Qualitätsstandard Eignungsdiagnostik

DIN 33430: Was die Norm für Eignungsdiagnostik regelt

Die DIN 33430 legt fest, wie berufsbezogene Eignungsbeurteilungen geplant, durchgeführt und ausgewertet werden – vom Anforderungsprofil bis zum Gutachten. Hier steht, was die Norm verlangt, was Lizenzen und Zertifizierungen bedeuten und woran Sie seriöse Diagnostik erkennen.

Aktualisiert: 24. September 2026Fassung: DIN 33430:2016-07Fachlich geprüft: Jan Bohlken · Fachlicher Beirat: Raphaela Peitsch, Diplom-Psychologin
Norm im Überblick
DIN 33430
seit 2002
TitelAnforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik
FassungenJuni 2002, überarbeitet Juli 2016
Geltungfreiwillig, Selbstverpflichtung möglich
Umfangalle Verfahren, auch Interviews und Assessment Center
QualifikationPersonenlizenzen, Dienstleister-Zertifizierung

Das Profiling Institut arbeitet in Beratung und Unternehmensdiagnostik nach DIN 33430.

Die kurze Antwort

Die DIN 33430 ist die deutsche Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik. Sie beschreibt Qualitätsanforderungen an den gesamten Prozess: Anforderungsanalyse, Auswahl und Durchführung der Verfahren, Auswertung, Urteilsbildung und die Qualifikation der beteiligten Personen.

Die Anwendung ist freiwillig. Wer nach DIN 33430 arbeitet, legt seine Diagnostik offen und begründet jede Entscheidung fachlich – genau das unterscheidet sie von Bauchgefühl und ungeprüften Online-Tests.

Grundlagen

Was ist die DIN 33430?

Die DIN 33430 trägt den Titel „Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik“. Sie erschien erstmals im Juni 2002 und wurde im Juli 2016 grundlegend überarbeitet. Sie gilt für alle Situationen, in denen die Eignung von Menschen für einen Beruf, eine Ausbildung, ein Studium oder eine Position beurteilt wird.

Für welche Verfahren?

Für alle: Leistungs- und Persönlichkeitstests, strukturierte Interviews, Assessment Center, Arbeitsproben und biografische Fragebögen. Die Norm bewertet nicht einzelne Tests, sondern verlangt, dass jedes eingesetzte Verfahren zur Fragestellung passt und seine Güte belegen kann.

Für welche Anlässe?

Personalauswahl und Personalentwicklung ebenso wie Berufs-, Studien- und Karriereberatung. Überall dort, wo aus einer Diagnostik eine Empfehlung oder Entscheidung über Menschen folgt.

Pflicht oder freiwillig?

Freiwillig. Kein Gesetz schreibt die Norm vor. Unternehmen und Dienstleister können sich selbst verpflichten, Personen können eine Lizenz erwerben, Dienstleister sich zertifizieren lassen.

Prozess

Die Schritte einer Eignungsdiagnostik nach DIN 33430

Die Norm denkt Diagnostik als Prozess. Jeder Schritt muss fachlich begründet und dokumentiert sein – nachvollziehbar für Auftraggeber und für die Menschen, die beurteilt werden.

SchrittWas verlangt wirdWarum es wichtig ist
1. Auftrag und FragestellungKlären, welche Entscheidung die Diagnostik vorbereiten sollOhne klare Frage misst man, was leicht zu messen ist, statt was zählt
2. AnforderungsanalyseDie Anforderungen des Berufs, der Stelle oder des Studiengangs erhebenNur so lässt sich später begründen, warum ein Merkmal überhaupt geprüft wird
3. VerfahrensauswahlVerfahren wählen, die zur Anforderung passen und ihre Güte belegenObjektivität, Zuverlässigkeit, Gültigkeit und aktuelle Normen trennen Diagnostik von Unterhaltung
4. DurchführungStandardisiert, unter vergleichbaren Bedingungen, mit Information der TeilnehmendenGleiche Bedingungen für alle sind die Voraussetzung für faire Vergleiche
5. Auswertung und InterpretationNach festgelegten Regeln auswerten, Ergebnisse auf die Fragestellung beziehenZahlen ohne Einordnung führen zu Fehlschlüssen
6. Urteilsbildung und RückmeldungErgebnisse zu einem begründeten Urteil verdichten, dokumentieren, zurückmeldenDas Gutachten macht die Empfehlung überprüfbar
Die sechs Schritte der Eignungsdiagnostik nach DIN 33430Ablauf in sechs Schritten: Auftrag und Fragestellung, Anforderungsanalyse, Verfahrensauswahl, Durchführung, Auswertung und Interpretation, Urteilsbildung und Rückmeldung. Jeder Schritt wird dokumentiert.1Auftrag undFragestellung2Anforderungsanalyse3Verfahrensauswahl4Durchführung5Auswertung undInterpretation6Urteilsbildungund RückmeldungIn jedem Schritt: begründen und dokumentieren
Der Ablauf nach DIN 33430: Die Norm prüft nicht einzelne Tests, sondern ob jeder Schritt fachlich begründet und nachvollziehbar dokumentiert ist.
Qualifikation

DIN 33430 Lizenz und Zertifizierung: was hinter den Begriffen steckt

Die Norm unterscheidet zwischen der Qualifikation von Personen und der Zertifizierung von Dienstleistern. Beides wird häufig verwechselt.

Personenlizenz

Fachleute weisen in einer Prüfung nach, dass sie die Anforderungen der Norm kennen und anwenden können. Es gibt Lizenzen für Eignungsdiagnostiker (Lizenz E) sowie für Beobachter in Interviews (BE) und in Verhaltensbeobachtungen wie dem Assessment Center (BV). Angeboten werden Fortbildung und Prüfung unter anderem vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen und seiner Akademie.

Dienstleister-Zertifizierung

Ein Anbieter lässt seine Prozesse von einer Zertifizierungsstelle prüfen, etwa DIN CERTCO. Die Zertifizierung bezieht sich auf die Arbeitsweise des Dienstleisters, nicht auf einzelne Tests.

Selbstverpflichtung

Unternehmen und Berater können erklären, dass sie nach der Norm arbeiten. Aussagekräftig wird das erst, wenn der Anbieter zeigen kann, wie: mit Anforderungsanalyse, dokumentierten Verfahren und nachvollziehbarem Gutachten.

Nutzen

Was die DIN 33430 für Bewerber, Ratsuchende und Unternehmen bedeutet

Für Ratsuchende

Wer eine Berufs-, Studien- oder Karriereberatung bucht, bekommt eine Empfehlung, die sich begründen lässt: welche Verfahren eingesetzt wurden, was sie messen und warum das Ergebnis zur Frage passt. Siehe Berufsberatung und Potenzialanalyse.

Für Bewerberinnen und Bewerber

Faire Bedingungen: vorher wissen, was passiert, gleiche Durchführung für alle, Verfahren mit belegtem Bezug zur Stelle und eine Rückmeldung, die mehr ist als eine Absage.

Für Unternehmen

Bessere Auswahlentscheidungen und eine sachliche Grundlage, wenn eine Entscheidung hinterfragt wird. Mehr dazu unter Eignungsdiagnostik für Unternehmen und Persönlichkeitstests im Unternehmen.

Prüfliste

Woran Sie seriöse Eignungsdiagnostik erkennen

01
Die Fragestellung wird zuerst geklärt – nicht der Test zuerst verkauft.
02
Die Verfahren sind benannt – mit Name, Normstichprobe und Gütekriterien, nicht als „unser eigener Test“ ohne Belege.
03
Die Durchführung ist standardisiert und wird beaufsichtigt.
04
Es gibt ein schriftliches Gutachten, das Ergebnisse auf die Frage bezieht, und ein Gespräch dazu.
05
Die Qualifikation ist nachvollziehbar – Psychologie oder eine Lizenz nach DIN 33430.
06
Grenzen werden benannt – keine Erfolgsgarantien, keine Typen-Etiketten als Urteil.
Profiling Institut

Wie das Profiling Institut nach DIN 33430 arbeitet

Seit 1999 begleitet das Profiling Institut Schüler, Studierende, Berufstätige und Unternehmen. Jede Diagnostik folgt denselben Schritten – egal ob es um die Studienwahl, eine berufliche Neuorientierung oder eine Führungskräfteauswahl geht.

Fragestellung zuerst

Im kostenfreien Vorgespräch klären wir, welche Entscheidung ansteht und was die Diagnostik dafür leisten muss.

Normierte Verfahren

Wir setzen etablierte, normierte Verfahren ein, etwa den IST 2000 R für kognitive Fähigkeiten, den NEO-PI-R und das BIP für die Persönlichkeit sowie Interessen- und Motivverfahren – ausgewählt nach Fragestellung.

Gutachten und Gespräch

Die Ergebnisse fließen in ein schriftliches Gutachten, das wir im Auswertungsgespräch mit Ihnen durchgehen. Die Empfehlung ist begründet und überprüfbar.

Vertraulichkeit

Ergebnisse gehören den Ratsuchenden. Auch wenn ein Arbeitgeber zahlt, gehen Ergebnisse nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung weiter.

Fragen

Häufige Fragen zur DIN 33430

Die DIN 33430 ist die deutsche Norm „Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik“. Sie beschreibt Qualitätsanforderungen an den gesamten Prozess einer Eignungsbeurteilung und an die Qualifikation der beteiligten Personen. Die erste Fassung erschien 2002, die aktuelle Fassung 2016.

Nein. Die Anwendung ist freiwillig. Unternehmen und Dienstleister können sich selbst verpflichten, Fachleute können eine Lizenz erwerben und Dienstleister sich zertifizieren lassen.

Für alle Verfahren der berufsbezogenen Eignungsbeurteilung: Tests, strukturierte Interviews, Assessment Center, Arbeitsproben und biografische Fragebögen. Die Norm prüft keine einzelnen Tests, sondern verlangt, dass jedes Verfahren zur Fragestellung passt und seine Güte belegt.

Ein Nachweis, dass eine Person die Anforderungen der Norm kennt und anwenden kann, erworben über Fortbildung und Prüfung. Es gibt Lizenzen für Eignungsdiagnostiker (E) und für Beobachter in Interviews (BE) und Verhaltensbeobachtungen (BV).

Die Lizenz qualifiziert eine Person. Die Zertifizierung, etwa durch DIN CERTCO, bewertet die Arbeitsweise eines Dienstleisters. Beides bezieht sich nicht auf einzelne Tests.

Ja. Auch Interviews sind eignungsdiagnostische Verfahren. Die Norm verlangt, dass Fragen aus den Anforderungen abgeleitet, strukturiert gestellt und nach festen Kriterien ausgewertet werden.

An einer geklärten Fragestellung vor dem Test, benannten und normierten Verfahren, standardisierter Durchführung, einem schriftlichen Gutachten mit Gespräch und nachvollziehbarer Qualifikation der Diagnostiker.

Ja. Beratung und Unternehmensdiagnostik folgen den Schritten der Norm: Fragestellung, Anforderungen, Auswahl normierter Verfahren, standardisierte Durchführung, Gutachten und Auswertungsgespräch.

Nein. Kostenlose Selbsttests geben eine Orientierung, erfüllen aber nicht die Anforderungen an Fragestellung, Durchführung und Urteilsbildung. Für eine Entscheidung braucht es eine vollständige Diagnostik.

Das hängt vom Umfang ab. Beim Profiling Institut kostet eine Potenzialanalyse 500 Euro, eine Studien- oder Berufsberatung 1.400 Euro vor Ort und 1.200 Euro online, eine Intelligenztestung für Erwachsene 249 Euro. Das Vorgespräch ist kostenfrei.

Verantwortlich

Wer diese Seite verantwortet

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat
Jan Bohlken
Geschäftsführer, Eignungsdiagnostiker nach DIN 33430

Seit über 20 Jahren in der Eignungsdiagnostik, verantwortlich für Verfahrensauswahl und Qualitätssicherung.

Nächster Schritt

Diagnostik, die sich begründen lässt

Im kostenfreien Vorgespräch klären wir Ihre Fragestellung und welches Vorgehen dazu passt – für Sie persönlich oder für Ihr Unternehmen.