Elektroingenieur / Energietechnik: Aufgaben, Gehalt & Karriere 2026
Elektroingenieure und Energietechniker gestalten die Infrastruktur der Energiewende – von Windkraftanlagen und Smart Grids bis zu Hochspannungsnetzen und Wasserstofftechnik. Das Berufsfeld wächst strukturell durch die Klimawende auf Jahrzehnte – kein anderes Ingenieursfeld hat 2026 so viel Rückenwind. Der vollständige Ratgeber für Studieninteressierte, Einsteiger und Wechselwillige.
50.000 –
110.000 € Jahresgehalt
RIC
RIASEC-Idealprofil
+80.000
neue Stellen durch Energiewende bis 2030
↑↑
Stärkster Wachstumstrend im Ingenieurwesen
DIN 33430 zertifiziert
25+ Jahre Beratungspraxis
Gehaltsdaten 2025 / 2026
RIASEC-Eignungsprofil
Aktualisiert: Januar 2026
Was macht ein Elektroingenieur / Energietechniker?
Elektroingenieure entwickeln, planen und betreiben elektrische Systeme – von der Energieerzeugung über die Übertragung und Verteilung bis zum Verbrauch. Die Bandbreite ist enorm: Der Hochspannungsingenieur, der 400-kV-Freileitungen plant, und der Automatisierungsingenieur, der SPS-Programme für Fertigungsanlagen schreibt, studieren beide Elektrotechnik – aber ihr Alltag könnte kaum unterschiedlicher sein.
Die Energiewende hat das Berufsfeld fundamental verändert: Bis 2030 muss Deutschland 80 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugen – das erfordert massive Investitionen in Windkraft (Offshore und Onshore), Photovoltaik, Stromspeicher, Netzausbau und neue Lastmanagement-Systeme. Die Bundesnetzagentur schätzt, dass allein der Netzausbau bis 2030 über 80.000 neue Ingenieurs- und Facharbeiterstellen schafft. Elektroingenieure sind die unverzichtbaren Architekten dieser Transformation – in einem Markt, der strukturell auf Jahrzehnte nachfragegetrieben bleibt.
Elektrotechnik ist ein interdisziplinäres Feld: Die Grenzen zur Mechatronik (mechanische Systeme mit Elektronik), zur Informationstechnik (Signalverarbeitung, Kommunikation), zur Informatik (Embedded Systems, Regelungstechnik mit Software) und zur Physik (Halbleitertechnik, Quantentechnologien) sind fließend. Das macht das Studium herausfordernd – und den Beruf so vielseitig. Wer gerne versteht wie elektrische Energie erzeugt, transportiert, gespeichert und in mechanische Arbeit oder Wärme umgewandelt wird, ist in diesem Feld richtig.
Energieanlagenplanung & Netztechnik
Hoch-, Mittel- und Niederspannungsanlagen planen und auslegen: Trafostationen, Schaltanlagen, Kabeltrassen, Erdungsanlagen. Kurzschlussberechnungen, Selektivitätsnachweise und Netzstabilität sichern.
Steuerungs- & Automatisierungstechnik
SPS-Programme (Siemens STEP 7 / TIA Portal, Beckhoff, Rockwell) für Maschinen und Anlagen entwickeln und debuggen. Prozessleitsysteme (SCADA, DCS) projektieren und in Betrieb nehmen.
Erneuerbare Energien & Speicher
Windkraft- und Photovoltaikanlagen projektieren, dimensionieren und netzkonform integrieren. Batteriespeicher (Lithium-Ionen, Redox-Flow) auslegen und Energiemanagementsysteme entwickeln.
EPLAN-Schaltplanung & Dokumentation
Elektrotechnische Dokumentation in EPLAN Electric P8 oder AutoCAD Electrical erstellen: Stromlaufpläne, Klemmenpläne, Kabellisten, Stücklisten. Grundlage für Schaltschrankbau und Instandhaltung.
Leistungselektronik & Antriebstechnik
Frequenzumrichter, Wechselrichter und Gleichrichter entwickeln und auslegen. Elektromotor-Antriebssysteme für Industrie und E-Mobilität dimensionieren. Thermisches Management und EMV sicherstellen.
EMV & Zertifizierung
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) von Geräten sicherstellen, CE-Konformitätsnachweise führen, Normkonformität (IEC, VDE, UL) prüfen und Produkte durch Zertifizierungsverfahren begleiten.
Typischer Arbeitstag – Elektroingenieur in der Netzplanung eines Verteilnetzbetreibers
08:00
Netzberechnungen für Windparkeinspeisung
Neuer 20-MW-Windpark soll ins Mittelspannungsnetz eingespeist werden: PowerFactory-Simulation laden, Kurzschlussströme berechnen, Spannungsbandprüfung für alle Betriebsfälle durchführen.
10:00
Netzanschlussplanung
Trassenverlauf für neues 110-kV-Kabel abstimmen: Gemeindegrenzen, Naturschutzgebiete, Kreuzungspunkte mit bestehender Infrastruktur prüfen. Abstimmung mit Planungsamt vorbereiten.
11:30
Technikmeetings Netzstabilität
Spannungsprobleme im Ortsnetz nach PV-Zubau besprechen: dynamische Blindleistungsregelung vs. Leitungsverstärkung – technisch-wirtschaftliche Bewertung vorbereiten.
Stromlaufpläne für neues Schutzrelaiskonzept in EPLAN Electric P8 aktualisieren: Schutzfunktionen, Melderelais, Hilfsspannungsversorgung dokumentieren.
17:00
Normrecherche & Weiterbildung
Neue VDE-Anwendungsregel für Netzanschluss Energiespeicher (VDE-AR-N 4105) lesen, Auswirkungen auf laufende Projekte bewerten, interne Schulung für Kollegen vorbereiten.
Energiewende: Der größte Treiber für Elektroingenieure seit Jahrzehnten
Die Energiewende ist kein politisches Schlagwort für Elektroingenieure – sie ist ein massiver Arbeitsmarkt-Megatrend, der die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften auf Jahrzehnte strukturell sichert. Konkrete Zahlen sprechen für sich:
Energiewende 2026–2035: Was das für Elektroingenieure bedeutet
Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2030 über 80 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen und bis 2045 klimaneutral zu sein. Das erfordert Infrastrukturinvestitionen in einem historisch beispiellosen Ausmaß – und Elektroingenieure sind die unverzichtbaren Architekten dieser Transformation.
🌬️
Windenergie-Ausbau
Ziel: 115 GW Onshore-Wind bis 2030 (aktuell ca. 61 GW). Jedes neue Windrad braucht Planung, Netzanschluss, Steuerung und Inbetriebnahme durch Elektroingenieure.
+20.000 neue Stellen bis 2030
☀️
Photovoltaik-Boom
Ziel: 215 GW PV bis 2030 (aktuell ca. 70 GW). Planungs-, Einspeise- und Speicherintegration erfordern massive Elektroingenieur-Kapazitäten.
Dreifachung des Marktvolumens bis 2030
🔌
Netzausbau Höchstspannung
Bundesnetzagentur: 14.000 km neue Stromleitungen bis 2030 nötig – Hälfte als Erdkabel. Umspannwerke, Schutzkonzepte, Digitalnetz-Technologie überall gesucht.
+80.000 Stellen in Netz und Energieinfrastruktur
🔋
Batteriespeicher & Wasserstoff
Großspeicher für Netzstabilisierung, Elektrolyseure für grünen Wasserstoff, Brennstoffzellen-Systeme – neue Technologiefelder mit enormem Nachfragewachstum ab 2025.
Wasserstoff-Wirtschaft: 100+ Mrd. € Investition bis 2030
⚡
E-Mobilität & Ladeinfrastruktur
Ladenetze, Schnellladesysteme, bidirektionales Laden, Vehicle-to-Grid-Konzepte – Millionen Ladepunkte brauchen Planung, Zulassung und Netzzuverlässigkeitsnachweise.
Ziel: 15 Mio. E-Autos bis 2030
🏭
Industrielle Dekarbonisierung
Stahl, Chemie, Zement: Elektrifizierung von Industrieprozessen, Power-to-X-Anlagen, Hochtemperatur-Wärmepumpen – neue Anforderungen an Industrielektroingenieure.
200+ Mrd. € Investition in grüne Industrie bis 2035
Spezialisierungen: Die wichtigsten Fachrichtungen in der Elektrotechnik
Elektrotechnik ist kein einheitliches Feld – die Spezialisierung ist entscheidend für Gehalt, Branche und Tätigkeitsprofil:
SPS-Programmierung, SCADA-Systeme, Prozessleittechnik. In nahezu jeder Industriebranche unverzichtbar. Siemens TIA Portal als Marktstandard.
Industrie 4.0SPS / TIA
Leistungselektronik & Antriebe
Wechselrichter, Umrichter, Motorsteuerungen für E-Mobilität, erneuerbare Energien und Industrieantriebe. Hochgradig spezialisiert – sehr gute Gehälter.
↑ E-MobilitätMATLAB/Simulink
Hochfrequenz- & Kommunikationstechnik
Antennen, Radar, 5G/6G-Netze, Satellitennavigation. Nischenprofil mit exzellenten Gehältern – besonders in Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigungstechnik.
Luft-/RaumfahrtTop-Gehalt
Embedded Systems & Mikroelektronik
Mikrocontroller, FPGAs, Schaltungsdesign, Firmware-Entwicklung. Schnittstelle zwischen Elektrotechnik und Informatik – sehr gefragt in Automotive (AUTOSAR) und Consumer Electronics.
AutomotiveFPGA / C/C++
Gebäude- & Versorgungstechnik
Elektrische Gebäudeinstallation, Beleuchtungskonzepte, Brandschutzanlagen, Gebäudeautomation (KNX). Breiter Markt durch Bauwesen und Gebäudesanierung.
Breit verfügbarEPLAN
Tools & Software 2026 für Elektroingenieure
Das Software-Profil ist stark spezialisierungsabhängig – aber einige Tools gehören zum Grundkanon nahezu aller Elektroingenieure:
Elektrodokumentation / CAE
EPLAN Electric P8 DE-Standard · AutoCAD Electrical · SEE Electrical
EPLAN ist der Standard für elektrotechnische Dokumentation in deutschen Industrieunternehmen. Kenntnisse sind nahezu universell erwartet. EPLAN-Kurse über EPLAN Education Center verfügbar.
Netzberechnung & Simulation
PowerFactory (DIgSILENT) · PSCAD · PSS/E · NEPLAN
PowerFactory ist Marktführer für Netzsimulation in Europa – Pflicht für Energietechniker bei Netzbetreibern und Planungsbüros. PSCAD für Transienten und HGÜ-Systeme.
SPS-Programmierung
Siemens TIA Portal Marktführer · STEP 7 · Beckhoff TwinCAT · Rockwell Studio 5000
TIA Portal dominiert den deutschen Markt. In der Automatisierungstechnik ist SPS-Programmierung nach IEC 61131-3 Kernkompetenz – Ladder Diagram, Function Block, Structured Text.
Systemsimulation & Regelungstechnik
MATLAB / Simulink · LTspice · PLECS
MATLAB/Simulink für Systemsimulation, Regelkreis-Auslegung und Model-Based Design. LTspice (kostenlos) für analoge Schaltungssimulation. PLECS für Leistungselektronik-Simulation.
CAD & PCB-Design
Altium Designer · KiCad (Open Source) · Cadence
Für Schaltungsentwickler und Hardware-Ingenieure: PCB-Layout, Schematic Capture, Impedanzanalyse. Altium Designer ist Industriestandard; KiCad als professionelle kostenlose Alternative.
Digitaler Zwilling & IoT
Siemens TIA Portal + WinCC · ABB Ability · OSIsoft PI
Digitale Zwillinge für Energieanlagen: Zustandsüberwachung in Echtzeit, Predictive Maintenance, Remote-Monitoring. Wachsendes Segment mit starker Nachfrage nach E-Technikern mit IT-Affinität.
Gehalt als Elektroingenieur / Energietechniker 2026
Elektroingenieure verdienen gut – mit einem deutlichen Gefälle zwischen Branchen. Energieversorgung und Netzinfrastruktur zahlen durch Tarifbindung (TVöD, Tarifverträge Versorgungswirtschaft) überdurchschnittlich. Hochfrequenztechnik in Luft- und Raumfahrt zählt zu den bestbezahlten Ingenieursspezialisierungen überhaupt.
50.000 €
Berufseinsteiger
allg. E-Technik / KMU
72.000 €
Erfahrener Ingenieur
5+ Jahre, Netzbetreiber
90.000 €
Senior / Projektleiter
HF-Technik, Luft-/Raumfahrt
130.000 €+
Abteilungsleiter / CTO
Konzern, 15+ Jahre
Rolle / Stufe
Erfahrung
Jahresgehalt
Branche / Kontext
Berufseinsteiger / Trainee
0–2 Jahre
48.000 – 60.000 €
Allg. E-Technik, Planungsbüros
Ingenieur (Projekt)
2–6 Jahre
60.000 – 80.000 €
Netzbetreiber, Anlagenbau, Industrie
Senior-Ingenieur / Spezialist
5–10 Jahre
75.000 – 100.000 €
Energiewirtschaft, Luft-/Raumfahrt
Projektleiter / Fachgruppenleiter
8–14 Jahre
90.000 – 120.000 €
Konzern, Netzbetreiber, Beratung
Abteilungsleiter / VP / CTO
14+ Jahre
115.000 – 200.000 €
Konzern, Energieversorger
Quellen: VDI Gehaltsreport 2025, VDE Ingenieurstudie 2025, Stepstone Technik 2026. Energieversorgungsunternehmen zahlen durch Tarifverträge der Versorgungswirtschaft oft 10–20 % über allg. Industrie. Hochfrequenztechnik Luft-/Raumfahrt: Aufschlag 15–25 % vs. allg. E-Technik. Knapper Markt durch starke Nachfrage schiebt Gehälter 2026 nach oben.
Welche Persönlichkeit passt zum Elektroingenieur / Energietechniker?
Das Idealprofil ist RIC – Realistic, Investigative, Conventional. Wie beim Maschinenbauingenieur dominieren praktisch-technisches Denken (R) und analytische Problemlösung (I). Der C-Anteil ist in der Elektrotechnik durch Normvorschriften (VDE, IEC, DIN) und sicherheitskritische Dokumentationspflichten besonders ausgeprägt.
R
Realistic
Elektrotechnisches Handwerk
I
Investigative
Physikalisches Denken
C
Conventional
Normen & Dokumentation
E
Enterprising
Für Führungsrollen
S
Social
Teamarbeit
A
Artistic
Wenig relevant
Der R-Typ (Realistic) ist der Kernantrieb – und bei Elektrotechnikern oft noch stärker ausgeprägt als bei Maschinenbauern: Wer sich schon als Kind für Elektrik begeistert hat, LED-Schaltungen auf Steckbrettern aufgebaut oder Netzteile zerlegt hat, hat den richtigen Antrieb. Elektrizität ist unsichtbar – was sie besonders macht ist, dass man lernen muss zu denken was man nicht sehen kann: Strom, Spannung, Felder, Energie. Der I-Typ (Investigative) ist die analytische Basis: Schaltungen analysieren, Fehler systematisch eingrenzen, Berechnungen physikalisch plausibel machen. Ein Elektroingenieur der nicht versteht warum seine Berechnung ein unplausibles Ergebnis liefert – sondern es einfach hinnimmt – ist eine Gefahr für die Sicherheit technischer Anlagen. Der C-Typ (Conventional) ist in der Elektrotechnik besonders entscheidend: Normen wie VDE, IEC, ATEX und Schutzklassen-Anforderungen sind nicht optional – sie sind rechtlich verbindlich und oft sicherheitskritisch. Ein Elektroingenieur, der Normen als bürokratisches Hindernis betrachtet statt als Sicherheitsgarantie, ist in regulierten Umgebungen nicht einsetzbar. Unterschied zum Maschinenbauer: Beim Elektroingenieur ist der C-Anteil durch die höhere Sicherheitskritikalität und Normendichte oft noch etwas stärker ausgeprägt. Hochspannung verzeiht keine Fehler.
Wie im Maschinenbau gibt es im Elektroingenieurwesen zwei gleichwertige Karrierepfade: den Fachexpertenpfad (Principal Engineer, Technical Specialist) und den Führungspfad (Gruppenleiter, Abteilungsleiter, CTO). Die hohe technische Komplexität und Sicherheitskritikalität machen Fachexperten-Karrieren besonders attraktiv und gut vergütet:
Stufe 1
Berufseinsteiger
0 – 3 Jahre
48 – 60 T €
Einarbeitung in EPLAN, SPS-Tools und Berechnungssoftware. Erste Dokumentationsaufgaben, Inbetriebnahme-Unterstützung, Normkenntnisse aufbauen.
Technische Leitfunktion in Projekten oder erster Personalverantwortung (3–8 Ingenieure). Gutachten, Normen-Mitarbeit, Weiterbildungsverantwortung im Team.
Stufe 4
Abteilungsleiter / CTO
14+ Jahre
110 T – 200 T €
Gesamtverantwortung E-Technik-Bereich, Technologiestrategie, C-Level-Kommunikation. Principal Engineer als gleichwertiger Expertenpfad bei technisch getriebenen Unternehmen.
Vorteile & Nachteile – eine ehrliche Einschätzung
Vorteile
Stärkster Wachstumstrend im Ingenieurwesen durch Energiewende
Strukturell sichere Beschäftigung auf Jahrzehnte
Enorme Branchenvielfalt: Energie, Automation, Luft-/Raumfahrt, Medizin, IT
Sinnhaftes Arbeiten: Direkt an der Energiewende mitgestalten
Gut vergütete Tarifverträge in Energieversorgungsunternehmen
Internationales Arbeiten: Energieinfrastruktur ist ein globaler Markt
Fachexperten-Track gleichwertig zum Führungstrack
Nachteile
Anspruchsvolles Studium – Mathematik und Physik auf hohem Niveau
Kein Quereinsteig ohne Studium – Ingenieursbezeichnung geschützt
Remote-Anteil begrenzt – viele Tätigkeiten erfordern physische Anwesenheit
Hohe Sicherheitsverantwortung – Fehler in Hochspannungsanlagen können lebensbedrohlich sein
Inbetriebnahme und Außendienst bedeuten teils erhebliche Reisetätigkeit
Normen-Dickicht: VDE, IEC, ATEX, CE – kontinuierliche Normenpflege notwendig
Große Spezialisierungsunterschiede – falscher Einstieg kann Umschulung erfordern
Häufige Fragen zum Beruf Elektroingenieur / Energietechniker
Diese Entscheidung hängt davon ab, was Sie antreibt. Elektrotechnik wenn: Sie Faszination für physikalische Phänomene haben (Elektrizität, Magnetismus, Energie), Sie mit physischen Systemen arbeiten wollen (Maschinen, Netze, Anlagen), Sie an der Energiewende mitwirken wollen, Sie Freude an Hardware und Schaltungen haben. Informatik wenn: Software, Algorithmen und abstrakte Systeme Sie mehr begeistern als physische Geräte, Sie primär in der Softwareentwicklung oder KI arbeiten wollen. Die Grenze verschwimmt in Bereichen wie Embedded Systems (beides), Automatisierungstechnik (E-Technik mit viel Software) und Hochfrequenztechnik (E-Technik mit starker Mathematik). In der Praxis sind Ingenieure mit E-Technik-Hintergrund und starker Software-Affinität außerordentlich gefragt – weil sie Hardware und Software gemeinsam durchdringen können. Dieser hybriden Kompetenz gehört die Zukunft in Industrie 4.0 und Energiewende.
Die Zahlen sprechen für sich: Deutschland muss bis 2030 seinen Anteil erneuerbarer Energien von aktuell ca. 55 % auf über 80 % steigern. Das erfordert eine nahezu vollständige Neukonfiguration des Stromsystems. Jedes neue Windrad (Ziel: 115 GW bis 2030 vs. aktuell 61 GW) braucht Netzanschlussplanung, Schutzkonzepte und Inbetriebnahme durch Elektroingenieure. Jede Photovoltaik-Anlage (Ziel: 215 GW) braucht Einspeisungsplanung und Netzverträglichkeit. Die 14.000 km neue Leitungen brauchen Trassierung, Hochspannungsplanung und Schutztechnik. Batteriespeicher und Wasserstoffelektrolyseure sind neue Anlagentypen mit neuem Normungsbedarf. Gleichzeitig werden hunderttausende Elektroingenieure und -techniker der Babyboomer-Generation in Rente gehen. Das Ergebnis: Der Markt für Elektroingenieure in der Energietechnik ist strukturell auf mindestens 15–20 Jahre extrem angespannt. Wer heute Elektrotechnik mit Energietechnik-Schwerpunkt studiert, tritt in einen der sichersten Arbeitsmärkte ein, die Deutschland 2026 kennt.
Renommierte Standorte für Elektrotechnik und Energietechnik in Deutschland: RWTH Aachen – traditionsreichste elektrotechnische Forschung DE, starke Industriekooperationen. KIT Karlsruhe – Spitzenforschung in Energietechnik und Hochfrequenztechnik. TU München – exzellentes Netzwerk in Automotive (BMW, Siemens) und Energietechnik. TU Berlin – stark in Leistungselektronik und Kommunikationstechnik. Universität Stuttgart – E-Technik mit starkem Industriebezug (Bosch, Daimler, Siemens). TU Darmstadt – Pionier in Windenergieforschung, starke VDE-Vernetzung. FH-Standorte mit dualen Programmen: DHBW Stuttgart, HS München, HS Darmstadt – direkter Industrieeinsteig. Energietechnik-Spezialstudiengänge: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAWH), Ostfalia Wolfenbüttel, FH Kiel (Offshore-Windkraft). Für den Arbeitsmarkt gilt: Das Netzwerk der Hochschule zur regionalen Industrie ist oft wichtiger als das nationale Ranking. Eine FH mit exzellenten Industriekontakten in der Region kann besser für den Direkteinstieg sein als eine Uni mit internationalem Renommee.
Elektrotechnik: Fokus auf elektrische Systeme, Energie, Signale und Kommunikation. Tiefer in Physik der Elektrizität (Felder, Leitungen, Schaltungen). Breit aufgestellt: Energietechnik, Automatisierung, HF-Technik, Mikroelektronik. Mechatronik: Bewusst interdisziplinär – verbindet Mechanik, Elektrotechnik und Informatik/Regelungstechnik in einem Studium. Ideal für mechatronische Systeme: Roboter, autonome Fahrzeuge, intelligente Maschinen wo alle drei Disziplinen eng interagieren. In der Praxis: Beide Abschlüsse öffnen ähnliche Türen in Automatisierung und E-Mobilität. Der Hauptunterschied liegt in der Tiefe: Elektrotechniker kennen elektrische Systeme tiefer, Mechatroniker haben ein breiteres interdisziplinäres Profil. Wer primär an Hochspannung, Netztechnik oder Leistungselektronik interessiert ist, wählt Elektrotechnik. Wer an mechatronischen Gesamtsystemen und Robotik interessiert ist, wählt Mechatronik.
Elektroingenieure sind sehr international gefragt – besonders mit Energietechnik- und Automatisierungsschwerpunkt. Konkrete internationale Karrieremöglichkeiten: Siemens Energy, ABB, Schneider Electric, Vestas, Enercon – alle operieren global und suchen Ingenieure für internationale Projekte. Offshore-Windparks in Nordsee (Dänemark, UK, Niederlande) brauchen spezialisierte Hochspannungsplaner. Energieprojekte in Entwicklungsländern (Solarparks Afrika, Windkraft Indien) über EPC-Contractor wie Juwi, BayWa r.e. oder Engie. Herausforderungen: Normen unterscheiden sich international (IEC vs. ANSI/IEEE für US-Projekte, britische BS-Normen). Sprachkenntnisse: Englisch ist Standard, für bestimmte Märkte (Frankreich, Spanien, DACH) sind weitere Sprachen wertvoll. DAAD und VDE International unterstützen Auslandseinsätze. Besondere Chance 2026: Durch globalen Ausbau erneuerbarer Energien entstehen in Süd- und Osteuropa, Nahost und Asien massive Infrastrukturprojekte, die deutschen Elektrotechnik-Know-how suchen.
Weiterführende Seiten auf profiling-institut.de
Passend zum Berufsbild Elektroingenieur / Energietechnik
Passt Elektrotechnik / Energietechnik zu Ihrer Persönlichkeit?
Technisch-physikalisches Denken, analytische Präzision und die Faszination für Elektrizität – das sind die Kernantriebe. Das Profiling Institut ermittelt Ihr Eignungsprofil nach DIN 33430 – auch für die Wahl zwischen Elektrotechnik, Mechatronik und Maschinenbau.
Jan Bohlken beobachtet den Elektroingenieur-Arbeitsmarkt seit über 25 Jahren in seiner Headhunting-Praxis. Was ihn 2026 am meisten beeindruckt: Die Energiewende hat das Berufsfeld in einer Geschwindigkeit transformiert, die selbst erfahrene Personalberater überrascht. Profile die vor fünf Jahren Nischenexpertise waren (Offshore-Wind-Netzplanung, Batteriespeicher-Dimensionierung, Elektrolyseur-Technik) sind heute heiß umkämpft. Das Profiling Institut ist DIN 33430 zertifiziert und an 7 Standorten bundesweit tätig.
DIN 33430 zertifiziertDiplom-Sozioökonomnfbdvb25+ Jahre Headhunting
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