Polizeimeister/-in: Ausbildung im mittleren Dienst, Gehalt und Karriere
Polizeimeister/-in ist das Einstiegsamt im mittleren Polizeivollzugsdienst, also der Weg zur Polizei ohne Abitur und ohne Studium. Anders als ein klassischer Ausbildungsberuf ist es eine Beamtenausbildung: Sie werden als Polizeimeisteranwärter/-in Beamtin oder Beamter auf Widerruf, erhalten Anwärterbezüge und schließen nach zwei bis zweieinhalb Jahren mit der Laufbahnprüfung ab. Der wichtigste Punkt vorab: Nicht jedes Bundesland bildet noch für den mittleren Dienst aus. Wir zeigen, wo es den Weg gibt, was er bezahlt, wie die Ausbildung abläuft und wie Sie sich auf den Einstellungstest vorbereiten.
Kurzüberblick: Polizeimeister/-in
Polizeimeister/-innen sind die Polizeivollzugsbeamten der Laufbahngruppe 1, früher und umgangssprachlich mittlerer Dienst genannt. Sie fahren Streife, nehmen Unfälle und Anzeigen auf, sichern Einsätze und Veranstaltungen ab und sind bei der Bundespolizei an Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen im Einsatz. Die Ausbildung ist kein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, sondern ein Vorbereitungsdienst, den der Bund und jedes Land in eigenen Verordnungen regeln. Deshalb heißen Laufbahn und Abschnitte je nach Dienstherr unterschiedlich, etwa zweite Qualifikationsebene in Bayern oder Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt in anderen Ländern.
Polizeimeister/-in: Der Vorbereitungsdienst dauert zwei bis zweieinhalb Jahre, bei der Bundespolizei genau zweieinhalb. Als Anwärter/-in erhalten Sie 2026 beim Bund einen Anwärtergrundbetrag von 1.560,06 € brutto im Monat, in den Ländern je nach Land rund 1.470 bis 1.590 €. Nach bestandener Laufbahnprüfung folgt die Ernennung zum Polizeimeister in Besoldungsgruppe A 7.
Alle Eckdaten
| Beruf | Polizeimeister/-in (Polizeivollzugsbeamter/-in im mittleren Dienst) |
|---|---|
| Laufbahn | Laufbahngruppe 1, mittlerer Polizeivollzugsdienst; Bezeichnung je nach Dienstherr verschieden |
| Art der Ausbildung | Beamtenrechtlicher Vorbereitungsdienst, Beamtenverhältnis auf Widerruf |
| Dauer | 2 bis 2,5 Jahre; Bundespolizei 2,5 Jahre |
| Anwärterbezüge | Bund 1.560,06 € (2026, Abschlag unter Vorbehalt), Länder rund 1.470 bis 1.590 €; in allen Ausbildungsjahren gleich |
| Nach der Ausbildung | Polizeimeister/-in, Besoldungsgruppe A 7, plus Polizeizulage |
| Zugang | Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung |
| Abschluss | Laufbahnprüfung |
| Wo möglich | Bundespolizei und zehn Länder; nicht in Bremen, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland |
| RIASEC-Interessencode | RSE – Realistic · Social · Enterprising (redaktionelle Einschätzung) |
| Fachkräftelage | Beamtenlaufbahn, daher nicht Teil der BA-Engpassanalyse |
Aufgaben & Arbeitsalltag
Der Alltag im mittleren Dienst spielt sich überwiegend auf der Straße und auf der Wache ab. Bei den Landespolizeien ist das vor allem der Wach- und Wechseldienst einer Polizeiinspektion oder eines Reviers, ergänzt durch Einsätze der Bereitschaftspolizei. Bei der Bundespolizei kommen Aufgaben hinzu, die nur der Bund hat: Grenzschutz, Bahnpolizei und Luftsicherheit.
Streifendienst
Fuß- und Funkstreife, Präsenz zeigen, Gefahren abwehren und als Erste vor Ort sein, wenn ein Notruf eingeht.
Hilfe in Notsituationen
Unfallstellen absichern, Erste Hilfe leisten, Streit schlichten, Menschen in akuten Krisen schützen.
Verkehrsunfälle und Kontrollen
Unfälle aufnehmen, Personalien feststellen, Verkehrskontrollen durchführen und Ordnungswidrigkeiten ahnden.
Anzeigen und Berichte
Auf der Wache Anrufe annehmen, Strafanzeigen aufnehmen und Berichte schreiben. Ein großer Teil der Arbeit ist Schreibarbeit, deshalb zählt Rechtschreibung schon im Einstellungstest.
Strafverfolgung im ersten Angriff
Spuren sichern, Beweismittel sicherstellen, Zeugen befragen, bei Fahndungen und Festnahmen mitwirken.
Einsätze der Bereitschaftspolizei
Demonstrationen, Fußballspiele und Großveranstaltungen absichern, oft in geschlossenen Einheiten und auch über Landesgrenzen hinweg.
Grenzschutz (Bundespolizei)
Grenzen zu Land, zu Wasser und aus der Luft überwachen, den grenzüberschreitenden Verkehr kontrollieren und grenzüberschreitende Kriminalität bekämpfen.
Bahnpolizei (Bundespolizei)
Streifen- und Kontrollgänge auf Bahnhöfen und in Zügen, Gefahrenabwehr auf den Bahnanlagen des Bundes.
Luftsicherheit (Bundespolizei)
An Flughäfen die Kontrolle von Fluggästen und Gepäck verantworten und Gefahren für den Luftverkehr abwehren.
Mittlerer oder gehobener Dienst: Ausbildung oder Studium?
Bei der Polizei gibt es zwei Einstiege. Der mittlere Dienst ist eine Ausbildung von zwei bis zweieinhalb Jahren und steht mit mittlerem Schulabschluss offen. Der gehobene Dienst ist ein dreijähriges duales Bachelorstudium und verlangt in der Regel Abitur oder Fachhochschulreife; er führt zum Polizeikommissar in Besoldungsgruppe A 9. Der Trend geht seit Jahren zum Studium: Mehrere Länder haben den mittleren Dienst abgeschafft und stellen nur noch über das Bachelorstudium ein. Wer heute als Polizeimeister/-in beginnt, ist deshalb auf den Bund oder eines der zehn Länder angewiesen, die noch ausbilden.
Mittlerer Dienst
Ausbildung, 2 bis 2,5 Jahre. Zugang mit mittlerem Schulabschluss. Eingangsamt Polizeimeister/-in, A 7. Endamt Polizeihauptmeister/-in, A 9.
Gehobener Dienst
Duales Studium, meist 3 Jahre, Abschluss Bachelor. Zugang mit Abitur oder Fachhochschulreife. Eingangsamt Polizeikommissar/-in, A 9.
Aufstieg möglich
Der mittlere Dienst ist keine Sackgasse. Wer sich bewährt, kann über das Aufstiegsverfahren seines Dienstherrn in den gehobenen Dienst wechseln, meist mit einem verkürzten Studium.
Wo gibt es die Ausbildung im mittleren Dienst?
Ohne Abitur in einem Land ohne mittleren Dienst? Einige dieser Länder bieten einen Vorbereitungsweg an. In Niedersachsen führt die zweijährige Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung mit Zusage der Polizeiakademie automatisch ins Bachelorstudium. Rheinland-Pfalz bietet den zweijährigen Bildungsgang Polizei und Verwaltung an, in dem Sie die Fachhochschulreife erwerben. Wer in Bremen, NRW oder im Saarland ohne Fachhochschulreife zur Polizei will, bewirbt sich in der Regel bei der Bundespolizei oder in einem Nachbarland mit mittlerem Dienst.
Passt dieser Beruf zu dir?
Die Hürde liegt bei der Polizei weniger im Schulzeugnis als im Auswahlverfahren. Neben den beamtenrechtlichen Voraussetzungen prüfen Bund und Länder kognitive Fähigkeiten, Rechtschreibung, Sport, Gesundheit und Persönlichkeit, meist an mehreren Tagen. Wie das abläuft und wie Sie üben, zeigt unsere Seite zum Einstellungstest Polizei.
Formale Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
- Deutsche Staatsangehörigkeit oder, je nach Dienstherr, die eines anderen EU-Staates
- Mindestalter 16 Jahre, Höchstalter je nach Land zwischen 30 und gut 40 Jahren
- Polizeidiensttauglichkeit nach ärztlicher Untersuchung
- Bestandener Sporttest, häufig dazu ein Schwimmnachweis
- Einwandfreier Leumund und Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung
- Mindestgröße nur in einem Teil der Länder, Werte unterschiedlich
- Führerschein Klasse B wird oft verlangt oder in der Ausbildung erworben
Persönliche Eigenschaften
- Belastbarkeit – Unfälle, Gewalt und Konflikte gehören zum Dienst
- Durchsetzungsvermögen mit Augenmaß, auch gegenüber aufgebrachten Menschen
- Kommunikationsstärke und Fähigkeit zur Deeskalation
- Gerechtigkeitssinn und Respekt vor Recht und Gesetz
- Körperliche Fitness über die ganze Dienstzeit
- Teamfähigkeit – Streife ist Arbeit im Team
- Sorgfalt beim Schreiben von Anzeigen und Berichten
- Bereitschaft zu Schichtdienst und Einsätzen fern vom Wohnort
RIASEC-Profil: RSE – Realistic · Social · Enterprising
Unsere redaktionelle Einschätzung des Interessenprofils: Realistic für das praktische, körperliche Arbeiten draußen, mit Fahrzeug, Ausrüstung und Einsatztraining. Social für den ständigen Kontakt mit Menschen in Ausnahmesituationen, als Helfer, Schlichter und Ansprechpartner. Enterprising für das Durchsetzen von Maßnahmen und das Führen von Situationen, in denen schnell entschieden werden muss. Im Vergleich zum Polizeikommissar im gehobenen Dienst liegt der Schwerpunkt stärker auf dem praktischen Einsatz und weniger auf Sachbearbeitung und Führung.
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Gehalt: Anwärterbezüge in der Ausbildung & Besoldung danach
In der Polizeiausbildung gibt es keine Ausbildungsvergütung nach Tarif, sondern Anwärterbezüge nach dem Besoldungsrecht des Dienstherrn. Anders als bei Azubis steigen sie nicht von Jahr zu Jahr, sondern sind in der ganzen Ausbildung gleich hoch. Dazu kommen je nach Dienstherr Familienzuschlag und Zulagen. Beamtinnen und Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung; die Krankenversorgung läuft je nach Dienstherr über die freie Heilfürsorge oder über Beihilfe.
Anwärtergrundbetrag mittlerer Dienst 2026
Brutto, Anwärtergrundbetrag ohne Zuschläge. Quelle: Übersichten der Anwärterbezüge 2026 für Bund und Länder (Stand September 2026). Die Länderwerte gelten für alle Laufbahnen des mittleren Dienstes, nicht nur für die Polizei.
Besoldung nach der Laufbahnprüfung
Innerhalb jeder Besoldungsgruppe steigt das Grundgehalt mit den Erfahrungsstufen. Die Polizeizulage beträgt beim Bund 2026 zunächst 95 € und nach zwei Dienstjahren 228 € im Monat (vorläufige Werte); in den Ländern liegt sie niedriger. Hinzu kommen Zulagen für Dienst zu ungünstigen Zeiten.
Ausbildungsablauf: Was passiert in den zweieinhalb Jahren?
Am klarsten geregelt ist der Ablauf bei der Bundespolizei. Die Verordnung über den Vorbereitungsdienst für den mittleren Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei legt zwei Jahre und sechs Monate fest, gegliedert in Grundausbildung, weitere Ausbildung und Laufbahnlehrgang. Die Länder folgen einem ähnlichen Muster aus Polizeischule und Praxisphasen auf den Dienststellen, mit teils kürzerer Gesamtdauer.
Grundausbildung
Staats- und Verfassungsrecht, Eingriffsrecht, Straf- und Verkehrsrecht, Einsatzlehre. Dazu Sport, Selbstverteidigung, Schießausbildung, Erste Hilfe und Fahrausbildung. Gelernt wird überwiegend im Aus- und Fortbildungszentrum.
Weitere Ausbildung
Praxisphasen auf Dienststellen, etwa im Streifendienst, bei der Bahnpolizei oder am Flughafen, im Wechsel mit vertiefendem Unterricht. Erste Einsätze an der Seite erfahrener Kolleginnen und Kollegen.
Laufbahnlehrgang
Wiederholung und Vertiefung aller Fachgebiete, Einsatztraining unter realistischen Bedingungen und gezielte Vorbereitung auf die Prüfung.
Laufbahnprüfung und Ernennung
Schriftliche, mündliche und praktische Prüfungsteile. Wer besteht, wird zur Polizeimeisterin oder zum Polizeimeister ernannt, zunächst als Beamter auf Probe und nach der Probezeit auf Lebenszeit. Die Bundespolizei sichert die Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung zu.
Karrierewege: Vom Streifendienst bis zum gehobenen Dienst
Nach der Ernennung beginnen die meisten im Wach- und Wechseldienst oder in einer Einheit der Bereitschaftspolizei. Von dort führen drei Richtungen weiter: Spezialisierung auf bestimmte Verwendungen, Beförderung innerhalb des mittleren Dienstes und der Aufstieg in den gehobenen Dienst.
Einsatz und Bereitschaft
Die klassischen ersten Verwendungen.
- Wach- und Wechseldienst im Revier oder in der Inspektion
- Bereitschaftspolizei bei Großlagen
- Bundespolizei an Grenze, Bahnhof und Flughafen
- Verkehrspolizei und Autobahnpolizei
Spezialverwendungen
Mit Eignung, Erfahrung und Zusatzlehrgängen.
- Diensthundeführer/-in
- Wasserschutzpolizei bzw. Bundespolizei See
- Bundespolizei-Flugdienst
- Spezialeinheiten nach eigenem Auswahlverfahren
Beförderung im mittleren Dienst
Aufstieg innerhalb der Laufbahn nach Beurteilung.
- Polizeimeister/-in, A 7
- Polizeiobermeister/-in, A 8
- Polizeihauptmeister/-in, A 9
- Polizeihauptmeister/-in mit Amtszulage
Aufstieg in den gehobenen Dienst
Der Weg zum Polizeikommissar bleibt offen.
- Aufstiegsverfahren des Dienstherrn nach Bewährung
- Studium an der Polizeihochschule, oft verkürzt
- Danach Sachbearbeitung, Kriminalpolizei, Führungsfunktionen
- Später auch Zugang zum höheren Dienst möglich
Sie stehen vor der Wahl zwischen Ausbildung und Studium oder zwischen Polizei und einem anderen Beruf? Eine Berufsberatung schafft eine belastbare Grundlage für die Entscheidung.
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Die Polizei bietet eine Sicherheit, die kaum ein anderer Ausbildungsweg ohne Abitur bietet. Der Preis dafür sind Schichtdienst, Belastung und eine geringe Wahlfreiheit beim Einsatzort, gerade in den ersten Jahren.
Was für den Beruf spricht
- Beamtenstatus mit Verbeamtung auf Lebenszeit nach der Probezeit
- Bezahlung schon in der Ausbildung, gleich hoch ab dem ersten Monat
- Weg zur Polizei ohne Abitur, in vielen Dienstherren noch offen
- Sinnstiftende Arbeit für Sicherheit und Recht
- Abwechslung statt Büroalltag
- Aufstieg in den gehobenen Dienst ist möglich
- Freie Heilfürsorge oder Beihilfe statt Krankenkassenbeitrag
Was Sie wissen sollten
- Nicht in jedem Land möglich – unter Umständen ist ein Umzug nötig
- Schichtdienst an Wochenenden, Feiertagen und nachts
- Einsatzort nach Bedarf des Dienstherrn, häufig zunächst fern der Heimat
- Psychische Belastung durch Unfälle, Gewalt und Anfeindungen
- Hohe Hürde im Auswahlverfahren, oft nur ein Bruchteil der Bewerber
- Endamt A 9 ohne Aufstieg in den gehobenen Dienst
- Sport und Gesundheit müssen über die ganze Dienstzeit stimmen
Polizeimeister vs. Polizeikommissar und Sicherheitsberufe
Wer über Sicherheit als Beruf nachdenkt, vergleicht meist drei Wege: den mittleren Polizeidienst, das Polizeistudium im gehobenen Dienst und die private Sicherheitswirtschaft.
Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Der mittlere Dienst ist für viele der realistischste Weg zur Polizei, aber die Entscheidung fällt oft am falschen Punkt. Die erste Frage lautet nicht, ob man Polizist werden will, sondern bei welchem Dienstherrn: Wer in NRW, Hessen oder Niedersachsen lebt, muss sich zwischen Studium, Bundespolizei und Umzug entscheiden. Die zweite Frage ist die Vorbereitung. Im Auswahlverfahren scheitern viele nicht an der Motivation, sondern an Diktat, Konzentrationstest oder Sport – alles Dinge, die man gezielt üben kann. Und wer das Abitur ohnehin in Reichweite hat, sollte den gehobenen Dienst ernsthaft prüfen, weil er mit A 9 dort beginnt, wo der mittlere Dienst endet.“

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat
Einstellungstest Polizei: Was im Auswahlverfahren geprüft wird
Das Auswahlverfahren der Polizei ist eines der aufwendigsten im öffentlichen Dienst. Es kombiniert einen computergestützten Test, oft ein Diktat, den Sporttest, die ärztliche Untersuchung und ein Auswahlgespräch, je nach Dienstherr verteilt auf mehrere Tage. Ablauf, Beispielaufgaben, Länderunterschiede und einen Trainer mit Laufbahn-Weiche finden Sie auf der Seite Einstellungstest Polizei.
Typische Schwerpunkte im Auswahlverfahren für den mittleren Polizeidienst – redaktionelle Einschätzung. Verbindlich ist, was der Dienstherr in der Einladung mitteilt.
Diese Testteile sollten Sie üben
- Diktat und Rechtschreibung – bei vielen Polizeien ein eigener Prüfungsteil mit Fehlergrenze. Das/dass, Kommas und Groß- und Kleinschreibung sind die häufigsten Stolpersteine.
- Logik – Zahlenreihen, Figurenmatrizen und Analogien im computergestützten Denktest.
- Konzentration und Merkfähigkeit – Fehler finden unter Zeitdruck, Gedächtnisaufgaben mit Lern- und Abfragephase.
- Rechnen – Grundrechenarten, Dreisatz und Prozente, meist ohne Taschenrechner.
- Persönlichkeitsfragebogen und Gespräch – Motivation, Belastbarkeit und Teamverhalten; zur Vorbereitung auf Gruppenübungen hilft unsere Seite zum Assessment-Center bei Polizei und Behörden.
Der Sporttest ist der Teil, der sich am wenigsten kurzfristig nachholen lässt. Wer sich bewirbt, sollte die Anforderungen seines Dienstherrn früh kennen und mehrere Monate vorher gezielt trainieren.
Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist RSE – praktisch, sozial und durchsetzungsstark. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.
Einstellungstest Polizei kostenlos üben
Trainer mit Laufbahn-Weiche für mittleren Dienst, gehobenen Dienst und Bundespolizei, inklusive Merkphase. Ohne Anmeldung, mit Lösungsweg zu jeder Aufgabe.
Zukunftsaussichten: Wie sicher ist der Weg in den mittleren Dienst?
Für die meisten Ausbildungsberufe zeigen wir hier einen Zukunftsscore aus KI-Risiko, Fachkräftelage und Ausbildungsmarkt. Für den Polizeivollzugsdienst gibt es diese Daten nicht: Beamtinnen und Beamte fließen weder in die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit noch in die Ausbildungsstatistik des BIBB ein. Wir verzichten deshalb bewusst auf eine Note und ordnen die drei Fragen einzeln ein.
Der Beruf: sehr robust
Polizeiarbeit ist Präsenz, Eingriff und Kontakt mit Menschen vor Ort. Hoheitliche Befugnisse sind nach Artikel 33 Absatz 4 Grundgesetz grundsätzlich Beamtinnen und Beamten vorbehalten. Digitale Werkzeuge verändern Dokumentation und Ermittlung, ersetzen aber nicht die Streife.
Die Stelle: sehr sicher
Nach der Probezeit folgt die Verbeamtung auf Lebenszeit. Eine betriebsbedingte Kündigung gibt es nicht, und die Bundespolizei sichert die Übernahme nach bestandener Ausbildung zu.
Die Laufbahn: unter Druck
Das eigentliche Zukunftsrisiko liegt im Einstieg selbst. Sechs Länder haben den mittleren Dienst bereits abgeschafft und stellen nur noch mit Studium ein. Wer langfristig plant, sollte den Aufstieg in den gehobenen Dienst von Anfang an mitdenken.
Polizeiausbildung im mittleren Dienst – FAQ
Ja, über den mittleren Dienst. Dafür genügt in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Den mittleren Dienst bieten aber nur noch die Bundespolizei und zehn Länder an: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland stellen nur noch über ein Bachelorstudium für den gehobenen Dienst ein. Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bieten mit Fachoberschule bzw. dem Bildungsgang Polizei und Verwaltung einen Vorbereitungsweg zur Fachhochschulreife an. Eine Alternative ohne Umweg ist die Bundespolizei, die bundesweit für den mittleren Dienst ausbildet.
Je nach Dienstherr zwei bis zweieinhalb Jahre. Bei der Bundespolizei sind es genau zweieinhalb Jahre: zwölf Monate Grundausbildung, zwölf Monate weitere Ausbildung und sechs Monate Laufbahnlehrgang, am Ende die Laufbahnprüfung.
Anwärterinnen und Anwärter erhalten Anwärterbezüge, die in der ganzen Ausbildung gleich hoch sind. Der Anwärtergrundbetrag für den mittleren Dienst liegt 2026 beim Bund bei 1.560,06 Euro brutto im Monat, in den Ländern je nach Land bei rund 1.470 bis 1.590 Euro. Je nach Dienstherr kommen Familienzuschlag und Zulagen hinzu.
Polizeimeisterinnen und Polizeimeister werden nach Besoldungsgruppe A 7 bezahlt. Beim Bund sind das 2026 zum Einstieg rund 3.370 Euro brutto im Monat einschließlich Polizeizulage. Mit den Erfahrungsstufen und den Beförderungen zum Polizeiobermeister (A 8) und Polizeihauptmeister (A 9) steigt die Besoldung.
Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Das Höchstalter legt jeder Dienstherr selbst fest; es reicht ungefähr von 30 Jahren in Bayern bis gut 42 Jahren in Schleswig-Holstein. Maßgeblich ist immer die aktuelle Ausschreibung.
Polizeimeister ist das Eingangsamt des mittleren Dienstes, erreicht über eine Ausbildung mit mittlerem Schulabschluss, Besoldung ab A 7. Polizeikommissar ist das Eingangsamt des gehobenen Dienstes, erreicht über ein dreijähriges duales Bachelorstudium mit Abitur oder Fachhochschulreife, Besoldung ab A 9. Aus dem mittleren Dienst ist der Aufstieg in den gehobenen Dienst möglich.
Am meisten bringt gezieltes Üben der Testteile, die sich trainieren lassen: Diktat und Rechtschreibung, Logik, Konzentration, Merkfähigkeit und Rechnen. Den Sporttest sollten Sie mehrere Monate vorher vorbereiten. Unser kostenloser Trainer zum Einstellungstest Polizei bildet die Testteile mit einer Laufbahn-Weiche für den mittleren Dienst ab.
Die meisten Dienstherren erlauben eine erneute Bewerbung, oft nach einer Wartezeit. Lohnend ist ein ehrlicher Blick darauf, woran es lag: an einem trainierbaren Testteil oder an der Passung zum Beruf. Wenn Sie Alternativen prüfen wollen, etwa Zoll, Justiz, Feuerwehr oder einen Ausbildungsberuf in der Sicherheitsbranche, hilft eine persönliche Berufsberatung.
Klarheit vor der Bewerbung schaffen
Ein Auswahlverfahren bei der Polizei kostet Zeit und Kraft, und die Entscheidung zwischen mittlerem Dienst, Studium und einem anderen Beruf prägt die nächsten Jahrzehnte. Bevor Sie sich bewerben, sollten Sie wissen, ob Ihre Interessen und Stärken zum Polizeidienst passen. Wir bieten wissenschaftlich fundierte Diagnostik und persönliche Beratung – an sieben Standorten oder online.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- Verordnung über den Vorbereitungsdienst für den mittleren Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei, § 21 Dauer und Gliederung.
- Bundespolizei, Karriereportal komm-zur-bundespolizei.de: Laufbahnen und Ausbildungsstandorte.
- Bundesagentur für Arbeit, Berufsinformation Polizeivollzugsbeamter/-in im mittleren Dienst (Bund und Länder).
- Anwärterbezüge und Polizeizulage 2026: Übersichten für Bund und Länder, Stand September und Oktober 2026; Bundeswerte als Abschlag unter Vorbehalt des Anpassungsgesetzes.
- Altersgrenzen: Länderübersicht 2026; verbindlich sind die Ausschreibungen der Polizeien.
- Grundgesetz, Artikel 33 Absatz 4 (Funktionsvorbehalt).
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): Making Vocational Choices, 3. Auflage, PAR.
- Stand der Länderangaben: Oktober 2026. Ob ein Land den mittleren Dienst anbietet, kann sich durch Reformen ändern.