Matura: Das Abitur in Österreich und der Schweiz
Die Matura ist der höchste Schulabschluss in Österreich und der Schweiz und entspricht dem deutschen Abitur. Der Name kommt von lateinisch maturus, „reif“ – amtlich heißt der Abschluss in Österreich Reifeprüfung, in der Schweiz gymnasiale Maturität.
Aufbau in Österreich und in der Schweiz
Österreich.
Die Reifeprüfung wird nach der zwölften Schulstufe an der allgemeinbildenden höheren Schule abgelegt, nach der dreizehnten an der berufsbildenden höheren Schule, wo sie Reife- und Diplomprüfung heißt. Sie besteht aus drei Säulen: einer vorwissenschaftlichen Arbeit beziehungsweise Diplomarbeit mit Präsentation, drei oder vier schriftlichen Klausuren und zwei oder drei mündlichen Prüfungen. Seit dem Schuljahr 2014/15 sind die schriftlichen Klausuren in den Hauptfächern österreichweit zentral gestellt – die Zentralmatura.
Schweiz.
Die gymnasiale Maturität schließt in der Regel nach zwölf bis vierzehn Schuljahren ab und ist kantonal geregelt, wobei die eidgenössische Maturitätsanerkennungsverordnung den Rahmen setzt. Geprüft werden mindestens fünf Fächer, dazu kommt die Maturaarbeit – eine eigenständige Arbeit mit Präsentation. Ein Unterschied zu Deutschland ist grundsätzlich: Die Maturität berechtigt in der Schweiz zum prüfungsfreien Zugang zu fast allen universitären Studiengängen; einen Numerus clausus gibt es nur in wenigen Fächern, vor allem in der Medizin.
Weitere Sprachräume verwenden das Wort ebenfalls: In Südtirol, Liechtenstein und in Teilen Ost- und Südosteuropas heißt der Abschluss Matura oder ähnlich.
Mit der Matura in Deutschland studieren – was zu beachten ist
Anerkennung.
Die österreichische Reifeprüfung und die schweizerische gymnasiale Maturität werden in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt. Eine gesonderte Anerkennungsprüfung ist nicht nötig; zuständig ist die Hochschule beziehungsweise bei bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern die Stiftung für Hochschulzulassung.
Notenumrechnung.
Die Skalen sind gegenläufig – in Österreich ist 1 die beste Note wie in Deutschland, in der Schweiz dagegen 6. Für zulassungsbeschränkte Fächer wird nach der modifizierten bayerischen Formel umgerechnet, die den Abstand zur Bestnote ins Verhältnis zur Notenspanne setzt. Wer wissen will, wo er landet, sollte das vor der Bewerbung durchrechnen: Der umgerechnete Wert weicht regelmäßig von der intuitiven Erwartung ab.
Fächerspezifisches.
Manche Studiengänge verlangen Nachweise, die im Herkunftsland nicht selbstverständlich sind – eine zweite Fremdsprache, ein Latinum, ein Vorpraktikum. Diese Anforderungen stehen in der jeweiligen Studien- oder Zugangsordnung und nicht im allgemeinen Anerkennungsverfahren.
Formales.
Für EU-Staatsangehörige gilt die reguläre Bewerbung; für Schweizer Staatsangehörige besteht über das Freizügigkeitsabkommen weitgehend Gleichstellung. Zu klären sind daneben Krankenversicherung, Semesterbeitrag und – je nach Bundesland – ein Nachweis über den Wohnsitz.
Die inhaltliche Frage bleibt dieselbe wie für alle Studieninteressierten: welches Fach zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt. Ein Studienwahltest ist dafür der belastbarere Ausgangspunkt als die Notenlage, und eine Studienberatung ordnet das Ergebnis ein.
Aus der Beratungspraxis: Wer mit Schweizer oder österreichischem Abschluss nach Deutschland wechselt, unterschätzt regelmäßig die Umstellung im Studienbetrieb – nicht das Niveau, sondern die Selbstorganisation. Deutsche Studiengänge geben weniger Takt vor, als es die Studienpläne vermuten lassen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Matura?
Das Wort kommt von lateinisch maturus, „reif“, und bezeichnet den höchsten Schulabschluss in Österreich und der Schweiz. Amtlich heißt er in Österreich Reifeprüfung, in der Schweiz gymnasiale Maturität. Er entspricht der deutschen allgemeinen Hochschulreife.
Wird die Matura in Deutschland anerkannt?
Ja, sowohl die österreichische Reifeprüfung als auch die schweizerische gymnasiale Maturität gelten als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Für zulassungsbeschränkte Fächer wird die Note nach der modifizierten bayerischen Formel umgerechnet; einzelne Studiengänge können zusätzliche Nachweise wie eine zweite Fremdsprache oder ein Vorpraktikum verlangen.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.