Recruiting

Recruiting

Recruiting bezeichnet alle Aktivitäten, mit denen ein Unternehmen offene Stellen besetzt – von der Bedarfsermittlung über Ansprache und Auswahl bis zur Einstellung. Der deutsche Begriff dafür lautet Personalgewinnung.

Der typische Ablauf

  1. Bedarf klären: Welche Aufgaben sollen erledigt werden, welche Kompetenzen sind dafür nötig, welches Budget steht bereit?
  2. Stellenprofil und Ausschreibung: Anforderungen werden in ein Anforderungsprofil und eine Anzeige übersetzt.
  3. Ansprache: über Stellenbörsen, die eigene Karriereseite, Netzwerke, Empfehlungen oder direkte Kontaktaufnahme.
  4. Vorauswahl: Sichtung der Unterlagen, häufig unterstützt durch ein Application Tracking System.
  5. Auswahlverfahren: Interviews, Testverfahren, Arbeitsproben oder ein Assessment Center.
  6. Angebot und Vertrag, anschließend das Onboarding.

Aktive und passive Personalgewinnung

Beim passiven Vorgehen schreibt das Unternehmen aus und wartet auf Bewerbungen. Das funktioniert, solange der Markt genug Kandidatinnen und Kandidaten hergibt.

Beim aktiven Vorgehen – Active Resourcing oder Active Sourcing – sucht das Unternehmen selbst nach geeigneten Personen und spricht sie direkt an, etwa über berufliche Netzwerke. In Engpassberufen ist das inzwischen der Regelfall, nicht die Ausnahme.

Woran gutes Recruiting gemessen wird

  • Time-to-hire – Zeit von der Ausschreibung bis zur Zusage
  • Cost-per-hire – Kosten je Besetzung
  • Quality-of-hire – Leistung und Verbleib der eingestellten Person, aussagekräftig erst nach Monaten
  • Annahmequote – Anteil der angenommenen Angebote, ein guter Indikator für die Attraktivität des Angebots

Die ersten beiden Kennzahlen lassen sich leicht erheben, die dritte ist die entscheidende. Wer nur auf Geschwindigkeit und Kosten optimiert, verlagert das Problem in die Fluktuation.

Die Sicht der Bewerbenden

Recruiting ist keine Einbahnstraße. Wie ein Verfahren erlebt wird – Reaktionszeiten, Transparenz, Umgangston, Absagequalität – prägt die Candidate Experience und wirkt auf das Employer Branding zurück. In angespannten Arbeitsmärkten entscheidet dieser Eindruck häufiger über eine Zusage als das Gehalt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Recruiting und Active Sourcing?

Recruiting ist der Oberbegriff für die gesamte Personalgewinnung. Active Sourcing ist eine Methode darin: die direkte Ansprache geeigneter Personen, statt auf eingehende Bewerbungen zu warten.

Welche Kennzahlen sind im Recruiting üblich?

Verbreitet sind Time-to-hire, Cost-per-hire, Quality-of-hire und die Annahmequote. Aussagekräftig ist vor allem die Quality-of-hire – sie zeigt sich allerdings erst nach mehreren Monaten.

Was macht ein gutes Auswahlverfahren aus?

Dass es misst, was für die Aufgabe tatsächlich zählt. Strukturierte Interviews, Arbeitsproben und wissenschaftlich fundierte Testverfahren sagen Berufserfolg deutlich besser voraus als freie Gespräche.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.