Studienkredit
Ein Studienkredit finanziert den Lebensunterhalt im Studium über monatliche Auszahlungen, die nach dem Abschluss verzinst zurückgezahlt werden – anders als BAföG in voller Höhe.
Angebote und Konditionen
Der bekannteste Anbieter ist die KfW mit dem Studienkredit (174): monatlich zwischen 100 und 650 Euro, die Förderdauer altersabhängig begrenzt, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Daneben gibt es den Bildungskredit des Bundes für die Endphase des Studiums, Studienbeitragsdarlehen einzelner Länder sowie Angebote von Banken und Bildungsfonds, bei denen die Rückzahlung teils einkommensabhängig ausgestaltet ist – letzteres verlagert das Risiko, macht die Gesamtkosten aber schwerer vergleichbar.
Entscheidend ist der Zins. Beim KfW-Kredit ist er variabel und wird halbjährlich neu festgesetzt; er lag in den vergangenen Jahren zwischen null während einer befristeten Sonderregelung und deutlich über vier Prozent. Wer kalkuliert, sollte deshalb nicht mit einem irgendwo gefundenen Beispielwert rechnen, sondern mit dem aktuellen Satz und einem Aufschlag für steigende Zinsen. Zwischen letzter Auszahlung und Rückzahlungsbeginn liegt eine Karenzphase von einigen Monaten; die Rückzahlung selbst ist typischerweise auf rund zehn Jahre angelegt und lässt sich strecken.
Wann er sinnvoll ist und wann nicht
Ein Kredit ist die teuerste Form der Studienfinanzierung und gehört deshalb ans Ende der Reihenfolge. Vorher zu prüfen sind das BAföG, das zur Hälfte Zuschuss und zinslos gedeckelt ist, Stipendien wie das Deutschlandstipendium, das nicht auf das BAföG angerechnet wird, sowie Nebentätigkeit und familiäre Unterstützung. Erstaunlich viele Studierende beantragen kein BAföG, weil sie einen Ablehnungsbescheid erwarten – geprüft wird das aber erst nach dem Antrag.
Sinnvoll ist ein Kredit vor allem in klar begrenzten Situationen: in der Abschlussphase, in der ein Nebenjob die Prüfungsvorbereitung gefährdet, bei einem BAföG-Ausschluss aus formalen Gründen oder bei einem Auslandsaufenthalt mit hohen Fixkosten. Ungünstig ist er als dauerhafte Grundfinanzierung über viele Semester, weil die Summe schneller wächst, als sie sich während des Studiums anfühlt. Besonders zu bedenken: Wer das Studium abbricht, muss trotzdem zurückzahlen – für Studienabbrecher ist eine laufende Kreditbelastung der denkbar ungünstigste Start in den Neuanfang. Wer die Finanzierung von Beginn an durchrechnet, findet den Überblick in der Orientierung nach dem Abitur; steht die Studienwahl selbst noch nicht fest, gehört diese Frage zuerst in eine Studienberatung.
Häufige Fragen
Was ist ein Studienkredit?
Ein Darlehen zur Finanzierung des Lebensunterhalts im Studium, das monatlich ausgezahlt und nach dem Abschluss verzinst in voller Höhe zurückgezahlt wird. Bekanntester Anbieter ist die KfW; daneben gibt es den Bildungskredit des Bundes, Landesdarlehen sowie Angebote von Banken und Bildungsfonds.
Ist ein Studienkredit besser als BAföG?
In aller Regel nicht. BAföG ist zur Hälfte Zuschuss, zinslos und in der Rückzahlung gedeckelt – ein Kredit muss vollständig samt Zinsen zurückgezahlt werden, auch bei einem Studienabbruch. Sinnvoll ist er vor allem befristet, etwa in der Abschlussphase oder bei einem BAföG-Ausschluss aus formalen Gründen.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.