Didaktik

Didaktik: Was gelehrt wird – und warum

Didaktik ist die Wissenschaft vom Lehren und Lernen. Sie beantwortet die Frage, was aus welchem Grund vermittelt werden soll und in welcher Ordnung. Wie es vermittelt wird – Sozialform, Medien, Übungen –, ist Gegenstand der Methodik. Der Begriff kommt vom griechischen didáskein, lehren.

Die wichtigsten Modelle im Überblick

Bildungstheoretische Didaktik.

Von Wolfgang Klafki geprägt und in der deutschen Lehrerbildung bis heute einflussreich. Im Zentrum steht die didaktische Analyse: Warum ist dieser Inhalt für die Lernenden bedeutsam – gegenwärtig, zukünftig, exemplarisch? Der Inhalt muss seine Auswahl rechtfertigen, bevor über Methoden gesprochen wird.

Lehrtheoretische Didaktik.

Das Berliner Modell von Heimann, Otto und Schulz und dessen Hamburger Weiterentwicklung betrachten Unterricht als Zusammenspiel von Entscheidungsfeldern – Ziele, Inhalte, Methoden, Medien – vor dem Hintergrund gegebener Bedingungen wie Vorwissen und Ausstattung. Änderungen an einem Feld wirken auf alle anderen.

Konstruktivistische Didaktik.

Lernen wird als aktive Konstruktion verstanden; die Lehrperson gestaltet Lernumgebungen, statt Wissen zu übertragen. Praktisch führt das zu problemorientierten Aufgaben und mehr Eigenarbeit.

Fachdidaktiken.

Mathematik-, Sprach- oder Berufsdidaktik untersuchen, was das jeweilige Fach an eigenen Vermittlungsproblemen mitbringt – typische Fehlvorstellungen etwa lassen sich nicht allgemein, sondern nur fachbezogen bearbeiten.

Abgrenzung zur Pädagogik.

Pädagogik beziehungsweise Erziehungswissenschaft ist der Oberbegriff und umfasst Erziehung, Bildung und Sozialisation insgesamt. Didaktik ist ihr Teilgebiet für Lehr- und Lernprozesse.

Warum die Unterscheidung praktisch zählt

Wer Unterricht, ein Seminar oder ein Weiterbildungsprogramm plant, macht ohne diese Trennung regelmäßig denselben Fehler: Es wird mit der Methode begonnen. Ein Workshopformat steht fest, ein Tool ist gekauft, ein Blended-Learning-Konzept ist beschlossen – und erst danach wird gefragt, was eigentlich gelernt werden soll.

Die belastbarere Reihenfolge folgt dem Prinzip des Constructive Alignment: Zuerst werden die Lernziele so formuliert, dass beobachtbar ist, woran man ihre Erreichung erkennen würde. Danach werden die Lernaktivitäten so gewählt, dass sie genau diese Handlungen einüben. Und schließlich prüft die Leistungsüberprüfung dasselbe, was in den Zielen steht. Weichen die drei voneinander ab, richten Lernende ihr Verhalten an der Prüfung aus – nicht an den Zielen.

Daraus folgen drei praktische Fragen für jede Planung: Was sollen die Teilnehmenden danach können, das sie vorher nicht konnten? Wo üben sie genau das – und nicht nur das Zuhören darüber? Woran wird es überprüft, und passt das zum Ziel?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird die Methodenentscheidung sinnvoll – Präsenz oder Blended Learning, Gruppenarbeit oder Einzelübung, Fallarbeit oder Vortrag.

Wer sich für Didaktik als Studienfach interessiert, etwa im Lehramt, steht vor einer anderen Frage: ob die Tätigkeit selbst zu den eigenen Stärken passt. Dafür ist ein Studienwahltest ein besserer Ausgangspunkt als die Faszination für das Fach allein.

Aus der Beratungspraxis: In der Planung von Weiterbildungen wird die Lernzielfrage regelmäßig mit einer Themenliste beantwortet. Themen sind aber keine Ziele. Erst der Satz „danach kann jemand X selbstständig tun“ macht überprüfbar, ob das Programm gewirkt hat.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Didaktik und Methodik?

Didaktik klärt das Was und Warum: welche Inhalte aus welchem Grund und in welcher Reihenfolge vermittelt werden. Methodik klärt das Wie: Sozialformen, Medien, Übungsformen, Ablauf. In der Planung gehört die didaktische Entscheidung zuerst – sonst bestimmt die Methode den Inhalt.

Was ist der Unterschied zwischen Didaktik und Pädagogik?

Pädagogik beziehungsweise Erziehungswissenschaft ist der Oberbegriff für Erziehung, Bildung und Sozialisation. Didaktik ist ihr Teilgebiet und befasst sich speziell mit Lehr- und Lernprozessen. Jede didaktische Frage ist pädagogisch, aber nicht jede pädagogische Frage ist didaktisch.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.