Abitur

Abitur

Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland. Es wird am Ende der gymnasialen Oberstufe abgelegt und verleiht die allgemeine Hochschulreife, also die Berechtigung, an jeder deutschen Hochschule jedes Fach zu studieren.

Herkunft des Begriffs

Das Wort geht auf das lateinische abire zurück – „weggehen, abgehen“. Das Abitur markierte ursprünglich den Abgang von der Schule. In Österreich und der Schweiz heißt der entsprechende Abschluss Matura.

Wege zum Abitur

Das Abitur lässt sich auf mehreren Wegen erwerben:

  • Gymnasium – der klassische Weg über die gymnasiale Oberstufe
  • Gesamtschule mit eigener Oberstufe
  • Berufliches Gymnasium mit fachlichem Schwerpunkt, etwa Wirtschaft, Technik oder Gesundheit
  • Zweiter Bildungsweg über Abendgymnasium oder Kolleg, meist nach abgeschlossener Berufsausbildung
  • Nichtschülerprüfung („Externenprüfung“) für Selbstlernende

Die Dauer bis zum Abschluss beträgt je nach Bundesland und Schulform zwölf oder dreizehn Jahre. Nach der bundesweiten Umstellung auf G8 sind viele Länder ganz oder teilweise zu G9 zurückgekehrt.

Abitur, Fachabitur und Fachhochschulreife

Umgangssprachlich wird vieles vermischt. Präzise gilt:

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur): berechtigt zum Studium aller Fächer an allen Hochschularten.
  • Fachgebundene Hochschulreife: berechtigt zum Studium bestimmter Fachrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen.
  • Fachhochschulreife (umgangssprachlich „Fachabitur“): berechtigt zum Studium an Fachhochschulen; sie besteht aus einem schulischen und einem berufsbezogenen Teil.

Wer bereits eine berufliche Qualifikation besitzt, kann in allen Bundesländern auch ohne Abitur studieren – etwa als Meisterin, Technikerin oder mit mehrjähriger einschlägiger Berufserfahrung und Eignungsprüfung.

Abiturnote und Studienzugang

Die Abiturnote setzt sich aus den Leistungen der Qualifikationsphase und den Abiturprüfungen zusammen; die genaue Gewichtung regeln die Länder. Für zulassungsbeschränkte Studiengänge ist die Note über den Numerus Clausus relevant. Sie ist allerdings kein Schicksal: Wartezeit, Auswahlverfahren der Hochschulen, Eignungstests wie der TMS und Studiengangalternativen eröffnen zusätzliche Wege.

Häufige Fragen

Was bedeutet Abitur wörtlich?

Der Begriff geht auf das lateinische abire zurück und bedeutet „weggehen, abgehen“ – gemeint ist der Abgang von der Schule.

Was ist der Unterschied zwischen Abitur und Fachabitur?

Das Abitur verleiht die allgemeine Hochschulreife und berechtigt zum Studium jedes Fachs an jeder Hochschule. Das umgangssprachliche „Fachabitur“ meint meist die Fachhochschulreife, die zum Studium an Fachhochschulen berechtigt.

Kann man ohne Abitur studieren?

Ja. In allen Bundesländern gibt es Zugangswege für beruflich Qualifizierte – etwa mit Meister- oder Technikerabschluss oder mit mehrjähriger einschlägiger Berufserfahrung und einer Eignungsprüfung.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.