Abitur: Herkunft, Bedeutung und andere Namen
Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland und verleiht die allgemeine Hochschulreife – die Berechtigung, jedes Fach an jeder Hochschule zu studieren. Der Name geht auf lateinisch abire zurück, „weggehen“: gemeint ist der Abgang von der Schule, nicht die Reife.
Abitur
| Begriff | Abitur |
|---|---|
| Themenbereich | Schule & Ausbildung |
| Kurzdefinition | Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland und verleiht die allgemeine Hochschulreife – die Berechtigung, jedes Fach an jeder Hochschule zu studieren. De... |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 |
| Stand | August 2026 |
Wortherkunft und die vielen Bezeichnungen
Die Bezeichnung leitet sich vom neulateinischen examen abiturientium ab, der „Prüfung der Abgehenden“. Das Partizip abituriens stammt vom Verb abire – weggehen, fortgehen. Wer Abiturient ist, ist also sprachlich betrachtet jemand, der im Begriff ist zu gehen. Amtlich eingeführt wurde die Prüfung 1788 in Preußen, verbindlich für den Hochschulzugang wurde sie 1834.
Der amtliche Name lautet in Deutschland allgemeine Hochschulreife; die Prüfung selbst heißt in einigen Bundesländern weiterhin Reifeprüfung. Im deutschsprachigen Ausland heißt derselbe Abschluss anders: In Österreich ist es die Matura beziehungsweise amtlich die Reifeprüfung, in der Schweiz die gymnasiale Maturität, kurz Matura. In Südtirol spricht man ebenfalls von Matura, in Liechtenstein von Matura.
Ab wann man Abiturient ist, wird uneinheitlich gehandhabt. Streng genommen bezeichnet der Begriff Schülerinnen und Schüler in der Abschlussphase – also während der Qualifikationsphase und der Prüfungen. Umgangssprachlich wird er häufig auch für diejenigen verwendet, die das Abitur bereits abgelegt haben. Beide Verwendungen sind gebräuchlich.
Abitur, Fachabitur, Fachhochschulreife – welcher Abschluss öffnet was?
Hier entstehen die meisten Missverständnisse, und sie haben Folgen für die Bewerbung.
Allgemeine Hochschulreife.
Öffnet alle Fächer an allen Hochschularten – Universität, Fachhochschule, Duale Hochschule, Kunst- und Musikhochschule. Der einzige Vollzugang.
Fachgebundene Hochschulreife.
Berechtigt zum Studium bestimmter Fachrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen. Welche Fächer das sind, steht im Zeugnis und variiert je nach Bildungsgang. Häufig fehlt eine zweite Fremdsprache, die sich nachholen lässt – dann wird daraus die allgemeine Hochschulreife.
Fachhochschulreife.
Umgangssprachlich „Fachabitur“ – der Begriff ist irreführend, weil er beide vorgenannten Abschlüsse meinen kann. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium aller Fächer an Fachhochschulen, nicht aber an Universitäten. Sie besteht aus einem schulischen und einem berufsbezogenen Teil; beide müssen vorliegen.
Wichtig für die Praxis: Auch ohne Abitur ist ein Studium möglich. Alle Bundesländer öffnen den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte – Meister und vergleichbare Fortbildungsabschlüsse führen in der Regel zum allgemeinen Zugang, eine abgeschlossene Ausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung zu einem fachgebundenen. Die Details stehen im jeweiligen Landeshochschulgesetz. Einen Überblick über die Wege gibt der Beitrag zur Hochschulzugangsberechtigung.
Die Note entscheidet dabei weniger, als viele annehmen: Sie regelt den Zugang zu zulassungsbeschränkten Fächern, sagt über den Studienerfolg im gewählten Fach aber wenig aus, wenn die Fachwahl selbst nicht passt. Wofür die eigenen Interessen und Fähigkeiten tatsächlich sprechen, klärt ein Studienwahltest deutlich verlässlicher als der Numerus clausus.
Aus der Beratungspraxis: „Mit meinem Schnitt kann ich das nicht studieren“ stimmt seltener, als es gesagt wird. Zulassungsgrenzen schwanken von Jahr zu Jahr und von Hochschule zu Hochschule erheblich – wer nur auf die bekannten Standorte schaut, hält für unmöglich, was zwei Bundesländer weiter zulassungsfrei ist.
Häufige Fragen
Woher kommt das Wort Abitur?
Vom neulateinischen examen abiturientium, der „Prüfung der Abgehenden“, zu abire – weggehen. Der Name bezeichnet also den Abgang von der Schule, nicht die erreichte Reife. Der amtliche Begriff lautet allgemeine Hochschulreife.
Wie heißt das Abitur in Österreich und der Schweiz?
In Österreich Matura, amtlich Reifeprüfung; in der Schweiz gymnasiale Maturität, kurz Matura. Beide Abschlüsse werden in Deutschland als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt; für zulassungsbeschränkte Fächer werden die Noten nach einer festen Formel umgerechnet.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.