Elektro- und Energieberufe: Alle Ausbildungen im Überblick
Das Energiewende-Berufsfeld mit dem größten Fachkräftemangel: Wärmepumpen-Boom, Photovoltaik-Ausbau, Wallbox-Installation und GEG-2024 treiben den Bedarf an Elektrofachkräften auf ein Rekordniveau. Rund 19 anerkannte Elektro- und Energieberufe – von den 4 Elektroniker-Fachrichtungen im E-Handwerk über 5 Industrie-Fachrichtungen bis hin zum Mechatroniker für Kältetechnik (Wärmepumpen-Hotspot) und Anlagenmechaniker SHK (Wärmepumpe-Einbau). Mit ~12.300 Verträgen ist der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik der größte Beruf. Gemeinsames RIASEC-Profil: RIC.
Was eint Elektro- und Energieberufe?
Elektro- und Energieberufe sind die tragenden Säulen der Energiewende – von der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach über die Wallbox in der Garage bis zur Wärmepumpe im Keller. Wer hier eine Ausbildung absolviert, hat Anschluss an einen der am stärksten wachsenden Arbeitsmärkte Deutschlands: Laut ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke) fehlen aktuell 96.000 Elektrofachkräfte. Das Berufsfeld profitiert vom GEG-2024 (Gebäudeenergiegesetz mit Wärmepumpen-Pflicht), vom EEG-Solarausbau und vom Hochlauf der E-Mobilität.
Die zwei größten Berufe sind Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (~12.300 Neuverträge, Handwerk) und Elektroniker für Betriebstechnik (~8.700, Industrie). Das Feld unterteilt sich klar in E-Handwerk (ZVEH) und E-Industrie (IG Metall), mit unterschiedlichen Tarifsystemen und Karrierewegen – Meister im Handwerk, Industriemeister Elektrotechnik in der Industrie. Eine Elektro-Ausbildung dauert 3,5 Jahre (Standard), die Industrieelektriker-Ausbildung als verkürzte Variante 2 Jahre.
Gemeinsame Kernkompetenzen
Räumlich-technisches Verständnis, Sorgfalt im Umgang mit Strom (Sicherheitsbewusstsein!), saubere Dokumentation nach VDE-Normen, Lesen von Schaltplänen, handwerkliches Geschick und konstantes Lernen bei neuen Normen wie Wärmepumpen- und Photovoltaik-Standards.
Wärmepumpen-Boom & Photovoltaik
Mit dem GEG-2024 sind Wärmepumpen in Neubauten faktisch Pflicht. Mechatroniker für Kältetechnik und Anlagenmechaniker SHK sind die Berufe mit den schnellst-wachsenden Auftragsbüchern. Photovoltaik und Wallbox-Installation sind etablierte Zusatzqualifikationen für Elektroniker EuG.
Hohe Tarif-Standards
Das Berufsfeld ist traditionell stark tarifgebunden: ZVEH-Tarif im E-Handwerk, IG-Metall-Tarif Elektro in der Industrie (zu den besten Industrietarifen Deutschlands). Selbst Mittelstand-Betriebe orientieren sich an Tarifen – die Lohnunterschiede sind geringer als in anderen Feldern.
Die 21 Elektro- und Energieberufe in Deutschland
Fünf Untergruppen strukturieren das Feld. Berufe mit „Übersicht"-Badge haben eigene Detail-Subpage mit RIASEC, Gehalt und Karriere. Einige Berufe sind auch in anderen Berufsfeldern gelistet (Anlagenmechaniker SHK in Handwerk + Bau, Fluggerätelektroniker in Metall) – ein Hinweis in der Beschreibung kennzeichnet das.
Elektroniker im Handwerk (E-Handwerk) — 4 Fachrichtungen
5 BerufeElektroniker/in – Energie- und Gebäudetechnik (EuG)
Der am häufigsten gewählte Ausbildungsberuf im Elektrohandwerk und Nachfolgeberuf des klassischen Elektroinstallateurs. Seit ElekAusbV 30.03.2021 reformiert: das Elektroniker-Handwerk wurde auf 2 Fachrichtungen reduziert (EuG + Automatisierungs- und Systemtechnik), Informations- und Telekommunikationstechnik ist entfallen. Aufgaben: Installation und Inbetriebnahme von Elektroanlagen in Gebäuden, Beleuchtungssystemen, Smart-Home, Photovoltaik, Wärmepumpen, E-Ladesäulen. Massiver Wachstumsmarkt durch Energiewende und Gebäudeenergiegesetz (GEG). Karriere als Elektromeister mit eigenem Betrieb oder Bachelor Elektrotechnik.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 880–1.050 €/Monat (Elektrohandwerks-Tarif)
- Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 44.000–62.000 €/Jahr (eigener Betrieb deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Elektroinstallationsbetriebe, EnBW, E.ON, RWE, Stromnetzbetreiber, Photovoltaik-Anlagenbauer
Elektroniker/in – Automatisierungs- und Systemtechnik
Eine der zwei verbliebenen Elektroniker-Fachrichtungen im Handwerk nach der ElekAusbV-Reform vom 30.03.2021 — neben Energie- und Gebäudetechnik. Aufgaben: Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Automatisierungsanlagen in Gebäuden und Produktionsumgebungen, SPS-Programmierung (Siemens TIA, Beckhoff), Bus-Systeme (Profinet, EtherCAT, KNX), Visualisierungen, Antriebssteuerung. Stark wachsende Bedeutung durch Industrie 4.0 und Gebäudeautomation. Karriere als Elektromeister mit eigenem Betrieb oder Anlagenmechaniker-Techniker.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (ElekAusbV 30.03.2021)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 880–1.050 €/Monat (Elektrohandwerks-Tarif)
- Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 45.000–62.000 €/Jahr (eigener Betrieb deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Elektroinstallationsbetriebe, Anlagenbauer, Maschinenbau-Zulieferer, SPS-Spezialisten
Elektroniker/in – Informations- und Telekommunikationstechnik (entfallen)
Reform-Hinweis: Diese Fachrichtung im Elektroniker-Handwerk ist seit der ElekAusbV vom 30.03.2021 entfallen — die Inhalte wurden in andere Berufe integriert (u.a. IT-Systemelektroniker, Informationselektroniker). Bestehende Ausbildungen laufen aus. Aktuelle Alternativen für Interessenten an Telekommunikations- und Informationsverkabelung: IT-Systemelektroniker (DKZ 14087, im IT-Hub), Informationselektroniker (Bürosystem-/Gerätetechnik), Elektroniker für Informations- und Systemtechnik (Industrie, 122382). Hub-Card dokumentiert den Reform-Stand und verlinkt zum BERUFENET-Archiv.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (bis Reform 2021)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Status: Entfallen seit ElekAusbV 30.03.2021 — Alternativen siehe oben
- Aktuelle Alternative 1: IT-Systemelektroniker (DKZ 14087, im IT-Hub)
- Aktuelle Alternative 2: Elektroniker für Informations- und Systemtechnik (122382)
- Top-Arbeitgeber: Telekommunikationsdienstleister, Netzbetreiber, IT-Systemhäuser
Elektroniker/in – Maschinen und Antriebstechnik
Spezialisierter Elektroniker-Beruf im Handwerk (HwO) für Wicklung, Reparatur und Bau elektrischer Maschinen, Transformatoren, Drehstrommotoren, Generatoren. Klassischer Spezialberuf mit hohem Detailwissen — etwa zur Wicklungsbearbeitung, Isolations- und Imprägniertechnik, Hochspannungsprüfungen. Stark wachsende Nachfrage durch E-Mobilität (Antriebsmotoren) und Energiewende (Generatoren in Windkraft und Photovoltaik-Wechselrichtern). Karriere als Elektromaschinenbauer-Meister mit eigenem Betrieb oder Industrie-Spezialist.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (HwO)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 880–1.050 €/Monat
- Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 44.000–58.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Elektromaschinenbau-Spezialisten, Motoren-Service-Betriebe, Bobinage-Werkstätten, Tesla, ZF
Informationselektroniker/in
Installieren und warten informations- und kommunikationstechnische Systeme – Netzwerke, Telekommunikation, Sicherheits- und Bürotechnik. Handwerksberuf (2021 zusammengeführt) mit Kundendienst und Systemintegration.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 850–1.100 €/Monat
- Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: E-Handwerk, IT-Systemhäuser
Elektroniker in der Industrie
6 BerufeElektroniker/in für Betriebstechnik
Klassischer Industrie-Elektroberuf für die Instandhaltung von Produktionsanlagen: Installation, Wartung und Reparatur von elektrischen Betriebs-, Produktions- und Verfahrensanlagen — von Schalt- und Steueranlagen über Energieversorgung bis zu Kommunikations- und Beleuchtungstechnik. Auch im Handwerk ausgebildet. Stark gefragt durch Industrie 4.0, IoT-Plattformen, Predictive Maintenance, Industrieroboter. Karrierepfade als Industriemeister Elektrotechnik, Techniker oder Bachelor Elektrotechnik mit Spezialisierung Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr (+ Schichtzulagen)
- Meister/Senior: 48.000–68.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Siemens, ABB, Bosch, Volkswagen, BMW, Daimler, BASF, Bayer, Stadtwerke
Elektroniker/in für Automatisierungstechnik
Industrie-Variante des Automatisierungstechnik-Berufs: Installation, Programmierung und Inbetriebnahme von komplexen Automatisierungsanlagen in Produktion und Verfahrenstechnik. Aufgaben: SPS-Programmierung (Siemens S7, Beckhoff TwinCAT), Roboter-Steuerung, Visualisierung mit SCADA-Systemen, Industrial Ethernet, OPC UA. Stark gefragt durch Industrie 4.0, IoT-Vernetzung und Predictive Maintenance. Vor allem in der Industrie ausgebildet (Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Automotive). Karriere als Industriemeister Elektrotechnik, Techniker oder Bachelor Automatisierungstechnik.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (Industrie)
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 40.000–50.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 50.000–72.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Siemens, ABB, Bosch, KUKA, Festo, Beckhoff, Volkswagen, BMW, BASF, Bayer
Elektroniker/in für Geräte und Systeme
Industrie-Elektroberuf für die Herstellung und Wartung elektronischer Geräte und Baugruppen — von Steuerungselektronik über Mess- und Prüfgeräten bis zu Telekommunikationsgeräten. Aufgaben: Bestückung von Leiterplatten, Aufbau und Prüfung von Geräten, SMD-Löten, Fehlerdiagnose, EMV-Prüfung, Inbetriebnahme bei Kunden. Stark digitalisiert mit Embedded Systems, Augmented-Reality-Wartung, Predictive Maintenance. Klassischer Karrierepfad als Industriemeister Elektrotechnik, Techniker oder Bachelor Elektronik / Embedded Systems.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (Industrie)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr
- Senior/Meister: 48.000–66.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Siemens, Bosch, Continental, Rohde & Schwarz, Phoenix Contact, Beckhoff, Infineon, Diehl
Elektroniker/in für Informations- und Systemtechnik
Industrie-Elektroberuf an der Schnittstelle Elektronik und IT — relevant für komplexe vernetzte Systeme: Aufbau und Inbetriebnahme von Computer-Servern, Telekommunikationsanlagen, Sensor-Aktor-Systemen, IoT-Infrastrukturen, Steuerungstechnik mit Embedded Systems. Aufgaben: Systemdiagnose, Softwarekonfiguration, Netzwerk-Inbetriebnahme, Wartung und Fehlersuche. Stark wachsende Bedeutung durch Industrie 4.0, Smart Factory und IIoT. Karriere als Industriemeister, Techniker oder Bachelor Informationselektronik / Eingebettete Systeme.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (Industrie)
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 40.000–50.000 €/Jahr
- Senior/Meister: 50.000–70.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Siemens, Rohde & Schwarz, Bosch, Infineon, Deutsche Telekom, Cisco, IBM
Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration
Komplett neuer 3,5-jähriger Industrieberuf seit 2021 (Reform ElekAusbV) — als Antwort auf die wachsende Komplexität moderner Smart Buildings. Aufgaben: Planung und Integration gebäudetechnischer Anlagen in einheitliche Leitsysteme — Beleuchtung, HLK (Heizung, Lüftung, Klima), Sicherheits- und Brandmeldetechnik, Zugangskontrolle, Energiemanagement. Stark digitalisiert mit BIM (Building Information Modeling), KNX, EnOcean, Smart Metering, AAL (Ambient Assisted Living). Wachsende Bedeutung durch Smart-Home, Smart-Building und Gebäudeenergiegesetz.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (NEU 2021 ElekAusbV)
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 40.000–50.000 €/Jahr
- Senior/Meister: 50.000–70.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Siemens, Bosch Building Technologies, ABB, Schneider Electric, Honeywell, Drees & Sommer
Elektroniker/in für Gebäude- und Infrastruktursysteme
Planen, installieren und warten elektrotechnische Anlagen in Gebäuden und Infrastruktur – von Sicherheits- und Kommunikationstechnik bis zu Energie- und Gebäudeleittechnik. IH-Beruf mit Fokus auf vernetzte, energieeffiziente Gebäude.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.200 €/Monat
- Einstieg: 36.000–46.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Elektroanlagenbauer, Facility-Management, Industrie
Mechatronik & Schaltanlagenbau
3 BerufeMechatroniker/in
Hybrid-Beruf an der Schnittstelle Mechanik, Elektronik und Informatik — eine der populärsten technischen Ausbildungen mit ~9.000 Neuabschlüssen pro Jahr. Aufgaben: Bau und Wartung mechatronischer Systeme aus Sensorik, Aktorik, Steuerungstechnik und Software — Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge, Produktionsstraßen. Sehr breit einsetzbar in Automotive, Maschinenbau, Anlagenbau, Robotik. Stark digitalisiert mit Industrie 4.0, Cobots und Wearable Technology. Klassischer Karrierepfad zum Industriemeister, Techniker, Bachelor Mechatronik / Mechatronics Engineering.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 48.000–70.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Siemens, Bosch, ZF Friedrichshafen, Continental, BMW, Audi, Mercedes-Benz, KUKA
Industrieelektriker/in
2-jähriger Sammelausbildungsberuf in der Industrie seit 2008 — mit den Fachrichtungen Betriebstechnik (DKZ 76430) und Geräte und Systeme (DKZ 76438). Aufgaben: Montage, Inbetriebnahme und Instandhaltung elektrotechnischer Anlagen in der Industrie — vom Schaltschrankbau über Maschinen-Verdrahtung bis zur einfachen Leistungselektronik. Idealer Einstieg für praktisch orientierte Jugendliche; Aufstockung zum 3,5-jährigen Elektroniker für Betriebstechnik mit Anrechnung möglich. Wachstumsmarkt durch Fachkräftemangel.
- Dauer: 2 Jahre dual (Industrie, mit Aufstockungsoption)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.180 €/Monat
- Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
- Aufstieg: Aufstockung zum 3,5-jährigen Elektroniker für Betriebstechnik
- Top-Arbeitgeber: Siemens, ABB, Bosch, Schaltschrankbauer, Maschinenbauer, Stadtwerke
Elektroanlagenmonteur/in
Klassischer Industrieberuf für die Montage von Schaltanlagen, Verteileranlagen und Steuerungsanlagen in der Energieversorgung und Industrie. Aufgaben: Schaltschrankbau, Verdrahtung nach Stromlaufplan, Inbetriebnahme der Energietechnik, einfache Wartung. Stark gefragt durch Energiewende und Smart-Grid-Ausbau. Klassische Karriere als Montagemeister oder mit Industriemeister Elektrotechnik. Häufig Reiseberuf mit Montageeinsätzen bundesweit und international.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.180 €/Monat
- Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr (+ Montagezulagen)
- Senior/Meister: 44.000–60.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Schaltschrankbauer (Rittal, Eldon), Elektromontagebetriebe, ABB, Siemens Energy, Stromnetzbauer
Energiewende: Wärmepumpe, Kältetechnik & SHK
4 BerufeMechatroniker/in für Kältetechnik
Hybrid-Beruf für Kälte- und Klimaanlagen an der Schnittstelle Mechanik, Elektronik und Steuerungstechnik. Aufgaben: Komponenten zusammenstellen, Anlagen in Werkstatt vormontieren, beim Kunden einbauen, Rohre verlegen, Steuerungstechnik programmieren, Anlagen in Betrieb nehmen, Wartung und Reparatur. Massiver Wachstumsmarkt durch Klimawandel (steigender Kühlbedarf) und Wärmepumpentechnik (Energiewende). Verpflichtende F-Gase-Sachkundeprüfung für Kältemittelhandling. Karrierepfade als Kältetechnik-Meister mit eigenem Betrieb.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (Industrie + Handwerk)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 950–1.150 €/Monat
- Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 46.000–62.000 €/Jahr (eigener Betrieb deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: GEA, Carrier, Daikin, Viessmann, Bitzer, Bosch Thermotechnik, Kälte-Klima-Fachbetriebe
Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)
Vielseitiger Beruf in Industrie und Handwerk — Schlüsselberuf der Energiewende. Aufgaben: Installation von Wasser- und Luftversorgungssystemen, Heizungsanlagen, Sanitärinstallation, Solarthermie, Wärmepumpen, Holzpelletanlagen, Smart-Home-Systeme, Regenwassernutzung, energieeffiziente Sanierung. Massiver Wachstumsmarkt durch Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Wärmepumpenpflicht. Akuter Fachkräftemangel — beste Karrierechancen. Karriere als SHK-Meister mit eigenem Betrieb (typisches Einkommen 80.000–150.000 €/Jahr) oder mit Studium Versorgungstechnik.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 850–1.080 €/Monat
- Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
- Meister/Senior: 46.000–62.000 €/Jahr (eigener Betrieb 80.000+)
- Top-Arbeitgeber: SHK-Handwerksbetriebe, Viessmann, Vaillant, Bosch Thermotechnik, Stiebel Eltron, BAUHAUS
Anlagenmechaniker/in (Industrie)
Industrieller Spezialberuf für Rohrleitungssysteme und Anlagen — abgrenzend zum SHK-Anlagenmechaniker im Handwerk. Aufgaben: Herstellung von Rohrleitungssystemen für die Chemie-, Mineralöl- und Lebensmittelindustrie sowie versorgungstechnische Betriebe. Blechzuschnitt, Kanten, Rohrbiegen, CNC-Bearbeitung, Schweißen verschiedener Werkstoffe (Edelstahl, Kupfer), Montage großer Anlagen, Druckprüfung, Inbetriebnahme. Stark wachsender Markt durch Wasserstoff-Wirtschaft, CO2-Abscheidung und chemische Großanlagen.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (Industrie)
- RIASEC: RIC (Realistic · Investigative · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat (IG Metall-Tarif)
- Einstieg: 38.000–48.000 €/Jahr (+ Montagezulagen)
- Senior/Meister: 48.000–68.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: BASF, Bayer, Linde, Air Liquide, ThyssenKrupp Industrial Solutions, Bilfinger, voestalpine
Systemelektroniker/in
Hinweis zur Bezeichnung: 'Systemelektroniker' wird heute meist als Kurzform für den 'IT-Systemelektroniker' verwendet (siehe IT-Hub). Der historische 'Systemelektroniker' als eigener Beruf wurde 2004 zum Elektroniker für Geräte und Systeme (15632) modernisiert. Aufgaben des heutigen IT-Systemelektronikers: Beschaffung, Einrichtung, Anschluss, Wartung und Reparatur von IT-Systemen und Telekommunikationsanlagen. Sehr stark gefragt durch Glasfaser-Ausbau und Smart-City-Projekte. Klassische Karriere zum Netzwerk-Spezialist oder Cyber-Security-Techniker.
- Dauer: 3 Jahre dual (heute als IT-Systemelektroniker DKZ 14087)
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.000–1.180 €/Monat
- Einstieg: 36.000–46.000 €/Jahr
- Senior/Spezialist: 48.000–65.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Deutsche Telekom, Vodafone, Bosch, IT-Systemhäuser, Glasfaser-Netzbetreiber, Cisco-Partner
Luftfahrt- & Veranstaltungs-Elektronik
3 BerufeElektroniker/in für luftfahrttechnische Systeme
Hochspezialisierter Luftfahrtberuf — abgrenzend zum Fluggerätelektroniker eher auf bodengebundene und flughafenseitige elektronische Systeme spezialisiert (Radar, Navigation, Funkkommunikation, Flugsicherungsanlagen). Aufgaben: Installation, Wartung und Reparatur der elektronischen Infrastruktur an Flughäfen und in luftfahrttechnischen Anlagen. Sehr hohe Anforderungen an Präzision und Dokumentation. Karrierepfade bei DFS (Deutsche Flugsicherung), Flughafenbetreibern (Fraport, München, Düsseldorf) oder im Behörden-Umfeld.
- Dauer: 3,5 Jahre dual
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.080–1.200 €/Monat
- Einstieg: 40.000–50.000 €/Jahr
- Senior/Spezialist: 50.000–70.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Deutsche Flugsicherung (DFS), Fraport, Flughafen München, Lufthansa Technik, ESG
Fluggerätelektroniker/in
Sehr spezialisierter Luftfahrtberuf für die Avionik — alles, was an Bord eines Flugzeugs elektronisch ist: Steuer-, Signal- und Datenleitungen, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, elektrische Antriebs- und Übertragungstechnik. Aufgaben: Einbau elektronischer Anlagen in Fluggeräte, Wartung und Reparatur von Avionik, systematische Fehleranalyse mit Spezialprüfmitteln, technische Freigabe von Fluggeräten (mit entsprechender Berechtigung). Stark wachsender Markt durch E-Mobilität in der Luftfahrt und neue Flugzeuggenerationen.
- Dauer: 3,5 Jahre dual (Industrie)
- RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 1.150–1.280 €/Monat (Luftfahrt-Tarif)
- Einstieg: 42.000–55.000 €/Jahr
- Senior/Spezialist: 55.000–75.000 €/Jahr
- Top-Arbeitgeber: Lufthansa Technik, Airbus, MTU Aero Engines, Rolls-Royce Deutschland, Diehl Aerospace
Fachkraft für Veranstaltungstechnik
Beruf an der Schnittstelle Elektrotechnik und Show-Business — verantwortlich für die technische Abwicklung von Konzerten, Messen, Konferenzen, Theatervorstellungen, Filmproduktionen, Live-Streaming-Events. Aufgaben: Auf- und Abbau von Bühnen, Beleuchtungs-, Ton-, Video- und Pyrotechnik, Bedienung der Mischpulte (Audio + Lichtsteuerung), Sicherheit der Veranstaltung. Massiver Wachstumsmarkt nach Corona-Pause — Festival- und Event-Branche boomt. Karriere als Meister für Veranstaltungstechnik mit Selbstständigkeit oder als technischer Leiter bei Konzert-/Theater-Veranstaltern.
- Dauer: 3 Jahre dual
- RIASEC: RAC (Realistic · Artistic · Conventional)
- Vergütung 1. LJ: 950–1.150 €/Monat
- Einstieg: 30.000–40.000 €/Jahr (+ Eventzulagen, Trinkgeld bei Tour)
- Meister/Senior: 42.000–60.000 €/Jahr (Selbstständig deutlich höher)
- Top-Arbeitgeber: Veranstaltungstechnik-Dienstleister (Neumann&Müller, satis&fy, PRG), Messegesellschaften, Konzerthäuser, Theater
Wer passt zu Elektro- und Energieberufen?
Praktisch alle Elektroberufe teilen ein klares RIASEC-Profil: RIC (Realistic · Investigative · Conventional). Wer hier dominant punktet, mag handfeste Arbeit mit Strom, Werkzeug und Maschinen, will technische Zusammenhänge wirklich verstehen und arbeitet sorgfältig nach Vorschriften. Subprofile mit hohem A (Artistic) tendieren zu Veranstaltungstechnik. Hoher S-Anteil (Social) führt zum SHK-Handwerk mit Kundenkontakt vor Ort. Hoher E-Anteil (Enterprising) führt zur Meister- oder Selbstständigkeits-Schiene.
RIC — Realistic · Investigative · Conventional
Das wissenschaftlich validierte RIASEC-Profil nach Holland-Code ordnet Elektroberufen dominant R zu: Hands-on-Arbeit mit Strom, Schaltkreisen, Werkzeug und elektrischen Anlagen. Sekundär I: technisches Verständnis, Fehleranalyse, Verstehen von Schaltplänen und elektrotechnischen Zusammenhängen. Tertiär C: Sorgfalt bei VDE-Normen, Dokumentation und Sicherheits-Standards.
R – Realistic
Sie arbeiten gerne handwerklich, montieren Schaltschränke, verlegen Leitungen, prüfen Anlagen und reparieren Geräte. Anpacken statt nur planen.
I – Investigative
Sie wollen verstehen, warum eine Anlage nicht läuft. Sie messen, analysieren Schaltpläne und lösen Fehler systematisch – elektrotechnische Logik fasziniert Sie.
C – Conventional
Sie halten sich strikt an VDE-Vorschriften, dokumentieren Prüfungen und arbeiten nach Schaltplan – denn bei Strom gilt: Sorgfalt rettet Leben.
Ist ein Elektro- oder Energieberuf wirklich Ihr Profil?
20 Minuten Klarheit statt 3,5 Jahre Umweg – wissenschaftlicher RIASEC-Test für Schüler.
Gehalt in Elektro & Energie: Tarif & Wärmepumpen-Aufschlag
Die Tarif-Lage ist klar geteilt: E-Handwerk (ZVEH-Tarif) bietet 720–1.020 € in der Ausbildung, E-Industrie (IG-Metall-Tarif Elektro) 1.130–1.380 € – also fast 50 % mehr. Im Berufsleben verdienen Industrie-Elektroniker meist 5.000–10.000 € mehr pro Jahr als Handwerks-Elektroniker. Aber: Mit Wärmepumpen- und Photovoltaik-Spezialisierung holen Handwerks-Elektroniker bis zu 30 % auf. Spitzenverdiener sind Industriemeister Elektrotechnik (62.000–85.000 €) und Aerospace-Elektroniker (55.000–85.000 €).
Bandbreiten gerundet. Quellen: BIBB-Vergütungserhebung 2025, IG-Metall-Tarif Elektro 2025, ZVEH-Tarif Elektro-Handwerk 2025, ZDH-Tarif SHK-Handwerk 2025, Luftfahrt-Tarifvertrag 2025. Wärmepumpen-Spezialisten (Photovoltaik, Wallbox, Wärmepumpe-Inbetriebnahme) erreichen oft 20–30 % über Tariflohn.
Drei Karrierewege nach Elektro- oder Energie-Ausbildung
Elektro-Karrieren sind klar strukturiert: Meister im Handwerk, Industriemeister in der Industrie, Techniker für die ingenieurnahe Schiene und Studium für Engineering und Projektleitung.
1. Meister-Pfad (Handwerk + Industrie)
Klassischer Aufstieg mit Meisterbrief (DQR 6) – im Handwerk Elektromeister oder Anlagenmechanikermeister, in der Industrie Industriemeister Elektrotechnik.
- Elektromeister (Handwerk, Bachelor Professional)
- Industriemeister Elektrotechnik (IHK, DQR 6)
- Anlagenmechanikermeister SHK (Wärmepumpen!)
- Selbstständigkeit als Elektromeister möglich
2. Techniker-Pfad
Staatlich geprüfter Techniker (DQR 6) – ingenieurnahe Tätigkeit ohne Studium, oft in Konstruktion, Inbetriebnahme oder Projektleitung.
- Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik
- Techniker Energietechnik / Mechatronik
- Inbetriebnahme-Techniker (oft mit Reise-Anteil)
- Projektleitung in mittleren Industrieprojekten
3. Studium-Pfad
Berufsbegleitendes oder anschließendes Studium – Türöffner zu Engineering, Konstruktion und Energie-Konzernen mit Aufstiegs-BAföG bis 75 % gefördert.
- B.Sc./M.Sc. Elektrotechnik
- B.Sc. Wirtschaftsingenieur Energietechnik
- B.Sc. Mechatronik / Automatisierungstechnik
- Duales Studium mit Ausbildungsanrechnung
Sie planen den Schritt zum Industriemeister oder ins Engineering-Studium? Eine berufliche Neuorientierung oder Studienberatung hilft bei der fundierten Karriereplanung.
Nicht das Richtige? Verwandte Bereiche im Vergleich
Wer schwankt zwischen Elektro/Energie und einem verwandten Feld, findet hier die richtige Abgrenzung.
Was sagen unsere Berater zu Elektro- und Energieberufen?
Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Elektroberufe sind die Gewinner der Energiewende. Wer heute als Anlagenmechaniker SHK oder Mechatroniker für Kältetechnik startet, hat in den nächsten 15 Jahren eine Job-Garantie auf höchstem Niveau – Deutschland hat sich zur Wärmepumpe verpflichtet, und jedes Gebäude braucht qualifiziertes Fachpersonal. Mein Rat aus 25 Jahren Headhunting: Wer als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik beginnt und sich mit Photovoltaik- und Wallbox-Zertifikaten spezialisiert, erreicht mit 30 ein Gehalt von 65.000–85.000 €. Industrie-Spitzenverdiener sind Industriemeister Elektrotechnik bei Siemens, Bosch oder ABB mit 75.000–95.000 €. Selbstständigkeit als Elektromeister ist eine der lukrativsten im Handwerk – Umsätze 200.000–500.000 € sind realistisch."
Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert
„Elektroberufe brauchen ein spezielles Persönlichkeitsprofil: hohes Sicherheitsbewusstsein bei Strom (Fehler können tödlich sein), technische Geduld bei Fehlersuche, räumlich-technisches Vorstellungsvermögen für Schaltpläne und handwerkliches Geschick. Wichtige Selbstprüfung: Haben Sie als Kind gerne mit Lego Technic, Elektronik-Baukästen oder im Bastelkeller gearbeitet? Wenn ja, ist das ein starker Indikator. Für Frauen: Elektroberufe haben aktuell nur 5 % Frauenanteil – aber wachsend. Tech-Konzerne wie Siemens, Bosch und ABB haben aktive Frauen-Förderprogramme. Achtung: Der körperliche Anspruch in der Anlagenmontage und SHK ist hoch (Tragen schwerer Bauteile, Arbeiten in Zwangshaltungen) – wer das nicht möchte, sollte zu Industrie-Elektronik oder Aerospace tendieren.
Elektro- und Energie-Ausbildung – FAQ
In der Ausbildung verdienen Luftfahrt-Elektroberufe am besten: Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme und Fluggerätelektroniker mit 1.150–1.420 € (Luftfahrt-Tarif). Im Berufsleben führen Industriemeister Elektrotechnik mit 62.000–95.000 € sowie Aerospace-Elektroniker mit 55.000–85.000 €. Spitzenverdiener: Selbstständige Elektromeister mit Photovoltaik- und Wärmepumpen-Spezialisierung erreichen 200.000–500.000 € Umsatz pro Jahr. Energiewende-Aufschlag: Wärmepumpen-Spezialisten (Mechatroniker Kältetechnik, Anlagenmechaniker SHK) verdienen 20–30 % über Tarif aufgrund Marktverknappung. Industrie schlägt Handwerk im Einstieg: Industrie-Elektroniker startet mit 38.000–52.000 €, Handwerks-Elektroniker mit 32.000–42.000 €.
Rechtlich reicht in den meisten Elektroberufen der Hauptschulabschluss: Elektroniker EuG, Anlagenmechaniker SHK, Elektroanlagenmonteur, Industrieelektriker, Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Mittlere Reife empfohlen für Industrie-Elektroniker, Mechatroniker, Mechatroniker für Kältetechnik. Mittlere Reife oder höher für die Luftfahrt-Elektroberufe (Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme, Fluggerätelektroniker) – aufgrund der hohen Sicherheits-Anforderungen und EASA-Zulassung. Empfehlung: Gute Noten in Mathematik (Bruchrechnung, Prozentrechnung, Geometrie) und Physik (Elektrizitätslehre) sind entscheidender als der formale Abschluss. Mit Abitur verkürzt sich die Ausbildung oft auf 3 Jahre statt 3,5.
Im E-Handwerk (ZVEH-Verordnung) gibt es 4 Fachrichtungen: 1. Energie- und Gebäudetechnik (EuG) – der mit Abstand größte Elektroberuf: Hausinstallation, Photovoltaik, Wallbox-Montage, Wärmepumpen-Anschluss. 2. Automatisierungs- und Systemtechnik – Steuerungstechnik, KNX-Bus, Gebäudeautomation, Smart-Home-Integration. 3. Informations- und Telekommunikationstechnik – Netzwerk, Glasfaser, Sicherheitstechnik, Brandmelder. 4. Maschinen und Antriebstechnik – Elektromotoren, Antriebssysteme, Transformatoren. Alle 4 haben den gleichen ZVEH-Tarif und dauern 3,5 Jahre. Die Wahl der Fachrichtung passiert im Ausbildungsvertrag.
Beide haben Vor- und Nachteile: E-Handwerk (ZVEH-Tarif, 4 Fachrichtungen): Niedrigere Ausbildungsvergütung (720 € im 1. Lehrjahr), aber direkter Kundenkontakt, vielseitige Auftragslage, schnelle Meister-Selbstständigkeit möglich. Typische Arbeitgeber: Elektroinstallateur-Betriebe, kommunale Energieversorger, SHK-Betriebe. E-Industrie (IG-Metall-Tarif Elektro, 5 Fachrichtungen): Höhere Ausbildungsvergütung (1.130 €) und höhere Einstiegsgehälter, oft klare Hierarchie, weniger Kundenkontakt. Typische Arbeitgeber: Siemens, Bosch, ABB, Energieversorger, Maschinenbau-Konzerne. Empfehlung: Wer Selbstständigkeit anstrebt, geht ins Handwerk. Wer Industrie-Karriere und Konzern-Sicherheit will, in die Industrie. Wechsel zwischen beiden ist nach der Ausbildung jederzeit möglich.
Massiv: Das GEG-2024 (Gebäudeenergiegesetz) macht Wärmepumpen in Neubauten faktisch zur Pflicht. Drei Berufe profitieren am stärksten: 1. Anlagenmechaniker SHK – installiert die Wärmepumpe (Hydraulik, Heizungsanschluss, Inbetriebnahme). Aktuell 80.000 offene Stellen, 25–30 % Lohnaufschlag möglich. 2. Mechatroniker für Kältetechnik – Spezialist für Kältekreislauf, Verdichter und Kältemittel. Hochwertige Wärmepumpen-Anlagen brauchen diese Expertise. 3. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – Stromanschluss der Wärmepumpe, Photovoltaik-Kopplung, Wallbox-Integration. Strategie: Wer in einem dieser Berufe startet, sollte VDI-Zertifizierung Wärmepumpentechnik oder BAFA-anerkannte Sachkunde erwerben – das ist der Lohn-Booster.
Vier Leitfragen helfen bei der Eingrenzung:
1. Handwerk oder Industrie? Handwerk: 4 E-Handwerk-Fachrichtungen, Anlagenmechaniker SHK, Mechatroniker Kältetechnik. Industrie: 5 Industrie-Elektroniker-Fachrichtungen, Mechatroniker, Industrieelektriker.
2. Eher Hausinstallation/Kundenkontakt oder industrielle Anlagen? Hausinstallation: Elektroniker EuG, Anlagenmechaniker SHK. Anlagen: Elektroniker Betriebstechnik, Anlagenmechaniker Industrie.
3. Klassische Elektronik oder Energiewende-Schwerpunkt? Klassisch: Elektroniker, Mechatroniker. Energiewende: Anlagenmechaniker SHK, Mechatroniker Kältetechnik, Elektroniker EuG mit PV-Spezialisierung.
4. Standard-Karriere oder Aerospace? Standard: alle E-Berufe. Aerospace: Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme, Fluggerätelektroniker.
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Beide sind DQR 6 (Bachelor-Niveau-Äquivalent) und werden gleichwertig anerkannt – aber sie öffnen unterschiedliche Karrierewege: Elektromeister (Handwerk, HwK-Prüfung): Ermöglicht Selbstständigkeit als Elektroinstallateur-Betrieb, Eintrag in die Handwerksrolle, Ausbildung eigener Lehrlinge. Gehalt: 55.000–75.000 € als Angestellter, 80.000–500.000 € Umsatz als Selbstständiger. Industriemeister Elektrotechnik (IHK-Prüfung): Industrie-Karriere als Schichtleiter, Produktionsleiter, Werkstattleiter in Konzernen wie Siemens, Bosch, ABB. Gehalt: 62.000–95.000 € als Angestellter im Konzern. Aufstiegs-BAföG: Beide Wege werden mit bis zu 75 % gefördert. Tipp: Industriemeister hat oft schnellere Karrierechancen in Konzernen, Elektromeister mehr unternehmerische Freiheit.
Ja, und zwar als Lohn-Booster Nr. 1: Nach der Ausbildung zum Elektroniker EuG, Elektroniker Betriebstechnik oder Mechatroniker gibt es mehrere Zertifizierungen für PV-Anlagen. VDE-Zertifizierung „Fachkraft für Solartechnik": Inbetriebnahme und Wartung von Photovoltaik-Anlagen, oft 1–2 Wochen Kompakt-Lehrgang. Sachkunde-Nachweis für Speichersysteme: Heim-Stromspeicher, oft Voraussetzung für Förderzuschüsse. Wallbox-Installation: Schulungen verschiedener Hersteller (KEBA, Mennekes, ABL). Effekt: PV-spezialisierte Elektroniker verdienen 15–25 % über Tarif. Selbstständigkeit: Mit PV-Spezialisierung sind eigene Solar-Betriebe sehr lukrativ – ein gut laufender Solar-Elektrobetrieb erreicht 300.000–800.000 € Umsatz pro Jahr.
Klar geteilt zwischen Handwerk und Industrie: E-Handwerk: ZVEH-Tarifvertrag (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke), bundesweit einheitlich. 720 € im 1. Lehrjahr, 1.020 € im 4. Lehrjahr. E-Industrie: IG-Metall-Tarif Elektroindustrie (einer der besten Industrietarife Deutschlands). 1.130 € im 1. Lehrjahr, 1.380 € im 4. Lehrjahr. Plus Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, 35-Stunden-Woche, 30 Tage Urlaub. SHK-Handwerk: ZDH-Tarif SHK (etwas niedriger als IG-Metall). 770 € im 1. Lehrjahr, 1.180 € im 3. Lehrjahr. Luftfahrt-Tarif: Höchste Vergütung mit 1.150–1.420 € in der Ausbildung, danach Konzern-Tarife (Lufthansa Technik, Airbus). Vor Bewerbung: Tarifbindung immer prüfen – nicht-tarifgebundene Betriebe zahlen oft 10–15 % weniger.
Die Übernahmequote liegt 2025 in Elektroberufen bei ~94 % im Schnitt – die höchste in der dualen Ausbildung neben IT und Gesundheit. Praktisch alle Elektroberufe: Elektroniker EuG 95 %, Elektroniker Betriebstechnik 96 %, Mechatroniker 97 %, Anlagenmechaniker SHK 95 %, Mechatroniker Kältetechnik 96 %, Industrieelektriker 92 %. Konkret: Auf einen ausgelernten Elektroniker EuG kommen aktuell 5–7 offene Stellen, auf einen Anlagenmechaniker SHK aufgrund Wärmepumpen-Boom sogar 8–10 offene Stellen. Wer nicht übernommen wird, findet binnen Tagen einen neuen Arbeitgeber, oft mit 10–25 % höherem Gehalt durch Wechselprämien. Strategie: Wer nach 2–3 Gesellenjahren wechselt, kann sein Gehalt deutlich erhöhen – Elektrobetriebe zahlen für Berufserfahrung gut.
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21 Elektro- und Energieberufe sind viel – und sie unterscheiden sich extrem in Tätigkeit, Tarif und Spezialisierung. Unser wissenschaftlicher RIASEC-Test und die persönliche Beratung durch zertifizierte Psychologinnen und Psychologen schaffen Klarheit in unter 20 Minuten.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- BIBB-Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen, Bundesinstitut für Berufsbildung, veröffentlicht 03.03.2026.
- BIBB-Vergütungserhebung 2025: Tarifliche Ausbildungsvergütungen.
- IG-Metall-Tarifvertrag Elektroindustrie 2025: Industrie-Elektroniker-Tarife.
- ZVEH-Tarifvertrag E-Handwerk 2025: Zentralverband Deutsche Elektro- und Informationstechnische Handwerke.
- ZDH-Tarifvertrag SHK 2025: Anlagenmechaniker SHK-Tarif.
- BMWK Studie „Fachkräftemangel Elektrohandwerk 2025": 96.000 fehlende Elektrofachkräfte.
- GEG 2024: Gebäudeenergiegesetz mit Wärmepumpen-Anforderungen.
- EEG 2025: Erneuerbare-Energien-Gesetz und Photovoltaik-Ausbau.
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices", 3. Auflage, PAR.
- Hinweis: Bandbreiten in den Gehaltstabellen beziehen sich auf tarifliche und marktübliche Vergütungen 2025. Wärmepumpen- und Photovoltaik-Spezialisten erreichen oft 20–30 % über Tarif.