Offiziell anerkannte Intelligenztests im Überblick
Welche IQ-Tests gelten als wissenschaftlicher Goldstandard? Wir erklären die wichtigsten validierten Verfahren für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – nach DIN 33430, Mensa-anerkannt und psychologisch fundiert.
Die Normalverteilung der Intelligenz
Anerkannte Tests vergleichen Ihr Ergebnis mit einer repräsentativen Normstichprobe. Der Mittelwert liegt bei IQ 100.
Nicht jeder IQ-Test ist ein wissenschaftliches Verfahren
Intelligenztests messen kognitive Fähigkeiten objektiv – Denkvermögen, Problemlösekompetenz, logisches und sprachliches Verständnis. Doch zwischen einem kostenlosen Online-Quiz und einem klinisch validierten Diagnostikum liegen Welten.
Ein offiziell anerkannter Intelligenztest ist ein standardisiertes psychometrisches Verfahren, das strenge wissenschaftliche Gütekriterien erfüllt, von Fachgesellschaften geprüft und regelmäßig an einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe neu normiert wird. Nur solche Verfahren liefern verlässliche Werte, die als Grundlage für weitreichende Entscheidungen taugen – etwa die Abklärung einer Hochbegabung, einer Teilleistungsstörung oder einer beruflichen Weichenstellung.
Definition
Ein anerkannter Intelligenztest ist ein normiertes, objektives und mehrfach validiertes Messinstrument, das die kognitive Leistungsfähigkeit einer Person im Vergleich zu einer aktuellen, repräsentativen Normstichprobe quantifiziert – durchgeführt und interpretiert ausschließlich durch geschultes Fachpersonal nach den Standards der DIN 33430.
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Die vier Hauptgütekriterien – und warum DIN 33430 zählt
Ob ein Test wissenschaftlich tragfähig ist, entscheidet sich nicht am Namen, sondern an objektiv prüfbaren Kennzahlen. Die psychologische Diagnostik kennt drei Haupt- und mehrere Nebengütekriterien.
Objektivität
Das Ergebnis ist unabhängig davon, wer den Test durchführt, auswertet und interpretiert. Standardisierte Instruktionen, feste Auswerteregeln und klare Normtabellen schließen den Einfluss des Testleiters aus.
Reliabilität
Die Messgenauigkeit. Ein zuverlässiges Verfahren liefert bei Wiederholung stabile Werte. Anerkannte Tests wie WAIS-IV oder WISC-V erreichen für den Gesamt-IQ Reliabilitäten um r = .96 – ein Spitzenwert.
Validität
Misst der Test tatsächlich Intelligenz – und nicht Wissen, Tagesform oder Sprachkompetenz? Konstrukt- und Kriteriumsvalidität werden über Faktorenanalysen und Vergleichsstudien belegt.
Normierung
Ihr Rohwert wird mit einer aktuellen, repräsentativen Stichprobe verglichen. Veraltete Normen verfälschen das Ergebnis (Flynn-Effekt). Seriöse Verfahren werden alle 10–15 Jahre neu normiert.
Nebenkriterien
Hinzu kommen Ökonomie, Nützlichkeit, Fairness und Skalierung. Ein guter Test ist fair gegenüber Geschlecht und Herkunft und liefert einen praktischen Mehrwert über die reine Zahl hinaus.
DIN 33430
Die deutsche Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik definiert Qualitätsanforderungen an Verfahren und an die Personen, die sie einsetzen. Das Profiling Institut ist nach DIN 33430 zertifiziert.
Vier Achsen, nach denen sich Intelligenztests unterscheiden
Es gibt nicht den einen IQ-Test. Welches Verfahren das richtige ist, hängt von Alter, Fragestellung und Rahmenbedingungen ab. Diese vier Dimensionen helfen bei der Einordnung.
Altersgruppe
Tests sind nur für den Altersbereich gültig, für den sie normiert wurden: WPPSI-IV (2;6–7;7 J.), WISC-V (6–16 J.) und WAIS-IV (16–89 J.) bilden die durchgängige Wechsler-Reihe.
Gemessenes Konstrukt
Mehrdimensionale Profiltests (Wechsler, IST 2000 R, BIS) liefern ein differenziertes Stärken-Schwächen-Bild; eindimensionale Tests (CFT, Raven) erfassen vor allem den allgemeinen Faktor g.
Sprachgebunden vs. sprachfrei
Sprachfreie, kulturfaire Verfahren wie CFT 20-R, SON-R oder Raven-Matrizen sind ideal bei Sprachbarrieren, Migrationshintergrund oder Hörbeeinträchtigung.
Einzel- vs. Gruppentest
Wechsler-Tests sind Einzeltests mit hoher diagnostischer Tiefe. Gruppenfähige Verfahren (IST, CFT, BIS) eignen sich für Screenings und ökonomische Erstabklärungen.
Goldstandard-Tests im Detail
Sechs Verfahren dominieren die seriöse Intelligenzdiagnostik im deutschsprachigen Raum. Hier die Eckdaten, Stärken und typischen Einsatzbereiche im Vergleich.
WAIS-IV
Der weltweit meistgenutzte Intelligenztest für Erwachsene. Die deutsche Fassung (Petermann, 2013) löste den WIE ab, basiert auf dem CHC-Modell und liefert einen Gesamt-IQ plus vier Indizes statt der alten Verbal-/Handlungsteilung.
WISC-V
Aktueller Goldstandard für Kinder (dt. seit 2017, vormals HAWIK). 15 Untertests, fünf Primärindizes und ein differenziertes Profil – ideal bei Hochbegabung, Underachievement oder Lernschwierigkeiten.
IST 2000 R
Ökonomischer, gruppenfähiger Strukturtest. Erfasst verbale, numerische und figural-räumliche Intelligenz, schlussfolgerndes Denken sowie – im erweiterten Modul – fluide und kristalline Intelligenz. Häufig in Eignungsdiagnostik & Hochbegabung.
CFT 20-R
Misst die fluide Intelligenz (g-Faktor) weitgehend sprachfrei über Figurenreihen, Matrizen und Klassifikationen. Erste Wahl bei Sprachbarrieren, Migrationshintergrund oder zur kulturfairen Ergänzung eines Wechsler-Profils.
Raven SPM / APM
International etablierte Matrizentests. Die SPM decken den breiten Leistungsbereich ab, die APM differenzieren im überdurchschnittlichen Bereich. Erfassen induktives, räumliches Denken und Regelerkennung – rein nonverbal.
BIS-Test
Beruht auf dem Intelligenzstrukturmodell von Jäger. Kombiniert operative Fähigkeiten (Verarbeitungskapazität, Merkfähigkeit, Bearbeitungsgeschwindigkeit, Einfallsreichtum) mit inhaltlichen (verbal, numerisch, figural). Stark in Forschung und Begabtendiagnostik.
Anerkannte Testverfahren für Erwachsene & junge Erwachsene
Validierte Diagnostik für Jugendliche und Erwachsene – vom mehrdimensionalen Strukturtest bis zum sprachfreien Kurzscreening.
| Testverfahren | Erfasst wird … | Dauer | Altersgruppe |
|---|---|---|---|
| WAIS-IV Wechsler Adult Intelligence Scale | Gesamt-IQ + 4 Indizes: Sprachverständnis, Wahrnehmungsgebundenes Logisches Denken, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit (CHC-Modell) | 60–90 Min. | 16;0–89;11 |
| IST 2000 R Intelligenz-Struktur-Test | verbale / figural-räumliche / rechnerische Intelligenz, Merkfähigkeit, schlussfolgerndes Denken, Wissen, fluide & kristalline Intelligenz | 77 Min. Grundmodul, 130 Min. inkl. Wissenstest | 15–60 |
| IST-Screening | erste Hinweise auf die drei Dimensionen verbal / numerisch / figural des I-S-T 2000 R | 29 Min. (inkl. Instruktion) | 15–30 |
| BIS-Test Berliner Intelligenzstruktur-Test | Verarbeitungskapazität, Einfallsreichtum, Bearbeitungsgeschwindigkeit, Merkfähigkeit, sprach-/zahlen-/anschauungsgebundenes Denken, allgemeine Intelligenz | Langform 130 Min. + 2×10 Min. Pause, Kurzform 45 Min. | 16–19 (Forschung 15–40) |
| BIS-HB Begabungs- & Hochbegabungsdiagnostik | allgemeine Intelligenz & Intelligenzstruktur im durchschnittlichen bis hohen Begabungsbereich; Kurzform als Screening | 170 Min. (inkl. 2×15 Min. Pause), Screening ca. 55 Min. | 12;6–16;5 |
| WIT-2 Wilde-Intelligenztest 2 | schlussfolgerndes / sprachliches / rechnerisches / räumliches Denken, Merkfähigkeit, Arbeitseffizienz, Wissen Wirtschaft / IT | modulabhängig (alle 8 Module inkl. Pause ca. 143 Min.) | ca. 15–40 |
| CFT 20-R Grundintelligenztest Skala 2 | fluide Intelligenz (g-Faktor) sprachfrei; Ergänzungstests WS & ZF: kristallisierte Fähigkeiten, verbale & numerische Kapazität | Kurzform ca. 37 Min., Langform ca. 60 Min. | 8;5–19;11 & 20–64 |
| CFT 3 Grundintelligenztest Skala 3 | Grundintelligenz (general fluid intelligence nach Cattell) | Kurzform 20–25 Min., Langform 45–50 Min. | ab 14 & Erwachsene |
| MWT-B Mehrfachwahl-Wortschatz-Test | allgemeines (kristallisiertes) Intelligenzniveau | kein Zeitlimit | Erwachsene |
| MIT Mannheimer Intelligenztest | allgemeines intellektuelles Niveau | 60 Min. | 12–45 |
| WMT-2 Wiener Matrizentest 2 | schlussfolgerndes Denken mit abstrakten Symbolen = fluide Intelligenz | 20–30 Min. | 19–64 |
| Raven SPM Standard Progressive Matrices | allgemeine & fluide Intelligenz, Analogieschluss, Regelerkennung, induktives & räumliches Denken | kein Zeitlimit (ca. 60 Min.) | ab 6 & Erwachsene |
| Raven APM Advanced Progressive Matrices | überdurchschnittliches allgemeines intellektuelles Niveau (Differenzierung im oberen Bereich) | Set I+II ca. 60 Min. | ab 12 & Erwachsene |
| ZVT Zahlenverbindungstest | kognitive Leistungsgeschwindigkeit, milieuunabhängig = fluide Intelligenz, Bearbeitungsgeschwindigkeit | 5–10 Min. | Gruppe 8–16, Einzel 8–60 |
| KAI Kurztest informationspsychologischer Basisgrößen | Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, Kurzspeicherkapazität, globales Intelligenzniveau (g) | 5–8 Min. | 17–65 |
| WIE / HAWIE-R Wechsler-Vorgänger (historisch) | allgemeiner geistiger Entwicklungsstand (Gesamt-, Verbal- und Handlungs-IQ) – heute durch WAIS-IV abgelöst | 60–95 Min. | 16–89 |
Hinweis: WIE und HAWIE-R sind die Vorgängerverfahren der heutigen WAIS-IV und werden in der aktuellen Diagnostik nur noch selten eingesetzt. Maßgeblich für valide Aussagen über den g-Faktor sind aktuell normierte Verfahren.
Anerkannte Testverfahren für Kinder & Jugendliche
Diese Verfahren berücksichtigen den Reifegrad der kognitiven Funktionen und sind speziell für die Entwicklungsphasen von Kindern konzipiert.
| Testname | Erfasste Fähigkeiten | Dauer | Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| WISC-V Wechsler Intelligence Scale for Children, 5. Ed. | Sprachverständnis, visuell-räumliche Verarbeitung, fluides Schlussfolgern, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit (Gesamt-IQ + 5 Indizes) | ca. 60–90 Min. | 6–16 Jahre |
| WPPSI-IV Wechsler Preschool & Primary Scale | kognitive Fähigkeiten im Vorschul- und frühen Grundschulalter (Wechsler-Reihe, vor WISC-V) | ca. 30–60 Min. | 2;6–7;7 Jahre |
| K-ABC II Kaufman Assessment Battery | Verarbeitungsgeschwindigkeit, Gedächtnis, Planung, Problemlösen, visuell-räumliche Fähigkeiten | ca. 60–90 Min. | 3–18 Jahre |
| CFT 1-R Culture Fair Test 1, Revision | fluide Intelligenz (sprachfrei!), logisches & abstraktes Denken | ca. 30 Min. | 5–9 Jahre |
| CFT 20-R Culture Fair Test 20, Revision | fluide Intelligenz (sprachfrei!), logisches & abstraktes Denken | ca. 60 Min. | 8;5 Jahre+ |
| SON-R 6-40 Snijders-Oomen Nonverbal | nonverbale Intelligenz, logisches Denken, Problemlösung (auch bei Sprachauffälligkeiten) | ca. 50–70 Min. | 6–40 Jahre |
| IDS-2 Intelligence and Development Scales, 2. Ed. | kognitive Fähigkeiten + Entwicklung in mehreren Funktionsbereichen | ca. 90–120 Min. | 5–20 Jahre |
Mehr zum Kinderverfahren erfahren Sie auf unserer Detailseite zum WISC-V sowie zur Begabungsdiagnostik bei Kindern.
Fluide und kristalline Intelligenz
Moderne Tests folgen dem CHC-Modell (Cattell-Horn-Carroll). Ein zentraler Baustein ist die Unterscheidung zweier komplementärer Intelligenzformen – sie erklärt, warum verschiedene Tests Unterschiedliches messen.
Fluide Intelligenz
Die Fähigkeit, neuartige Probleme ohne Vorwissen zu lösen – logisches Schließen, Muster erkennen, Regeln ableiten. Weitgehend angeboren und kulturunabhängig, erreicht früh ihren Höhepunkt.
- Gemessen durch: CFT 20-R, Raven-Matrizen, WMT-2
- Kaum durch Lernen beeinflussbar
- Ideal bei Sprachbarrieren
Kristalline Intelligenz
Das über das Leben erworbene Wissen und die sprachlich-kulturellen Fertigkeiten. Sie wächst durch Bildung und Erfahrung und bleibt bis ins hohe Alter weitgehend stabil.
- Gemessen durch: MWT-B, Wortschatztests, IST-Wissensteil
- Stark bildungs- und milieuabhängig
- Wächst mit Erfahrung
Mehrdimensionale Verfahren wie WAIS-IV, WISC-V und IST 2000 R erfassen beide Formen und verdichten sie zum allgemeinen Intelligenzfaktor g – jenem Wert, der gemeinhin als „der IQ“ bezeichnet wird.
Welcher Intelligenztest passt zu welcher Situation?
Die Wahl des Verfahrens entscheidet über die Aussagekraft des Ergebnisses. Diese typischen Anlässe zeigen, welcher Test sich jeweils bewährt hat.
Hochbegabungsverdacht beim Kind
Sie vermuten besondere Begabung, Underachievement oder Schulmüdigkeit und brauchen ein differenziertes Profil.
IQ-Abklärung beim Erwachsenen
Berufliche Neuorientierung, Selbstklärung oder Mensa-Nachweis stehen im Vordergrund.
Sprachbarriere oder Migrationshintergrund
Deutschkenntnisse sollen das Ergebnis nicht verzerren – gefragt ist ein kulturfaires Verfahren.
Schnelles Screening / Erstorientierung
Eine ökonomische erste Einschätzung soll zeigen, ob eine vertiefte Diagnostik sinnvoll ist.
Berufliche Eignungsdiagnostik
Kognitive Anforderungen einer Position sollen objektiv und DIN-33430-konform abgebildet werden.
Vorschulkind (unter 6 Jahren)
Der Entwicklungsstand soll altersgerecht erfasst werden, bevor die Schule beginnt.
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Mythen rund um Intelligenztests
Um den IQ-Test ranken sich hartnäckige Missverständnisse. Hier die häufigsten – und was die wissenschaftliche Realität dazu sagt.
„IQ-Tests kann man trainieren.“
Anerkannte Tests messen überwiegend fluide Intelligenz mit neuartigen Aufgaben. Gezieltes Üben bringt kaum etwas – im Gegenteil: Übungseffekte verzerren das Ergebnis und können zu Fehldiagnosen führen.
Ein guter Test misst Potenzial, kein Schulwissen.
Der WISC-V etwa erfasst kognitive Leistungsfähigkeit unabhängig vom bereits erworbenen Schulstoff – das macht ihn gerade bei Underachievement und Schulmüdigkeit aussagekräftig.
„Kostenlose Online-IQ-Tests sind genauso gut.“
Online-Quizze sind weder normiert noch standardisiert kontrolliert. Sie taugen als spielerische Orientierung – ein seriöser Online-Test zur fluiden Intelligenz ersetzt aber keine validierte Diagnostik.
Der IQ ist eine Bandbreite, kein Punkt.
Seriöse Gutachten geben den Wert mit einem 95-%-Konfidenzintervall an. „IQ 128“ bedeutet realistisch ein Bereich von etwa 122–134 – alles andere wäre Scheingenauigkeit.
„Hochbegabte haben automatisch gute Noten.“
Häufig ist das Gegenteil der Fall: Unterforderung führt zu Langeweile, Verweigerung und Underachievement. Hochbegabung beschreibt Potenzial, keine garantierte Leistung.
Das richtige Verfahren hängt vom Alter ab.
Ein Test ist nur in seinem Normbereich gültig. Unter 6 Jahren kommt der WPPSI-IV zum Einsatz, von 6–16 der WISC-V, ab 16 der WAIS-IV. Ergebnisse altersfremder Tests sind nicht belastbar.
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IST 2000 R
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Anerkannte Intelligenztests – Ihre Fragen
Es gibt keinen universell „besten“ Test – nur den jeweils am besten passenden. Für Erwachsene gilt die WAIS-IV als Goldstandard, für Kinder und Jugendliche die WISC-V. Bei Sprachbarrieren ist ein kulturfaires Verfahren wie der CFT 20-R überlegen. Entscheidend sind Alter, Fragestellung und Rahmenbedingungen.
Ein anerkannter Test ist normiert, standardisiert, mehrfach validiert und wird durch geschultes Fachpersonal unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt und ausgewertet. Kostenlose Online-Tests liefern eine grobe Orientierung zur fluiden Intelligenz, sind aber kein Ersatz für eine klinisch validierte Diagnostik mit Gutachten und Konfidenzintervall.
Der internationale Konsens setzt die Grenze bei einem IQ von 130 – das entspricht statistisch den oberen rund 2 Prozent der Bevölkerung. Ein normierter Test wie der WISC-V oder WAIS-IV liefert den nach DIN 33430 anerkannten Nachweis, der etwa für die Mensa-Aufnahme oder Förderprogramme benötigt wird.
Validierte Intelligenztests sind in der Abgabe an Fachpersonal gebunden. Durchführung, Auswertung und vor allem die Interpretation erfordern psychologisches und diagnostisches Fachwissen. Beim Profiling Institut übernehmen das geschulte Expertinnen und Experten nach den Standards der DIN 33430.
Fluide Intelligenz ist die Fähigkeit, neuartige Probleme ohne Vorwissen zu lösen – sie ist weitgehend angeboren und kulturunabhängig. Kristalline Intelligenz umfasst erworbenes Wissen und sprachliche Fertigkeiten und wächst mit Bildung und Erfahrung. Mehrdimensionale Tests erfassen beide und verdichten sie zum allgemeinen Faktor g.
Gezieltes Training bringt kaum etwas, weil die Aufgaben neuartig sind und überwiegend fluide Intelligenz messen. Übungseffekte können das Ergebnis sogar verzerren. Am wichtigsten sind ein ausgeruhter, entspannter Zustand am Testtag und realistische Erwartungen.
Kein Messwert ist exakt. Seriöse Verfahren geben den IQ deshalb mit einem 95-%-Konfidenzintervall an. Ein Wert von 128 bedeutet realistisch einen Bereich von etwa 122 bis 134. Die hohe Reliabilität anerkannter Tests (r ≈ .96) sorgt dafür, dass dieser Bereich eng und das Ergebnis stabil ist.
Hier sind sprachfreie, kulturfaire Verfahren die richtige Wahl: der CFT 20-R, der SON-R oder die Raven-Matrizen. Sie messen die fluide Intelligenz, ohne dass Deutschkenntnisse das Ergebnis verfälschen. Oft ist eine Kombination mit einem Wechsler-Test nach individueller Beratung sinnvoll.
Quellen & Standards
Dieser Beitrag stützt sich auf anerkannte testtheoretische Standards und die Manuale der Verfahren.
- DIN 33430 – Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen. Beuth Verlag.
- Petermann, F. (Hrsg.) (2013). WAIS-IV. Wechsler Adult Intelligence Scale – Fourth Edition, deutsche Fassung. Pearson Assessment.
- Daseking, M. et al. (2017). WISC-V. Wechsler Intelligence Scale for Children – Fifth Edition, deutsche Fassung. Pearson Assessment.
- Weiß, R. H. Grundintelligenztest Skala 2 – Revision (CFT 20-R). Hogrefe.
- Liepmann, D. et al. Intelligenz-Struktur-Test 2000 R (I-S-T 2000 R). Hogrefe.
- Jäger, A. O. et al. Berliner Intelligenzstruktur-Test (BIS). Hogrefe.
- Raven, J. C. Standard / Advanced Progressive Matrices and Vocabulary Scales. Pearson.
- McGrew, K. S. (2009). CHC theory and the human cognitive abilities project. Intelligence, 37(1), 1–10.
- Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen – Testbeurteilungssystem (TBS-TK).
Unser Testteam
Intelligenztests sind wissenschaftliche Verfahren und sollten nur von geschulten Fachleuten durchgeführt und interpretiert werden. Für fundierte Empfehlungen ist tiefgreifendes diagnostisches Wissen unerlässlich.
Raphaela Peitsch
Expertin für klinische Psychologie und Leistungsdiagnostik mit mehrjähriger Erfahrung in der Begabungs- und Potenzialdiagnostik bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Fachliche Prüferin der diagnostischen Verfahren.
Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom mit Schwerpunkten in Psychologie und Soziologie. Über 25 Jahre Erfahrung in der wissenschaftlichen Begabungs- und Eignungsdiagnostik für Schüler, Studierende und Berufstätige.
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