Borderline Syndrom

Borderline Syndrom

Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch starke Schwankungen im Erleben von Gefühlen, im Selbstbild und in Beziehungen gekennzeichnet ist. Sie gilt als gut behandelbar.

Wie sie beschrieben und diagnostiziert wird

In der ICD-10-GM, nach der in Deutschland weiterhin kodiert wird, ist sie als emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (F60.31) geführt. Die ICD-11 hat dieses Kapitel grundlegend umgebaut: Persönlichkeitsstörungen werden dort nicht mehr in Typen eingeteilt, sondern nach Schweregrad beschrieben; das Borderline-Muster erscheint nur noch als ergänzende Kennzeichnung. Beide Systeme meinen dasselbe Phänomen, ordnen es aber unterschiedlich ein.

Zum Bild gehören rasch wechselnde, sehr intensive Gefühle, eine ausgeprägte Angst vor dem Verlassenwerden, ein instabiles Selbstbild, impulsives Verhalten und selbstschädigende Handlungen. Maßgeblich ist nie ein einzelnes Merkmal, sondern das Muster über längere Zeit und über verschiedene Lebensbereiche hinweg. Die Diagnose stellen ausschließlich dafür qualifizierte Fachleute in einem persönlichen Gespräch – weder ein Fragebogen noch der Eindruck aus dem Alltag reichen dafür aus.

Häufigkeit, Verlauf und Behandlung

Angaben zur Häufigkeit schwanken je nach Erhebungsmethode erheblich; für die Allgemeinbevölkerung werden meist ein bis drei Prozent genannt, bei jungen Erwachsenen deutlich mehr als in höherem Alter. Der Verlauf ist dabei wesentlich günstiger als der Ruf der Diagnose: Längsschnittstudien über viele Jahre zeigen, dass ein großer Teil der Betroffenen die diagnostischen Kriterien im weiteren Verlauf nicht mehr erfüllt.

Wirksam sind störungsspezifische Psychotherapieverfahren. Am umfangreichsten untersucht ist die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT); daneben stehen die mentalisierungsbasierte Therapie, die übertragungsfokussierte Psychotherapie und die Schematherapie. Medikamente können begleitende Beschwerden lindern, behandeln aber nicht die Störung selbst. Erste Anlaufstellen für ein Gespräch sind hausärztliche und psychotherapeutische Praxen sowie die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Umgangssprachlich wird „Borderline“ häufig als Etikett für sprunghaftes oder anstrengendes Verhalten benutzt. Das ist irreführend und schadet den Betroffenen: Eine hohe Ausprägung in Neurotizismus oder ungünstige Coping-Strategien sind etwas grundlegend anderes als eine Persönlichkeitsstörung.

Häufige Fragen

Was ist das Borderline-Syndrom?

Eine Persönlichkeitsstörung mit starken Schwankungen im Erleben von Gefühlen, im Selbstbild und in Beziehungen. Typisch sind intensive, rasch wechselnde Emotionen, Angst vor dem Verlassenwerden, Impulsivität und selbstschädigendes Verhalten. Entscheidend für die Diagnose ist das Muster über längere Zeit, nicht ein einzelnes Merkmal.

Ist das Borderline-Syndrom behandelbar?

Ja. Störungsspezifische Psychotherapieverfahren – am besten untersucht die Dialektisch-Behaviorale Therapie, daneben mentalisierungsbasierte Therapie, übertragungsfokussierte Psychotherapie und Schematherapie – gelten als wirksam. Längsschnittstudien zeigen, dass ein großer Teil der Betroffenen die Kriterien im Verlauf nicht mehr erfüllt.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.