputzen. Der Beruf ist die zweijährige Grundstufe der Hochbauberufe.

Ausbildungsdauer2 Jahre, Anschluss auf 3 Jahre möglich
LernortBauunternehmen, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung
RechtsgrundlageNeue Ausbildungsverordnung seit 01.08.2026
AbschlussFacharbeiterabschluss, danach Gesellenabschluss möglich
VergütungBautarif, seit 04/2026 bundeseinheitlich
EinsatzorteWohnungsbau, Gewerbebau, Sanierung, Ingenieurbau
ZugangFormal keiner, meist Hauptschulabschluss
PerspektiveMaurer, Beton- und Stahlbetonbauer, Polier
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Gearbeitet wird draußen bei jeder Witterung und mit schwerem Material. Die Grundstufe führt durch beide Kerntechniken des Rohbaus: Mauerwerk und Beton. Wer nach zwei Jahren weiß, was ihm liegt, wählt daraufhin die Spezialisierung.

01

Mauerwerk erstellen

Steine versetzen, Mörtel verarbeiten, Verbände einhalten und Lot prüfen.

02

Schalungen bauen

Systemschalungen aufstellen, ausrichten und gegen Betondruck sichern.

03

Bewehrung verlegen

Betonstahl nach Plan zuschneiden, biegen und einbauen.

04

Beton einbringen

Beton verteilen, verdichten, abziehen und nachbehandeln.

05

Putz auftragen

Innen- und Außenputz anmischen, auftragen und abziehen.

06

Vermessen

Höhen, Fluchten und Winkel übertragen und kontrollieren.

Stufenausbildung

Zwei Jahre – und drei Wege danach

Der Beruf ist als Grundstufe angelegt. Nach zwei Jahren steht ein eigenständiger Facharbeiterabschluss; wer weitermacht, erreicht im dritten Jahr den Gesellenabschluss. Die Neuordnung zum 1. August 2026 hat den Übergang mit einem ausdrücklichen Anrechnungsmodell gestärkt.

Drei Anschlussberufe

Auf die Grundstufe bauen auf: Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Feuerungs- und Schornsteinbauer. Jeder schließt nach insgesamt drei Jahren mit der Gesellenprüfung ab.

Beide Kerntechniken lernen

Die Grundstufe vermittelt Mauerwerk und Betonbau gleichermaßen. Erst danach entscheiden Sie, welche Richtung Ihnen liegt – ein Vorteil gegenüber der sofortigen Festlegung.

Sehr gut vergütetes Umfeld

Die Anschlussberufe gehören zu den bestbezahlten Bauausbildungen: Maurer liegen tariflich bei rund 1.241 €, Beton- und Stahlbetonbauer bei rund 1.210 € im Durchschnitt.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den zwei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung vermittelt die Grundfertigkeiten des Rohbaus – Mauerwerk, Beton und Putz als Basis für die Spezialisierung.
01

Baustoffkunde

Steine, Mörtel, Zemente, Betone und Bewehrungsstahl.

02

Mauerwerksbau

Verbände, Fugen, Öffnungen, Stürze und Lotgenauigkeit.

03

Schalungstechnik

Systemschalung, Aufbau, Abstützung und Betondruck.

04

Bewehrung

Pläne lesen, Biegeformen, Abstände und Verlegung.

05

Betonarbeiten

Einbringen, Verdichten, Abziehen und Nachbehandlung.

06

Putzarbeiten

Untergrund, Auftrag und Oberflächenbehandlung.

07

Vermessung

Absteckung, Höhenübertragung, Lot und Flucht.

08

Arbeitssicherheit

Gerüst, Absturzschutz, Hebezeuge und Schutzausrüstung.

Selbstcheck

Passt der Beruf zu mir?

Der Beruf verlangt körperliche Belastbarkeit, Wetterfestigkeit und Maßgenauigkeit. Wer schnell in den Bau will und sich später spezialisieren möchte, findet hier einen soliden Einstieg. Wer unsicher ist, ob das eigene Profil zu diesen Anforderungen passt, gewinnt in einer individuellen Berufsberatung Klarheit – auf Basis diagnostischer Verfahren statt subjektiver Einschätzung.

Formale Voraussetzungen

  • Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
  • In der Praxis meist Hauptschulabschluss erwartet
  • Sicheres Rechnen für Maße und Mengen
  • Gute körperliche Konstitution
  • Wetterfestigkeit – ganzjährig draußen
  • Schwindelfreiheit für Gerüstarbeiten

Persönliche Eigenschaften

  • Maßgenauigkeit – Lot und Flucht müssen stimmen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen für Pläne
  • Belastbarkeit bei Kälte und Nässe
  • Teamfähigkeit in der Kolonne
  • Sicherheitsbewusstsein am Gerüst
  • Bereitschaft zur Weiterqualifikation
R
C
I

RIASEC-Profil: RCI – Realistic · Conventional · Investigative

Der Beruf verbindet körperlich-handwerkliche Rohbauarbeit (R) mit plan- und normgebundener Ausführung (C) sowie technischem Verständnis für Baustoffe und Statik (I).

Je nach Anschlussberuf verschiebt sich der Schwerpunkt zwischen Mauerwerk und Beton. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest.

Rohbau als Einstieg?

Zwei Jahre bis zum Abschluss, drei Wege danach. Der Berufswahltest hilft bei der Richtung.

Berufswahltest starten →
Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Die Vergütung folgt dem Bautarif – auch in der zweijährigen Ausbildung deutlich über der gesetzlichen Untergrenze.

Vergütung und Anschlussmöglichkeiten

Beruf
Tarifliche Vergütung
Dauer
Hinweis
Hochbaufacharbeiter
rund 1.081 €
2 Jahre
Grundstufe
Maurer
rund 1.241 €
3 Jahre
Anschlussberuf
Beton- und Stahlbetonbauer
rund 1.210 €
3 Jahre
Anschlussberuf
Gesetzliches Minimum 2026
724 / 854 €
nach § 17 BBiG

Der Vergleich zeigt den Unterschied deutlich: Zwischen Grundstufe und Gesellenberuf liegen rund 130 bis 160 € tariflich – und das setzt sich im Berufsleben fort. Klären Sie vor Vertragsschluss, ob der Betrieb die Aufstockung anbietet.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Mit dem zweijährigen Abschluss sind Sie im Rohbau einsatzfähig. Deutlich besser stehen Sie mit dem Gesellenabschluss, der die Wege zu Vorarbeiter, Polier und Meister öffnet. Der Maurer- und Betonbauermeister ermöglicht zudem den eigenen Betrieb.

Nach 2 Jahren
Bautarif Facharbeiter
Einsatzfähig im Rohbau
Nach Aufstockung
deutlich höher
Gesellenabschluss im Anschlussberuf
Polier oder Meister
oberes Segment
Mit Personal- und Bauleitungsverantwortung
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Zwei Jahre Rohbau, ein Jahr Spezialisierung

Die zweijährige Ausbildung vermittelt Mauerwerk und Betonbau. Wer aufstockt, spezialisiert sich im dritten Jahr auf einen der drei Gesellenberufe.

1. Jahr

Baugrundlagen

Baustoffkunde, Vermessung, einfaches Mauerwerk und Arbeitssicherheit.

2. Jahr

Rohbaupraxis

Mauerwerksverbände, Schalung, Bewehrung, Betonarbeiten und Putz.

Abschluss Stufe 1

Nach 2 Jahren

Facharbeiterabschluss – vollwertig und eigenständig.

3. Jahr optional

Spezialisierung

Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Feuerungs- und Schornsteinbauer.

Abschluss Stufe 2

Gesellenprüfung

Praktische Arbeitsproben sowie schriftliche Teile.

Perspektiven

Karrierewege: Aufstocken, Polier, Meister

Der Rohbau hat die klarste Aufstiegsleiter im Bauwesen – sie beginnt aber erst mit dem Gesellenabschluss. Welche dieser Richtungen die richtige ist, lässt sich früh klären: Eine Berufsberatung ordnet Neigungen, Stärken und Lebensplanung zu einem tragfähigen Weg.

Aufstocken

Der wichtigste nächste Schritt.

  • Maurer/in
  • Beton- und Stahlbetonbauer/in
  • Feuerungs- und Schornsteinbauer/in
  • Gesellenprüfung nach 3 Jahren

Polier werden

Die klassische Baulaufbahn.

  • Vorarbeiter/in
  • Werkpolier/in
  • Polier/in
  • Bauleitung

Fachlich spezialisieren

Anspruchsvolle Bereiche.

  • Sichtmauerwerk und Restaurierung
  • Ingenieur- und Brückenbau
  • Sichtbeton und Sonderschalung
  • Betoninstandsetzung

Meister und Studium

Nach dem Gesellenabschluss.

  • Maurer- und Betonbauermeister/in
  • Geprüfte/r Techniker/in Bautechnik
  • B.Eng. Bauingenieurwesen
  • Baubetrieb
Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Ein solider Einstieg in den Rohbau – mit dem klaren Rat, die Aufstockung mitzudenken.

Was für den Beruf spricht

  • Vollwertiger Abschluss nach zwei Jahren
  • Mauerwerk und Beton gleichermaßen kennenlernen
  • Anrechnungsmodell seit 2026 erleichtert die Aufstockung
  • Anschlussberufe gehören zu den bestbezahlten
  • Klare Aufstiegsleiter bis zum Polier
  • Stabile Nachfrage im Wohnungs- und Gewerbebau

Was Sie wissen sollten

  • Deutlich geringere Vergütung als die Gesellenberufe
  • Ohne Aufstockung begrenzte Aufstiegschancen
  • Ganzjährig draußen bei jeder Witterung
  • Körperlich sehr fordernd
  • Schwindelfreiheit erforderlich
  • Wechselnde Baustellen und Fahrzeiten
Abgrenzung

Hochbaufacharbeiter vs. Maurer vs. Beton- und Stahlbetonbauer

Grundstufe und die beiden wichtigsten Anschlussberufe im Vergleich.

Kriterium
Hochbaufacharbeiter/in
Maurer/in
Beton- und Stahlbetonbauer/in
Dauer
2 Jahre
3 Jahre
3 Jahre
Abschluss
Facharbeiter
Geselle
Geselle
Schwerpunkt
Grundlagen
Mauerwerk
Stahlbeton
Vergütung
rund 1.081 €
rund 1.241 €
rund 1.210 €
Eigener Meistertitel
nein
ja
ja
Ingenieurbau
gering
gering
zentral
RIASEC-Profil
RCI
RCI
RCI
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Der Zahlenvergleich macht es deutlich: Die Grundstufe liegt tariflich bei rund 1.081 Euro, Maurer bei 1.241 und Beton- und Stahlbetonbauer bei 1.210 – und dieser Abstand setzt sich im Berufsleben fort. Die zwei Jahre sind ein guter Einstieg, aber der Gesellenabschluss ist das eigentliche Ziel. Klären Sie deshalb vor Vertragsschluss, ob der Betrieb die Aufstockung anbietet.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

„Was mir bei der Grundstufe gefällt: Sie lernen beide Kerntechniken des Rohbaus – Mauern und Betonieren – bevor Sie sich festlegen. Das sind unterschiedliche Arbeitsweisen. Mauerwerk ist ruhiger und stärker vom eigenen Rhythmus bestimmt, Betonieren läuft im Takt und unter Zeitdruck. Wer beides erlebt hat, trifft eine viel bessere Entscheidung als jemand, der sich vorab festlegen musste.“

Häufige Fragen

Hochbaufacharbeiter/in – FAQ

Die Bauwirtschaft kennt drei zweijährige Grundberufe: Hochbaufacharbeiter, Ausbaufacharbeiter und Tiefbaufacharbeiter. Jeder führt nach zwei Jahren zu einem eigenständigen Abschluss. Wer weitermacht, erreicht im dritten Jahr den Gesellenabschluss in einem der 16 dreijährigen Berufe. Die Neuordnung zum 1. August 2026 hat diesen Weg mit einem ausdrücklichen Anrechnungsmodell gestärkt.

Zum 1. August 2026 treten neue Ausbildungsordnungen für die Bauwirtschaft in Kraft: 16 dreijährige und drei zweijährige Berufe. Die wichtigsten Neuerungen sind die gestreckte Abschlussprüfung – ein erster Prüfungsteil im zweiten Ausbildungsjahr zählt bereits mit 40 Prozent zur Abschlussnote – sowie ein Anrechnungsmodell, das den Wechsel von zweijährigen in dreijährige Ausbildungen erleichtert. Inhaltlich rücken Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Arbeitsschutz und Digitalisierung stärker in den Vordergrund.

Seit dem 1. April 2026 gelten in der Bauwirtschaft bundeseinheitliche Ausbildungsvergütungen – die Ost-West-Angleichung ist damit abgeschlossen. Die Bauberufe gehören traditionell zu den am besten vergüteten Ausbildungen überhaupt und liegen deutlich über der gesetzlichen Untergrenze von 724 / 854 / 977 €. Abgewickelt wird die Ausbildungsfinanzierung über die SOKA-BAU, in die alle Baubetriebe einzahlen.

Drei: Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer und Feuerungs- und Schornsteinbauer. Jeder schließt nach insgesamt drei Jahren mit der Gesellenprüfung ab. Weil die Grundstufe angerechnet wird, ist nur ein weiteres Jahr erforderlich – die Neuordnung 2026 hat diesen Übergang ausdrücklich erleichtert.

Spürbar. Tariflich liegt der Hochbaufacharbeiter bei rund 1.081 €, der Maurer bei rund 1.241 € und der Beton- und Stahlbetonbauer bei rund 1.210 € im Durchschnitt der Ausbildungsdauer. Der Abstand von rund 130 bis 160 € setzt sich im späteren Berufsleben fort und wird durch die besseren Aufstiegschancen noch verstärkt.

Beide Kerntechniken des Rohbaus. Zum einen den Mauerwerksbau mit Verbänden, Fugen, Öffnungen und Lotgenauigkeit. Zum anderen den Betonbau mit Schalung, Bewehrung, Einbringen und Nachbehandlung. Hinzu kommen Putzarbeiten, Vermessung und Arbeitssicherheit. Diese Breite ist der eigentliche Vorteil der Grundstufe.

Sehr sicher. Der Rohbau steht am Anfang jedes Bauvorhabens, und Wohnungsbau, Gewerbebau und Infrastruktur binden dauerhaft Fachkräfte. Hinzu kommt ein erheblicher Sanierungs- und Brückenerneuerungsbedarf. Weil gleichzeitig viele erfahrene Kräfte in den Ruhestand gehen, sind die Übernahmechancen hoch.

Formal keinen bestimmten; in der Praxis genügt meist ein Hauptschulabschluss. Wichtiger sind körperliche Belastbarkeit, Wetterfestigkeit und sicheres Rechnen für Maße und Mengen. Gerade als zweijähriger Beruf ist er für Bewerber attraktiv, die praktisch stärker sind als schulisch.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

Ein solider Einstieg in den Rohbau mit drei möglichen Richtungen. Welche passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Neuordnung der Bauberufe zum 01.08.2026: 16 dreijährige und drei zweijährige Berufe; ausdrückliches Anrechnungsmodell für zweijährige Berufe.
  • Stufenausbildung im Hochbau: zweijähriger Abschluss als Hochbaufacharbeiter, danach dreijähriger Gesellenabschluss als Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Feuerungs- und Schornsteinbauer.
  • Tarifliche Ausbildungsvergütung im Baugewerbe nach Berufsgruppe (BIBB): Hochbaufacharbeiter rund 1.081 €, Maurer rund 1.241 €, Beton- und Stahlbetonbauer rund 1.210 € im Westen.
  • Ausbildungsvergütungen Bauwirtschaft: seit 01.04.2026 bundeseinheitlich, Abwicklung über SOKA-BAU.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 € für die ersten beiden Jahre).
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.