Persönlichkeit
Persönlichkeit bezeichnet das über Zeit und Situationen hinweg stabile Muster aus Erleben und Verhalten, das einen Menschen kennzeichnet und ihn von anderen unterscheidbar macht.
Wie Persönlichkeit beschrieben wird
Das empirisch am besten abgesicherte Modell sind die Big Five: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Es ist kein am Schreibtisch entworfenes Konzept, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger statistischer Auswertung von Beschreibungswörtern über Sprachen und Kulturen hinweg – immer wieder ließen sich die Unterschiede zwischen Menschen auf dieselben fünf Grunddimensionen zurückführen. Jede davon ist ein Kontinuum; das einzelne Persönlichkeitsmerkmal bildet die Bausteinebene dieses Modells.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Dimension und Typ. Typologien teilen Menschen in Kategorien ein – das ist eingängig, aber messtheoretisch problematisch, weil die zugrunde liegenden Merkmale annähernd normalverteilt sind: Die meisten liegen in der Mitte und werden durch eine willkürliche Trennlinie der einen oder anderen Seite zugeschlagen. Genau daran scheitert die Zuverlässigkeit populärer Typentests, nachvollziehbar am Myers-Briggs-Typenindikator und an 16Personalities.
Stabilität, Entwicklung und Messung
Persönlichkeit ist stabil, aber nicht unveränderlich. Über die Lebensspanne zeigen sich systematische Verschiebungen: Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit nehmen im Durchschnitt zu, Neurotizismus nimmt ab – ein Muster, das sich über Kulturen hinweg findet und mit dem Übernehmen von Verantwortung zusammenhängt. Kurzfristig und willentlich lässt sich dagegen wenig umstellen. Veränderbar ist vor allem das Verhalten in konkreten Situationen, nicht die Disposition dahinter, und genau diese Unterscheidung fehlt in den meisten Ratgebern.
Für die Messung gilt: Aussagekräftig sind ausschließlich normierte Verfahren mit veröffentlichten Gütekriterien, deren Grundlage die Psychometrie liefert. Ein seriöser Persönlichkeitstest gibt Ausprägungen auf Dimensionen samt Vergleichswert einer Normstichprobe aus – kein Etikett und keinen Vierbuchstabencode. Wer sich für eine einzelne Dimension interessiert, findet dafür eigene Verfahren, etwa zu Introversion und Extraversion. Für die Personalauswahl bleibt der entscheidende Satz derselbe: Es gibt kein gutes Profil an sich, sondern nur eine Passung zu konkreten Anforderungen.
Häufige Fragen
Was ist Persönlichkeit?
Das über Zeit und Situationen hinweg stabile Muster aus Erleben und Verhalten, das einen Menschen kennzeichnet. Beschrieben wird sie in der Psychologie überwiegend über die fünf Dimensionen der Big Five: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.
Kann sich die Persönlichkeit verändern?
Ja, aber langsam. Über die Lebensspanne nehmen Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit im Schnitt zu, Neurotizismus ab. Kurzfristig und willentlich lässt sich die Disposition kaum umstellen – veränderbar ist vor allem das Verhalten in konkreten Situationen.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.