Tutorium

Tutorium

Ein Tutorium ist eine begleitende Lehrveranstaltung an Hochschulen, in der erfahrene Studierende – die Tutorinnen und Tutoren – den Stoff aus Vorlesungen in kleinen Gruppen vertiefen und einüben.

Wie ein Tutorium abläuft

Es hängt an einer Vorlesung, wiederholt deren Inhalt aber nicht, sondern wendet ihn an: Übungsaufgaben rechnen, Fälle durchspielen, Fragen stellen, die im großen Hörsaal untergehen. Die Gruppen sind klein, meist fünfzehn bis dreißig Personen, und die Teilnahme ist je nach Studiengang freiwillig oder Voraussetzung für die Prüfungszulassung. Verbreitet sind daneben Einführungstutorien zum Studienstart, in denen es nicht nur um das Fach geht, sondern um das Studieren selbst – Literaturrecherche, Zitieren, Prüfungsorganisation.

Geleitet werden Tutorien von Studierenden höherer Semester, in der Regel angestellt als studentische Hilfskraft. Genau darin liegt die Stärke des Formats: Wer denselben Stoff vor zwei Jahren zum ersten Mal gehört hat, erinnert sich noch an die Stellen, an denen es hakt. Diese Perspektive haben Lehrende, die den Stoff seit zwanzig Jahren vortragen, fast zwangsläufig verloren.

Tutorin, Tutor – und was die Rolle leistet

Als Tutor oder Tutorin wird die Person bezeichnet, die ein solches Tutorium leitet. Außerhalb der Hochschule wird der Begriff weiter gebraucht – für Nachhilfe, für fachliche Begleitung in Unternehmen, in der Onlinelehre auch für automatisierte Lernsysteme. Im akademischen Kontext meint er aber fast immer die studentische Hilfskraft mit Lehraufgabe.

Abzugrenzen ist die Rolle vom Mentor: Ein Tutorium ist fachlich, zeitlich befristet und an eine Veranstaltung gebunden, Mentoring dagegen personenbezogen und längerfristig angelegt. Für die Tutorinnen und Tutoren selbst ist die Tätigkeit häufig der erste Kontakt mit Lehre – und damit ein ehrlicherer Test als jede Selbsteinschätzung, ob eine wissenschaftliche Laufbahn in Richtung Promotion überhaupt reizt.

Praktisch folgt daraus ein Hinweis für den Studienbeginn: Wer merkt, dass die Vorlesung allein nicht trägt, sollte Tutorien nicht als Zusatzangebot behandeln, sondern als festen Teil des Stundenplans. Im Audimax gibt es keine Rückmeldung, im Tutorium schon – und genau daran entscheidet sich in den ersten Semestern viel. Wer dagegen feststellt, dass nicht die Vermittlung das Problem ist, sondern das Fach, klärt das besser früh als spät: dafür ist die Studienberatung da.

Häufige Fragen

Was ist ein Tutorium?

Eine begleitende Lehrveranstaltung an Hochschulen, in der der Stoff einer Vorlesung in kleinen Gruppen angewandt und eingeübt wird. Geleitet wird sie von Studierenden höherer Semester; die Teilnahme ist je nach Studiengang freiwillig oder Voraussetzung für die Prüfungszulassung.

Was macht ein Tutor?

Ein Tutor oder eine Tutorin leitet ein Tutorium: Er oder sie bereitet Übungsaufgaben auf, beantwortet Fragen zum Vorlesungsstoff und begleitet kleine Gruppen fachlich. Im Hochschulkontext handelt es sich dabei in der Regel um Studierende höherer Semester, die als studentische Hilfskraft angestellt sind.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.