Wartesemester
Wartesemester sind Halbjahre zwischen dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung und dem Studienbeginn. Ihre Bedeutung für die Studienplatzvergabe hat sich mit der Reform von 2020 grundlegend geändert.
Wartesemester
| Begriff | Wartesemester |
|---|---|
| Themenbereich | Studium & Hochschule |
| Kurzdefinition | Wartesemester sind Halbjahre zwischen dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung und dem Studienbeginn. Ihre Bedeutung für die Studienplatzvergabe hat sich mit der Re... |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 |
| Stand | Oktober 2025 |
Wie sie gezählt werden
Gezählt wird jedes Halbjahr nach dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung, in dem man nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war. Was in dieser Zeit geschieht, spielt für die Zählung keine Rolle – Ausbildung, Arbeit, Auslandsaufenthalt oder Freiwilligendienst werden gleich behandelt.
Entscheidend ist der Umkehrschluss: Ein Studium in einem anderen Fach unterbricht die Zählung. Wer parallel eingeschrieben ist, sammelt keine Wartezeit.
Was sich 2020 geändert hat
Bis 2019 wurde in der zentralen Vergabe ein fester Anteil der Studienplätze allein nach Wartezeit vergeben. Diese Quote ist entfallen. Auslöser war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2017, das die Vergabepraxis in Medizin in Teilen für verfassungswidrig erklärte.
An ihre Stelle traten eine Zusatzquote und die Auswahlverfahren der Hochschulen, in denen Eignungstests wie der TMS, Berufserfahrung und Auswahlgespräche zählen. Lange Wartezeiten waren zuvor in einzelnen Fächern auf über sieben Jahre gestiegen – ein Zustand, den die Reform beenden sollte.
Wo sie noch eine Rolle spielen
In der zentralen Vergabe über die Stiftung für Hochschulzulassung gibt es keine eigenständige Wartezeitquote mehr. Bei örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen entscheidet jede Hochschule selbst; einzelne berücksichtigen Wartezeit weiterhin, meist mit geringem Gewicht oder als Kriterium bei Ranggleichheit.
Verlässlich ist deshalb nur die aktuelle Zulassungsordnung des konkreten Studiengangs. Ältere Ratgeber und Erfahrungsberichte geben hier regelmäßig überholte Auskünfte.
Wie sich die Zeit nutzen lässt
Warten allein verbessert die Aussichten heute kaum noch. Was die Bewerbung stärkt, ist inhaltliche Nähe zum Ziel: eine einschlägige Ausbildung, dokumentierte Berufserfahrung oder ein Eignungstest, der in den Auswahlverfahren zählt.
Ebenso wertvoll ist die Prüfung, ob das Wunschfach wirklich das passende ist. Viele Wartezeiten entstehen aus einer Festlegung, die nie systematisch überprüft wurde – hier hilft eine Studienberatung mehr als ein weiteres Semester Geduld. Siehe auch Numerus Clausus und Wege nach dem Abitur.
Häufige Fragen
Was sind Wartesemester?
Halbjahre zwischen dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung und dem Studienbeginn, in denen man nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war. Was in dieser Zeit geschieht, ist für die Zählung unerheblich.
Zählen Wartesemester heute noch?
In der zentralen Vergabe nicht mehr – die eigenständige Wartezeitquote ist 2020 entfallen. Bei örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen entscheidet jede Hochschule selbst; einige berücksichtigen sie noch, meist mit geringem Gewicht.
Verliert man Wartesemester durch ein anderes Studium?
Ja. Halbjahre, in denen man an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist, werden nicht als Wartezeit gezählt.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.