Hochschulreife
Die Hochschulreife ist die formale Berechtigung, ein Studium aufzunehmen. Sie wird meist schulisch erworben, ist aber auch über berufliche Wege erreichbar und existiert in mehreren Abstufungen.
Die drei Formen
Die allgemeine Hochschulreife – das Abitur – berechtigt zum Studium jedes Fachs an jeder Hochschule. Die fachgebundene Hochschulreife gilt nur für bestimmte Fachrichtungen, dort aber ebenfalls an Universitäten. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an Fachhochschulen und in einigen Ländern an Universitäten in ausgewählten Fächern.
Die umgangssprachliche Bezeichnung „Fachabitur“ ist unpräzise und meint je nach Region eine der beiden letztgenannten Formen – ein häufiger Anlass für Missverständnisse bei Bewerbungen.
Wege ohne Abitur
In allen Bundesländern bestehen Zugänge für beruflich Qualifizierte. Wer einen Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss besitzt, erhält in der Regel eine allgemeine oder fachgebundene Berechtigung. Wer eine abgeschlossene Ausbildung und mehrere Jahre einschlägige Berufserfahrung nachweist, kann über eine Eignungsprüfung oder ein Probestudium zugelassen werden.
Die Regelungen unterscheiden sich zwischen den Ländern erheblich. Maßgeblich ist immer das Hochschulgesetz des Landes, in dem studiert werden soll – nicht das des Wohnorts.
Fachhochschulreife: zwei Teile
Ein regelmäßig übersehener Punkt: Die Fachhochschulreife besteht aus einem schulischen und einem berufsbezogenen Teil. Der schulische Teil allein berechtigt noch nicht zum Studium; hinzukommen muss ein Praktikum, eine Ausbildung oder ein Berufsjahr.
Wer nur den schulischen Teil vorlegt, erhält eine Absage – auch dann, wenn die Noten weit über der Grenze liegen.
Berechtigung ist nicht Zulassung
Die Hochschulreife öffnet den Zugang, garantiert aber keinen Platz. Bei zulassungsbeschränkten Fächern entscheidet zusätzlich das Auswahlverfahren, siehe Numerus Clausus und Hochschulzugangsberechtigung.
Wer über einen beruflichen Weg zugelassen wird, startet zudem oft mit anderen Voraussetzungen als Abiturientinnen und Abiturienten. Brückenkurse und eine frühzeitige Studienberatung gleichen das erfahrungsgemäß besser aus als die Hoffnung, sich im ersten Semester einzufinden.
Häufige Fragen
Was ist die Hochschulreife?
Die formale Berechtigung, ein Studium aufzunehmen. Es gibt sie in drei Formen: allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife und Fachhochschulreife.
Kann man ohne Abitur studieren?
Ja. In allen Bundesländern gibt es Zugänge für beruflich Qualifizierte – etwa über einen Meister- oder Technikerabschluss oder über mehrjährige einschlägige Berufserfahrung mit Eignungsprüfung.
Reicht der schulische Teil der Fachhochschulreife?
Nein. Die Fachhochschulreife besteht aus einem schulischen und einem berufsbezogenen Teil. Ohne Praktikum, Ausbildung oder Berufsjahr berechtigt der schulische Teil allein nicht zum Studium.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.