Akademie
Akademie bezeichnet ursprünglich eine Gelehrtengesellschaft. Heute steht der Begriff je nach Zusammenhang für eine wissenschaftliche Institution, eine Hochschule mit besonderem Profil oder einen privaten Bildungsanbieter – der Bedeutungsraum ist entsprechend weit.
Herkunft des Begriffs
Der Name geht auf Platon zurück, der um 387 v. Chr. in einem Hain vor den Toren Athens eine Lehrstätte gründete. Der Hain war dem Heros Akademos geweiht – daraus wurde die Bezeichnung Akademeia. Über die Renaissance, in der sich Gelehrte nach antikem Vorbild in Akademien zusammenschlossen, gelangte der Begriff in den modernen Sprachgebrauch.
Von derselben Wurzel stammen die Wörter Akademiker und akademisch – beide verweisen auf die Zugehörigkeit zur wissenschaftlichen Welt.
Wissenschaftsakademien
Im engeren Sinn sind Akademien Gelehrtengesellschaften, die herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenführen. Sie betreiben Langzeitforschung, beraten die Politik und vergeben Preise – Lehre gehört in der Regel nicht zu ihren Aufgaben.
Im deutschsprachigen Raum zählen dazu die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, die Bayerische Akademie der Wissenschaften sowie die Akademie der Künste. Eine Mitgliedschaft erfolgt durch Zuwahl und gilt als Auszeichnung, nicht als Anstellung.
Akademien als Ausbildungsstätten
Zugleich tragen zahlreiche Bildungseinrichtungen den Namen im Titel:
- Berufsakademien – verbinden Studium und betriebliche Praxis, in einigen Bundesländern in Duale Hochschulen überführt
- Kunst- und Musikakademien – künstlerische Hochschulen, oft mit langer Tradition
- Verwaltungs- und Polizeiakademien – Ausbildungsstätten des öffentlichen Dienstes
- Militärakademien – Offiziersausbildung
Akademie als Name auf dem Weiterbildungsmarkt
Der Begriff ist in Deutschland nicht geschützt. Jeder Anbieter darf sich Akademie nennen, unabhängig von Qualität, Anerkennung oder Abschlüssen. Wer ein Angebot prüft, sollte deshalb auf drei Punkte achten: Ist die Einrichtung staatlich anerkannt oder akkreditiert? Welcher Abschluss wird konkret verliehen und von wem wird er anerkannt? Und wird der Titel korrekt geführt – ein akademischer Grad darf nur von Hochschulen vergeben werden.
Häufige Fragen
Was ist eine Akademie?
Ursprünglich eine Gelehrtengesellschaft, heute je nach Kontext eine Wissenschaftsakademie, eine Hochschule mit besonderem Profil wie eine Kunst- oder Berufsakademie oder ein privater Bildungsanbieter.
Ist eine Akademie dasselbe wie eine Hochschule?
Nicht zwingend. Wissenschaftsakademien wie die Leopoldina sind Gelehrtengesellschaften ohne Lehrauftrag. Andere Einrichtungen mit Akademie im Namen sind Hochschulen – und wieder andere private Anbieter ohne Hochschulstatus.
Ist der Begriff Akademie geschützt?
Nein. In Deutschland darf sich jeder Anbieter Akademie nennen. Entscheidend sind staatliche Anerkennung beziehungsweise Akkreditierung und die Frage, welcher Abschluss tatsächlich verliehen wird.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.