Informationselektroniker/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere
Ein Beruf, vier sehr verschiedene Welten: IT- und Bürosystemtechnik, Sende- und Breitbandtechnik, Brandschutz- und Gefahrenmeldeanlagen oder Telekommunikationstechnik. Zum 1. August 2021 wurde der Beruf mit dem aufgehobenen Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik zusammengeführt. Wir zeigen Aufgaben, Einsatzgebiete und Perspektiven.
Kurzüberblick: Informationselektroniker/in
Informationselektronikerinnen und Informationselektroniker installieren, vernetzen und warten informationstechnische Systeme: Computer und Bürosysteme, Empfangs- und Breitbandanlagen, Brandschutz- und Gefahrenmeldeanlagen oder Telekommunikationstechnik. Zum 1. August 2021 wurde der Beruf mit dem aufgehobenen Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik zusammengelegt und um vier klar definierte Einsatzgebiete strukturiert.
Aufgaben & Arbeitsalltag
Der Alltag ist stark vom Einsatzgebiet geprägt und findet überwiegend beim Kunden statt. Gemeinsam ist allen Richtungen: Sie bringen Systeme zum Laufen, die andere nutzen – und tragen Verantwortung dafür, dass sie funktionieren, wenn es darauf ankommt. Bei Gefahrenmeldeanlagen ist das im Wortsinn lebenswichtig.
Systeme planen und installieren
Anforderungen mit dem Kunden klären, Komponenten auswählen, Leitungswege planen und Anlagen fachgerecht errichten.
Netzwerke aufbauen und konfigurieren
Verkabelung, aktive Komponenten, Adressierung und Zugriffsrechte einrichten und dokumentieren.
Anlagen in Betrieb nehmen
Funktionen prüfen, Parameter einstellen, Messprotokolle erstellen und den Betreiber einweisen.
Warten und prüfen
Wiederkehrende Prüfungen durchführen – bei Gefahrenmeldeanlagen gesetzlich vorgeschrieben und dokumentationspflichtig.
Störungen beheben
Fehler eingrenzen zwischen Verkabelung, Hardware, Konfiguration und Software – oft unter Zeitdruck beim Kunden.
Kunden beraten und einweisen
Technische Zusammenhänge verständlich erklären, Angebote erstellen und Bedienung schulen.
Zwei Berufe, vier Einsatzgebiete – eine Struktur
Bis 2021 gab es den Informationselektroniker mit zwei Schwerpunkten und daneben den Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik. Beide überschnitten sich stark. Die Neuordnung führte sie zusammen und strukturierte den Beruf um vier Einsatzgebiete, die der Betrieb festlegt und die den Ausbildungsalltag prägen.
Geräte-, IT- und Bürosystemtechnik
Computer, Drucksysteme, Netzwerke und Bürotechnik – das IT-nahste Einsatzgebiet mit hohem Serviceanteil.
Sende-, Empfangs- und Breitbandtechnik
Antennenanlagen, Satellitenempfang, Breitbandnetze und Signalverteilung – messtechnisch anspruchsvoll.
Brandschutz-, Gefahrenmelde- und Telekommunikationstechnik
Sicherheitstechnik mit gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen sowie klassische Telekommunikationsanlagen.
Ausbildungsinhalte: Was in den dreieinhalb Jahren vermittelt wird
Elektrotechnische Grundlagen
Schaltungen, Messtechnik, Schutzmaßnahmen und Installationstechnik.
Netzwerktechnik
Verkabelung, aktive Komponenten, Adressierung, Protokolle und Netzstrukturen.
IT-Systeme
Rechner, Betriebssysteme, Peripherie, Datensicherung und Fernwartung.
Hochfrequenz- und Messtechnik
Signalpegel, Dämpfung, Störungen und normgerechte Messprotokolle.
Sicherheitstechnik
Brandmelde-, Einbruchmelde- und Videotechnik einschließlich Prüfpflichten.
Telekommunikationstechnik
Sprach- und Datendienste, Endgeräte, Anlagen und Schnittstellen.
IT-Sicherheit und Datenschutz
Zugriffsschutz, Netztrennung, Fernzugriff und Umgang mit personenbezogenen Daten.
Kundenorientierung und Dokumentation
Beratung, Angebotserstellung, Einweisung sowie normgerechte Anlagendokumentation.
Passt der Beruf zu mir?
Der Beruf verlangt technisches Verständnis auf zwei Feldern – Elektrotechnik und IT – und dazu Serviceorientierung. Weil überwiegend beim Kunden gearbeitet wird, ist der Umgang mit Menschen genauso wichtig wie die Technik. Genau diese Passungsfrage lässt sich nicht am Schreibtisch beantworten. In einer Berufsberatung wird sie mit wissenschaftlich validierten Verfahren geprüft – bevor eine Bewerbung geschrieben wird.
Formale Voraussetzungen
- In der Praxis meist mittlere Reife erwartet
- Gute Noten in Mathematik, Physik und Informatik
- Interesse an IT und Netzwerktechnik
- Handwerkliches Geschick für Installation und Montage
- Serviceorientierung für die Arbeit beim Kunden
- Führerschein ist in vielen Betrieben von Vorteil
Persönliche Eigenschaften
- Serviceorientierung – gearbeitet wird beim Kunden
- Analytisches Denken bei der Fehlereingrenzung
- Sorgfalt bei Messprotokollen und Prüfdokumentation
- Verantwortungsbewusstsein bei Sicherheitsanlagen
- Belastbarkeit bei Störungseinsätzen unter Zeitdruck
- Lernbereitschaft bei schnellem technischem Wandel
RIASEC-Profil: RIC – Realistic · Investigative · Conventional
Der Beruf verbindet praktische Installation und Montage (R) mit analytischer Fehlersuche in vernetzten Systemen (I) und normgebundener Prüf- und Dokumentationsarbeit (C).
Ein soziales Element kommt hinzu, das der Code nicht abbildet: Sie arbeiten fast immer beim Kunden und müssen technische Sachverhalte verständlich erklären. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest.
IT im Handwerk oder in der Industrie?
Informationselektroniker, Fachinformatiker oder Elektroniker für Geräte und Systeme: ähnliche Technik, sehr unterschiedliche Arbeitsweise. Der Berufswahltest hilft weiter.
Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt
Die Vergütung folgt den regionalen Tarifverträgen des Elektrohandwerks. Größere Systemhäuser und Sicherheitstechnikunternehmen zahlen häufig besser als kleine Fachbetriebe.
Vergütung nach Betriebstyp
Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG bildet die Untergrenze. Entscheidend für die Ausbildungsqualität ist das Einsatzgebiet des Betriebs – es prägt den gesamten Berufsalltag und wird zu Ausbildungsbeginn festgelegt. Fragen Sie im Bewerbungsgespräch gezielt danach.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach der Gesellenprüfung liegt das Einstiegsgehalt im oberen Bereich der Handwerksberufe. Besonders gefragt sind Fachkräfte in der Sicherheits- und Gefahrenmeldetechnik, weil dort gesetzliche Prüfpflichten dauerhaft Aufträge sichern, sowie im Breitbandausbau. Den größten Sprung bringt der Meisterbrief – als Handwerk der Anlage A ist er Voraussetzung für einen eigenen Betrieb.
Ausbildungsablauf: Grundlagen, Einsatzgebiet, Verantwortung
Die dreieinhalbjährige Ausbildung vermittelt zunächst gemeinsame Grundlagen und vertieft dann das Einsatzgebiet des Betriebs. Die Prüfung ist gestreckt.
Grundlagen
Elektrotechnik, Messtechnik, Installationstechnik, Netzwerkgrundlagen und Arbeitssicherheit.
IT und Systemtechnik
Netzwerke, IT-Systeme, Konfiguration, erste eigenständige Installationen beim Kunden.
Nach etwa 18 bis 24 Monaten
Praktische und schriftliche Aufgaben, die bereits zur Endnote zählen.
Einsatzgebiet vertiefen
Spezialisierung auf das Einsatzgebiet des Betriebs, Messtechnik, Prüfungen und Dokumentation.
Eigenverantwortung und Gesellenprüfung
Selbstständige Aufträge, Störungsbehebung, Prüfungsstück und Fachgespräch.
Karrierewege: Meister, Spezialisierung, eigener Betrieb
Als zulassungspflichtiges Handwerk bietet der Beruf einen klaren Weg in die Selbstständigkeit. Parallel dazu sind IT- und Sicherheitszertifizierungen ein wirksamer Hebel. Weil diese Wege sehr unterschiedliche Anforderungen stellen, lohnt eine frühe Standortbestimmung – etwa in einer Berufsberatung mit diagnostischer Grundlage.
Meisterprüfung
Voraussetzung für einen eigenen Betrieb und der größte Gehaltssprung.
- Informationstechnikermeister/in
- Aufstiegs-BAföG als Förderweg
- Ausbildereignung (AEVO)
- Betriebswirt des Handwerks
Fachlich spezialisieren
Bestimmte Felder sind besonders knapp besetzt.
- Brandmelde- und Gefahrenmeldetechnik
- Netzwerk- und Herstellerzertifizierungen
- Breitband- und Glasfasertechnik
- IT-Sicherheit im Kundennetz
Verantwortung übernehmen
Service und Projektarbeit sind gut bezahlte Rollen.
- Serviceleitung
- Projektierung von Anlagen
- Technischer Außendienst
- Sachverständigentätigkeit
Studium
Mit Meister ist ein Studium auch ohne Abitur möglich.
- B.Eng. Informationstechnik
- Elektrotechnik
- Nachrichtentechnik
- IT-Sicherheit
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Der Beruf verbindet Handwerk mit IT und bietet vier sehr unterschiedliche Richtungen. Die Kehrseite: Das Einsatzgebiet wird früh festgelegt und prägt den gesamten Berufsweg.
Was für den Beruf spricht
- Vier Einsatzgebiete mit sehr unterschiedlichem Profil
- Hoher IT-Anteil bei handwerklicher Grundlage
- Meisterpflicht schützt den Markt
- Sicherheitstechnik sichert durch Prüfpflichten dauerhaft Aufträge
- Breitbandausbau als zusätzlicher Wachstumstreiber
- Realistischer Weg in die Selbstständigkeit
Was Sie wissen sollten
- Einsatzgebiet wird früh festgelegt und prägt den Berufsalltag
- Störungseinsätze unter Zeitdruck beim Kunden
- Hoher Lernaufwand durch schnellen technischen Wandel
- Viel Fahrzeit zwischen Einsätzen
- Vergütung stark abhängig von Betriebsgröße
- Beruf wird häufig mit dem Fachinformatiker verwechselt
Informationselektroniker vs. Fachinformatiker vs. Elektroniker Geräte und Systeme
Drei IT-nahe Technikberufe mit unterschiedlicher Ausbildungswelt.
Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Dieser Beruf wird ständig mit dem Fachinformatiker verwechselt – dabei ist er handwerklich geprägt und meisterpflichtig. Entscheidend ist das Einsatzgebiet: Zwischen IT-Systemtechnik und Brandmeldeanlagen liegen Welten. Mein Rat: Klären Sie vor der Bewerbung, welches Einsatzgebiet der Betrieb ausbildet. Besonders stabil ist die Sicherheitstechnik, weil gesetzliche Prüfpflichten dort dauerhaft Aufträge sichern.“

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert
„Was diesen Beruf trägt, ist die Verbindung aus Technik und Erklärenkönnen. Sie arbeiten fast immer beim Kunden – oft dann, wenn etwas nicht funktioniert und jemand ungeduldig ist. Fachlich exzellente Menschen, die technische Zusammenhänge nicht verständlich erklären können, geraten hier regelmäßig in Konflikte. Wer beides kann, ist ausgesprochen gefragt.“
Informationselektroniker/in – FAQ
Vier: Geräte-, IT- und Bürosystemtechnik (Computer, Drucksysteme, Netzwerke), Sende-, Empfangs- und Breitbandtechnik (Antennen, Satellit, Breitbandnetze), Brandschutz- und Gefahrenmeldeanlagen (Sicherheitstechnik mit gesetzlichen Prüfpflichten) und Telekommunikationstechnik. Das Einsatzgebiet legt der Ausbildungsbetrieb fest und prägt den gesamten Berufsalltag – klären Sie es vor der Bewerbung.
Zum 1. August 2021 wurden die handwerklichen Elektroberufe grundlegend neu geordnet – aus sieben Berufen wurden fünf. Die wichtigsten Änderungen: Der Beruf Systemelektroniker wurde aufgehoben und mit der Fachrichtung Automatisierungstechnik zum Elektroniker für Automatisierungs- und Systemtechnik verschmolzen. Der Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik wurde mit dem alten Informationselektroniker zum neuen Informationselektroniker mit vier Einsatzgebieten zusammengelegt. Und mit dem Elektroniker für Gebäudesystemintegration entstand ein völlig neuer Beruf. Hintergrund sind Digitalisierung, Energiewende und intelligente Gebäudetechnik.
Die Ausbildungswelt. Der Informationselektroniker ist ein Handwerksberuf mit Meisterpflicht: Er installiert, verkabelt, misst, prüft und wartet Anlagen – überwiegend beim Kunden vor Ort. Der Fachinformatiker arbeitet in der IT-Branche, stärker mit Software, Systemen und Anwendungen, mit geringerem handwerklichem Anteil. Wer schrauben, messen und installieren möchte, ist hier richtig.
Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten, 977 € im dritten und 1.014 € im vierten Ausbildungsjahr. Sie darf nie unterschritten werden. Tarifgebundene Betriebe des Elektrohandwerks und der Industrie zahlen in der Regel deutlich darüber.
Zwei stechen heraus. Die Brandschutz- und Gefahrenmeldetechnik profitiert davon, dass wiederkehrende Prüfungen gesetzlich vorgeschrieben sind – das sichert dauerhaft Aufträge unabhängig von der Konjunktur. Die Breitbandtechnik profitiert vom Glasfaserausbau. Beide Felder sind zugleich knapp besetzt. Die IT- und Bürosystemtechnik ist breiter aufgestellt, steht aber stärker im Wettbewerb mit IT-Dienstleistern.
Für die Anstellung nicht, für einen eigenen Betrieb ja – der Beruf gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A. Der Meister ist zugleich der größte Gehaltssprung und über Aufstiegs-BAföG förderfähig. Er öffnet außerdem den Zugang zu einem Ingenieurstudium auch ohne Abitur.
Rechtlich keinen bestimmten; in der Praxis erwarten die meisten Betriebe die mittlere Reife. Wichtig sind gute Noten in Mathematik, Physik und Informatik, weil der Beruf Elektrotechnik und IT verbindet. Von Vorteil sind außerdem ein Führerschein – gearbeitet wird überwiegend beim Kunden – und nachweisbares Interesse an Netzwerktechnik, etwa durch eigene Projekte.
Sehr sicher. Elektro- und Informationstechnik gehören zu den Bereichen mit dem größten Fachkräftemangel in Deutschland. Hinzu kommen zwei strukturelle Treiber: der Glasfaser- und Breitbandausbau und die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen an Gefahrenmeldeanlagen, die unabhängig von der Konjunktur anfallen. Wer zusätzlich Netzwerk- oder Sicherheitszertifizierungen erwirbt, hat praktisch freie Wahl.
Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen
Der Beruf verbindet Handwerk mit IT – und das Einsatzgebiet entscheidet über den gesamten Berufsalltag. Welches zu Ihnen passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- Verordnung zur Neuordnung der Ausbildung in den handwerklichen Elektroberufen, in Kraft seit 01.08.2021; Zusammenlegung von Informationselektroniker und Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik.
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Berufsprofil mit vier Einsatzgebieten.
- Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zur Neuordnung und zu den Einsatzgebieten.
- Handwerksordnung, Anlage A: Zulassungspflicht und Meisterpflicht für das Informationstechnikerhandwerk.
- § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 / 1.014 €).
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.
- Hinweis: Vergütungsangaben sind Orientierungswerte und variieren nach Tarifbindung, Betriebsgröße und Region.