Berufliche Neuorientierung · Quereinstieg

Quereinstieg: Wie er gelingt –
und wann er der richtige Schritt ist

Ein Quereinstieg ist keine Notlösung und kein Zick-Zack-Lebenslauf. Er ist die strategische Entscheidung, vorhandene Kompetenzen in einem neuen Feld einzusetzen – dort, wo sie mehr zählen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Berufe offen sind, wie Sie Transferable Skills positionieren und wie die Bewerbung als Quereinsteiger wirklich funktioniert.

3–6 Monate bis zur
neuen Stelle (Ø)
25+ Jahre Praxis in
Eignungsdiagnostik
DIN 33430 zertifizierte
Potenzialanalyse

Was ein Quereinstieg wirklich ist – und was er nicht ist

Ein Quereinstieg bezeichnet den Wechsel in eine Berufsfeld oder Branche, für die keine klassische Ausbildung oder kein direktes Studium absolviert wurde. Was klingt wie ein Nachteil, ist häufig das Gegenteil: Quereinsteiger bringen Außenperspektive, branchenübergreifende Methoden und eine Wertereife mit, die gradlinige Karriereverläufe selten erzeugen.

Der entscheidende Unterschied zum Jobwechsel: Beim Jobwechsel wechseln Sie den Arbeitgeber, nicht das Feld. Beim Quereinstieg wechseln Sie das Feld – und nutzen Ihr bisheriges Kompetenzkapital als Brücke. Das erfordert eine andere Strategie: nicht Bewerbungsoptimierung, sondern Positionierungsarbeit.

Quereinstieg vs. Umschulung – wo liegt der Unterschied?

Umschulung
Quereinstieg
Vorgehen
Formale Neuausbildung, 1–3 Jahre, staatlich gefördert
Direkte Bewerbung im Zielfeld auf Basis vorhandener Kompetenzen
Zeitrahmen
12–36 Monate bis Stellenantritt
3–12 Monate bei klarer Strategie
Voraussetzung
Bildungsgutschein / Förderung meist erforderlich
Transferable Skills + überzeugende Brückenerzählung
Ideal bei
Regulierten Berufen (Pflege, Technik, Recht) oder großem Kompetenz-Gap
Feldern mit hoher Quereinsteiger-Offenheit und übertragbaren Stärken
Praxishinweis: In vielen Fällen ist eine Kombination die stärkste Strategie – der Quereinstieg wird durch eine gezielte Weiterbildung (Zertifikat, Bootcamp, Online-Kurs) flankiert, ohne den langen Weg einer vollständigen Umschulung zu gehen.

Bin ich für einen Quereinstieg geeignet?

Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft – je mehr Punkte, desto besser die Ausgangslage für einen erfolgreichen Quereinstieg.

Quereinstieg-Eignungscheck (kostenlos, anonym)

  • Ich habe Erfahrungen, die in mehreren Branchen einsetzbar sind
  • Ich kenne ein Zielfeld, das mich seit Längerem fasziniert
  • Meine Unzufriedenheit ist strukturell, nicht situativ
  • Ich bin bereit, in einem neuen Feld zunächst neu anzufangen
  • Mein Netzwerk reicht über meine aktuelle Branche hinaus
  • Ich habe in Projekten oder Ehrenamt Kompetenzen außerhalb meines Berufs gezeigt
  • Ich kann erklären, warum ich wechseln will – nicht nur flüchten
  • Eine Übergangsphase von 3–6 Monaten ist finanziell möglich

Welche Berufe eignen sich für Quereinsteiger?

Nicht jedes Berufsfeld ist gleich offen für Quereinsteiger. Entscheidend ist das Verhältnis von formalen Zulassungsvoraussetzungen zu tatsächlichem Kompetenzgewicht. Die folgenden Felder sind bekannt dafür, Kandidaten mit dem richtigen Persönlichkeitsprofil und nachweisbaren Transferable Skills aktiv zu suchen.

IT & Softwareentwicklung

Sehr offen

Coding Bootcamps, nachweisbare Projekte und analytisches Denkvermögen ersetzen häufig formale Abschlüsse. Besonders: Web-Dev, Data Analytics, UX/UI, IT-Support.

Vertrieb & Key Account

Sehr offen

Kommunikationsstärke, Hartnäckigkeit und Produkt-Know-how aus dem bisherigen Berufsfeld sind oft wertvoller als Vertriebsausbildungen. Branchenwissen ist Trumpf.

Projektmanagement

Sehr offen

Methodenwissen (Agile, Scrum, PRINCE2) ist zertifizierbar, fachliche Tiefe kommt aus dem bisherigen Kontext. Ideal für strukturierte, kommunikationsstarke Persönlichkeiten.

HR & Personalentwicklung

Offen

Fachkenntnisse aus dem Herkunftsfeld sind in der Personalentwicklung ein echter Vorteil. Empathie, Gesprächsführung und systemisches Denken sind die Kernkompetenzen.

Marketing & Content

Sehr offen

Portfolio zählt mehr als Abschluss. Fachliches Themenverständnis aus dem bisherigen Feld ist im Content Marketing ein messbarer Wettbewerbsvorteil gegenüber Generalisten.

Beratung & Coaching

Branchenabhängig

Fachberatung setzt Tiefenkenntnis voraus – die kommt oft aus dem Herkunftsberuf. Unternehmensberatung und Coaching erfordern zusätzliche Qualifikation oder nachgewiesene Ergebnisse.

Bildung & Pädagogik

Mit Nachqualifikation

Quereinsteiger im Lehramt oder in der Berufsschule sind politisch gewollt. Nachqualifikation ist in den meisten Bundesländern Pflicht, aber oft berufsbegleitend möglich.

Pflege & Sozialarbeit

Formale Wege nötig

Akuter Fachkräftemangel öffnet ungewöhnliche Wege. Viele Träger bieten Quereinstieg-Programme mit begleitender Ausbildung an. Empathie, Belastbarkeit und Reife sind Schlüsselqualifikationen.


Transferable Skills: Was Sie wirklich mitbringen

Transferable Skills sind Kompetenzen, die unabhängig von Branche, Jobtitel oder Unternehmen einsetzbar sind. Sie bilden das eigentliche Kapital eines jeden Quereinstiegs – und werden von den meisten Bewerbern systematisch unterschätzt, weil sie im bisherigen Kontext selbstverständlich erscheinen.

Eine strukturierte Potenzialanalyse nach DIN 33430 macht diese stillen Reserven explizit und zeigt, in welchen Zielfeldern sie den größten Hebel entfalten.

Methodenkompetenzen

  • Projektmanagement & -steuerung
  • Datenanalyse & Reporting
  • Prozessoptimierung
  • Recherche & Wissensmanagement
  • Budgetierung & Controlling

Sozialkompetenzen

  • Kommunikation & Präsentation
  • Führung & Teamentwicklung
  • Konfliktlösung & Mediation
  • Kunden- & Stakeholdermanagement
  • Verhandlungsführung

Persönlichkeitsmerkmale

  • Lerngeschwindigkeit & Neugier
  • Ambiguitätstoleranz
  • Krisenresilienz
  • Eigenverantwortung
  • Strukturiertes Arbeiten
Diagnostik-Hinweis: Welche dieser Kompetenzen bei Ihnen besonders stark ausgeprägt sind und in welchem Zielfeld sie den größten Marktwert haben, zeigt eine strukturierte Potenzialanalyse – auf Basis des NEO-PI-R und BIP nach DIN 33430. Ergebnis: ein konkretes Kompetenzprofil, keine Selbsteinschätzung.

Quereinstieg mit 30, 40 oder 50+

Was einen Quereinstieg ausmacht, unterscheidet sich je nach Lebensphase erheblich – in der Ausgangslage, den Risiken und der optimalen Strategie.

Ihre Stärken

  • +Noch 30+ Berufsjahre vor sich – voller ROI eines Wechsels
  • +Erste Transferable Skills aus 5–10 Jahren Berufspraxis
  • +Naivitätsverlust ohne Flexibilitätsverlust
  • +Noch kein Gehalts- und Status-Lock-in

Typische Herausforderungen

  • !Sunk Cost Fallacy: „Ich habe doch bereits so viel investiert"
  • !Unklares Zielfeld – Veränderungswunsch ohne Richtung
  • !Angst vor Statusverlust im Bekanntenkreis
  • !Quarterlife Crisis als Antrieb – ohne strukturierte Analyse

Mehr dazu: Berufliche Neuorientierung mit 30 oder 35 →

Ihre Stärken

  • +Starkes Kompetenzprofil – Führungserfahrung, Projekterfolge
  • +Emotionale Reife und klares Werteprofil
  • +Netzwerk als echter Hebel im neuen Feld
  • +Finanzieller Puffer für eine Übergangsphase häufig vorhanden

Typische Herausforderungen

  • !Gehaltsrückgang in der Einstiegsphase realistisch einkalkulieren
  • !Vorbehalte bei Arbeitgebern gegenüber „Überqualifizierten"
  • !Familie und finanzielle Verpflichtungen erhöhen Entscheidungsdruck
  • !Statusidentität löst sich im Wechsel auf

Mehr dazu: Berufliche Neuorientierung mit 40 →

Ihre Stärken

  • +Einzigartiger Erfahrungsschatz – kaum replizierbar
  • +Glaubwürdigkeit und Ruhe als Führungs- und Beratungspersönlichkeit
  • +Kein Karrieredruck mehr – Entscheidungen nach Werten möglich
  • +Beratende Rollen, Selbstständigkeit oder Portfolio-Karriere als echte Option

Typische Herausforderungen

  • !Altersdiskriminierung im klassischen Bewerbungsprozess
  • !Rentennahe Finanzierungsplanung muss mitgedacht werden
  • !Energie und Gesundheit als wichtige Planungsparameter
  • !Klassische Bewerbung funktioniert weniger – Netzwerk und Direktkontakt sind der Weg

Der Quereinstieg in 4 Phasen

Ein erfolgreicher Quereinstieg folgt keinem Zufall. Er folgt einer Sequenz: von innen nach außen – von der Potenzialanalyse zur Marktpositionierung.

1

Potenzialanalyse – Was nehme ich wirklich mit?

Strukturierte Erfassung von Stärken, Interessen, Werten und Persönlichkeitsprofil – auf Basis validierter psychologischer Instrumente (NEO-PI-R, BIP). Ziel: ein objektives Kompetenzprofil, das über Selbsteinschätzung hinausgeht und als Grundlage für alle weiteren Schritte dient.

2

Zielfeld-Analyse – Wo bin ich wirklich gefragt?

Abgleich des Kompetenzprofils mit Marktbedarf: Welche Branchen und Rollen suchen explizit das, was Sie mitbringen? Welches Umfeld passt zu Ihren Werten und Arbeitsstilpräferenzen? Ergebnis: 2–3 priorisierte Zielszenarien mit realistischer Markteinschätzung.

3

Brückenerzählung – Wie positioniere ich den Wechsel?

Entwicklung einer kohärenten Narrative: Warum dieser Weg – und warum jetzt? Wie erkläre ich meinen Hintergrund als Stärke, nicht als Lücke? Die Brückenerzählung ist das Herzstück jedes Bewerbungsanschreibens und jedes Vorstellungsgesprächs im Quereinstieg.

4

Marktpositionierung – Wie komme ich ans Ziel?

Bewerbungsstrategie, Netzwerkaufbau im Zielfeld, LinkedIn-Positionierung, Vorbereitung auf typische Quereinstieg-Fragen im Interview und ggf. gezielte Weiterbildung als Signal. Kein Massenversand, sondern gezielte Ansprache mit einer Bewerbung, die Entscheider überzeugt.


Bewerbung als Quereinsteiger: Was funktioniert wirklich

Der häufigste Fehler: Quereinsteiger bewerben sich wie alle anderen – mit einem standardisierten Anschreiben, das den Wechsel kaum erklärt, und einem Lebenslauf, dessen Struktur auf den ersten Blick irritiert. Das Ergebnis: frühe Aussortierung, obwohl das Kompetenzprofil eigentlich passt.

Die Brückenerzählung im Anschreiben

Eine Brückenerzählung beantwortet drei Fragen in maximal drei Sätzen: Was hat mich dazu geführt? Was bringe ich konkret mit? Was will ich hier konkret leisten? Sie erklärt den Wechsel nicht als Flucht, sondern als strategische Entscheidung – und positioniert den bisherigen Hintergrund als Mehrwert.

Lebenslauf-Strukturierung für Quereinsteiger

Ein funktionaler Lebenslauf (Kompetenzen zuerst, Stationen dahinter) funktioniert im deutschen Arbeitsmarkt oft schlechter als ein chronologischer mit deutlicher Transferable-Skills-Hervorhebung. Wichtig: Projekte und Ergebnisse aus dem bisherigen Beruf benennen, die im Zielfeld relevant sind – nicht die, die nur im alten Kontext beeindrucken.

Im Vorstellungsgespräch

Die Frage „Warum wechseln Sie?" ist keine Falle, sondern eine Einladung zur Brückenerzählung. Wer sie vorbereitet und präzise beantwortet, erzeugt mehr Vertrauen als jemand, der zögert oder ausweicht. Wichtig: Den Wechsel mit Beispielen belegen, nicht nur erklären. „Ich habe in meiner bisherigen Rolle X gemacht – das ist genau das, was Sie für Y brauchen."


Wer zahlt den Quereinstieg?

Ein Quereinstieg muss selten vollständig aus eigener Tasche finanziert werden. Die folgenden Instrumente sind im deutschen System verfügbar – und werden von den meisten Quereinsteigern nicht genutzt, weil sie schlicht nicht bekannt sind.

Bildungsgutschein (BA)

Finanziert Weiterbildungsmaßnahmen bei zugelassenen Trägern, wenn ein beruflicher Grund vorliegt. Auch für Beschäftigte bei drohender Arbeitslosigkeit möglich.

bis 100% Förderung

Qualifizierungschancengesetz

Zuschüsse zu Weiterbildungskosten und Arbeitsentgelt für Beschäftigte in Betrieben, wenn Wandel der Arbeit (Digitalisierung, KI) nachgewiesen wird.

bis 100% (Kleinbetriebe)

Aufstiegs-BAföG

Förderung für berufsbegleitende Fortbildungen (Meister, Techniker, Fachwirt). Kombinierbar mit Quereinstieg als Brücke in Handwerk, Technik oder kaufmännische Berufe.

Zuschuss + Darlehen

Bildungsurlaub

5 Tage bezahlte Freistellung für berufliche oder politische Weiterbildung – in den meisten Bundesländern gesetzlich verankert, vom Arbeitgeber nicht verweigert werden kann.

5 Tage/Jahr bezahlt

LTA – Leistungen zur Teilhabe

Vollfinanzierung von Umschulungen und Karriereberatung bei gefährdeter Erwerbsfähigkeit. Unser DIN-33430-Verfahren ist als LTA-Grundlage anerkannt.

Vollfinanzierung möglich

Steuerliche Absetzbarkeit

Karriereberatung und Coaching sind in Deutschland als Werbungskosten steuerlich absetzbar, wenn sie der Sicherung oder Neuausrichtung von Einkünften dienen.

Werbungskosten §9 EStG


Quereinstieg Gehalt: Was Sie realistisch erwarten können

Der Gehaltsaspekt ist der meistgesuchte und am häufigsten verdrängte Punkt beim Quereinstieg. Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen bedeutet ein Quereinstieg einen temporären Gehaltsrückgang von 10 bis 30 Prozent in der Einstiegsphase. Wer das einplant, entscheidet rational. Wer es ignoriert, entscheidet unter Druck.

Die gute Nachricht: In den meisten Quereinstiegs-Feldern wird dieser Rückgang innerhalb von 2 bis 4 Jahren nicht nur aufgeholt, sondern übertroffen – weil Quereinsteiger mit Berufserfahrung schneller in Verantwortungspositionen aufsteigen als Absolventen ohne Berufspraxis.

10–30% typischer Gehaltsrückgang in der Einstiegsphase
2–4 J. bis das Ausgangsniveau im Zielfeld erreicht oder übertroffen wird
+23% durchschnittliche Gehaltssteigerung gegenüber Ausgangslevel nach 5 Jahren (IT-Quereinsteiger, Stepstone 2025)

Typische Gehaltsspannen nach Zielfeld

Berufsfeld Einstieg (Quereinsteiger) Nach 3–4 Jahren Offenheit
IT / Softwareentwicklung € 38.000 – 52.000 € 58.000 – 85.000 Sehr hoch
Projektmanagement € 40.000 – 54.000 € 58.000 – 78.000 Sehr hoch
Vertrieb / Key Account € 32.000 – 46.000 + Provision € 55.000 – 80.000 + Provision Sehr hoch
HR & Personalentwicklung € 34.000 – 46.000 € 50.000 – 68.000 Hoch
Marketing & Content € 30.000 – 42.000 € 44.000 – 62.000 Sehr hoch
Beratung / Consulting € 42.000 – 58.000 € 65.000 – 95.000 Branchenabhängig
Pflege & Sozialarbeit € 28.000 – 36.000 € 34.000 – 46.000 Mit Qualifikation

Angaben in Bruttojahresgehalt, DACH-Raum, Vollzeit. Quellen: Stepstone Gehaltsreport 2025, Bundesagentur für Arbeit Entgeltatlas 2025. Tatsächliche Gehälter variieren je nach Region, Unternehmensgröße und individuellem Verhandlungsergebnis.

Gehaltsverhandlung als Quereinsteiger: Ihr Hebel

Quereinsteiger mit klar benannten Transferable Skills und einem nachgewiesenen Kompetenzprofil (z.B. DIN 33430-Auswertung) verhandeln nachweislich besser als Kandidaten ohne diese Grundlage. Das Profil zeigt Entscheidern, was sie kaufen – und reduziert das wahrgenommene Einstellungsrisiko. Weniger Risiko = höheres Einstiegsgehalt.

Steuerliche Absetzbarkeit: Den Quereinstieg finanzieren

Karriereberatung und Coaching zur beruflichen Neuorientierung sind in Deutschland als Werbungskosten nach § 9 EStG steuerlich absetzbar, wenn sie der Sicherung oder Neuausrichtung künftiger Einkünfte dienen. Bei einem Steuersatz von 35–42% bedeutet das: Ein Beratungspaket von € 900,– kostet Sie netto effektiv € 522,– bis € 585,–. Das ist keine Beratungskosten-Rechtfertigung, sondern eine Planungsgröße.


Die 6 häufigsten Fehler beim Quereinstieg

Aus über 3.000 begleiteten Karriereverläufen zeigen sich immer wieder dieselben Muster, die Quereinsteiger scheitern lassen – obwohl das Profil oft passt.

  • 01 Der Flucht-Wechsel Aus Unzufriedenheit ins Blaue wechseln – ohne zu wissen, wohin. Das Ergebnis: in zwei Jahren dasselbe Muster im neuen Feld.
  • 02 Kein klares Zielfeld „Ich bin offen für alles" ist keine Strategie. Ohne definiertes Ziel keine überzeugende Brückenerzählung, kein Netzwerkaufbau, keine klare Bewerbung.
  • 03 Standardbewerbung ohne Brücke Wer sich wie ein klassischer Bewerber bewirbt, konkurriert gegen Kandidaten mit direktem Hintergrund – und verliert. Die Brückenerzählung ist nicht optional.
  • 04 Transferable Skills unterschätzen Viele Quereinsteiger entwerten ihr eigenes Profil: „Das kann doch jeder." Was selbstverständlich erscheint, ist im Zielfeld oft rar und wertvoll.
  • 05 Gehaltsrückgang nicht eingeplant Ein Quereinstieg bedeutet in der Regel zunächst einen Gehaltsverlust von 10–30%. Wer das nicht einkalkuliert, entscheidet unter Druck – und trifft schlechtere Entscheidungen.
  • 06 Netzwerk ignorieren Über 60% der Stellen werden nicht ausgeschrieben. Quereinsteiger, die ausschließlich über Jobportale suchen, sehen nur einen Bruchteil des Marktes.

Quereinstieg strukturiert angehen –
mit professioneller Begleitung

DIN 33430-zertifizierte Potenzialanalyse · Zielfelddefinition · Brückenerzählung · Bewerbungscoaching.
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Häufige Fragen zum Quereinstieg

Was ist ein Quereinstieg?
Ein Quereinstieg bezeichnet den Wechsel in ein Berufsfeld oder eine Branche, für die keine klassische Ausbildung oder kein direktes Studium absolviert wurde. Stattdessen werden Kompetenzen und Erfahrungen aus einem anderen Beruf transferiert – sogenannte Transferable Skills. Ein Quereinstieg ist kein Zeichen von Orientierungslosigkeit, sondern eine bewusste strategische Entscheidung.
Welche Berufe eignen sich besonders für Quereinsteiger?
Besonders offen sind IT und Softwareentwicklung, Vertrieb und Key Account Management, Projektmanagement, HR und Personalentwicklung, Marketing und Content sowie Pflege und Sozialberufe. In diesen Feldern zählen nachweisbare Kompetenzen und Persönlichkeitsfit oft mehr als formale Zertifikate.
Wie erkläre ich einen Quereinstieg im Vorstellungsgespräch?
Der Schlüssel ist eine vorbereitete Brückenerzählung: Warum dieser Weg, warum jetzt, und was bringen Sie konkret mit? Statt sich zu erklären oder zu entschuldigen, positionieren Sie Ihren Hintergrund als strategischen Vorteil – Perspektivwechsel, branchenübergreifende Erfahrung, Außenperspektive. Wer zögert oder ausweicht, verliert Vertrauen. Wer präzise antwortet, gewinnt es.
Kann ich mit 40 noch als Quereinsteiger starten?
Ja. Mit 40 haben Sie den Vorteil eines starken Fundaments an Transferable Skills, emotionaler Reife und einem klaren Werteprofil. Viele Unternehmen suchen explizit erfahrene Quereinsteiger für Positionen, die Branchen- und Lebenshintergrund kombinieren. Entscheidend ist eine präzise Zielfelddefinition und eine professionelle Positionierungsstrategie.
Was ist der Unterschied zwischen Quereinstieg und Umschulung?
Bei einer Umschulung erwerben Sie formal anerkannte Qualifikationen für einen neuen Beruf – meist über 1 bis 3 Jahre, staatlich gefördert. Ein Quereinstieg nutzt bestehende Kompetenzen direkt ohne formale Nachqualifikation und ist schneller. Häufig ist eine Kombination sinnvoll: Quereinstieg plus gezielte Weiterbildung als Signal an Arbeitgeber.
Wie lange dauert ein Quereinstieg bis zur neuen Stelle?
Aus unserer Beratungspraxis mit über 3.000 Karriereverläufen: Bei klar definiertem Zielfeld und professioneller Bewerbungsstrategie liegt die Dauer von Erstgespräch bis Stellenantritt bei 3 bis 6 Monaten. Ohne klares Zielfeld oder bei sehr spezialisierten Branchen kann es deutlich länger dauern.
Was sind Transferable Skills?
Transferable Skills sind Kompetenzen, die unabhängig von einer spezifischen Branche oder Rolle einsetzbar sind: Projektmanagement, Kommunikationsstärke, analytisches Denken, Führungserfahrung, Sprachkenntnisse oder Krisenresilienz. Sie bilden das eigentliche Kapital eines jeden Quereinstiegs – und werden von den meisten Bewerbern systematisch unterschätzt.
Welche staatlichen Förderungen gibt es für den Quereinstieg?
Die wichtigsten Instrumente: Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit (bis 100% für Weiterbildungsmaßnahmen), Qualifizierungschancengesetz (für Beschäftigte), Aufstiegs-BAföG, Bildungsurlaub (5 Tage bezahlt je nach Bundesland) sowie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) bei gesundheitlichen Einschränkungen. Karriereberatungskosten sind außerdem als Werbungskosten steuerlich absetzbar.
Wie schreibe ich eine überzeugende Bewerbung als Quereinsteiger?
Den Quereinstieg aktiv begründen statt verstecken. Transferable Skills konkret benennen und mit Ergebnissen belegen, nicht mit Aufgabenbeschreibungen. Eine Brückenerzählung ins Anschreiben integrieren. Lebenslauflücken oder -brüche proaktiv erklären. Das Zielbild klar formulieren: Was wollen Sie in dieser Rolle konkret erreichen?
Welche Risiken hat ein Quereinstieg?
Typische Risiken: Gehaltsrückgang in den ersten 1–2 Jahren (10–30%), Unterschätzung des Einarbeitungsaufwands, fehlende formale Anerkennung in regulierten Berufen sowie der Flucht-Wechsel ohne Ursachenanalyse – der zum gleichen Frustrationsmuster im neuen Feld führt. Eine strukturierte Potenzialanalyse vor dem Wechsel reduziert diese Risiken erheblich.
Quereinstieg ohne Ausbildung – ist das möglich?
In vielen Feldern ja: IT, Vertrieb, Marketing, Projektmanagement und Beratung sind bekannt dafür, Quereinsteiger auch ohne klassische Ausbildung oder passendes Studium zu akzeptieren, wenn nachweisbare Kompetenzen und ein Portfolio vorliegen. In regulierten Berufen wie Pflege, Recht, Architektur oder Ingenieurwesen sind Nachqualifikationen Pflicht.
Wie unterstützt das Profiling Institut beim Quereinstieg?
Das Profiling Institut begleitet Quereinsteiger mit drei Kernleistungen: einer DIN-33430-zertifizierten Potenzialanalyse (Transferable Skills, Persönlichkeitsprofil, Interessen), einer strukturierten Orientierungsberatung zur Zielfelddefinition und Marktpositionierung sowie einem Bewerbungscoaching inklusive Brückenerzählung und Interviewvorbereitung. 7 Standorte: Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Hannover.
Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom und Leiter des Profiling Instituts

Jan Bohlken

Diplom-Sozioökonom · Gründer & Leiter Profiling Institut · Eignungsdiagnostiker (DIN 33430)

DIN 33430 nfb DGfK dvb 25+ Jahre Praxis

Jan Bohlken begleitet seit 1999 Fach- und Führungskräfte bei Quereinstiegen und beruflichen Neuorientierungen. Als Headhunter in Chemie, Automotive und Maschinenbau kennt er die Auswahlperspektive der Entscheider – und weiß, was Quereinsteiger-Bewerbungen scheitern lässt und was sie überzeugt.

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