Coping
Coping bezeichnet die bewussten Strategien, mit denen Menschen Belastungen bewältigen – indem sie die Situation verändern, ihre Bewertung verschieben oder die eigenen Gefühle regulieren.
Coping
| Begriff | Coping |
|---|---|
| Themenbereich | Psychologie & Diagnostik |
| Kurzdefinition | Coping bezeichnet die bewussten Strategien, mit denen Menschen Belastungen bewältigen – indem sie die Situation verändern, ihre Bewertung verschieben oder die eigenen ... |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 |
| Stand | August 2026 |
Problemorientiert und emotionsorientiert
Das gängige Modell geht auf Richard Lazarus und Susan Folkman zurück. Es unterscheidet problemorientiertes Coping – die Belastung selbst angehen: planen, Informationen beschaffen, Unterstützung organisieren, die Bedingungen ändern – von emotionsorientiertem Coping, das an der Gefühlslage ansetzt: umdeuten, Abstand gewinnen, sich zumuten lassen, Trost und Austausch suchen. Vorgelagert ist immer eine Bewertung: Wie bedrohlich ist die Lage, und was habe ich ihr entgegenzusetzen?
Beide Wege sind funktional, entscheidend ist die Passung zur Situation. Wo sich etwas verändern lässt, wirkt das problemorientierte Vorgehen; wo nichts zu ändern ist – eine Diagnose, ein Verlust, eine Entscheidung anderer –, ist die Regulation der Gefühle die angemessene und nicht die schwächere Antwort. Schwierig wird es, wenn jemand nur eine Strategie kennt und sie unabhängig von der Lage einsetzt.
Was hilft und was nur kurzfristig entlastet
Als maladaptiv gelten Strategien, die im Moment die Anspannung senken und die Lage langfristig verschlechtern: Vermeiden, Aufschieben, Grübeln, Betäuben. Genau die kurzfristige Entlastung macht sie so beharrlich – der Nutzen kommt sofort, die Kosten kommen später und werden dem Verhalten nicht mehr zugerechnet. Prokrastination ist das bekannteste Beispiel dieser Mechanik.
Coping ist erlernbar und hängt eng mit Resilienz und Selbstwirksamkeit zusammen: Wer erfahren hat, dass eigenes Handeln etwas bewirkt, greift eher zu problemorientierten Strategien. Im Arbeitskontext ist der Bezug zu Burnout unmittelbar – dauerhafte Belastung ohne wirksame Bewältigung ist dessen Grundmuster. Kommt die Belastung allerdings nicht aus einer Episode, sondern aus der Tätigkeit selbst, ist irgendwann nicht mehr die Strategie das Thema, sondern die Situation; dann ist eine berufliche Neuorientierung die ehrlichere Antwort als die nächste Bewältigungstechnik.
Häufige Fragen
Was bedeutet Coping?
Die bewussten kognitiven und verhaltensbezogenen Strategien, mit denen Menschen Anforderungen bewältigen, die sie als belastend erleben. Anders als unbewusste Abwehrmechanismen sind Coping-Strategien willentlich gesteuert und damit veränderbar.
Was unterscheidet problemorientiertes von emotionsorientiertem Coping?
Problemorientiertes Coping setzt an der Situation an – planen, Informationen beschaffen, Unterstützung organisieren, Bedingungen ändern. Emotionsorientiertes Coping setzt am Erleben an – umdeuten, Abstand gewinnen, Austausch suchen. Bei beeinflussbaren Lagen wirkt das erste, bei unabänderlichen das zweite.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.