Für Eltern
BOGY für Eltern: vom Praktikum zur Studienwahl
Zwischen der BOGY-Woche und dem Abitur liegen meist zwei bis drei Jahre – und mehrere Entscheidungen, die Ihr Kind nicht allein treffen muss. Hier sehen Sie, wann was ansteht, wie Sie beim Praktikum helfen, ohne es zu übernehmen, und wie Sie mit dem kostenlosen Eltern-Fahrplan keinen Termin verpassen.
- Zeitplan bis zum Abitur
- Tipps zur BOGY-Woche
- höchstens 3 E-Mails im Jahr
Überblick
Was zwischen BOGY und Abitur ansteht
| Wann | Was ansteht | Was Eltern tun können |
|---|---|---|
| 3–6 Monate vor BOGY | Platz suchen und bewerben | Fragen stellen statt Plätze besorgen; beim Recherchieren helfen; Bewerbung gegenlesen |
| Nach BOGY | Bericht, Präsentation, Reflexion | Fragen: Was hat dich überrascht? Was willst du als Nächstes ausprobieren? |
| Vor der Kursstufe | Kurswahl | Nicht nur nach Noten wählen: Welche Fächer brauchen die Wunschstudiengänge? |
| Kursstufe 1 | Infotage, Schnupperstudium, Ferienpraktika | Termine gemeinsam planen, Fahrten ermöglichen |
| Kursstufe 1 bis Herbst der Kursstufe 2 | Bewerbung duales Studium | Fristen im Blick behalten – große Unternehmen besetzen bis zu einem Jahr im Voraus |
| Frühjahr bis Sommer des Abiturjahres | Bewerbung um Studienplätze | Bei vielen zulassungsbeschränkten Studiengängen endet die Frist für das Wintersemester am 15. Juli, einzelne Hochschulen und Fächer haben frühere Fristen |
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Verbindlich sind die Angaben der Schule und der jeweiligen Hochschule.
BOGY-Woche
Wie Eltern beim BOGY-Praktikum helfen – ohne es zu übernehmen
Das hilft
- Gemeinsam den Praktikums-Finder machen und über das Ergebnis sprechen
- Kontakte nennen – anrufen und bewerben sollte Ihr Kind selbst
- Die Bewerbung gegenlesen, nicht umschreiben
- Den Fahrplan ernst nehmen: Viele gute Plätze sind ein halbes Jahr vorher weg
- Nach der Woche zuhören, auch wenn das Fazit „Das ist nichts für mich“ lautet
Das hilft wenig
- Den Platz im eigenen Betrieb „organisieren“, obwohl das Kind sich für etwas anderes interessiert
- Nur nach Prestige oder Verdienst auswählen
- Das Praktikum als Vorentscheidung behandeln – es ist ein Test, keine Festlegung
- Den Bericht schreiben
Das Ergebnis des Finders kann Ihr Kind Ihnen direkt per E-Mail schicken oder als PDF speichern. Der Link enthält nur die sechs Punktwerte, keine Namen.
Kostenlos
Eltern-Fahrplan „Vom Praktikum zur Studienwahl“ anfordern
Höchstens 3 E-Mails im Jahr
Wir erinnern rechtzeitig – Sie entscheiden
- Nach der Anmeldung: die Checkliste „Nach dem Praktikum“ mit fünf Fragen für das Gespräch mit Ihrem Kind
- Vor der Kursstufe: Kurswahl mit Blick auf Studienvoraussetzungen
- Ein Jahr vor dem Abitur: Infotage, Tests, Fristen für das duale Studium
- Im Abiturjahr: Bewerbungsfristen und letzte Entscheidungshilfen
Wenn mehr nötig ist
Wann sich eine Studien- und Berufsberatung lohnt
Viele Jugendliche finden ihren Weg mit Praktika, Gesprächen und kostenlosen Tests. Eine professionelle Beratung lohnt sich vor allem, wenn sich nach dem Praktikum nichts geklärt hat, wenn zwischen Interessen und Noten eine Lücke klafft oder wenn Ihr Kind zwischen sehr unterschiedlichen Wegen schwankt.
Kostenlos weitertesten
Der Studienwahltest (42 Fragen) und der Berufswahltest für Schüler (30 Fragen) bauen auf demselben Interessenmodell auf und zeigen Studienfelder bzw. Ausbildungsberufe.
Studien- und Berufsberatung
Interessen, Fähigkeiten und Persönlichkeit mit normierten, validierten Testverfahren, ein ausführliches Gutachten und ein persönliches Gespräch: 1.400 Euro Festpreis, Kombination Studium und Ausbildung 1.500 Euro. In Stuttgart, an sechs weiteren Standorten oder online. Ablauf und Leistungen
Für Eltern
Der kostenlose Fahrplan „Vom Praktikum zur Studienwahl“ erinnert höchstens dreimal im Jahr an das, was im jeweiligen Schuljahr ansteht. Jetzt anfordern
Für Eltern erklärt
BOGY in fünf Sätzen: Was Eltern wissen sollten
BOGY steht für Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium und ist in Baden-Württemberg für alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten verpflichtend. Die Praktikumswoche liegt je nach Schule in Klasse 9, 10 oder 11 – an G9-Gymnasien meist in Klasse 11, bei G8 in Klasse 10. Ihr Kind sucht sich den Platz in der Regel selbst, die Schule genehmigt ihn. Während der Woche ist Ihr Kind über die Schule gesetzlich unfallversichert, eine Vergütung ist nicht vorgesehen. Für die Arbeitszeit gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz: Solange die Vollzeitschulpflicht besteht, höchstens 7 Stunden am Tag und 35 Stunden in der Woche, keine Arbeit zwischen 20 und 6 Uhr.
| Frage | Kurz beantwortet |
|---|---|
| Wer sucht den Platz? | Ihr Kind – mit Ihrer Unterstützung bei Ideen, Kontakten und dem Gegenlesen der Bewerbung. |
| Wie lange vorher bewerben? | Drei bis sechs Monate vorher. Beliebte Plätze in Kliniken, Kanzleien, Medien oder bei großen Unternehmen sind oft früher vergeben. |
| Darf es ein Betrieb außerhalb des Wohnorts sein? | Häufig ja, wenn die Schule zustimmt. Fahrtzeit und Unterkunft sollten Sie vorher realistisch klären. |
| Zählt eine Hochschule oder ein Forschungsinstitut? | Viele Schulen erlauben das ausdrücklich, weil BOGY auch der Studienorientierung dient. Fragen Sie die BOGY-Lehrkraft. |
| Was kostet BOGY? | Nichts außer eventuellen Fahrtkosten. Eine Vergütung oder ein Taschengeld ist nicht vorgesehen. |
Maßgeblich sind die Vorgaben Ihrer Schule. Alle Angaben ohne Gewähr.
Gesprächsleitfaden
Die richtigen Fragen vor, während und nach der BOGY-Woche
Jugendliche erzählen selten von selbst, was sie beschäftigt. Offene Fragen helfen mehr als „Und, wie war’s?“. Wählen Sie zwei oder drei aus – ein Gespräch beim Abendessen genügt.
Zuhören statt bewerten
Wenn Ihr Kind sagt „Das ist nichts für mich“, ist das ein Ergebnis. Fragen Sie nach dem Grund – daraus entsteht oft die nächste, bessere Idee.
Interessen ernst nehmen
Auch ein Praktikum, das Sie für wenig zukunftsträchtig halten, kann wichtige Erkenntnisse bringen. Der Wunschberuf von heute ist selten der Beruf in zehn Jahren.
Stärken benennen
Sagen Sie konkret, was Ihnen aufgefallen ist: „Du hast dich getraut, dort anzurufen.“ Konkretes Lob stärkt mehr als allgemeines.
Keine Idee?
Wenn Ihr Kind noch gar nicht weiß, wo es hinwill
Das ist in Klasse 10 oder 11 völlig normal. Ziel von BOGY ist nicht, den Traumberuf zu finden, sondern eine Vermutung zu prüfen. So kommen Sie gemeinsam zu einem sinnvollen Platz:
- Interessen sichtbar machenDer kostenlose Praktikums-Finder zeigt nach 12 Fragen fünf Berufsfelder mit konkreten Betriebstypen. Sprechen Sie über das Ergebnis, nicht über die Noten.
- Eine Frage formulierenZum Beispiel: „Liegt mir die Arbeit mit Menschen?“ oder „Ist ein Labor spannender als ein Büro?“ Eine klare Frage macht die Platzsuche leichter.
- Das Umfeld nutzenFragen Sie im Freundes- und Verwandtenkreis, wer in dem Feld arbeitet. Die Bewerbung schickt Ihr Kind trotzdem selbst.
- Breit bewerbenFünf bis acht Bewerbungen gleichzeitig sind sinnvoll. Mit dem Bewerbungsgenerator ist jedes Anschreiben in wenigen Minuten fertig.
- Plan B festlegenKommt bis sechs Wochen vorher keine Zusage, hilft die BOGY-Lehrkraft. Viele Schulen haben Listen mit Betrieben, die regelmäßig Plätze anbieten.
Typische Sorgen
Was Eltern beim BOGY-Praktikum oft beschäftigt
| Sorge | Was dahintersteckt – und was hilft |
|---|---|
| „Mein Kind traut sich nicht anzurufen.“ | Eine E-Mail-Bewerbung ist heute völlig üblich. Üben Sie den Nachfass-Anruf einmal im Rollenspiel – die meisten Betriebe reagieren freundlich. |
| „Die Woche ist doch verlorene Zeit.“ | Eine Woche Praxis ersetzt keine Berufswahl, verhindert aber oft teure Umwege: Wer früh merkt, was nicht passt, wählt Kurse und Studium gezielter. |
| „Wir haben keine Beziehungen.“ | Die meisten Plätze entstehen durch normale Bewerbungen. Wichtig sind Zeitpunkt, Anzahl und ein persönliches Anschreiben. |
| „Das Praktikum war ein Reinfall.“ | Auch das ist ein Ergebnis. Fragen Sie, was genau nicht gepasst hat – Tätigkeit, Umfeld oder Betreuung. Daraus ergibt sich die nächste Idee. |
| „Mein Kind will nur das, was die Freunde machen.“ | Das ist ein Anfang. Gut ist, wenn Ihr Kind danach begründen kann, was ihm selbst gefallen hat und was nicht. |
Nach BOGY
Studium, Ausbildung oder duales Studium: Wie Eltern die Entscheidung begleiten
Nach dem Praktikum beginnt die eigentliche Entscheidungsphase. Bis zum Abitur stehen drei Weichen an: die Kurswahl für die Oberstufe, die Orientierung über Infotage und Praktika in der Kursstufe und schließlich die Bewerbung um Studien- oder Ausbildungsplätze.
Was Jugendlichen hilft
- Mehrere Wege parallel prüfen statt früh festlegen
- Mit Menschen sprechen, die den Beruf ausüben
- Studieninfotage und Schnuppervorlesungen besuchen
- Ferienpraktika gezielt für offene Fragen nutzen
- Interessen, Fähigkeiten und Werte gemeinsam betrachten
Was Druck erzeugt
- Die Entscheidung allein an Noten oder Gehalt festmachen
- Den Beruf der Eltern als Vorbild erwarten
- Ständige Nachfragen nach „dem Plan“
- Vergleiche mit Geschwistern oder Freunden
- Das Gefühl, eine Entscheidung sei endgültig
Wenn sich die Frage nicht klärt, kann eine fundierte Standortbestimmung helfen. In der Studien- und Berufsberatung des Profiling Instituts arbeiten wir mit normierten, validierten Testverfahren zu Interessen, Fähigkeiten und Persönlichkeit und besprechen die Ergebnisse persönlich mit Ihrem Kind.
Zum Abhaken
Checkliste für Eltern: Die BOGY-Woche gut vorbereiten
- Termin der BOGY-Woche und Vorgaben der Schule kennen
- Gemeinsam den Praktikums-Finder machen und ein bis drei Felder auswählen
- Bewerbungen spätestens drei bis sechs Monate vorher verschicken
- Nach zwei Wochen ohne Antwort freundlich nachfassen
- Zusage schriftlich festhalten und das Schulformular unterschreiben lassen
- Arbeitszeiten, Kleidung, Ansprechperson und Anfahrt vorher klären
- Bei Tätigkeiten mit Lebensmitteln oder in der Pflege nach Belehrungen oder Nachweisen fragen
- Nach der Woche Zeit für ein Gespräch einplanen
FAQ
Häufige Fragen von Eltern
In der Regel ja. Suchen und Bewerben gehört zum Lernziel von BOGY. Eltern können Ideen und Kontakte beisteuern und die Bewerbung gegenlesen.
Drei bis sechs Monate vor der Praktikumswoche. Bei sehr gefragten Plätzen, etwa in Kliniken oder großen Unternehmen, lohnt sich eine noch frühere Bewerbung.
Nein, eine Vergütung ist nicht vorgesehen. Ihr Kind ist während der Woche über die Schule gesetzlich unfallversichert.
Solange die Vollzeitschulpflicht besteht, gelten nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz höchstens 7 Stunden am Tag und 35 Stunden in der Woche, keine Arbeit zwischen 20 und 6 Uhr.
Fragen Sie nach dem Grund: War es die Tätigkeit, das Umfeld oder die Betreuung? Ein klares „passt nicht“ grenzt die Auswahl ein und führt oft zur nächsten, besseren Idee.
Kontakte nennen ist hilfreich, die Bewerbung sollte Ihr Kind aber selbst schreiben und abschicken. Das Suchen und Bewerben ist Teil des Lernziels von BOGY.
Die Woche prüft eine konkrete Vermutung in der Wirklichkeit. Ein „passt nicht“ ist dabei genauso wertvoll wie ein „passt“, weil es die Auswahl eingrenzt.
Höchstens dreimal im Jahr, abgestimmt auf den angegebenen Abiturjahrgang. Jede E-Mail enthält einen Abmeldelink.
Die Studien- oder Berufsberatung kostet 1.400 Euro als Festpreis, die Kombination aus Studien- und Berufsberatung 1.500 Euro. Sie findet an sieben Standorten in Deutschland oder online statt.
Meist in der Kursstufe, wenn Kurswahl und erste Bewerbungen anstehen. Früher lohnt sie sich, wenn das Praktikum große Unsicherheit ausgelöst hat.
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